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INDIE Filme auf FILMDOO und Festival Scope sehen

FILMS WORTH WATCHING FROM AROUND THE WORLD



Bei durchschnittlichen Wachstumsraten des VOD-Markts von etwa 30 Prozent im Monat ist es kein Wunder wenn auch ausländische Plattformen auf den deutschen Markt drängen, weil deren Investoren in eine optimistische Zukunft blicken. Ob dem Kinomarkt mit den aufstrebenden Online-Angeboten wirklich geschadet wird, oder nur eine Alternative zu DVD und Blu-ray geschaffen wird, bleibt abzuwarten. Immerhin hat sich sogar der deutsche Filmmarkt in den letzten Jahren fast verdoppelt, sodass nicht mehr alles was produziert wird, in den Kinos unter kommt.

Die Leidtragenden sind die Filmemacher und auch das Filmteam, das oft erst bezahlt werden kann, wenn tatsächlich Geld zurückfließt. Allerdings verbietet die Filmförderung eine Auswertung geförderter Filme auf anderen Plattformen, bevor das Kinozeitfenster abgelaufen ist. Eine Ausnahme gilt nur für Dokumentarfilme, sofern auch der Verband der Kinobetreiber dem im Einzelfall zustimmt. Filme, die aber schon ein bis zwei Wochen wieder aus den Kinos verschwunden sind, werden so nie auf den grünen Zweig kommen, denn für eine zweite Marketingkampagne ein halbes Jahr nach der Kinoauswertung, reicht meist das Geld nicht. Sie geraten so oft in Vergessenheit.

Einen anderen Weg, als blose nationale Auswertung, will die britische Online-Video-Plattform FilmDoo gehen. Schwerpunkt sind Independent-Filme, die ansonsten im Arthouse-Kino zu finden sind. FilmDoo hilft aufstrebenden und etablierten Filmemachern, ein größeres Publikum für ihre Filme zu erreichen, indem sie Nutzern weltweit Zugang zu verschiedenartigen internationalen Filmen bietet.

Speziell für den deutschen Markt wurde schon im letzten Jahr eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen, die bereits nach wenigen Wochen ihr Ziel um fast 150 Prozent überschritten hatte. Seit dem offiziellen Start von FilmDoo vor mehr als einem Jahr auf dem Film Festival von Cannes sind die Visits inzwischen auf mehrere 100.000 Besucher monatlich gestiegen. Hier der Trailer "About FilmDoo - Why we are raising funding".



Die Filmauswahl beinhaltet weit über tausend Spielfilme und weitere Kurzfilme aus über 20 Ländern. FilmDoo erweitert zudem ständig das Angebot an internationalen Filmen. Nur das deutsche Angebot steht leider nicht in allen Ländern zur Verfügung. Die preisgekrönte Doku "More Than Honey" aus Österreich, Deutschland und der Schweiz aus dem Jahre 2012 wird beispielsweise zwar gelistet, auch der Trailer ist anspielbar, doch der Film darf nur noch in England und Irland gesehen werden, denn die deutschen Rechte wurden für andere Länder zurückgezogen.

Dabei möchte das britische Unternehmen FilmDoo aufstrebende Filmemacher auch in Deutschland noch stärker unterstützen und hofft, dass deutsche Geldgeber ebenfalls die Chance nutzen, ihre nationale Filmkultur zur Verfügung zu stellen, denn die Nachfrage nach Filmen, die jederzeit und an jedem Ort gesehen werden können, nimmt weiter zu.

Immerhin sind die Low Budget Mumblecore Filme von Tom Lass, wie "Papa Gold", "Love Steaks" und "Kaptn Oskar" bei FilmDoo vertreten. Sein Bruder Jacob Lass eröffnete die diesjährige Panorama Sektion Special auf der 67. Berlinale mit der Weltpremiere "Tiger Girl". Hier der Trailer:



Im Gegensatz zu anderen INDIE Online-Anbietern, die eine monatliche Mitgliedsgebühr von knapp 6,- € verlangen, wie das Berliner Unternehmen REALEYZ oder die Filmdatenbank MUBI, die sich dem Qualitätsfilm verschrieben hat und jeden Tag einen anderen neuen handverlesenen Kult-, Arthouse- und Independent-Film sowie die großen Klassiker zeigt, ist bei FilmDoo die Mitgliedschaft kostenlos. Eine Anmeldung kann sogar mit einem FACEBOOK Account erfolgen. Einzelne Filme sind dann für einen Preis zwischen 3,- und 4,- € per Stream erhältlich. Nachteil ist, dass das Angebot sich fast nur auf etwas ältere Filme erstreckt, die meist auch nur in SD-Auflösung vorliegen.

Bei REALEYZ und MUBI stehen dagegen viel mehr Titel auch in HD zur Verfügung. Ganz zu schweigen von MAXDOME, dem führenden deutschen Online-Anbieter, der sich aber vornehmlich auf Mainstream und Blockbuster konzentriert.

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Festivalfans, die nicht alle Internationalen Filmfestivals besuchen können, aber dennoch das Neueste aus Locarno, Turin, Rotterdam und anderen Festivals sehen wollen, können bei Festival Scope fündig werden. Die Plattform hilft seinen Partner Festivals neue Filme, in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Für eine begrenzte Zeit stehen auf Festival Scope sowohl kostenlos Trailer wie auch viele neue Filme teils kostenlos, teils für einen kleinen Streaming Beitrag von nur 4,- € für eine limitierte Zeit zur Ansicht zur Verfügung. Ein Download ist natürlich nicht möglich und auch das wiederholte Ansehen ist limitiert.

Eine Anmeldung ist obligatorisch aber kostenfrei. Einzelne Lang- und Kurzfilme können jeweils mit Kreditkarte oder PayPal bezahlt werden, sofern sie nicht kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Ziel ist es, auch für sperrige Filme ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit zu schaffen.

Einen ähnlichen Versuch hatte der deutsch-französische Kultur-TV-Sender ARTE im Oktober letzten Jahres mit seinem Arte Kino Festival versucht, bei dem der Sender 10 neue europäische Filme in 44 europäischen Ländern für einen begrenzten Zeitraum zur Bewertung durch den Zuschauer als Stream kostenlos online stellte. Allerdings war nur ein begrenztes Abspielkontingent vorhanden, ähnlich wie bei einem Festival, bei dem nur eine bestimmte Kartenmenge zur Verfügung steht. Die Vorgehensweise macht durchaus Sinn, wenn im Vorfeld schon zuerkennen ist, dass nicht alle Filme in allen Ländern im Kino reüssieren werden. Dennoch werden dadurch auch junge Filmemacher einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Nach Festivalende werden die meisten Filme aber nicht mehr allzu lange zur Ansicht zur Verfügung stehen. Diverse Trailer, Vorschaubilder und Textinformationen geben aber weiterhin einen Eindruck aus den zuletzt online gestellten Festivalbeiträgen und ermöglichen den Betrachter, sich rechtzeitig für das nächste Festival-online-Screening anzumelden. Auf der PRO Plattform von Festival Scope ist derzeit der Co-Production Market und der Talent Project Market der Berlinale mit einigen ausgesuchten kurzen und längeren Werken vertreten. Der Zugang ist dort aber nur akkreditierten Film Professional Usern wie Filmeinkäufern, oder Filmjournalisten für einen Monatsbeitrag von 9,- € oder einen Jahresbeitrag von 70,- € möglich.

Links: www.filmdoo.com | realeyz.de | mubi.com | www.maxdome.de | www.festivalscope.com | pro.festivalscope.com
Quellen: ots - Presseportal | Festival Scope

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