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Auf der Flucht: Lang- & Kurzfilme im März/April 2016

Die Monate März und April stehen ganz im Zeichen von Flüchtlingsthemen: Kurzfilme von Interfilm, der lange Spielfilm "BABAI", die Doku "GESTRANDET" und das Jugendfilmprojekt "I AM HERE" von Migranten. (Korrektur)



Shorts Attack! - Auf der Flucht.
Das Shorts Attack Programm im März 2016 widmet sich der aktuellen Flüchtlingsdebatte. Die sechs Filme der 169. Ausgabe im Vertrieb von Interfilm Berlin sind nah dran an Gründen, sein Land zu verlassen, sie dokumentieren das Wagnis der Flucht und begleiten Flüchtlinge im Ankunftsland. Gezeigt werden die Werke im Kino des Berliner Kunstvereins ACUD am 9. März 2016 um 21:00 Uhr in der Veteranenstraße 21 in 10119 Berlin. Shorts Attack tourt außerdem mit diesem Programm vom 01.-31. März 2016 durch 11 weitere Städte. Genaue Termine und Filmbeschreibungen finden Sie dazu auf der Homepage des Veranstalters.



Terror und Aufbruch: „Miniyamba“ folgt in animierter Poesie einem Flüchtling durch die Wüste. Sein Ziel ist das Mittelmeer. Bei „The right Path“ wird die Flucht zum Thriller, denn der IS steht vor der Tür. Derweil versuchen in „Ali and the ball“ ein Kind und seine Mutter in einem Flüchtlichscamp durchzukommen. „Rachel´s Story“ erzählt von den Traumata des Abgeschobenwerdens, „Aurora Borealis“ folgt einem Mädchen in den irritierenden Nachthimmel Norwegens, und „France that gets up early“ zelebriert das Thema in einem schmissigen Musical.

Darüber hinaus bringt INTERFILM in Kooperation mit Shorts.TV die Oscar®-nominierten Kurzfilme 2016 mit deutschen Untertiteln am 14. März 2016 um 16:30 Uhr in der URANIA Berlin nochmals auf die Berliner Leinwand. Das Programm "LIVE ACTION" war von uns bereits am 19. Februar 2016 ausführlich angekündigt worden und Ende Februar an mehreren Tagen im Berliner Lichtblick Kino zu sehen gewesen.

Links: www.shortsattack.com | www.interfilm.de

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"BABAI" - Spielfilm (OmU)
Für alle Cineasten möchten wir auf einen ganz besonderen Spielfilm hinweisen, der am 10. März 2016 in den deutschen Kinos endlich offiziell startet. Die deutsch-französisch-mazedonische Koproduktion "BABAI" von Visar Morina hatte beim Filmfest München 2015 in der Sektion „Neues Deutsches Kino“ gleich drei der vier Förderpreise abgeräumt: für die Regie, für das Drehbuch und für die Darsteller des zentralen Vater-Sohn-Gespanns.

In Berlin war das beachtenswerte Flüchtlingsdrama bisher nur ein einziges Mal im November beim Festival »14 Films around the World« zu sehen gewesen. Es konkurrierte dort u.a. mit dem Vertreibungsdrama "The Move" von Marat Saralu aus Kirgisien, das zeitgleich in einem anderen Saal des Kinos in der Kulturbrauerei gezeigt wurde. Nun endlich wird der Film, der auch für die OSCARS nominiert war, gleich in mehreren Kinos in Berlin und in vielen anderen Städten gezeigt. Die aktuellen Termine können beim Verleih Missing Films eingesehen werden.

Bei den US-Filmkritikern von »Variety« oder »The Hollywood Reporter« ist das Flüchtlingsdrama um den zehnjährige Protagonisten Babai zwar weniger gut angekommen, aber das ferne Europa mit seinen unhaltbaren Zuständen in den Flüchtlingslagern dürfte den Amerikanern fast so fremd sein, wie das Leben auf dem Mars. Die Schauspielerleistungen mögen anfänglich tatsächlich scheinbar weniger überragend sein, doch sie vermitteln eine naive Unschuld, dass man im Laufe der Handlung geneigt ist, einer wahren Dokumentation zu folgen und nicht einem inszenierten Spielfilm. Hier der Trailer:



Im Fall von „Babai“ fallen Qualität und Relevanz so perfekt zusammen wie selten in vergleichbaren Werken. Zwar ist der Handlungshintergrund der Migrantengeschichte, in den 90er Jahren des Kosovo-Krieges angesiedelt, doch dank narrativer Reduktion und perfektem Stilgefühl hochaktuell: Ein kleiner Junge wird von seinem zur Flucht entschlossenem Vater zurückgelassen und setzt alles daran, ihm nach Deutschland zu folgen. Er verkriecht sich u.a. unerkannt im Kofferraum von Aussiedlern und erreicht das ersehnte Ziel unter vielen Strapazen, aber auch Dank seines jungen Alters und unter Mithilfe gütiger Personen. Erst im Aufnahmelager wird die Situation brenzlig, denn die Security verlangt einen Pass, den der Kleine natürlich nicht vorweisen kann. Themen wie die Flucht über tausende Kilometer oder der Umgang mit Flüchtlingen in Europa könnten kaum aktueller sein. Zugleich ist all das die Kulisse für eine mitreißende Vater-Sohn-Geschichte.

