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Festival Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken 2016

Künstlerische Leiterin, Gabriella Bandel, nimmt Abschied vom Max Ophüls Preis.



Nach mehr als 17-jähriger Tätigkeit für das Filmfestival in Saarbrücken gibt die künstlerische Leiterin Gabriella Bandel mit der diesjährigen 37. Ausgabe ihren Abschied.

Von 2007 bis 2014 hatte sie gemeinsam mit Philipp Bräuer und zuletzt sogar die alleinige künstlerische Leitung inne. Unter ihrer Leitung ist der Max Ophüls Preis, der vom 18. bis 24. Januar 2016 die Filmfestivalsaison für Nachwuchsfilmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eröffnet, zudem ein ernstzunehmender Konkurrent für die Hofer Filmtage von Heinz Badewitz geworden und hat sich außerordentlich erfolgreich in der Film- und Festival-Landschaft etabliert. Seit 2008 sind die Zuschauerzahlen um mehr als 10.000 und die Zahl der akkreditierten Fachbesucher auf inzwischen mehr als Tausend gewachsen.

Gabriella Bandel: „Das Festival liegt mir seit vielen Jahren am Herzen. Ich bin glücklich, dass der Max Ophüls Preis wieder auf so starken Füßen steht und hoffe, dass das Festival seinen Platz in der Branche weiter behaupten kann. Ein guter Zeitpunkt, mich neuen Aufgaben zu widmen.“

Festival Geschäftsführer Thomas Brück ergänzte: „Wir haben uns einvernehmlich dazu entschieden, die erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem kommenden Festival zum Abschluss zu bringen. Der Zeitpunkt der Entscheidung bringt frühzeitig Klarheit. Er ermöglicht uns, für Gabriella Bandel eine Nachfolge zu finden, der es gelingt, ab 2017 die positive Entwicklung des Festivals mit eigener Handschrift fortzuführen.“

Einst waren die Hofer Filmtage Wegbereiter des jungen deutschen Films auf denen Weltpremieren und Erstlingswerke der Filmhochschulen lange Zeit auftrumpfen konnten. Nun werden in Saarbücken schon zu Anfang des Jahres deutsche Weltpremieren gezeigt, die erst danach auf zahlreichen anderen Festivals nachgespielt werden dürfen. Auch die Filmstadt Berlin hatte mit ihrem relativ jungen Achtung Berlin - new berlin film award bisher noch das Nachsehen und kann zu ihrem Festival im April die Erstlingsproduktionen aus der Hauptstadtregion dem eigenen Publikum meist nur als Berlin-Premiere und nicht als Uraufführung präsentieren.

Hof dagegen hat dennoch ein Alleinstellungsmerkmal, da die Hofer Filmtage erst im Herbst stattfinden und bis dahin im Laufe des Jahres etlichen neue Produktionen aus Deutschland entstehen können. Eines aber bleibt ungewiss in Hof. Festivalleiter Heinz Badewitz ist der dienstältester Filmfestivalleiter Deutschlands und wahrscheinlich sogar der ganzen Filmfestival Welt. Ein Nachfolger ist aber bisher nicht in Sicht und offensichtlich auch nicht aufgebaut worden. Somit dürfte der Wettbewerb um das führende Festival der Newcomers bald in die nächste Runde gehen, zumal auch das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg, eines der ältesten Filmfestivals auf der Welt, ebenfalls in dieser Runde weiterhin mitspielen wird. Heute weltberühmte Regisseure wie Francois Truffaut, Wim Wenders, Rainer Werner Fassbinder oder Lars von Trier erhielten dort ihre erste Chance.

Maria Schrader ist Ehrengast beim Ophüls-Fest.
Die Schauspielerin und Filmemacherin Maria Schrader ist Ehrengast beim diesjährigen Max-Ophüls-Festival. Während der Filmwoche werde eine Auswahl ihrer Filme in den Saarbrücker Kinos gezeigt, darunter das Liebesdrama "Aimee & Jaguar" von Max Färberböck. Die 50-Jährige habe Film und Theater "einige der bemerkenswertesten Frauenfiguren" geschenkt, heißt es von Seiten des Festivals. 1992 war Schrader beim Max-Ophüls-Festival für ihre Rolle in Dani Levys Tragikomödie "I was on Mars" als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet worden.

