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Nominierungen der DGA Awards und Oscar-Beiträge

81 Bewerbungen für Auslands-Oscar in der Sparte "nicht-englischsprachiger Film". Nur fünf Werke kommen jedoch in die Endausscheidung.



Von 81 Bewerbungen für Auslands-Oscar wurden am 14. Januar 2016 nur fünf Filme in der Kategorie "nicht-englischsprachiger Film" gewählt. Die 88. Oscar-Verleihung findet am 28. Februar 2016 im Dolby Theatre in Hollywood statt. Dass der diesjährige Kinojahrgang für einige Überraschungen sorgen kann, hatten wir am 9. Januar 2016 zur Verleihung der 73. Golden Globes berichten können. Das mehrfach nominierte Filmdrama "Carol" mit Cate Blanchett in der Hauptrolle, ging dort vollkommen leer aus.

Auch die Directors Guild of America hat bei der vorgestrigen Bekanntgabe ihrer Nominierungen für die DGA Awards, die am 6. Februar 2016 vergeben werden, nicht mit Überraschungen gespart. So sucht man unter den fünf Nominierten vergeblich Namen wie Steven Spielberg ("Bridge of Spies - Der Unterhändler") und Todd Haynes, der für "Carol" an anderer Stelle bereits mit zahlreichen Kritikerpreisen überschüttet worden war.

Erstmals für einen DGA Award nominiert sind dagegen Tom McCarthy für sein Boston Drama "Spotlight" über den Missbrauch von Kindern in der katholischen US-Kirche, das Hollywoods Kritiker ebenfalls besonders hervorhoben, sowie Adam McKay ("The Big Short") und der für "Mad Max: Fury Road" ebenfalls bereits mit zahlreichen Kritikerpreisen bedachte George Miller. Die vierte DGA-Award-Nominierung richtete sich hingegen ein wenig an den Golden Globe Awards aus. Der Preis ging dort insgesamt in drei Kategorien an das Drama von Alejandro Gonzalez Inarritu ("The Revenant - Der Rückkehrer"). Dieser war im vergangenen Jahr bereits für "Birdman" ausgezeichnet worden und gewann wenige Wochen später auch den Oscar. Ebenfalls nominiert ist Ridley Scott ("Der Marsianer - Rettet Mark Watney"), der die Auszeichnung allerdings noch nie gewinnen konnte.

Bei der Verleihung der DGA Awards am 6. Februar 2016 werden erstmals auch Regisseure für ihr Kinofilmdebüt in einer eigenen Kategorie ausgezeichnet. Hier sind nominiert: Fernando Coimbra ("O Lobo atras da Porta"), Joel Edgerton ("The Gift"), Alex Garland ("Ex Machina"), Marielle Heller ("The Diary of a Teenage Girl") und Laszlo Nemes ("Saul fia").

Am kommenden Sonntag, den 17. Januar 2016, finden zudem die mit Spannung erwarteten 21. Annual Critics' Choice Awards statt. Mit 13 Nominierungen führt das Action-Spektakel "Mad Max: Fury Road" die Liste der Nominierungen in der Kategorie "Bester Film" an, gefolgt von "Der Marsianer", "The Revenant - Der Rückkehrer" und "Carol" mit je neun Nominierungen. Im TV-Bereich liegt die Serie "Fargo" vorn, die Chancen auf acht Trophäen hat. Als bester Schauspieler bzw. beste Schauspielerin sind Stars wie Leonardo DiCaprio, Johnny Depp und Cate Blanchett nominiert. In der Kategorie "Best Unstructured Reality Show" könnte zudem die HISTORY-Serie "Pawn Stars" (im deutschsprachigen Raum als "Die Drei vom Pfandhaus" auf HISTORY zu sehen) das Rennen machen. Eine Liste aller Nominierungen ist unter www.criticschoice.com abrufbar.

Der deutsche Digital-TV-Sender A&E überträgt in Kooperation mit NBC Universal Global Networks Deutschland die TV- und Film-Awards in der Nacht von Sonntag, 17., auf Montag, 18. Januar 2016 ab 2 Uhr aus dem Barker Hangar in Santa Monica erstmals live und exklusiv im deutschsprachigen Raum.

