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Großer Preis von Mannheim-Heidelberg

Das 58. Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg zeichnete letzten Sonntag einstimmig einen finnischen Film aus.



Zeitgleich mit dem 19. Internationalen Filmfestival Cottbus, über das wir bereits ausführlich am 15.11.09 berichteten, ging auch das Treffen des Autorenkinos in Mannheim-Heidelberg zu Ende. Bereits in unserem Vorbericht am 5. November 09 würdigten wir die Mannheimer Filmwoche, die sich dem Independent Film verschrieben hat.
"Die internationale Jury des 58. internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg hatte über elf Tage das große Glück, eine Reihe außergewöhnlicher Filme aus den unterschiedlichsten Genres zu sehen. Es ist ganz offensichtlich eine neue Generation von Autoren und Filmemachern herangewachsen, auf die Mannheim stolz sein kann, stellt die Jury in ihrem Abschlußstatement fest.

• Der Hauptpreis ging an den finnischen Film "POSTIA PAPPI JAAKOBILLE". Dem Regisseur Klaus Härö ist in diesem Film ein wahres Meisterwerk gelungen, bei dem sich der Zuschauer erhoben und zugleich ernst genommen fühlt.

• Den Rainer-Werner-Fassbinder-Preis erhält "MISS KICKI" von Håkon Liu aus Schweden, weil er beispielhaft zeigen kann, wie eine Schauspielerin einen Film prägt. Hier wird auf immer wieder überraschende Weise vorgeführt, dass das Kino nicht viele Worte machen muss, um das Unausgesprochene und Unsagbare in menschlichen Beziehungen auszusprechen.

• Der Spezialpreis der Jury geht zum Einen an den türkischen Dokumentarfilm "DEMSALA DAWÎ: SEWAXAN" ("THE LAST SEASON: SHAWAKS"), der in märchenhaften Bildern, aber mit anthropologischer Genauigkeit dem Jahreslauf eines kurdischen Clans folgt. Dem Team um Kazim Öz ist es gelungen, Nachricht von einem Mikrokosmos zu geben, von dem wir Nordeuropäer bisher nichts wussten. Zum Anderen geht der Preis an Jonathan Parker aus den USA für den Film (UNTITLED). Es handelt sich um den seltenen Fall einer Parodie, die sich ihrem Gegenstand, dem aktuellen Kunstmarkt, auf höchstem Niveau nähert und dabei den Humor keineswegs vernachlässigt.

• Lobende Erwähnung der Internationalen Jury sowie der Preis der internationalen Filmkritik (FIPRESCI-Jury) und der Preis der Ökumenischen Jury geht an Séverine Cornamusaz aus der Schweiz für den Film COEUR ANIMAL / ANIMAL HEART. Unter der Anleitung einer vielversprechenden Regisseurin verstehen es außergewöhnliche Schauspieler, eine archaisch anmutende Geschichte so überzeugend zu erzählen, dass sie dem Zuschauer ans Herz greift. Die Regisseurin zeigt in schonungsloser Darstellung die Entwicklung eines Mannes auf einem Bauernhof, der von einer instinktgeleiteten Bestie sich zu einem gefühlvollen Menschen wandelt.

• Der Publikumspreis und eine von drei Empfehlungen der Jury der Kinobetreiber geht an Charles Officer aus Kanada für den Film "NURSE.FIGHTER.BOY". In einer emotionalen Berg- und Talfahrt nimmt der Film den Zuschauer auf magische Art in die Arme und stellt ein modernes Konzept von Familie dar.

Link: www.iffmh.de


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