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Die Preisträger des 66. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg

Hauptpreis von Mannheim-Heidelberg für den besten Spielfilm geht an “See you in Texas” von Vito Palmieri / Italien.

Die Internationale Jury des 66. Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg - Claudia Landsberger, Christian Juhl Lemche und Clemens Klopfenstein - vergab gestern Abend, 18.11.2017, den Grand Newcomer Award Mannheim-Heidelberg - Hauptpreis von Mannheim-Heidelberg für den besten Spielfilm an:

“See you in Texas” von Vito Palmieri / Italien

Hier der Trailer:

Begründung der Jury:

Die Jury vergibt den Grand Newcomer Award Mannheim-Heidelberg an einen Film, der ein intimes und delikates Porträt eines jungen Farmerpaares zeichnet, zerrissen zwischen ihren Ambitionen und Träumen. Ein wunderschönes Beispiel für die Renaissance des Neo Realismus.

Das siebtälteste Filmfestival der Welt ist als „Newcomer-Festival“ darauf spezialisiert, jährlich neue Regietalente im Arthouse-Bereich zu entdecken und berühmt für seine hochkarätige Auswahl, die sich – unter dem Motto „Weniger ist Mehr“ – auf rund 50 Filme beschränkt, die allerdings echte Uraufführungen sein müssen. Die Newcomer aus Mannheim-Heidelberg bleiben meist nicht unbekannt und feiern nach einigen Jahren internationale Erfolge, so wie zum Beispiel Jim Jarmusch, Atom Egoyan, Wim Wenders, Thomas Vinterberg, Derek Cianfrance, Lou Ye, Hong Sang-soo, Rafi Pitts oder Guillaume Nicloux, die in Mannheim-Heidelberg als Anfänger ihre Weltkarriere begangen.

Allein die nachfolgend eingebundenen Trailer verdeutlichen schon ein wenig, was cineastische Filmkunst ausdrücken will. Trotz der großen Anerkennung in der Fachwelt ist Mannheim-Heidelberg zugleich immer ein echtes Publikumsfestival geblieben. Es ist damit eine einzigartige Plattform des kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Dialogs durch Filmkunst - und das seit mehr als 65 Jahren.

Das Festival wird unterstützt von den Städten Mannheim und Heidelberg, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, der Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH und den Unternehmen rnv - Rhein-Neckar-Verkehr GmbH und m:con - mannheim:congress GmbH.

Der Special Newcomer Award Mannheim-Heidelberg für den besten unkonventionell erzählten Spielfilm ging an:

“Wailings in the Forest” von Bagane Fiola / Philippinen

Hier der Trailer:

Begründung der Jury:

Einen klassischen ethnografischen Film überwindend, der das Publikum auf eine aufregende und außerordentliche Reise in die Geheimnisse des Volkes der Matigsalug auf den Philippinen mitnimmt und uns damit überrascht, dass das Leben im Dschungel gar nicht so unterschiedlich ist von unserem westlichen täglichen Lebensstil.

Der Special Achievement Award für eine außergewöhnliche Leistung ging an:

Sabit Kurmanbekov für „Returnee“ / Kasachstan

Auch die ökumenische Jury gab dem Film eine Special Mention.

Hier ein kurzer Teaser:

Begründung

Für eine visuell dramatische und emotional berührende Geschichte über eine Familie, die in ihr Heimatland zurückkehrt, über die Überwindung von kulturellen und religiösen Differenzen.

Begründung der ökomenischen Jury:

„Returnee“ ist eine kleine und zugleich paradigmatische Geschichte über die Bedeutung menschlicher Wurzeln und die Suche nach Heimat in Zeiten weltweiter Migration.

Lobende Erwähnung für bedeutende Leistungen in der Darstellung, Bildführung, Musik, Montage etc. ging an:

Alejandro Andújar – „The Watchman“ / Domenikanische Republik, Puerto Rico, Brasilien

Hier der Trailer:

Synopsis:

Der Wachmann Juan bewacht eine leer stehende Villa am Strand. Als der jugendliche Sohn des Hausbesitzers mit Freund und Freundin eintrifft, lassen diese sich von Juan bedienen. Aber ist Juan wirklich ihr Diener?

Begründung:

Die lobende Erwähnung erfolgte für die Darstellung der subtilen, hässlichen Kräftespiele der Macht, selbst in einem sonnigen Paradies.

Shady Srour – Bestes Drehbuch „Holy Air“ / Israel

Auch die Jury der Kinobetreiber empfiehlt diesen Film.