Maria Furtwängler ist Star des Eröffnungsfilms.
In diesem Jahr eröffnet der Film "DAS WETTER IN GESCHLOSSENEN RÄUMEN" das Filmfestival Max Ophüls Preis. In Anwesenheit der Regisseurin Isabelle Stever, der Schauspieler Maria Furtwängler und Mehmet Sözer sowie des Produzenten Ingmar Trost wird die 37. Ausgabe am 18. Januar 2016 im Saarbrücker CineStar eröffnet. Im Anschluss an das Festival gehen Furtwängler und Stever noch auf Kinotour in Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Hannover und München. Movienet wird den Film am 28. Januar 2016 in die Kinos bringen. Hier der Trailer:



Inhalt:
In einem von Panzern umstellten Luxushotel im arabischen Krisengebiet wartet die deutsche Entwicklungshelferin Dorothea (Maria Furtwängler) auf das Ende des Krieges im Nachbarland. Sie organisiert dort ein Hilfsprojekt, bei dem Stipendien für Flüchtlingsmädchen vergeben werden. Dafür muss sie die nötigen Spenden sammeln: mit Charity-Empfängen und Gala-Diners, auf denen sie die Botschafter der reichen Länder bei Laune hält. Dorothea ist gut in ihrem Job – auch dank ihres Alkoholkonsums, mit dem sie ihre Partytauglichkeit aufrechterhält. Doch mit der Zeit vermischt sich mehr und mehr Berufliches mit Privatem und Dorothea verliert langsam die Kontrolle.

Insgesamt laufen 164 Filme in diesem Jahr in den Saarbrücker Wettbewerben und Reihen. Von den 16 Wettbewerbsfilmen wurden zwölf Filme in Deutschland produziert, einer jeweils in der Schweiz, Österreich, Luxemburg und den USA. Starke Genre-Momente, vielschichtige Reflexionen über Identität, Entfremdung und Abgrenzung, visuell aufregendes Kino sowie eine bemerkenswerte Reihe vielseitiger Frauenfiguren: Das junge deutschsprachige Kino zeigt Lust auf mutige Geschichten und große Bilder.

Aus Österreich kommt ein Jugenddrama, das seine Weltpremiere auf dem Internationalen Filmfestival San Sebastián erlebte. Vor einigen Jahren erschoss die Polizei in Krems einen von zwei jugendlichen Einbrechern in einen Supermarkt. Inspiriert von diesem wahren Fall greift Stephan Richters Film "EINER VON UNS" das Lebensgefühl der Jugendlichen auf, das von Langeweile und ohnmächtiger Rebellion geprägt ist. Sie geraten damit in Konflikt zum perspektivlosen Stillstand, der die Welt der Erwachsenen prägt. Hier der Trailer:



Inhalt:
Der 14-jährige Julian fängt an, gegen den allgegenwärtigen Stillstand zu rebellieren. Zusammen mit seinem Kumpel Marko, der gerade aus dem Jugendgefängnis entlassen wurde, bricht er eines Nachts im pubertären Übermut in den Supermarkt ein – ein kurzer Moment der Freiheit, der jedoch wenig später tragisch endet.

Jugenddramen neben beim Max-Ophüls-Preis einen breiten Raum ein. Im letzten Jahr gewann "CHRIEG", das Schweizer Filmdrama des Nachwuchsregisseurs Simon Jaquemet den Hauptpreis des Festivals. In eine ganz andere Richtung geht diesmal "OFFLINE - Das Leben ist (k)ein Bonuslevel" von Florian Schnell. Dennoch lässt der Titel erahnen, dass auch in diesem Film ein Jugendproblem die Hauptrolle spielt. Hier der Teaser:



Inhalt:
Der schüchterne Jan (Moritz Jahn) verbringt die meiste Zeit des Tages im Internet. Als wagemutiger Krieger Fenris kämpft er sich als einer der Besten durch das Computerspiel „Schlacht um Utgard“. Doch ausgerechnet während der Vorberei tung für ein wichtiges Turnier wird sein Account gehackt. Weder das Internet noch sein Handy oder seine EC-Karte funktionieren mehr. Es beginnt eine aufregende Reise, bei der die Realität für Jan sowohl zum Gegner als auch zum stärksten Verbündeten wird.

