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Kunstaktion von Ai Weiwei zur Cinema for Peace Gala

Preisverleihung stand ganz im Zeichen von Flüchtlingsnot und Folteropfer.



Allabendlich wurde bei den 66. Internationalen Filmfestspielen Berlin im Berlinale Palast auf die Flüchtlingsnot hingewiesen. Dem Festivaldirektor Dieter Kosslick war es ein Anliegen gewesen darauf aufmerksam zu machen, indem er Spendenboxen hat aufstellen lassen. Insgesamt wurden rund 25.000 Euro für Flüchtlinge gespendet wie die Organisatoren des Beratungszentrums für Folteropfer mitteilten. Somit ging auch der Goldene Bär am 20.02.2016 nicht von ungefähr an die italienische Flüchtlingsdoku "Fuocoammare - Fire at Sea" von Gianfranco Rosi, sondern war auch eine politische Entscheidung für einen durchaus beachtenswerten Dokumentarfilm.

Angesichts der zahlreichen Preise, die auf der Berlinale vergeben worden waren, ging in unserer Berichterstattung die »Cinema for Peace Gala«, die am 15.02.2016 im Schauspielhaus am Gendarmenmarkt ebenfalls im Zeichen der Flüchtlingskrise stattfand, ein wenig unter. Wir hatten zwar schon im Dezember darauf hingewiesen, dass zum 15. Jubiläum der Preisverleihung der »Cinema for Peace Awards« der chinesische Künstler und Filmemacher Ai Weiwei als Jury-Präsident die Vergabe des wertvollsten Films des Jahres für humanitäre und gesellschaftliche Bedeutung leiten wird. Dass der Künstler, der zurzeit an der UDK in Berlin als Gast-Professor ein Lehramt bekleidet, zudem im Umfeld der Berlinale direkt am Berliner Konzerthaus eine Installation aus unzähligen Rettungswesten und einem Rettungsboot für Flüchtlinge von der griechischen Insel Lesbos aufbauen lies, wurde aber erst kurzfristig deutlich.

Erstmals wurde eine Filmauswahl präsentiert, die sich ausschließlich mit dem Schicksal von Asylsuchenden beschäftigte. Zum ersten Mal wurde auch der "Cinema for Peace Refugee Film Award" vergeben, der an die Produktion "A Syrian Love Story" des britischen Regisseur Sean Mc Allister ging. Erzählt wird die Geschichte einer syrischen Familie in Zeiten des arabischen Frühlings.

Auch in mehreren anderen Kategorien wurden Auszeichnungen verliehen: Der "Nelson Mandela Award für den wertvollsten Film des Jahres" ging an die NETFLIX-Produktion "Beasts of No Nation" der Produzenten Tony Tagoe und Daniel Dhama aus Ghana. Hier der Trailer:



Der Film handelt von dem Jungen Agu, der in einem westafrikanischen Bürgerkriegsland zwischen die Fronten gerät und zum Kindersoldaten ausgebildet wird. Der Film war bereits für den Golden Globe nominiert und gilt als eine der ersten Produktionen, die zeitgleich in einigen Kinos und auf dem Streamingportal Netflix veröffentlicht wurde. In Berlin wurde die Auszeichnung von Hollywoodstar Charlize Theron und dem Filmemacher und Enkel des früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela, Kweku Mandela, überreicht.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Fremdenfeindlichkeit in Deutschland erhielt der Film "Der Staat gegen Fritz Bauer" mit Hauptdarsteller Burkhart Klaußner den "Cinema for Peace Special Award". Der Film zeigt, wie man versucht hatte, den Leiter der KZ-Deportationen von Millionen von Juden, Adolf Eichmann, entkommen zu lassen und wie der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer diesen in geheimer Mission mit dem israelischen Geheimdienst dennoch verhaften konnte und dabei seine Karriere riskierte.

Der "International Green Film Award" ehrt Filme, die sich mit drängenden Umweltthemen befassen. Er ging an den Dokumentarfilm "Racing Extinction" des Produzenten Fisher Stevens, der im Geheimen arbeitenden Aktivisten folgt, die versuchen, auf von Menschen verursachte Umweltkatastrophen aufmerksam zu machen. Mit dem "Justice Award" wurde "Watchers in the Sky" von Produzent Kerry Propper geehrt, ein Dokumentarfilm über den polnischen Juristen und Friedensforscher Raphael Lemkin, der den Begriff "Völkermord" prägte. Lemkin trat dafür ein, durch internationale Gesetze Genozide zu verhindern.

Links: www.cinemaforpeace.com | www.cinemaforpeace-foundation.com
Quellen: epd | Redcarpet Reports

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