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Erster 3D-fähiger Camcorder für 200 Euro

Aiptek mit 3D-Camcorder und LG kündigt 3D-fähigen 120-Hertz-Monitor an.



Die CeBIT, die am 6. März ihre Tore schloss, brachte bei einem Rundgang doch noch einige Überraschungen, die eine klare 3D-Tendenz in allen Bereichen erkennen ließ. Große Hersteller wie Sony fehlten zwar auf der Messe, doch dafür wurden die kleinen Aussteller umso mehr beachtet. Wer am Stand von Aiptek eine 3D-Brille aufsetzte, konnte sich selbst die Hand schütteln - zumindest virtuell. Der Hersteller hat einen 3D-Fernseher aufgebaut, der vom neuen Camcorder I2 gespeist wird. Letzterer ist auf den Zuseher gerichtet und nimmt ihn mit Hilfe zweier Linsen dreidimensional und in 720p-Auflösung auf. Zum Sommer, spätestens jedoch zur Berliner Funkausstellung (IFA) im September, soll das winzige Gerät für nur 200 Euro erhältlich sein. Mit nur 720 Zeilen wird zwar nicht die volle 1080-HD-Auflösung erreicht, doch auch die öffentlich rechtlichen Fernsehanstalten senden seit der Winterolympiade nur in der kleineren Auflösung ihre High Definition Bilder über den Satelliten. Dafür sind die Aufnahmen bei schnellen Schwenks weniger Störanfällig gegen das unangenehme Ruckeln auf manchen Flachbildschirmen.

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Auch Creative Laps zeigte eine winzige Pocket-Videokamera. Die dritte Generation der Vado HD nimmt zwar nicht in 3D auf, dafür soll sie bei Abmessungen von knapp 10 mal 6 Zentimetern und einer Dicke von 2 Zentimetern dank ihrem Weitwinkel-Glasobjektiv und dem hochauflösenden Sensor gestochen scharfe Bilder und HD-Videos im 720p-Format aufnehmen. Ihr interner - und leider nicht erweiterbarer - Speicherplatz von vier Gigabyte soll bis zu zwei Stunden HD-Videos oder vier Stunden Videomaterial in VGA-Qualität fassen. Alternativ soll der Platz für bis zu 7000 Standbilder mit einer Auflösung von 1280 mal 720 Pixeln ausreichen. Dank mitgeliefertem HDMI-Kabel steht auch einer Verbindung mit Fernsehern oder Monitoren nichts im Wege. Die auf der Kamera gespeicherte Software Vado Central 3.0 soll das einfache Bearbeiten der Clips am Computer, das Schneiden von Kurzfilmen oder das Speichern von Standbildern ermöglichen. Erstmals verbinden sich auch externe Kopfhörer oder Mikrofone mit der Vado HD.

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LG hat auf der CeBIT in Hannover einen 23-Zoll-Monitor mit 120-Hertz-Technik vorgestellt. Das für Gamer konzipierte Display ermöglicht im Zusammenspiel mit Nvidias 3D-Brille 3D Vision eine nahezu flimmerfreie stereoskopische Darstellung von Spielen oder Filmen. Der Full-HD-Monitor erscheint im Mai für 380 Euro. Nach Herstellerangaben erreicht der W2363D einen dynamischen Kontrastwert von 70.000:1 und eine Reaktionszeit von drei Millisekunden. Die Helligkeit passt sich automatisch an. Die native Auflösung beträgt 1920 mal 1080 Bildpunkte. Zum Anschluss an Rechner oder Spielkonsole stehen ein DVI-Eingang und zwei HDMI-Ports zur Verfügung. Ein "SRS Tru-Surround"-zertifiziertes HD-Audiosystem für virtuellen Surroundsound ist ebenfalls an Bord.

