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57. Kurzfilmtage Oberhausen - Das Original

Zeitzeugen gesucht zum Oberhausener Manifest



1962 proklamierten 26 Filmemacher "Papas Kino ist tot" - ihr "Oberhausener Manifest" gilt als Geburtsstunde des "Jungen Deutschen Films". Im nächsten Jahr feiert das "Manifest" sein 50-jähriges Jubiläum. Dafür suchen die Oberhausener Kurzfilmtage schon jetzt Dokumente und Zeitzeugen.

Verfasst wurde die Erklärung von 26 jungen Filmkünstlern, die damals bereits eine große Zahl international erfolgreicher Kurzfilme gedreht hatten und überwiegend aus München und Berlin stammten. Zu den Rebellen, die mit ihrem damaligen Manifest Papas Kino in Deutschland für rundum tot erklärten gehörten u.a. Edgar Reitz, Haro Senft, Peter Schamoni, Alexander Kluge, Rob Houwer und Herbert Vesely. Das Oberhausener Manifest stellt auch die Geburtsstunde des Jungen Deutschen Films dar, der in den 1960er und 70er Jahren weltweit Triumphe feierte.

Für das Jubiläum bereiten die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen schon jetzt eine ganze Reihe von Aktivitäten, Veranstaltungen und Publikationen vor: dazu gehören ein Buch, eine DVD-Filmreihe und eine Website. Dafür suchen die Kurzfilmtage Zeitzeugen sowie Ton-, Schrift- und Bilddokumente jeglicher Art, die im engeren oder weiteren Zusammenhang des Oberhausener Manifests gefilmt, geknipst, aufgezeichnet und gesammelt wurden - während der Vorbereitungen, in Oberhausen oder danach.

Damit diese Dokumente zu neuem Leben erweckt werden können, bitten die Initiatoren des Projekts ebenso dringlich wie herzlich um Mithilfe. Der Kontakt für Rückfragen: ralph.eue@deutsche-kinemathek.de oder Tel. 030 787 043 00.

Versandadresse ist: Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, Grillostr. 34, 46045 Oberhausen. Mit der Bitte um deutliche Absenderangaben.

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Die 57. Kurzfilmtage Oberhausen 2011

In diesem Jahr beginnen die traditionellen Oberhausener Kurzfilmtage etwas später als sonst, nämlich erst am 5. Mai 2011 und werden bis zum 10. Mai 2011 wieder einer der großen internationalen Knotenpunkte der kurzen Form sein. Einzigartig durch die Bandbreite an Formen und Genres, die das Festival präsentiert und vor allem durch seine Aufmerksamkeit für Experimente. Jedes Jahr konkurrieren 60 bis 70 Beiträge im weltweit ältesten internationalen Kurzfilmwettbewerb, ausgewählt aus knapp 4.500 Arbeiten. Seit 2009 müssen die Beiträge in diesem Wettbewerb deutsche Festivalpremieren sein.

Das große Themenprogramm der Kurzfilmtage blickt diesmal auf das Tier und stellt das Filmfest ganz in den Fokus des Tierfilms. Als in Berlin der Eisbär Knut stirbt, ist die die öffentliche Anteilnahme beinahe so groß, wie die für die Opfer der Katastrophe in Japan. Zoos gehören seit mehr als 100 Jahren zu den beliebtesten Freizeiteinrichtungen der Welt - deren Ausbreitung in den Industrienationen übrigens genau mit der Entstehung des Kinos zusammenfiel. Tierfilme im Fernsehen haben unverändert Konjunktur. Was fasziniert die Menschen am Tier, warum reagieren wir mit derart starken Emotionen auf Nachrichten aus dem Tierreich - und wie dokumentieren wir unsere Faszination?

Es gibt eine tiefe, fast existentielle Verbindung zwischen dem Kino und den Tieren. Sie rührt nicht nur daher, dass am Ursprung der allerersten "Filme" - Eadweard Muybridges und Étienne-Jules Mareys seriellen Sequenzfotografien - die Frage stand, wie sich Tiere eigentlich bewegen.