Auswahl zum deutschen Oscar-Beitrag.
Bevor wir das offizielle Ergebnis der Oscar-Nominierungen nennen, wollen wir nochmals zurückblicken und die acht Filme vorstellen, die von den deutschen Produzenten bei German Films für die Oscar-Auswahl in der Kategorie "Bester nicht englischsprachiger abendfüllender Kinofilm" eingereicht worden waren, darunter „Im Labyrinth des Schweigens“ von Giulio Ricciarelli, der die Auswahl letztendlich für sich entschied und bis zur endgültigen Entscheidung durch die Academy of Motion Picture Arts and Sciences als deutscher Beitrag eingereicht wurde. Er hatte allerdings starke Konkurrenten aus anderen Ländern, zu denen wir später kommen:

• Elser - Er hätte die Welt verändert von Oliver Hirschbiegel (Lucky Bird Pictures, Delphi Medien, Philipp Filmproduction)
• Freistatt von Marc Brummund (Zum Goldenen Lamm Filmproduktion)
• Honig im Kopf von Til Schweiger (Barefoot Films, Warner Bros. Entertainment, Seven Pictures Film)
• Im Labyrinth des Schweigens von Giulio Ricciarelli (Claussen + Putz Filmproduktion, Naked Eye Filmproduction)
• Jack von Edward Berger (Port-au-Prince Film & Kultur Produktion, Cine Plus Filmproduktion, Neue Bioskop Film, Mixtvision Mediengesellschaft, Zero West Filmproduktion)
• Schmidts Katze von Marc Schlegel (FFL Film- und Fernsehlabor Ludwigsburg)
• Victoria von Sebastian Schipper (MonkeyBoy, Deutschfilm, RadicalMedia) - Einreichung unter Vorbehalt zugelassen.
• Wir sind jung. Wir sind stark. von Burhan Qurbani (UFA Fiction, Cine Plus Filmproduktion, UFA Cinema)

Im Labyrinth des Schweigens“ (Kinoverleih: UPI) erzählt die Geschichte des jungen Staatsanwalts Johann Radmann, der sich Ende der 1950er Jahre auf eine bedingungslose Suche nach der Wahrheit hinter den Geschehnissen von Auschwitz begibt und damit gegen alle politischen und gesellschaftlichen Widerstände den Weg für den ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess ebnet. In der Hauptrolle ist Alexander Fehling zu sehen, der für seine Leistung beim Bayerischen Filmpreis 2015 als bester Schauspieler ausgezeichnet wurde. Hier der Trailer:



Die Produzenten Uli Putz, Jakob Claussen (Claussen + Putz Filmproduktion) und Sabine Lamby (Naked Eye Filmproduktion): „Wir freuen uns sehr über diese große Ehre und Herausforderung. Und wir sind froh darüber, für diese besondere Chance in den USA einen so erfahrenen Verleihpartner wie Sony Pictures Classics an unserer Seite zu wissen.“

Regisseur Giulio Ricciarelli: „Ich habe mit diesem Film im Ausland schon so viele gute Erfahrungen gemacht, die Zuschauer reagieren, wie in Deutschland auch, berührt und bewegt und denken dabei oft auch über die eigene Geschichte nach. Eine solche internationale Resonanz war uns bei diesem Thema sehr wichtig."

Michael Barker, Co-President von Sony Pictures Classics: „Die Menschen sind ganz erstaunt, eine solche Geschichte zu entdecken, von der sie zuvor überhaupt nichts wussten. Dies ist ein wichtiger Film über Gerechtigkeit und Gedenken, und es ist einer dieser seltenen Filme, der gleichzeitig nicht nur sehr gut gemacht ist, sondern auch eine kraftvolle Botschaft hat und zugleich unterhaltsam ist.“

China schlug "Der letzte Wolf" für Oscarnominierung vor.
China schickte Jean-Jacques Annauds "Der letzte Wolf" ins Rennen um eine Oscarnominierung in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film. Die Bestsellerverfilmung über einen chinesischen Studenten, der eine Zeit lang bei mongolischen Hirten gelebt und dabei seine Begeisterung für Wölfe entdeckt hat, feierte auf dem Filmfest München ihre Deutschlandpremiere und war in China einer der erfolgreichsten Filme des letzten Jahres.

