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US-Rap-Star will Saints-Row-Film produzieren (update)


Letzten Donnerstag lief in den Berliner Kinos der RAP-Film Notorious B.I.G. an, eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit über den gleichnamigen US-Rapper der 90er Jahre.


The Notorious B.I.G. (eigentlich Christopher Wallace), der auch als Biggie, Biggie Smalls und Frank White bekannt war, verstarb am † 9. März 1997 in Los Angeles, Kalifornien nach einem Mordanschlag aus einem fahrenden Wagen heraus. Auslöser war ein Konflikt zwischen Rappern der amerikanischen East-Coast und jenen der West-Coast rund um L.A., wo Dr. Dre und Snoop Doggy Dogg mit Death Row Records die Szene beherrschten. Kurz zuvor hatte Biggie in New York bei Puff Daddys Bad Boy Records noch sein Doppelalbum Life After Death aufgenommen, das nach seinem Tod eines der meist verkauften Hip-Hop-Alben werden sollte.

Nach Gus van Sants im Februar angelaufenem Meisterwerk „MILK“ über den ermordeten ersten schwulen Bürgerrechtler der USA, der sich auch als Bürgermeister von San Francisco hat aufstellen lassen, ist mit Notorious B.I.G. ebenfalls ein mitreißender Film über eine Szene-Legende entstanden, die erst nach ihrem Tod richtig berühmt geworden ist. Sogar Jahre nach der Ermordung Biggies erscheinen noch immer Stücke mit seinen Texten und denen anderer Gangsta-Rap-Stars wie z. B. von 50 Cent, der jetzt einen Saints-Row-Film produzieren will.

Der US-Rapper 50 Cent könnte einem Saints-Row-Film Glaubwürdigkeit verleihen.

Nur wenige Computerspiele wurden bisher richtig erfolgreich als Film umgesetzt. Dazu gehört mit Abstand die Tomb Raider Serie mit Angelina Jolie alias Lara Croft als schießwütige Archäologin. Nun hat auch der US-Rapper Curtis James Jackson III, besser bekannt als 50 Cent, Filmpläne. Während einer Telefonkonferenz mit GamePro.de zu seinem neuen Spiel 50 Cent: "Blood on the Sand" kündigte er an, dass er gerne THQs Spieleserie Saints Row des Entwicklerteams Volition als Kinofilm umsetzen möchte:
»Wegen meiner Geschäftsbeziehungen zu THQ bin ich der Richtige für Saints Row ein Drehbuch zu entwickeln und letztlich ein Filmprojekt anzuleiern. Ich besorge derzeit die Optionen an den Rechten. Deswegen werde ich zuerst damit beschäftigen, anstatt meine eigenen Spiele als Film umzusetzen;« verriet er dem Verlag IDG Communications Media AG, bei dem auch die Zeitschriften PC-Welt, Game Star, tec-Channel und Computerwoche erscheinen.
In Saints Row I+II wird der Spieler des Ego-Shooters in First Person Manier in eine fiktive US-Metropole Stilwater geschickt - Bandenkriege, maßlose Gewalt und abgedrehter Humor inklusive. Ähnlich wie dem erfolgreichen GTA 4 kann der Spieler Autos oder Boote, Trucks oder Motorräder kapern. Jedes herumstehende Vehikel läßt sich fahren, um seinen Feinde hinterherzujagen und die Aufträge zu erfüllen. Das Ganze klingt ein wenig nach einem Actionfilm à la James Bond.

50 Cent alias Curtis James Jackson III hat sich schon in der Vergangenheit als geschäftstüchtig erwiesen. Neben seiner Arbeit als Rapper (zum Beispiel die Single Candy Shop) bringt er auch erfolgreich Klamotten, Klingeltöne, Bücher und Videospiele an den Mann. Das Spiel 50 Cent: "Blood on the Sand" ist gerade in den USA und in Europa (nicht in Deutschland) erschienen. Saints-Row-Publisher THQ vertreibt das Spiel. Als Schauspieler konnte man 50 Cent zuletzt in Kurzer Prozess – Righteous Kill mit Robert de Niro und Al Pacino sehen. Saints Row wäre sein Debüt als Produzent eines Kinofilms. Ob er vielleicht auch als Schauspieler mitwirken möchte, ist bislang nicht bekannt. Allerdings würde er sicherlich glaubwürdig in eine Handlung rund um Gangkriege reinpassen.

Bei den Berliner Hip-Hop Freunden dürfte diese Nachricht Begeisterung auslösen. Obwohl die Stadt besonders für ihren elektronischen-technoiden und minimalen Sound weltweit bekannt geworden ist, hat sie in manchen Bezirken mit hohem Migranten Anteil eine hartgesottene Rap-Fan Gemeinde. Nicht umsonst können sich mit Kiss FM und Jam-FM sogar gleich zwei Rundfunstationen in der Stadt behaupten, die ihren Fokus auf diese Musik gelegt haben.

Nach dem der Hype um die Love-Parade in Berlin verflogen ist und die Parade wegen Missmanagement der Veranstalter ins Ruhrgebiet, an den Mc-Fit Sportclubinhaber verkauft wurde, hat Berlin nur noch wenige Sendungen mit elektronischer Musik im Radio zu bieten. Da gleicht die Stadt ein wenig Chicago, der ehemaligen Techno Hochburg, in der seit der Autokrise der Rap-Gesang das Wirtschaftsdilemma anprangert. In der Berliner Clubwelt, unter der reiferen Jugend, sieht es zum Wochende in unserer Stadt allerdings ganz anders aus. Während in Chicago fast jegliches kulturelle Leben ausgestorben scheint, wird das Nachtleben Berlins wie eh und je von hunderten DJs bestimmt, die sich hier niedergelassen haben und einen großen Poduzentenpool bilden. Ständig entstehen neue Clubs, während andere wieder schließen. Manchmal kommt es allerdings auch in dieser Musik-Szene zu Exzessen. Davon erzählt der Film Berlin Calling, mit DJ und Hauptdarsteller Paul Kalkbrenner sowie Corinna Harfouch, der bereits im letzten Jahr erfolgreich beim 61. Internationalen Film Festival Locarno uraufgeführt wurde und die ganze Piazza Grande im Anschluss durch ein tolles DJ-Set zum Tanzen brachte. Der Film ist übrigens auch für die LOLA der Deutschen Filmakademie nominiert. Der Deutsche Filmpreis wird am 24. April in Berlin verliehen.

(Update vom 15. April 09)
Auf den Erfolgszug der Rapverfilmungen will jetzt auch der deutsche Produzent Bernd Eichinger (Das Parfum, Der Baader Meinhof Komplex uvm.) aufspringen. Zusammen mit Regisseur Uli Edel (Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo) plant er die Autobiografie des 31 jährigen Bushido, dem deutsch-tunesischen Rapper und Songschreiber aus Berlin, zu verfilmen. Die Dreharbeiten sollen noch diesen Sommer beginnen. Der Film soll so radikal und provokativ werden wie Bushidos Musik.

Bushidos ehemaliges Berliner Plattenlabel Aggro Berlin, der Konkurrenten Sido und Fler, hat mittlerweile sein Aus verkündet. Es gab nicht genügend neue gute Talente um überleben zu können.

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