Hier der Trailer:

Begründung:

Eine brillante Satire, die die finanziellen Wirkungsweisen der Religion darstellt, vor dem Hintergrund eines alltäglichen Familiendramas.

Begründung der Kinobetreiber:

Wie weit darf man gehen, um Geld zu verdienen? In dieser geschliffenen und detailverliebten Komödie aus Israel kommt keine Religion richtig gut weg. Mit geistreichen Witzen und brillanter Kameraführung konnte uns dieser Film davon überzeugen, dass Marketing oft nur heiße Luft ist.

Zwei weitere Empfehlungen der Kinobetreiber gingen an:

„Origami“ – von Patrick Demers / Kanada

Hier der Trailer:

Begründung der Jury:

Kann man Geschehenes rückgängig machen und das Leben neu starten? In diesem Film scheint es erstaunlicherweise ganz leicht und gut zu gelingen! In dem intelligenten Thriller werden wie bei der Kunst des Papierfaltens unendlich viele Möglichkeiten die Zeit zu biegen geboten.

„While We Live“ – von Mehdi Avaz / Dänemark

Hier der Trailer:

Begründung der Jury:

Kann eine Familie ihrem Stiefsohn jemals verzeihen, wenn dieser an dem tödlichen Motorradunfall ihres leiblichen Sohnes beteiligt war? Hervorragende Schauspieler, überzeugende Dialoge und eine besondere tiefenpsychologische Erzählstruktur machen den Film zu einem Kinoereignis, das man so schnell nicht vergisst.

Cezmi Baskin – Bester Schauspieler in „Murtaza“ von Özgür Sevimli / Türkei

Hier der Trailer:

Synopsis:

Sabure und Murtaza sind ein Ehepaar, das in den Bergen von Malatya lebt und deren Kinder in Istanbul wohnen. Als Murtaza eines Tages bei seiner Tochter anruft und hört, dass diese schwer erkrankt ist, lässt er alles stehen und liegen und eilt zu ihr, nur um dort festzustellen, dass sie kurz vor seiner Ankunft gestorben ist. Um seiner Frau den Kummer zu ersparen, tut er so, als sei nichts geschehen und verheimlicht den Tod. Doch solch eine Lüge geht nicht auf Dauer gut …

Begründung:

Ein beeindruckendes Porträt einer gequälten Figur, mit der Last einer lebenslangen Sünde.

Der Internationale FIPRESCI Filmkritiker Preis ging an:

“Zer” von Kazim Öz / Türkei, Deutschland

Hier der Trailer:

Begründung der Jury:

Kazim Öz ist ein Filmemacher, der diesen Film nicht gemacht, sondern komponiert hat. Die Suche nach einem Lied führt einen jungen Musiker von New York in die Türkei und offenbart ihm die verheimlichten kurdischen Wurzeln seiner Familie und deren leidvolle Vergangenheit – und macht uns zu Zeugen des verheimlichten Leids einer Nation. Nachdem wir diesen Film voller Musik, Humor, Liebe und Poesie gesehen haben, wollen wir „Spaß Kazim“ sagen, aber da wir in Deutschland sind, sagen wir nur „Dankezer“.

Der Preis der Ökumenischen Jury ging an:

„Life Beyond Me“ – von Olivier Peyon / Frankreich, Uruguay

Hier der Trailer:

Begründung der Jury:

Wem gehört ein Kind? „Life Beyond Me“ fokussiert diese Frage in einer beeindruckenden emotionalen Darstellung. Der Film schildert den schmerzhaften Prozess, sich dieser Grundfrage zu stellen, und unterstreicht die zentrale Bedeutung von Wahrhaftigkeit. Die ethische Herausforderung ist dabei weit mehr als nur eine juristische Frage. Der Blick der Protagonisten öffnet sich schließlich für die Perspektive des Kindes und gilt seiner Würde - mit allen Konsequenzen für ihr eigenes Leben.

Auch der Publikumspreis Mannheim-Heidelberg ging ex aequo an:

„Life Beyond Me“ von Olivier Peyon / Frankreich, Uruguay

sowie an den bereits oben erwähnten Film

“Zer” von Kazim Öz / Türkei, Deutschland

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International Filmfestival Mannheim-Heidelberg

Link: www.iffmh.de

Quellen: Zoom Medienfabrik, Felix Neunzerling | Kino-Zeit | Vimeo | YouTube

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