"Iraqi Odyssey" ist Schweizer Oscar-Kandidat.
Samirs Doku "Iraqi Odyssey" wurde von der Schweiz ins Rennen um einen Oscar in der Kategorie bester nicht-englischsprachiger Film geschickt. Der von der Zürcher Dschoint Ventschr und der Kölner Coin Film produzierte Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von Samirs Familie, deren Mitglieder in der ganzen Welt verstreut sind. Ihn selbst hat es als Kind in die Schweiz verschlagen. NFP marketing & distribution* brachte den Film am 24. September 2015 in die Kinos sowohl im auf der Berlinale präsentierten Director's Cut (162 Min.) in 3D als auch in der gekürzten 90-Minuten-Fassung in 2D.

"Ich seh, ich seh" geht für Österreich ins Oscarrennen.
Seit seiner Premiere auf der Mostra im vergangenen Jahr hat der Horrorfilm "Ich seh, ich seh" von Veronika Franz und Severin Fiala (Produzent: Ulrich Seidl Film Produktion) 14 Preise gewonnen. Nun sollte er die Chance auf einen weiteren bekommen, denn eine aus Vertretern der Filmwirtschaft und Filmschaffenden bestehende Jury hat ihn aus neun eingereichten Filmen zum österreichischen Kandidaten für eine Oscarnominierung in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film auserkoren. "Die große Verunsicherung: Wer ist Täter, wer Opfer? Was ist Realität, was Alptraum? Veronika Franz und Severin Fiala haben einen visuell packenden und nervenaufreibenden Film gedreht, der lustvoll mit Genreelementen spielt - diese biegt, verdreht und mitunter auch pervertiert. Zu gleichen Teilen Horrorfilm und Autorenfilm, ebenso klug konstruiert wie elegant inszeniert. Ein Ereignis", so die Meinung der Jury.

Zu den weiteren Konkurrenten gehören u.a. "The Clan", für den Regisseur Pablo Trapero in Venedig den Silbernen Löwen gewonnen hat - er geht für Argentinien ins Rennen - , Jaco Van Dormaels "Das brandneue Testament" (Belgien), Pablo Larrains "The Club" (Chile), Deniz Gamze Ergüvens "Mustang" (Frankreich), Joost van Ginkels "The Paradise Suite" (Niederlande), Miguel Gomes' "Arabian Nights" (Portugal), Radu Judes "Aferim!" (Rumänien) und Kevin Allens "Under Milk Wood" (Großbritannien). Erstmals im Oscarrennen ist in diesem Jahr Paraguay mit Arami Ullóns "Cloudy Times".

"Beltracchi" ist Anwärter unter den Dokus.
Der Dokumentarfilm "Beltracchi - Die Kunst der Fälschung" des deutschen Regisseurs Arne Birkenstock ist unter den 124 Filmen, die sich um den Doku-Oscar 2016 bewerben. Wie die Filmakademie in Beverly Hills mitteilte, sollen eine Auswahl von 15 Kandidaten in die Shortlist aufgenommen werden. Die Doku über den Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi hatte 2014 die Goldene Lola für den besten Dokumentarfilm gewonnen. Unter den 124 Anwärtern ist auch US-Regisseur Michael Moore mit "Where to Invade Next" und Davis Guggenheim, der für "Eine unbequeme Wahrheit" schon einmal ausgezeichnet worden war und mit "Malala - Ihr Recht auf Bildung" diesmal ins Rennen geht sowie Alex Gibney, der für "Taxi zur Hölle" ausgezeichnet wurde, und diesmal mit "Going Clear: Scientology and the Prison of Belief" einer der zahlreichen Anwärter auf eine, der fünf Oscar-Nominierungen ist.

Eine deutsche Koproduktion unter den Nominierten.
Auf der Shortlist sind außerdem noch vier Regisseurinnen und Regisseure, die bereits für einen Academy-Award nominiert waren: Kirby Dick, Liz Garbus, Joshua Oppenheimer und Hubert Sauper. Ein deutscher Film ist leider nicht dabei! Dafür ist der zu großen Teilen in Berlin-Brandenburg gedrehte und vom Medienboard geförderte Agententhriller "Bridge of Spies" von Steven Spielberg insgesamt 6 Mal für die 88. Academy Awards nominiert!

