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Russische Filmtage in Münster und Düsseldorf


Russische Filmtage 2016 - ab 28. Februar 2016 in Münster
und vom 4. bis 29. Mai 2016 in Düsseldorf.

Gestern schrieben wir, dass das in Berlin gegründete ZEBRA Poetry Film Festival in die beliebte Universitätsstadt Münster abwandert. Die Stadt gleicht einem riesigen Campus. Jeder siebte Münsteraner studiert oder arbeitet an einer Hochschule und die vielen wissenschaftlichen Einrichtungen verleihen der Stadt ihren Charme. Kein Wunder, wenn von der Filmwerkstatt Münster nicht nur filmpolitische Impulse ausgehen, sondern man bemüht ist, sich auch mit Filmfestivals zu profilieren. Der Großteil der akademischen Einwohner, der sicherlich mehr an Arthouse Filmkunst, als an Hollywood Blockbustern oder anderem Klamauk interessiert sein dürfte, wird es danken.

Am 28. Februar 2016 eröffnen im Schloßtheater Münster die diesjährigen Russischen Filmtage in NRW. Mit einer handverlesenen Auswahl russischer Autorenfilme geben der filmclub münster, die Deutsch-Russische Gesellschaft Münster und das Filmmuseum Düsseldorf einen Einblick in aktuelle künstlerische und gesellschaftliche Diskurse.

In Münster findet dieses beliebte kulturelle Ereignis, das bis zum 20. März 2016 läuft, bereits zum achten Mal statt. Die Black Box, das Kino des Filmmuseums in Düsseldorf, ist vom 4. bis 29. Mai 2016 nun schon zu dritten Mal dabei. Dabei reicht das Spektrum vom unbequemen Dokumentarfilm über poetische Zeitstudien bis hin zur temporeichen Komödie. Alle Filme waren zuvor auf den großen Filmfestivals in Venedig, Rom, Berlin und Rotterdam zu sehen. Die Russischen Filmtage zeigen sie im russischen Original mit deutschen Untertiteln. Publikumsgespräche mit den Filmschaffenden begleiten das Programm.

Eröffnet werden die Russischen Filmtage mit „Die weißen Nächte des Postboten Alexej Trjapizyn“, der 2014 im offiziellen Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Venedig zu sehen war. Hier der Trailer:



Vor grandioser Naturkulisse erzählt der aus Hollywood bekannte Regisseur Andrej Kontschalowskij („Runaway Train“) die Geschichte des Postboten Ljoscha und seiner Dorfnachbarn. Ausschließlich mit Laiendarstellern aus der Region gedreht, schildert der Film die fragile Welt der kleinen Leute in poetischen Bildern. Somit nähern sich die Russischen Filmtage in NRW gerade in Zeiten schwieriger politischer Beziehungen viel behutsamer dem Filmland Russland, als die 11. Russische Filmwoche im November letzten Jahres in Berlin mit der düsteren Kriegsgeschichte „SCHLACHT UM SEWASTOPOL“ von Sergej Mokritzkij eröffnete. Offensichtlich war man im letzten November gar nicht an hoher Filmkunst interessiert, sondern wollte das patriotische Aufbegehren Moskaus, das mit der Krimeroberung begann und sich im Kampf um die Ostukraine fortsetzte, auch auf der Leinwand als Stärke oder sogar als Warnung vor der russischen Militärmacht präsentieren. Wir hoffen, dass man sich in diesem Jahr auf bessere Zeiten zurückbesinnt und wieder an die Tradition guter alter russischer Filmkunst anknüpft.

Weiter geht es vom Dorf in die Hochhausvorstadt: Mit Andrej Sajzews „14+“ präsentieren die Russischen Filmtage ein turbulentes Liebesdrama für Jugendliche und Erwachsene. Romeo und Julia in Zeiten der sozialen Medien – in diesem Fall mit Happy End. Hier der Trailer auf Vimeo:



Gleich drei Filme im Programm blicken auf die russische Geschichte: So nimmt Sergej Loznitsas Dokumentarfilm „Das Ereignis. August 1991“ einen historischen Wendepunkt neu ins Visier. Wer waren die wirklichen Gewinner des gescheiterten Putschversuchs gegen Gorbatschow? Bereits 2015 war der vielfach preisgekrönte Regisseur mit seinen Film „Maidan“ bei den Russischen Filmtagen zu Gast.

Mitten in die politische Tauwetterperiode der 1970er Jahre versetzt Michail Segals “Film über Aleksejew“ seine Zuschauer. Mit feiner Ironie erzählt er von einer Künstlerexistenz zwischen Versuch und Scheitern, Widerstand und Anpassung.

Ein dunkles Kapitel der Geschichte setzt Alexej Fedortschenko in Szene. „Engel der Revolution“ thematisiert die Zwangsbekehrung der sibirischen Völker zum Kommunismus in einer abgründigen Komödie. Hier der Trailer:



Den krönenden Abschluss der Russischen Filmtage bildet eine Hommage an den im November 2015 verstorbenen Regisseur Eldar Rjasanow. Angeblich kennen fast alle Russen seine satirische Komödie „Autoaffären“ aus dem Jahr 1966 auswendig – Grund genug, die Geschichte um den gewitzten Autoknacker Juri auf der großen Leinwand zu zeigen.

Das komplette Programm finden Sie unter: www.russische-filmtage-nrw.de.

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