Im Spielfilm-Wettbewerb des 37. Filmfestival Max Ophüls Preis feiert auch „LUCA TANZT LEISE“ von Philipp Eichholtz seine Uraufführung. Als sein zweiter Langspielfilm, nach „LIEBE MICH!“, der 2015 in den deutschen Kinos lief, haben Philipp Eichholtz und Oliver Jerke auch diesen Film mit der »Von Oma gefördert« Filmproduktion produziert und finanziert. Die Koproduktion übernahm dabei die Hildebrandt Film Produktion. Nominiert als »Beste Nachwuchs Schauspielerin« brilliert Martina Schöne-Radunski in der Hauptrolle der Luca. Der Titel des Films erinnert ein wenig an das preisgekrönte Werk "TORE TANZT" von Katrin Gebbe, das 2013 ebenfalls in Saarbrücken im Wettbewerb lief. Der Inhalt des Films ist aber völlig anders.

Inhalt:
Luca will nach dunklen Jahren der Depression das Abi auf drm zweiten Bildungsweg schaffen. Ihr kleiner Hund Mata hilft ihr, Motivation und Lebensfreude zu finden. Damit es nicht an Mathe scheitert, schließt Luca mit ihrem Sitznachbarn Kurt einen Deal: Sie hilft ihm mit Englisch. Dafür erklärt er ihr Mathe. Dieser Film ist ein kleiner Liebesbrief an all diejenigen, deren größter Kampf es ist, jeden Tag überhaupt aufzustehen. Für Menschen die ihre ganze Kraft dafür brauchen, die kleinen alltäglichen Dinge im Leben zu schaffen. Dinge die viele von uns ohne Probleme nebenbei erledigen, wie einkaufen, Körperpflege oder Termine einhalten.

Die nominierten Nachwuchsdarsteller des Max-Ophüls-Preis.
Neben Martina Schöne-Radunski („Luca tanzt leise“) konkurrieren Britta Hammelstein („Ferien“), Luise Heyer („Fado“) und Odine Johne („Agnes“) um den weiblichen Nachwuchsdarstellerpreis. Ins Rennen um den besten Nachwuchsdarsteller-Preis gehen Golo Euler („Fado“), Moritz Jahn („Offline – Das Leben ist kein Bonuslevel“), Ben Münchow („Rockabilly Requiem“) und Jannik Schümann („Lenalove“). Das Preisgeld beträgt jeweils 3.000 Euro.

Mit "Fado" befindet sich zudem eine von drei LEUCHTSTOFF-Produktionen des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) im Spielfilm-Wettbewerb. Der Abschlussfilm von Jonas Rothlaender an der Deutschen Film- und Fernsehakademie zeigt ein beklemmend intensives Beziehungsdrama über die Grenzen von Nähe und Eifersucht.

Der zweite Beitrag des rbb beim 37. Filmfestival Max-Ophüls-Preis ist "Ferien", der Abschlussfilm von Bernadette Knoller an der Filmuniversität Babelsberg "Konrad Wolf", eine zauberhaft-tragikomische Komödie über eine junge Frau auf der Suche nach sich selbst. Die dritte Nachwuchs-Produktion "Route B96" (Simon Ostermann) aus der Reihe "rbb movies" startet im Wettbewerb Mittellanger Film.

Die Wettbewerbssektion Dokumentarfilm mit 10 Uraufführungen.
In der Wettbewerbssektion Dokumentarfilm feiert nach der Weltpremiere auf dem Internationalen Film Festival Locarno seine deutsche Erstaufführung die Doku „Als die Sonne vom Himmel fiel“. Als sich während der Dreharbeiten des Erstlingswerkes am 11. März 2011 in Fukushima eine neue Atomkatastrophe ereignet, wird Aya Domenig von der Gegenwart eingeholt. Ihre Suche nimmt eine neue Wendung, und ihre Protagonisten, denen man in den Jahren zuvor nur ungern zugehört hat, stoßen plötzlich auf ein breites öffentliches Interesse. Hier der Trailer:



Das Überwinden von sozialen, kulturellen und politischen Differenzen gehört in unserer Welt zu den dringlichsten Herausforderungen. Gespiegelt wird dies in einer Vielzahl der zwölf Wettbewerbsbeiträge, darunter zehn Uraufführungen. Ein starker Jahrgang als Reflektor unserer Welt.

Link: www.max-ophuels-preis.de
Quellen: filmecho | Filmwirtschaft | Kordula Hildebrandt Film Pr.

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