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3D-Filme selbst erstellt (update)

Das c't Magazin nennt die Probleme 3D in HD zu erstellen.



Als in den 1950er-Jahren die ersten 3D-Kinofilme anfangs mit Polarisationsbrillen und etwas später mit rot-grün Brillen in der dritten Dimension anzusehen waren, verflog der Hype recht schnell wieder, denn die Qualität ließ zu wünschen übrig. Das sollte sich jetzt nicht noch einmal wiederholen, weshalb von selbst erstellten 3D-Videos eher abzuraten ist, denn gute HD-Aufnahmen können bei entsprechender Motivauswahl ebenfalls recht plastisch und fast dreidimensional wirken.

Gutes Beispiel ist dafür das Charisma® TV-System, das der Highlight der diesjährigen „HIGH END 2010“ war, dem größten und wichtigsten europäischen Branchentreffpunkt für die Spitzentechnologie der Unterhaltungselektronik. Mehr als 1.000 Messebesucher kamen speziell zur Charisma-Präsentation auf den Stand der Audio Reference GmbH und zeigten sich begeistert von der Multi-Dimensional-Systems-Technologie (MDS®). Dieses bahnbrechende, aber sehr teure Verfahren zur perfekten Visualisierung von Wirklichkeit ist weltweit Maßstab für lebensechtes TV-Entertainment. Charisma MDS® ist den althergebrachten stereoskopischen 3D-Verfahren, die aktuell unter dem Schlagwort „3D-TV“ vermarktet werden, zum Teil überlegen, da es mit höherer Wiederholfrequenz arbeitet, somit kein Flimmern aufweist und außerdem auf 3D-Brillen verzichtet. Echtes 3D ist es nicht. Das System, das aus einem besonders hochwertigen TV-Plasmabildschirm und dazugehörigem geheimen, mit Patenten geschützten, Elektronik-Kasten besteht, arbeitet vielmehr mit speziellen Algorithmen aus der Interferenzfiltertechnologie wobei dem Gehirn zeitverzögert zwei Ansichten aus unterschiedlichen Perspektiven zeitlich versetzt vorgegaukelt werden, um den Raumeindruck zu bilden.

Doch auch die Profis drehen nicht alles in 3D, sondern vieles wird vor der Blu-Box oder mit Greenscreen-Technik erstellt und später bei der Zusammenfügung von Vorder- und Hintergrund als 3D-Ausgabe berechnet. So ist beispielsweise der Film "Alice in Wonderland" mit Johnny Depp gemacht, wie wir am 4. März 2010 in einem update nachtrugen. Durch clevere Zwischenbildberechnung können ganz normale Videos räumlich werden. Das c't Magazin Nr. 6 vom 01.03.2010 erklärt, wie das "3Disieren" von 2D-Videos mithilfe des Pulfrich-Effekts funktioniert – und wie man mit Hilfe des PC Videos stereoskopisch abspielen kann. Der Artikel ist auch als kostenpflichtiger Download hier erhältlich.

In der c't Ausgabe 11 vom 10. Mai widmete sich der Heise Verlag dem Thema 3D-Filme selbstgemacht intensiver und berichtete, wie man eine Stereo-Kamera baut und 3D-Sequenzen bearbeitet. Dieser ausführliche Artikel über »Filmen im Doppelpack« ist zurzeit sogar kostenlos hier online einsehbar, denn 3D ist der Hype der Stunde. Die Standards sind verabschiedet, fast jeder TV-Hersteller hat erste 3D-TVs marktreif und wird sie zur IFA Anfang September unter dem Funkturm präsentieren. Nur die Filme lassen noch auf sich warten. 3D-Pioniere filmen daher selbst, schreibt der Autor. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn die Tücken stecken im Detail.

Inzwischen bietet die Zubehörindustrie auch für Filmamateure Vorsatzlinsen an, um aus zweidimensionalen Aufnahmen 3D-Filme zu erstellen. Dabei landen die Bilder fürs rechte und fürs linke Auge nebeneinander, jeweils auf die halbe Breite zu gestaucht, auf den Bildwandler einer Kamera. Von der ursprünglichen HD-Qualität bleibt jedoch nur die Hälfte über. Zudem werden keinerlei Automatikfunktionen unterstützt. Schärfe und Belichtung muss der Filmer von Hand einstellen, dabei ist er auf den Blendenbereich F16–F22 beschränkt. Allgemein kann die Bildqualität nicht wirklich überzeugen. 3D-Kameras mit Doppellinse gibt es derzeit nur im Profisektor mit der AG-3DA1 von Panasonic für 21.000 Euro.
(update)
Mit der Panasonic HDC-SDT750 soll aber zur Photokina ein Consumer Modell folgen und Sony will ebenfalls mit einem eigenen Modell vielleicht schon zur IFA-Messe nachziehen.

Für den Amateur bieten gute Bildqualität derzeit nur Selbstbaulösungen mit zwei identischen Camcordern, die exakt synchronisiert werden müssen. Experimente mit dem Zoom sollten dabei tunlichst unterlassen werden, denn schon die synchrone Auslösung der Kameras kann bei fehlender LANC-Buchse für den Remote-Anschluss problematisch werden. Außerdem haben die Camcorder herstellungsbedingt immer leichte Abweichungen, sei es im Weißabgleich oder auch im Bildwinkel. Minimale Fertigungstoleranzen beim Einbau des Objektivs oder des Sensors können bereits zu großen Problemen führen.

Noch problematischer wird die Nachbearbeitung. Die heutigen Schnittprogramme werben zwar seit Jahren mit „3D-Funktionen“ – gemeint sind damit aber meist Titeleffekte, die virtuell in der dritten Ebene platziert werden können. Ausgabeformate für den Dual-Stream wie Side-by-Side und Top-and-Bottom lassen sich nur fummelig als Videotrick zusammenbasteln. Komfortable 3D-Bearbeitung ohne zusätzliche Plug-ins unterstützen nur die Profi-Programme Media Composer von Avid (2250 Euro) sowie After Effects von Adobe (1300 Euro), schreibt die c't in dem sehr umfangreichen Artikel unter nachfolgendem Link.

Link: www.heise.de/ct/artikel/Filmen-im-Doppelpack-1002672.html

Ein Leser sieht das etwas anders und hat uns einen aufmunternden Kommentar und Link zu einer Anleitung im 3D-Journal geschickt.


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