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Luxemburg ist Film - Erstes Festival dieser Art

Die Woche des Luxemburger Films in Berlin



Dieses Jahr feiert die Luxemburger Filmförderung ihr 20 jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wird in Berlin erstmals eine Woche lang, vom 18. bis 24. Oktober 2010, ein Luxemburger Filmfestival präsentiert, bei der die vielseitige und bei uns weitgehend unbekannte Filmlandschaft Luxemburg auf ganz besondere Art und Weise zu entdecken gilt! An fünf Tagen werden Regisseure, Produzenten und Schauspieler dem Berliner Publikum eine breit gefächerte Auswahl von mehr als 30, teils preisgekrönten Kurz- und Spielfilmen präsentieren, die in Luxemburg oder mit Luxemburger Beteiligung entstanden sind.

Das Projekt „Luxemburg ist Film“ repräsentiert in seinem Programm mehr als 200 Filme, die mit Unterstützung des Filmfund Luxembourg entstanden sind. Die Luxemburger Filmindustrie beschäftigt rund 500 Filmschaffende, es gibt inzwischen 18 Produktionsgesellschaften, 12 Firmen im Bereich der Postproduktion und der visuellen Effekte, ca 20 Firmen, die in den Gewerken Material, Kostüm, Make-up u.a. tätig sind und 4 Filmstudios sowie 3 Animationsstudios.

Im Rahmen der Filmwoche werden Filmschaffende nicht nur fertiggestellte Projekte vorstellen, sondern auch Produktionsbedingungen und Koproduktionsmöglichkeiten erörtern und einen Ausblick auf kommende Filmprojekte geben. So beteiligt Delux Productions sich an der Verfilmung des verschollen geglaubten Scripts „Lunatic at Large“ aus dem Nachlass von Stanley Kubrick mit Scarlett Johansson in der Hauptrolle, die schon für die Delux Produktion “Das Mädchen mit dem Perlohrring“ in Luxemburg drehte. „Für immer und ewig“, eine Drei-Länder Koproduktion mit Beteiligung der Iris Productions wurde gerade abgedreht. Lars Eidinger spielt hier den Dichter Georg Trakl.

Das Kino International, Die Kurbel, das Eiszeit Kino und das Zeughauskino haben sich erstmalig zu dem gemeinsamen Projekt "Luxemburg ist Film" zusammen getan. Ergänzt wird das Programm von der Luxemburgischen Botschaft, die am Donnerstag, den 21.10.2010 die "Lange Nacht des Luxemburger Dokumentarfilms" präsentiert.

Die Eröffnung des ersten Luxemburger Filmfestivals in Berlin findet heute, den 18. Oktober 2010, passenderweise zum Filmprogramm im Kino International statt, wo normalerweise immer Montags mit Mongay die schwul-lesbische Filmnacht veranstaltet wird. Zum Auftakt wird nämlich der 2009 entstandene "House of Boys" (DF/120’) von Jean-Claude Schlim gezeigt, der sogleich den begehrten Luxemburger Filmpreis 2009 ergattern konnte. Mit Ferkel ‘98 wird ein ähnlich gearteter Vorfilm präsentiert, bei dem zwei junge Männer andauernd am Liebesakt durch eine Großmutter gehindert werden, die immer wieder dazwischen funkt. Wie immer montags gibt es nach der Filmveranstaltung eine Party im Kino International.

"House of Boys" Official Trailer from Delux Productions on Vimeo.



Am Dienstag stellt sich die Luxemburger Filmproduktion in der Kurbel vor. Zu sehen sind u. a. „Hochzäitsnuecht“ von Pol Cruchten, der erste Spielfilm in Luxemburger Sprache, der in die offizielle Auswahl des Festivals in Cannes eingeladen wurde, Nicolas Steils „Réfractaire“, der das Schicksal eines Luxemburger Kriegsdienstverweigerers im Zweiten Weltkrieg erzählt und als Luxemburger Beitrag für den Oscar 2010 ausgewählt wurde und „InTHIERRYview“, ein sehr persönliches Porträt, das Regisseur Andy Bausch von seinem Weggefährten, dem Schauspieler Thierry Van Werveke kurz vor dessen Tod drehte. Als Beispiele internationaler Koproduktionen, die in Luxemburg gedreht wurden, wird Volker Schlöndorffs „Der Neunte Tag“ gezeigt sowie Roman Coppolas erster Kinofilm „CQ“ mit Jeremy Davies und Gérard Depardieu. Désirée Nosbusch wird ihr Regiedebüt „Ice Cream Sundae“ mit Tippi Hedren vorstellen.

Im Eiszeit Kino steht am Mittwoch der Junge Film und der Musikfilm im Mittelpunkt. Bady Minck, die mit ihren Experimentalfilmen auf internationalen Festivals Erfolge feiert, ist hier ebenso vertreten, wie die neue Generation von Luxemburger Regisseuren mit Max Jacoby, Beryl Koltz und Jean-Louis Schuller, dessen „Chungking Dream“ im offiziellen Programm zahlreicher internationaler Kurzfilmfestivals lief. Der Film „Sunny’s Time Now“ des Konzeptkünstlers und Filmregisseurs Antoine Prum porträtiert den amerikanischen Avantgarde-Jazzdrummer und Komponisten Sunny Murray.

Crazy Cinématographe, europäisches Jahrmarktkino von 1895-1910, wird am Freitag im Zeughauskino im Deutschen Historischen Museum zu sehen sein. Die Cinémathèque Luxembourg hat aus europäischen Filmarchiven frühkinematografische Raritäten aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zusammengetragen und zeigt in alter Jahrmarkt-Tradition Kurzfilme aus den Anfängen des Kinos.

Luxemburg ist Film
18.–24.10.2010
im Kino International, Die Kurbel, Eiszeit Kino, Zeughauskino und Botschaft Luxemburg
Link: www.luxemburg-ist.de


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