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Filmpreise aus Leipzig, Oldenburg, Toronto und Berlin

Die Gilde deutscher Filmkunsttheater vergab in Leipzig ihre Preise.



Zum Abschluss der 13. Filmkunstmesse Leipzig, dem wichtigsten Forum der deutschen Arthouse-Branche, das wir am 14.09.13 ausführlich angekündigt hatten, wurden am 19. September 2013 die traditionsreichen Gilde-Filmpreise der AG-Kino im Alten Landratsamt verliehen. Bester Film (national) wurde "Hannah Arendt" von Margarethe v. Trotta (im Verleih der Berliner NFP), bester Film (international) "Das Mädchen Wadjda" von Haifaa Al Mansour (Koch Media Film).

Als bester Kinderfilm wurde "Ostwind" von Katja von Garnier ausgewählt (Constantin-Film) und als bester Dokumentarfilm "More Than Honey" von Markus Imhoof (Senator Film Verleih). Margarethe von Trotta, Katja von Garnier und Markus Imhoof nahmen ihre Preise in Leipzig persönlich entgegen. Für "Das Mädchen Wadjda" nahmen die Produzenten Gerhard Meixner und Roman Paul die Auszeichung in Empfang.

Der Publikumspreis der Filmkunstmesse ging in diesem Jahr an den Film "Der Blinde Fleck" von Daniel Harrich (Ascot Elite Filmverleih). Der Preis der Jugendjury ging an den Film "Blancanieves" von Pablo Berger (AV Visionen Filmverleih Berlin).

Die Gilde-Filmpreise werden seit 1977 von der AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater e.V. für Filme vergeben, die sowohl künstlerisch herausragend sind, als auch in den Arthouse-Kinos erfolgreich gelaufen sind.

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"Kaptn Oskar" bester deutscher Film in Oldenburg.
Das was vom 20. Internationalen Filmfestival Oldenburg in der deutschen Provinz-Metropole bei der überregionalen Presse hängen blieb, ist leider nur die Ausbeute des German Independence Award, der am Sonntag den 15. September 2013 im Oldenburgischen Staatstheater vergeben wurde. Dabei hatte das Festival, das vom 11.-15.09.2013 stattfand, noch viel mehr zu bieten. Weltpremieren aus den USA und Werke, die soeben erst in Toronto und Venedig gezeigt worden waren, konnte das Oldenburger Publikum bereits lange vor ihrer deutschen Kinopremiere schon jetzt bewundern. Wie wir bereits am 9.9.2013 berichteten, hat das Oldenburger Festival zudem mit Robert "Bobcat" Goldthwait einen der spannendsten unabhängigen Filmemacher Amerikas als Jurypräsident des großen Jubiläumsjahrgangs gewinnen können.

Bester Deutscher Film, der in diesem Jahr erstmals mit 4.000 Euro dotiert war, ging an Tom Lass’ meisterliche Lebens-, Sinn- und Liebessuche „Kaptn Oskar“. Die Berliner kennen den Film schon, denn auch beim Achtung Berlin - new berlin film award stand das Werk während des Berliner Filmfestivals im April ganz hoch in der Gunst des Publikums. Hier der Teaser:



Neben der Entscheidung für Regisseur, Hauptdarsteller und Drehbuchautor Tom Lass’ „einzigartiger Stimme“ als Filmemacher hat die Internationale Jury auch die beste Darstellerin des Festivals in der ebenso amüsanten wie wilden Geschichte des sich im Kreis drehenden „Kaptn Oskar“-Liebesdreiecks entdeckt. Der Seymour Cassel Award für den Besten Schauspieler wurde für ihre „beindruckende Leistung“ an Martina Schöne-Radunski vergeben, die als Oskars Ex im Film die buchstäbliche Brandstifterin in seinem Beziehungsdickicht ist.

Der German Independence Award – Publikumspreis ging an "Our Heroes Died Tonight" von David Perrault, der German Independence Award – Bester Kurzfilm an "Preis" von Patrick Baumeister.

