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DivX dringt durch Übernahme von MainConcept in den HDTV Bereich vor

Unter Profis gibt es normalerweise nur ein müdes Lächeln, wenn über DivX Kompression gesprochen wird. Zu stark ist die Komprimierung, um noch ein ansehnliches Bild auf großen Breitbild TVs wiederzugeben.

Nun erstaunt DivX die Fachpresse mit der Meldung, dass Sie den Codec Konkurrenten MainConcept übernehmen werden, um zukünftig ein einheitliches Format entwickeln zu können, dass auf jedem Endgerät gelesen werden kann.

MainConcept entwickelt und vertreibt eine große Auswahl an Audio- und Video-Technologie auf Basis von Industriestandards. Sein H.264-Codec alias MPEG-4 Part 10 oder AVC (Advanced Video Coding) findet sich auf jeder HD-DVD und Blu-ray Disc wieder und kommt außerdem beim hochauflösenden Satellitenfernsehen DVB-S2 und dem Handy-Fernsehen DVB-H zum Einsatz. Darüber hinaus wurde es wurde es bei DV-Camcordern zuerst von Panasonic eingesetzt. Im Gegensatz zu bisherigen Camcordern, die auf DV-Cassetten im MPEG-2 Format speicherten, sollten nun kleine SD-Karten für die Speicherung zum Einsatz kommen. Diese bieten allerdings deutlich weniger Kapazität als ein auf Bandmaterial basierendes System. Außerdem sind Speicherkarten in der Anschaffung noch viel teurer. Deshalb kam das neue AVCHD-Format mit MPEG-4 Codierung zum Einsatz, welches effektiver komprimiert und dadurch Speicherplatz spart. Inzwischen haben andere Hersteller nachgezogen; darunter sogar Erz-Konkurrent Sony, denn die Camcorder können kleiner und leichter werden und besitzen dank fehlendem Bandlaufwerk kaum noch bewegliche Verschleißteile. Ein weiterer Vorteil ist, dass im AVCHD-Format gespeicherte Filme mit dem neuen Ulead® VideoStudio® 11.5 Plus von COREL auf Standard-DVDs gebrannt werden können und damit auf Blu-Ray Disc™-Playern oder auf der Sony® PlayStation® 3 als HD-Videos abgespielt werden können.

Mit Hilfe der Videokompression lässt sich die Datenrate eines digitalisierten Videosignals beziehungsweise nach Speicherung des Platzbedarfes einer Videodatei, um ein Vielfaches verkleinern. Besonders bei Hackern war anfänglich DivX sehr beliebt, ließ sich der Video-Inhalt einer DVD doch so stark schrumpfen, dass zum Brennen die Speicherkapazität einer normalen CD Rom mit 750 MB ausreichte. Inzwischen gibt es DVD Brenner zum Preis von ehemals guten CD-Rom Brennern und neue Formate in HD-Qualität mit noch mehr Speicherkapazität stehen in den Startlöchern oder sinken bereits im Preis, so dass eine zu starke Kompression, die logischerweise zu schlechterer Qualität führt, kaum noch nötig ist.

Dennoch wird für neue Anwendungen z.B. dem Handy Fernsehen der Wunsch nach kleinen Dateien laut, denn auch die UMTS Geräte sind kaum in der Lage ruckelfreies Video zu empfangen. Im Bereich der DVD und den HD-Nachfolgeformaten standardisiert unter anderem die Moving Picture Experts Group (MPEG) Verfahren zur Videokodierung und Audiokodierung. Lizenznehmer sind alle großen Firmen. Bei der Kompression von Standbildern (Fotos etc.) wurde seinerzeit eine JPEG Bildcodierung festgelegt, die als einheitliches Dateiformat überall gelesen werden kann. Für Bewegtbilder wurden daraus leider mehrere inkompatible Motion-JPEG-Verfahren entwickelt, die zwar je nach Hersteller im Bereich der non-linearen Videoschnittsysteme angewandt wurden, jedoch nicht genormt waren. Während bei Motion-JPEG jedes Bild eines Filmes einzeln als Standbild komprimiert wird, können bei echter Videokompression auch direkt aufeinander folgende Bilder mit hoher Ähnlichkeit meist als zusätzliche Informationsreduzierung ausgenutzt werden.

Die Datenrate eines digitalisierten herkömmlichen Farbfernsehsignals inklusive Austastlücke liegt bei 216 Mbit/s (Megabit pro Sekunde); nach Weglassen der Austastlücke beträgt sie immer noch 166 Mbit/s. Mit dem MPEG-1 Standard erreichte man S-VCD Qualität. Mit dem MPEG-2 Standard DVD Qualität. Um die hohe Bildqualität einer HD-DVD oder Blu-Ray-Disc zu erreichen hatte Main Concept den MPEG-4 Standard entwickelt, der durch die Entfernung von irrelevanten und redundanten Informationen gleich bleibend gute Qualität bot. – DivX konnte mit solch guter Qualität bei einer Datenrate von nur etwa 1 Mbit/s bisher nicht aufwarten.

Durch die Übernahme von MainConcept gelangt DivX nun an Informationen und Lizenzen, die zu einem einheitlichen Standard für zukünftige Anwendungen führen könnten. Besonders im Bereich Video-On-Demand (VOD), wo schnelle kleine Downloadraten gewünscht sind, wir DivX vielleicht mehr Bedeutung erlangen, als bisher angenommen.



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