Das Themenprogramm der Kurzfilmtage, "Das Kino der Tiere", geht dieser Verbindung nun mit rund 90 Tierfilmen aus über 100 Jahren Filmgeschichte nach. Einmalig ist die Zusammenarbeit der Kuratoren: Ein Biologe, Cord Riechelmann, und ein Filmemacher und Kurator, Marcel Schwierin, haben das Programm gemeinsam entwickelt. Wie wird im Film mit den Tieren umgegangen, wie werden sie dargestellt, was will der Film über das Tier sagen oder herausbekommen - und was bleibt zuletzt vom Tier übrig? Das sind die Fragen, die das Programm stellt, das eingeteilt ist in die großen Themenkreise, in denen Menschen und Tiere in Kontakt treten - Jagd, Zoo, Nutztiere, Spektakel mit Tieren, wissenschaftliche Experimente und andere. In elf Programmen haben die Kuratoren wissenschaftliche und künstlerische Filme zusammengestellt, die einen Eindruck vermitteln, wie Menschen auf Tiere blicken, wie auch der "neutrale" wissenschaftliche Blick von gesellschaftlichen Ideologien bestimmt wird und wie nicht zuletzt Künstler in ihren Filmen Erkenntnisse über das Verhältnis zwischen Mensch und Tier gewinnen können, die der Wissenschaft verschlossen bleiben.

Die ältesten Filme im Programm sind Étienne-Jules Mareys und Georges Demenÿs Studien OISEAU von 1892, der jüngste Romuald Karmakars ESEL MIT SCHNEE von 2010. Dazwischen finden sich Klassiker wie Władysław Starewiczs DIE RACHE DES KAMERAMANNS, 1911, ein bürgerliches Drama als Animation mit Insekten, Ulrich K.T. Schulz' DER HIRSCHKÄFER (1921), der allererste deutsche Kulturfilm überhaupt, oder ein Teil der legendären Serie CREATURE COMFORTS (1989) von Nick Park, der später durch seine Wallace & Gromit-Filme bekannt wurde. Das "Kino der Tiere" bringt Raritäten ans Licht wie Jürgen Böttchers TIERPARKFILM von 1968 über den Ostberliner Zoo, den Stummfilm SEINE HOHEIT AUF FASANENJAGD - BILDER VOM HOF DES GROSSHERZOGS VON MECKLENBURG-SCHWERIN, 1914, oder Hans Richters RENNSYMPHONIE von 1929, und kombiniert sie mit künstlerischen Arbeiten von Guy Ben-Ner, Yael Bartana, William Wegman, Peter Kubelka oder Joanna Rytel. Bernhard und Michael Grzimek sind ebenso dabei wie Heinz Sielmann; die sowjetischen Weltraumhunde VIERBEINIGE WELTRAUMFAHRER, 1959, ebenso wie Lenins Katze FOTOFILM, 1975, SEEEPFERDCHEN, 1933 oder die SCHWARZBÄUCHIGE FRUCHTFLIEGE #1, 2009. Dabei setzt das "Kino der Tiere" in allen Einzelprogrammen wissenschaftliche Filme und Arbeiten von Künstlern in Beziehung zueinander. Mit dem Programm haben sich die Kuratoren zwei Ziele gesetzt: Dem Tier im Film "seine Würde zurückzugeben", so Cord Riechelmann, und "dem romantisierenden Bild des Tiers im Film etwas entgegenzusetzen", so Marcel Schwierin.

34. Kinder- und Jugendkino

Unter dem Motto "gemeinsam weniger allein" laüft gleichzeitig auch das 34. Kinder und Jugendfilmprogramm der Oberhausener Kurzfimtage. Aus über 450 Filmen hat die Auswahlkommission 41 Arbeiten für den Kinder- und Jugendfilmwettbewerb der 57. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen ausgesucht. Die Filme aus 19 verschiedenen Ländern konkurrieren hier um Preisgelder in Höhe von 2.000 € und werden in Programmen für sieben verschiedene Altersstufen für Kinder und junge Leute zwischen 3 und 18 Jahren gezeigt. In diesem Jahr konzentrieren sich die Arbeiten vor allem auf die Kinder selbst und ihre Gefühle. Erwachsene kommen oft gar nicht vor oder rücken an den Rand des Geschehens.

Web: www.kurzfilmtage.de

Quellen: filmzeitung | regie.de | Kurzfilmtage


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