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BitTorrent Tauschbörse kooperiert mit Filmstudios

Warnhinweise sollen Kinopublikum vom Abfilmen abschrecken.



Seit geraumer Zeit wird bei fast jedem Kinobesuch ein Trailer abgepielt, der der noch einmal bewusst machen soll, keine illegalen Kopien des Filmes mit der Kamera oder per Handy aufzunehmen. Letzteres klingt sicherlich ein wenig absurd einen zwei Stunden Film auf dem Handy mitzuschneiden, da heutige Mobile-Fon Geräte nur über wenig Speicherkapazität und schlechte Bildauflösungen verfügen, aber man weiß ja nie was einem die Zukunft noch beschert. Auf der Nokia-Hausmesse in Amsterdam gab der Handyhersteller jetzt einen Einblick in seine Visionen der Mobiltelefonie für das Jahr 2010. Demnach sollen sich die Geräte in einigen Jahren als Multimediawunder mit bis zu 100 Gigabyte Speicherplatz präsentieren. Filme wird man auf hochauflösenden Displays oder über eingebaute kleine Projektoren sogar an der Wand geniessen können.

In diesem Zusammenhang müssen natürlich diverse Download Plattformen erwähnt werden, die dazu die Inhalte bereit stellen sollen. Jahrelang wurden die bösen Filesharing Netzwerke allerdings als mögliche Urheber der Verbreitung illegaler Musik- und Filmkopien regelrecht wie Verbrecher beschimpft und verklagt. Die Schwarzkopierer-Szene hatte Bittorrent auf Grund des als Open Source freigegebenen Protokolls zweckentfremdet. Auf Tauschbörsen wie eDonkey, eMule, Kazaa und wie sie alle noch heißen mögen, tummelten sich User relativ anonym bis die Strafverfolgung härter durchgriff.

Zuerst traf es Napster, zuletzt im Juli 2006 Kazaa, die nach einer Klage der Musikindustrie mehr als 100 Millionen Dollar Strafe zahlen mussten. Außerdem sollten sie, aus dem freien File-Sharing-System aussteigen. Allerdings durfte das Geschäftsmodell und der Name auf andere Weise weiterbenutzt werden, wenn sie den großen Musik- und Filmkonzernen - Universal Music Group, Sony BMG, Warner Music und EMI - in einem neuen Geschäftsmodell Tantiemen zahlen, um die Urheberrechte der Künstler besser zu schützen.

Nach einer Meldung vom 29.11.2006 auf www.silicon.de
wird mit BitTorrent www.bittorrent.com eine weitere umstrittene Tauschbörse seriös und legt den Nimbus als Killer legalen Filmehandels Stück für Stück ab. Nach einem Umstieg auf ein Abo-modell, ähnlich wie bei Napster, haben diverse Hardware-Hersteller mitgeteilt, dass sie nun auch die P2P-Technologie nutzen werden und somit die eigentlich rivalisierenden Lager plötzlich kooperieren wollen.

Der Sinneswandel bei den Filmstudios und TV-Stationen hat allerdings einen simplen Grund. Wegzuklagen sind die Filesharer nicht mehr. Dafür sind es zu viele. Und diese Masse macht man sich jetzt eben zu Nutze, um aktuelle Filme zeitgleich zum DVD-Start sowie populäre TV-Serien und eine Reihe von Klassikern zum Download anzubieten. Die Kunden sollen die Filme sowohl ausleihen als auch kaufen können.

Ab Februar 2007 könnte die Online-Plattform legale Hollywood-Spielfilme und TV-Sendungen anbieten. Unterstützung erhält BitTorrent von echten Studio-Dinos wie 20th Century Fox, Lionsgate, Paramount Pictures und Warner Brothers. Aus der TV-Landschaft steuern Sender wie MTV und Nickelodeon Filme und TV-Shows bei.

Attraktiv für den Industriezweig dürfte aber vor allem die von BitTorrent genutzte Technologie sein. Denn das Peer-to-Peer-Netzwerk überträgt selbst riesige Datenpakete wie Filme innerhalb von Minuten. In solchen Netzwerken tauschen Nutzer Daten direkt untereinander aus, und jeder Rechner fungiert damit zugleich als Server für andere Nutzer. Der große Unterschied zwischen dem BitTorrent-Netz und den meisten anderen Filesharing-Börsen besteht darin, dass es für jede Datei ein eigenes, temporäres Peer-to-Peer-Netz gibt. Nach Einschätzung von Analysten verursacht BitTorrent 40 Prozent des weltweiten Internetverkehrs und dies mit steigendem Erfolg.

Link: www.bittorrent.com


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