Spitzenreiter ist der historische Thriller "The Revenant". Er heimste gleich zwölf Nominierungen ein. Ihm auf den Fersen ist der Endzeitfilm "Mad Max: Fury Road", der zehnmal nominiert wurde. Das "Spotlight" Drama, das von den Recherchen einiger Bostoner Journalisten erzählt, die zahlreiche Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche aufdeckten, wurde nur in sechs Kategorien nominiert.

Links: www.dga.org | www.oscars.org
Quellen: filmecho | Blickpunkt:Film | 3sat | donaukurier

Hinweis: Wir haben eine übersichtliche Liste aller für den Oscar nominierten Filme in der erweiterten Ansicht, ...unter vollständig lesen eingefügt. Dazu bitte ggf. auf den nachfolgenden Link klicken und nochmals zum Ende des Textes scrollen.



Die Nominierungen im Überblick:

Bester Film

The Revenant
The Big Short
Bridge of Spies
Brooklyn
Mad Max: Fury Road
Der Marsianer
Room
Spotlight

Bester Hauptdarsteller

Leonardo Di Caprio
Bryan Cranston
Matt Damon
Michael Fassbender
Eddie Redmayne

Beste Hauptdarstellerin

Cate Blanchett
Brie Larson
Jennifer Lawrence
Charlotte Rampling
Saoirse Ronan

Bester Nebendarsteller

Christian Bale
Mark Ruffallo
Tom Hardy
Mark Rylance
Sylvester Stallone

Beste Nebendarstellerin

Jennifer Jason Leigh
Rooney Mara
Rachel McAdams
Alicia Vakander
Kate Winslet

Beste Regie

Adam McKay
George Miller
Alejandro G. Inarritu
Lenny Abrahamson
Tom McCarthy

Bester Animationsfilm

Anomalisa
Boy and the World
Alles steht Kopf
Shaun das Schaf - Der Film
When Marnie was There

Bester animierter Kurzfilm

Bear Story
Prologue
Sanjay's Super Team
We Can't Live Without Cosmos
World of Tomorrow

Beste Kamera

Carol
The Hateful Eight
Mad Max: Fury Road
The Revenant
Sicario

Bestes Kostümdesign

Carol
Cinderella
The Danish Girl
Mad Max: Fury Road
The Revenant

Bester Dokumentarfilm

Amy
Cartel Land
The Look of Silence
What Happened, Miss Simone?
Winter on Fire: Ukraine’s Fight for Freedom

Bester Dokumentar-Kurzfilm

Body Team 12
Chau, beyond the Lines
Claude Lanzmann: Spectres of the Shoah
The Girl on the River: The Price of Forgiveness
Last Day of Freedom

Bester Schnitt

The Big Short
Mad Max: Fury Road
The Revenant
Spotlight
Star Wars: The Force Awakens

Bester ausländischer Film

Embrace of the Serpent
Mustang
Son of Saul
Theeb
A War

Bestes Make-up und Frisuren

Mad Max: Fury Road
The 100-Year-Old Man Who Climbed out
the Window and Disappeared
The Revenant

Beste Filmmusik

Bridge of Spies
Carol
The Hateful Eight
Sicario
Star Wars: The Force Awakens

Bester Song

“Earned It,” Fifty Shades of Grey
“Manta Ray,” Racing Extinction
“Simple Song #3,” Youth
“Til It Happens To You,” The Hunting Ground
“Writing’s On The Wall,” Spectre

Bestes Szenenbild

Bridge of Spies
The Danish Girl
Mad Max: Fury Road
The Martian
The Revenant

Bester Tonschnitt

Mad Max: Fury Road
The Martian
The Revenant
Sicario
Star Wars: The Force Awakens

Bester Ton

Bridge of Spies
Mad Max: Fury Road
The Martian
The Revenant
Star Wars: The Force Awakens

Beste Visuelle Effekte

Ex Machina
Mad Max: Fury Road
The Martian
The Revenant
Star Wars: The Force Awakens

Bestes adaptiertes Drehbuch

The Big Short
Brooklyn
Carol
The Martian
Room

Bestes Originaldrehbuch

Bridge of Spies
Ex Machina
Inside Out
Spotlight
Straight Outta Compton


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