In Berlin ab 10.03.2016 im fsk, Hackesche Höfe, Kino Krokodil, Lichtblick

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"I AM HERE" – Dokumentarfilm (Korrektur-Update)
I am here“ heißt der Film, den junge sogenannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Medienhof Wedding in der Prinzenallee 25-26 im letzten Jahr gedreht und produziert haben. Der Streifen feierte am 3. November 2015 im City Kino Wedding im Centre Francais in der Müllerstraße 74 Premiere und wird jetzt aktuell am Dienstag, den 15. März 2016 um 15:30 Uhr als Sondervorführung für Pressevertreter nochmals im fsk Kino im Segitzdamm 2 am Oranienplatz in 10969 Berlin-Kreuzberg gezeigt. Der ursprünglich genannte Termin im Filmrauschpalast entfällt.

Um Anmeldung wird gebeten unter: filmworkshopwedding@gmail.com

Acht Jugendliche erzählen ihre Geschichte des Ankommens in Deutschland. Sie erzählen, warum sie gekommen sind und wie ihre Flucht oder Reise war, von Krieg und Perspektivlosigkeit, aber auch von der Suche nach neuen Möglichkeiten. Sie kommen aus Syrien, Afghanistan, Guinea und Armenien, ihre Gründe der Flucht oder ihrer Reise nach Deutschland sind vielfältig und reichen von Krieg bis hin zu beruflichen Perspektiven.

In einem siebenmonatigen Filmworkshop haben sie gelernt, eigenständig ihre Geschichten zu entwickeln und umzusetzen. Sie verweben ihre unterschiedlichen Migrationsgeschichten zu einem Dokumentarfilm, der die Schwierigkeiten und Herausforderungen abbildet, aber auch von ihren Wünschen, Träumen und Plänen berichtet. Die Jugendlichen haben von der Themenwahl bis zum Schnitt sämtliche Entscheidungsprozesse getragen und haben in unterschiedlichen Rollen den Dreh geleitet, Kamera und Ton gemacht, Interviews geführt und Zeichnungen animiert. Dabei wurden sie unterstützt von professionellen Filmleuten.

Die acht Jugendlichen aus Syrien, Afghanistan, Guinea und Armenien begleiten den Film nun mit Gesprächen an Schulen, Bildungseinrichtungen oder Jugend- und Kieztreffs. Dabei entwickelt sich häufig ein anregender Austausch für alle Beteiligten, der zur Integrationsbereitschaft aller Seiten und zur gegenseitigen Toleranz beiträgt.

Ankommen in Deutschland“ ist ein „Movies in Motion“-Projekt des BJF e.V. im Rahmen des BMBF-Programmes „Kultur macht stark“ gemeinsam umgesetzt mit Waidak Media e.V., Medienhof Wedding/ RAA Berlin e.V. und dem Pankehaus.

Link: www.facebook.com/Filmworkshop-Ankommen-in-Deutschland-1638040756415673/

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"GESTRANDET" - Dokumentarfilm (37. Filmfestival Max Ophüls Preis 2016)
Am 7. April 2016 folgt ein weiterer Flüchtlingsfilm in unseren Kinos, der in Saarbrücken mit dem Max Ophüls Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet wurde. Lisei Caspers begann ihre Doku "GESTRANDET" bereits 2014 zu drehen, weshalb ihr Werk in der Aktualität von der derzeitigen Flüchtlingswelle quasi überrollt wurde. Der Film beschreibt fünf schwarze Migranten aus dem afrikanischen Eritrea, die vor der Willkür der dort herrschenden Diktatur geflohen sind. Auf ihrem durch die Wüste sind die Meisten von Ihnen gestorben. Nur eine Handvoll haben es bis zu einem deutschen 1500-Seelen-Dorf in Ostfrielsland geschafft. Dort werden sie von der Gemeinde zwar anfänglich als gute 1-Euro-Jobber gelobt, doch mit der Sprachverständigung hapert es vor allem bei einem Taubstummen, dem man schwerlich die deutsche Sprache beibringen kann und die Integration scheitert ebenfalls, als kein angemessener Lohn gezahlt wird.

Zum Schluss des Filmes wird allen klar, dass diese Schwierigkeiten erst der Anfang von noch größeren Problemen sind, als bekannt wird, das weitere 100 Flüchtlinge aus Syrien in dem kleinen Dorf erwartet werden.

Quellen: rische pr | Doris Bandhold Filmpromotion | interfilm | Berliner Woche

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