Insgesamt war das Festival sehr kontrastreich und es wurden dem Publikum u.a. in einer alten Exerzierhalle Independent Filme aus der ganzen Welt geboten. Hoffentlich kommen Filme wie Griechenlands „Boy Eating the Bird’s Food“, das Debut von Ektoras Lygizos bald auch nach Berlin. Der Regisseur folgt seiner Hauptfigur, den etwa 20jährigen Yorgos (Yannis Papadopoulos), ohne eine Andeutung von Sentimentalität und Pathos durch dessen Alltag, der vollständig von Geldnot und Hunger dominiert wird. Seinem Kanarienvogel isst Yorgos hin und wieder das Futter weg. Eine Masturbationsszene endet damit, dass er sein eigenes Ejakulat verspeist.

Totaler Gegensatz zur Armut war Australiens „Tage am Strand“. Ein Postkartenfilm mit Naomi Watts und Robin Wright, zweier bester Freundinnen, die mit dem Sohn der jeweils Anderen eine Affäre beginnen, obwohl im Subtext eine lesbische Liebesgeschichte angedeutet wird.

Weiterer Highlight - diesmal aus Deutschland - war „Staudamm“ von Thomas Sieben. Es ist ein Film über einen fiktiven Amoklauf an einer Schule im bayrischen Bergland, der unter anderem auf Protokollen aus Erfurt basiert. Doch diesem Amoklauf nähert sich Siebens zweite Regiearbeit nicht direkt, sondern aus einer klug konstruierten Retrospektive. Die Protagonisten Roman und Laura durchstreifen eines Nachts die dunklen, gespenstisch leeren Flure der Schule. Plötzlich beginnt Roman ganz unvermittelt, den Täter zu imitieren, hält pantomimisch ein Gewehr in der Hand, reißt in der Pose des Amokläufers die Türen der Räume auf... und der Horror beginnt.

Auch der kanadische Film „The Dirties“ setzt sich mit dem Phänomen Amoklauf auseinander. Doch die Herangehensweise ist hier eine gänzlich andere. Matt Johnson der nicht nur der Regisseur, sondern auch sein eigner Hauptdarsteller ist, hat das Werk als einen Found-Footage-Film gedreht. Es ist eine mit zahllosen Filmzitaten gespickte Doku über Mobbing an der Schule einer der originellsten und verstörenden Filme des Festivals.

Link: www.filmfest-oldenburg.de

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Publikumspreis für das Sklaverei-Drama "12 Years a Slave".
Vom 5.-15. September 2013 lief auch das 38. Toronto Filmfestival, das nicht nur die neuesten Produktionen der Indie-Welt in Nordamerika zeigte, sondern einen Vorgeschmack die kommenden OSCAR-Favoriten bot. Während die Amerikaner bei den großen A-Filmfestivals in Europa mit Abwesenheit glänzten, waren sie plötzlich im kanadischen Toronto sehr präsent.

Zwar veranstaltet das zehntägige Toronto International Film Festival (TIFF) keinen offiziellen Wettbewerb, wie wir am 4.9.2013 in einem großen Vorbericht schrieben, dennoch gab es einen Publikumspreis, der an das Sklaverei-Drama "12 Years a Slave" von dem schwarzen britischen Künstler, Fotografen und Regisseur Steve McQueen (II) ging und ein gutes Omen für die Oscar-Saison sein könnte. Derart ungeteilte Begeisterung, wie sie dem dritten Spielfilm des britischen Installationskünstlers entgegen gebracht wurde, entfachte in Toronto in diesem Jahr kein anderer Film. Für seine berührende, auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte hat der Regisseur ein famoses Ensemble vor seiner Kamera versammelt, zu dem neben Michael Fassbender und Benedict Cumberbatch auch Produzent und Darsteller Brad Pitt gehört. Hier der Trailer:



