Skip to content

»moving history – Festival des historischen Films« in Potsdam

Erstes Festival des historischen Films im Potsdamer Filmmuseum.

In den letzten Jahren gab es immer wieder Versuche neue Filmfestivals nach Potsdam zu holen. Bis auf das Studentenfilmfestival "sehsüchte" sind leider alle kläglich gescheitert. Sogar der recht erfolgreiche animago Award ist nach München abgewandert. 2014 hatte Volker Schlöndorff noch die Schirmherrschaft für das Potsdam international Film Festival in den Potsdamer Thalia Kinos am S-Bahnhof Babelsberg übernommen, wie wir am 5. Oktober 2014 schrieben. Durch seine damals einzigartige Ausrichtung als als "Spielfilm- und Serienfestival" hoffte man erfolgreich zu sein. Doch schon ein Jahr später gab es einen neuen Versuch mit der Serienale, die aber nicht mehr in Potsdam, sondern im Alexa in Berlin stattfand.

Nach der gründlichen Renovierung bzw. Brandschutzertüchtigung des Filmmuseums Potsdam ist auch das dortige Kino wieder zugänglich und hat seinen regulären Spielbetrieb mit einer bunten Mischung aus neueren und älteren Filmen längst wieder aufgenommen.

Vom 20. bis 24. September 2017 soll nun im Kino des Filmmuseums Potsdam zum ersten Mal das „moving history – Festival des historischen Films” stattfinden. Eine gute Wahl, der man nur Glück und Erfolg wünschen kann.

Dazu Festivalleiterin Dr. Ilka Brombach „Filme üben einen kaum zu überschätzenden Einfluss auf unsere Vorstellung von der Vergangenheit aus. Ob es sich um dokumentarische Aufnahmen oder um fiktionale Inszenierungen handelt, ob im Fokus bestimmte historische Epochen und Persönlichkeiten oder eher einzelne Ereignisse und Lebensabschnitte »normaler« Leute stehen: all diese Bilder und Töne mit ihren sinnlichen Details – den Gesichtern, Kostümen und der Ausstattung, all diese Erzählungen – vielstimmig, unterhaltend oder aufklärend, geben uns eine Idee davon, woher wir kommen und wer wir sind. Wir haben „moving history” gegründet, weil wir Filmen über historische Themen mit einem regelmäßigen Festival zu einer größeren Öffentlichkeit verhelfen möchten, und zwar über den Einzelfilm, das Tagesgeschäft und die Abgrenzung zwischen Kino und Fernsehen hinaus.”

Die erste Ausgabe des Festivals widmet sich der filmischen Wahrnehmung der RAF. Gezeigt werden fiktionale und dokumentarische Werke aus den vergangenen 50 Jahren und aktuelle Produktionen, die sich mit Aspekten der Entstehung des deutschen Linksterrorismus als auch deren Einflüssen, Wirkungen und Folgen befassen.

„Das thematische Programm von „moving history” 2017 zeigt eine Auswahl von Filmen, deren Bezugspunkt die Zeit vom 2. Juni 1967 bis zum Deutschen Herbst 1977 ist, audiovisuelle Dokumente, Dokumentationen und Fiktionalisierungen, die seit 1967 entstanden sind und noch immer entstehen. Sie sind Versuche der Verarbeitung und der Aufklärung genauso wie der Verklärung und des Voyeurismus. Die öffentliche Auseinandersetzung mit ihnen und über sie kann nicht nur zu einem besseren Verständnis der Ereignisse von damals, sondern auch der Verhältnisse von heute führen.” Chris Wahl, Vorstandsmitglied „moving history – Festival des historischen Films Potsdam e.V.”

Folgende Filme werden gezeigt:

DAS ABONNEMENT

1967 | Ali Limonadi | Spiel | 125 Min

Double Feature:

BRANDSTIFTER

1969 | Klaus Lemke | Spiel | 65 Min

DIE BLEIERNE ZEIT

1981 | Margarethe von Trotta | Spiel | 106 Min

Gast: Margarethe von Trotta | Moderation: Knut Elstermann

DEUTSCHLAND IM HERBST

1978 | Alf Brustellin, Hans Peter Cloos, u.a. | Dok+Spiel | 119 Min

Gast: Volker Schlöndorff | Moderation: Felix Moeller

FRITZ TEUFEL ODER WARUM HABEN SIE NICHT GESCHOSSEN?

1981 | Hans-Dieter Grabe | TV-Dok | 55 Min

Gast: Hans Dieter Grabe | Moderation: Ilka Brombach

IN DEN BESTEN JAHREN

2011 | Hartmut Schoen | TV-Spiel | 90 Min

Gast: Hartmut Schoen | Moderation: Sachiko Schmidt

DIE INNERE SICHERHEIT

2000 | Christian Petzold | Spiel | 106 Min

Education | Filmvermittlung: Stefanie Schlüter

KENNEN SIE GEORG LINKE?

1971 | Rolf Hädrich | TV Film | 80 Min

Einführung: Alexander Zöller

MORD AM MEER

2005 | Matti Geschonneck | TV-Spiel | 90 Min

Gast: Matti Geschonneck | Moderation: Knut Elstermann

Double Feature:

DER POLIZEISTAATSBESUCH –

Beobachtungen unter deutschen Gastgebern 1967

Roman Brodmann | TV-Dok. | 44 Min

RUHESTÖRUNG.