Ebenfalls im Mai will LG die Full-HD-Monitorserie M80 mit integriertem Hybrid-HDTV-Tuner auf den Markt bringen. Die nur 16,5 Millimeter schlanken LED-Modelle M2380D (23 Zoll) und M2280D (22 Zoll) können Fernsehsignale über DVB-C, DVB-T und Analog-Kabel empfangen. Außerdem bieten sie eine Fernbedienung, Videotext und einen elektronischen Programm-Guide (EPG) für acht Tage. Die mit einem Neigefuß ausgestatteten Neuvorstellungen erreichen einen dynamischen Kontrastwert von 5.000.000:1 und sollen stromsparend arbeiten. An Anschlüssen sind zwei HDMI-Eingänge sowie je eine VGA-, Composite-, Komponenten- und Scart-Schnittstelle vorhanden. Per USB-Port lassen sich auch Bilder, MP3-Dateien und Filme direkt von einem Speicherstick abspielen. Der 23-Zöller M2380D wird ab Mai für 329 Euro verfügbar sein. Sein kleiner Bruder M2280D kostet 299 Euro.

Bereits jetzt erhältlich sind die LG-Monitore der Serien E50 und E40. Sie verfügen ebenfalls über LED-Hintergrundbeleuchtung und ein Kontrastverhältnis von 5.000.000:1. Die Funktion "Auto Bright" passt die Hintergrundbeleuchtung automatisch an die Umgebungshelligkeit an. Unterschiedliche Bildformate sollen sich verzerrungsfrei darstellen lassen. Die 1,75 Zentimeter tiefen Displays der E50-Reihe können mit Standfuß als normaler Desktop-Monitor und ohne als Zweitbildschirm für Notebooks verwendet werden. Die Verbindungsmöglichkeiten umfassen HDMI, DVI und VGA. Die E50-Modelle sind mit 22 oder 23 Zoll Bildschirmdiagonale für 219 respektive 239 Euro erhältlich. Die Monitore der E40-Serie kosten bei gleicher Größe 199 beziehungsweise 219 Euro.

Außerdem zeigte LG seinen ersten Full-HD-3D-Beamer namens CF3D. Das Gerät nutzt satte sechs der teuren SXRD-Panel auf LCoS-Basis. Jeder der 0,61 Zoll kleinen Chips löst 1080p auf. Das dreidimensionale Bild entsteht in mehreren Schritten: Zuerst wird das Bild für ein Auge erzeugt. Dafür teilt ein Prisma das Licht der 200 Watt starken Lampe des Beamers in seine Grundfarben Rot, Grün und Blau auf. Für jede Farbe steht dann ein einzelnes Panel zu Verfügung. Das Ganze geschieht zweimal, einmal für das rechte und einmal für das linke Auge. Das Ergebnis soll eine gestochen scharfe Projektion mit einem Kontrast von 7000:1 und einer Helligkeit von 1500 ANSI Lumen sein. Wird der Beamer im 2D-Modus betrieben, soll die Lichtausbeute sogar bei tageslichttauglichen 2500 ANSI Lumen liegen. Hinzu kommt ein weiterer Vorteil der Technik. Die Einzelbilder für linkes und rechtes Auge werden schon im Projektor polarisiert, wodurch der Zuseher lediglich eine passive, leichte und kostengünstige 3D-Brille aufsetzen muss, um den Tiefeneindruck zu erleben. Wie komplex dageen die Einrichtung einer 3D Projektion mit zwei baugleichen Geräten sein kann, hatten wir bereits am 24. Februar 2010 am Beispiel zweier Canon Projektoren berichtet.

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Samsung hatte bereits auf der CES 2010 im Januar einen 3D-fahigen Blu-ray-Player mitsamt Brillen vorgestellt. Noch dieses Jahr soll reichlich weitere Hardware für den dreidimensionalen Filmgenuss auf den Markt kommen. Allerdings dürfte es fraglich sein, ob Heimkinobesitzer diese auch wirklich kaufen werden. Schließlich haben viele Käufer gerade erst ordentlich Geld in Full-HD-Geräte investiert. Damit der Rubel trotzdem rollt, überzeugen die neuen Modelle nicht nur durch 3D, sondern auch durch ein schickes Design oder interessante Features, wie beispielsweise integriertem WLAN. Das ermöglicht den Zugriff auf Online-Videos.

Link zu weiteren Infos: www.cnet.de/specials/cebit

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