Toronto hat gezeigt, dass es in den nächsten Monaten wieder etliche hochkarätige Filme zu entdecken gibt, von "Prisoners" bis "Rush", "12 Years a Slave" bis "Can a Song Save Your Life?", die mehr als das Zeug zum Tagesgespräch drauf haben und zeigen, dass Hollywood keineswegs in der Krise steckt. Sogar unserem Daniel Brühl, der seinen Auftritt als Niki Lauda in Ron Howards ebenfalls als Weltpremiere gezeigtem „Rush – Alles für den Sieg“ hatte, trauen nicht wenige eine Oscar-Nominierung zu. Hier der Trailer:



• Der Publikmspreis des Documentary Award ging an Jehane Noujaim für "The Square".
• Der Publikumspreis der Fantasy & Horror Night, dem Midnight Madness Award ging an Sion Sono’s "Why Don't You Play in Hell?"
• Der Preis für den besten kanadischen Erstlingsfilm ging an Shayne Ehman und Seth Scriver’s für "Asphalt Watches".
• Bester YouTube Award Canadian Short Film ging an Walter Woodman und Patrick Cederberg für "Noah".
• Bester Canadian Feature Film wurde Alan Zweig’s "When Jews Were Funny".

Link: tiff.net

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Auszeichnung für umstrittenen Hitler-Clip.
Wie wir bereits hier berichteten wurden die First Step Awards am 16. September 2013 im Berliner Stage Theater zum vierzehnten Mal an Abschlussfilme von Studentinnen und Studenten deutschsprachiger Filmschulen verliehen. Der Preis präsentiert der Branche das hohe kreative Potenzial des Nachwuchses und erleichtert den Absolventinnen und Absolventen die "ersten Schritte" in den Beruf.

Nachdem ein umstrittener Spot, in dem Adolf Hitler als kleiner Junge von einem Mercedes erfasst wird, einen der Nachwuchsfilmpreis gewonnen hat, wollte sich der Autohersteller plötzlich von dem Werk distanzieren. Dennoch wird der viel beachtete Spot millionenfach im Internet weiter angeklickt. In dem provokanten Werk von Tobias Haase wird Hitler dank moderner Autotechnik in seinem Heimatdorf als Kind überfahren. Am Ende erscheint der Slogan "Erkennt Gefahren, bevor sie entstehen". Hier der Clip auf YouTube sowie auf Vimeo in voller Länge:



Die Jury stärkte dem Regisseur Haase von der Filmakademie Ludwigsburg den Rücken, er bleibe seinen Idealen treu. "Solche Ideen-Verfechter braucht die Kreativbranche."

Der Hauptpreis im Bereich »Abendfüllender Spielfilm« ging an den jungen Schweden Jöns Jönsson von der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg für "Lamento"

Hier nochmals die weiteren Gewinner:

• Talkhon Hamzavi ("Parvaneh" - Kurz- und Animationsfilm/Zürcher Hochschule der Künste).
• Barbara Ott ("Sunny" - Spielfilm bis 60 Minuten/Filmakademie Baden-Württemberg Ludwigsburg).
• Tobias Haase („MCP“ - Werbespot/Filmakademie Baden-Württemberg Ludwigsburg) über Adolf Hitler als kleiner Junge, der von einem Mercedes Benz überfahren wird.
• Cosima Maria Degler ("Zwei Mütter" - No Fear Award/Filmakademie Baden-Württemberg Ludwigsburg).
• Anna Thommen ("Neuland" - Dokumentarfilm/Zürcher Hochschule der Künste).
• Jöns Jönsson ("Lamento" - Langfilm). Der junge Schwede der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg setzte sich damit in der Königskategorie »Abendfüllender Spielfilm« durch und schlug mit seinem Werk über eine Mutter, die ihre Tochter verloren hat, hochklassige Mitbewerber.
• First Steps Ehrenpreis: Rosa von Praunheim.

Link: www.firststeps.de

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Preis für junge Filmkunst im Rahmen der Art-Week 2013 vergeben.
Am 19. September 2013 wurde im Rahmen der zweiten Art Week Berlin auch der vom Verein der Freunde der Nationalgalerie in Kooperation mit der Deutschen Filmakademie ins Leben gerufene Preis für Junge Filmkunst vergeben.

Bei einer feierlichen, von Franz Dinda moderierten Preisverleihung im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - wurden die Preisträger des Preises der Nationalgalerie bekannt gegeben.