Ereignisse in Berlin 1967

1967 | Hans Dieter Müller, Günther Hörmann | Dok. | 86 Min

Gäste: Kay Hoffmann, Günther Hörmann | Moderation Christoph Classen

SCHLEYER – EINE DEUTSCHE GESCHICHTE

2003 | Lutz Hachmeister | Dok | 90 Min

Gast: Lutz Hachmeister | Moderation: Christoph Classen

STARBUCK HOLGER MEINS

2001 | Gerd Conradt | Dok | 92 Min

Gast: Gerd Conradt | Moderation: Claudia Lenssen

DIE STILLE NACH DEM SCHUSS

2000 | Volker Schlöndorff | Spiel | 95 Min

Gast: Wolfgang Kohlhaase | Moderation: Ursula von Keitz

TÄTOWIERUNG

1967 | Johannes Schaaf | Spiel | 86 Min

Gäste: Johannes Schaaf, Christof Wackernagel | Moderation: Felix Moeller

DIE TERRORISTEN!

1992 | Philip Gröning | Spiel | 93 Min

Gast: Philip Gröning | Moderation: Chris Wahl

WER WENN NICHT WIR

2011 | Andres Veiel | Spiel | 125 Min

Gast: Andres Veiel | Moderation: Claudia Lenssen

DIE WILDEN TIERE – ROTE KNASTWOCHE

1969/70 | Katrin Seybold, Gerd Conradt | Dok | 40 Min

Filmerklärung: Gerd Conradt | Moderation: Chris Wahl

DAS WOCHENENDE

2012 | Nina Grosse | Spiel | 98 Min

Gast: Nina Grosse | Moderation: Claudia Lenssen

Das Programm mit allen Zeiten und weitere Informationen finden Sie auf der Website des Festivals.

Margarethe von Trotta ist Schirmherrin des Festivals.

Die Autorin und Regisseurin Margarethe von Trotta steht dem Festival als Schirmherrin beratend zur Seite. Unter dem Titel „Von Hildegard von Bingen bis Hannah Arendt - Historische Frauenfiguren im Film“ hält Margarethe von Trotta im Rahmen des Festivals am Donnerstag, 21.09.2017 von 10.00-13.30 Uhr eine Master Class im Großen Kinosaal der Filmuniversität KONRAD WOLF in Babelsberg (Marlene-Dietrich-Allee 11, 14482 Potsdam). Eintritt frei!

Themen sind Geschichte im Film im Allgemeinen und Margarethe von Trottas Annäherung an historische Frauenfiguren von Hildegard von Bingen über Rosa Luxemburg bis zu Hannah Arendt. Anhand ausgewählter Filmausschnitte beschreibt die Regisseurin ihren Ansatz, historische und biografische Stoffe filmisch zu bearbeiten.

Margarethe von Trotta: „Obwohl ich meine Figuren vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte agieren lasse, habe ich mich nie allein nach der Thematik entschieden, und auch nicht, weil ich mir eine bestimmte Epoche ausgesucht habe, sondern danach, ob mich eine Person und ihr Schicksal angeregt und gefesselt hat“.

Verleihung der »CLIO« zur Eröffnung.

Im Rahmen der feierlichen Eröffnung der ersten Ausgabe des „moving history – Festivals für den historischen Film” wird am 20. September 2017 erstmals die »CLIO« für den besten Film zu einem historischen Thema verliehen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird vom Filmpark Babelsberg gestiftet. Clio ist in der griechischen Mythologie die Muse der Geschichtsschreibung.

Prämiert werden Filme, die sich auf besondere Weise mit einem historischen Thema befassen. Werke deren fiktionale Filmhandlung in der Vergangenheit angesiedelt ist, oder auch in der Gegenwart spielt, jedoch gesellschaftliche Probleme einer weiteren Vergangenheit verhandelt. Außerdem Filme deren geschichtlicher Stoff mit dokumentarischen bzw. essayistischen Mitteln erschlossen wird.

Weiter werden Werke berücksichtigt, die sich einer bislang vernachlässigten oder heiklen Materie widmen bzw. ein bekanntes Thema auf innovative Art behandeln, indem sie die Möglichkeiten und Grenzen von Geschichtsrepräsentation mit audiovisuellen Mitteln reflektieren und ausloten und ihren Gegenstand in einem stimmigen narrativen und ästhetischen Gesamtkonzept präsentieren.

In die Clio Auswahl 2017 kamen Filme, die ihren Kinostart zwischen dem 02.06.2016 und dem 01.06.2017 hatten.

Hier die nominierten Filme für die Clio 2017:

"Beuys" von Andres Veiel

"Die Blumen von gestern" von Chris Kraus *Winner

"Ein deutsches Leben" von Christian Krönes, Olaf Müller, Roland Schrotthofer, Florian Weigensamer

"In Zeiten des abnehmenden Lichts" von Matti Geschonneck

"Nebel im August" von Kai Wessel

"Vor der Morgenröte – Stefan Zweig in Amerika" von Maria Schrader

Unter den nominierten Filmen hat Chris Kraus das große Los gezogen. Der Film war erstmals bei den 50. Hofer Filmtagen 2016 unter großem Applaus gezeigt worden, spaltete aber dennoch die Fraktion der Filmkritiker beträchtlich. Hier der Trailer:

-------------------------

Veranstalter:

Kunst- und Kreativhaus Rechenzentrum

Dortustr. 46

14467 Potsdam

Link: www.moving-history.de

Quelle: Karin Kleibel PR

  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Print this article!
  • E-mail this story to a friend!

Anzeige