• Den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst 2013 gewinnt Mariana Castillo Deball.
• Den Preis der Nationalgalerie für junge Filmkunst 2013 erhält Victor Orozco Ramirez.

Der in Mexiko geborenen Regisseur erhielt den Preis für seinen Film "Reality 2.0" (Deutschland/Mexiko 2012), der zugleich seine Abschlussarbeit im Bereich Dokumentarfilm an der Hochschule für bildende Künste Hamburg ist. Der ausgezeichnete Film wird fast vier Monate lang in einem eigens eingerichteten Projektionsraum im Hamburger Bahnhof in Berlin zu sehen und somit einem breiten Publikum zugänglich sein. Die Auszeichnung war mit 10.000 Euro dotiert.

Trailer Reality 2.0 from Victor Orozco on Vimeo.

Die Auszeichnung in der Kategorie bildende Kunst war erstmals nicht mehr mit einem Preisgeld verbunden. Stattdessen bekommt die aus Mexiko stammende Berliner Künstlerin Mariana Castillo Deball im nächsten Jahr eine Einzelausstellung in einem der Häuser der Nationalgalerie.

"Das ist die größte Wertschätzung, die man einem Künstler geben kann", sagte Nationalgalerie-Direktor Udo Kittelmann.

Link: www.preis2013.de

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Wirtschaftsfilmpreis im Berliner Kino International vergeben.
Etwas abseits vom Rummel großer Festivals wurde im Berliner Kino International von Bundeswirtschaftsminister Dr. Rösler der Deutsche Wirtschaftsfilmpreis am 26. August 2013 verliehen. Es ist einer der ältesten Filmpreise Deutschlands, der jährlich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ausgeschrieben wird.

Ob Philipp Rösler mit seiner FDP nach dem heutigen Wahltag auch morgen noch in der Regierungskoalition sitzt, wird sich erst am Wahlabend entscheiden. Doch eins ist klar - und das wurde auch von Kulturstaatsminister Bernd Neumann in einem Grußwort betont - der Wirtschaftsfilmpreis ist ein wichtiger Impuls für die Kultur- und Kreativwirtschaft der Hauptstadt, sodass er auch zukünftig jährlich in Berlin vergeben wird.

Beteiligt sind außerdem u. a. das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Justiz, das Bundesministerium der Finanzen, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Zusammenarbeit der Ministerien soll gewährleisten, dass sich die Zuständigkeiten einzelner Ressorts - zum Beispiel für Urheberrecht, Steuern oder soziale Sicherung - im Sinne der gemeinsamen Sache verbinden.

Die Preise des Abends wurden in mehreren Kategorien vergeben. Zum einen gehörten dazu Filme über die Wirtschaft - zum anderen Filme aus der Wirtschaft. Zudem wurde eine Unterteilung in Kurz und Langfilme vorgenommen. In einer Sonderkategorie konnten Studenten/innen und Berufsanfänger/innen ihr Können zeigen. Es gab in allen Kategorien jeweils drei Preise mit erstem, zweiten und dritten Platz. Wir listen nachfolgend nur die Hauptgewinner auf.

Gewinner:

• Langfilm über die Wirtschaft:
"Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon" von Diana Wasmer-Löbl und Peter Onneken (Hessischer Rundfunk)

• Kurzfilm über die Wirtschaft:
"Plusminus: Schattenbanken" von Michael Houben (Westdeutscher Rundfunk)

• Film aus der Wirtschaft:
"Unsere Werte - Eine Weltreise" ein Film der Knauf Insulation Sprl, Produzent von Werkstoffen mit 25.000 Mitarbeitern in über 60 Ländern und allen Kontinenten.

• Studentenfilm der Filmakademie Baden Würtemberg:
"dreamers stay young" von Nico Kreis im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft e.V. Hier der komplette Kurzfilm 1:30min.



Link: www.kultur-kreativ-wirtschaft.de
Quellen: filmecho | Oldenburger Lokalteil | Tagesspiegel | Blickpunkt:Film | monopol | Stern

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