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Retrospektive - UWE FRIEßNER im April/Mai/Juni im Zeughauskino

Regisseur Uwe Frießner präsentiert persönlich fünf seiner Filme im Zeughauskino des DHM.

Nach fast zweijährigem Bemühen durch das Deutsche Historische Museum hat das ZDF endlich drei Fernsehfilme von Regisseur Uwe Frießner für eine kleine Werkschau im Zeughauskino des DHM frei gegeben. Insgesamt werden mit zwei weiteren Kinofilmen fünf Filme von April bis Juni 2019 gezeigt, manche darunter sind erstmals im Kino zu sehen. Uwe Frießner wird bei jeweils einer der ersten Vorführungen persönlich zugegen sein und im Anschluss für ein Gespräch zur Verfügung stehen.

Den Anfang der Retrospektive macht am 02. April 2019 um 20:00 Uhr der mit einem Grimme Preis ausgezeichnete TV-Film "Der Drücker" gefolgt am 03. April 2019 um 20:00 Uhr von Uwe Frießners für Kino gedrehte Sozialdrama "Das Ende des Regenbogens" über das Strichermilieu der 1970er Jahre zwischen Bahnhof Zoo und der legendären »Sound« Diskothek in der Nähe der Potsdamer Straße.

Noch bevor 1981 die autobiografischen Memoiren des drogensüchtigen Straßenmädchens Christiane F. von Ulrich Edel unter dem Titel "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" verfilmt wurden, hatte Uwe Frießners Film "Das Ende des Regenbogens" im Jahre 1979 auf dem ersten Filmfest Hamburg seine Premiere gefeiert und wurde mit dem Deutschen Filmpreis in Silber belohnt. Der junge Hauptdarsteller, einem Laien, wurde von der Jury sogar mit einem Filmband in Gold ausgezeichnet. Der Film handelt von Jugendkriminalität und Drogen und wird daher ebenso wie "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" zu den Problemfilmen gezählt.

Hier eine sehr mittelprächtige Kopie auf YouTube mit Thomas Kufahl in der Hauptrolle, der den 17-jährigen Stricher Jimmy verkörpert.

Synopsis:

Der Teenager Jimmy kommt aus einem desolaten Elternhaus, ist früh straffällig und in Heime gesteckt worden. Nun treibt er sich in Berlin herum, verdingt sich als Stricher am Bahnhof Zoo, schnorrt sich durch. Nachdem er durch einen Zufall Unterschlupf in einer linken Studenten-WG findet, bekommt er kurzzeitig einen Job, den er jedoch durch seine fehlende Geduld und seine sehr niedrige Frustrationsschwelle bald wieder los ist. Jimmy gibt sich nach außen zwar abenteuerlustig, in Wahrheit aber sucht Jimmy Liebe und Geborgenheit...

Mittlerweile wurde bekannt, dass noch in diesem Jahr Produzent Oliver Berben, der im Aufsichtsrat von Constantin Film sitzt, in Kooperation mit Amazon eine achteilige Serie von Christiane F.'s autobiografischen Schilderungen "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" plant. Auf der Filmstoffentwicklung 2018 - Tag der Dramaturgie am 3. November letzten Jahres stellte sich das Team vom Writers Room vor und plauderte aus dem Nähkästchen des Drehbuches.

Angeblich sollte auch unser ehemaliges BAF-Mitglied Uwe Frießner kontaktiert werden, um seine Erfahrungen des geschilderten Milieus in den oben erwähnten zwei Filmen sowie den Erlebnissen beim Dreh in der Diskothek »Sound« in die Serie mit einfließen zu lassen zu können. Die Neuverfilmung soll möglichst originalgetreu die damalige Zeit widerspiegeln und nicht in die Neuzeit verlagert werden.

Dennoch kursierten offensichtlich auch falsche Bilder vom »Sound« in den Köpfen der Drehbuchschreiber. Mitnichten war es eine Rockdiskothek mit Typen aus dem Motorrad und Ledermilieu. Vielmehr war das Sound damals eine der modernsten Diskotheken Deutschlands mit Laserillumination auf der Tanzfläche und musikalischen Höhepunkten zwischen Disko, Rock und elektronischer Musik von Kraftwerk über Pink Floyd bis Tangerine Dream.

Auch Uwe Frießner, den wir gestern am Telefon sprechen konnten, bestätigte uns, dass das »Sound« eher vergleichbar wäre mit heutigen Clubs wie dem Berghain in Berlin, und weniger etwas mit einer Rockdiskothek gemein hatte, auch wenn dort ab und zu Hits von Deep Purple und Led Zeppelin gespielt wurden.

Wir sind gespannt, was als Endergebnis der neuen, seit 2017 geplanten Serie zu sehen sein wird und wie wahrheitsgemäß der Stoff von Christiane F. als Serie verfilmt wird. Stärker und ausführlicher als im Film soll jedenfalls das soziale Milieu in den tristen Hochhaussiedlungen der Gropiusstadt thematisiert werden, in denen Christiane F. aufgewachsen ist.

Synopsis, des Romans von Christiane F.:

Christiane F. ist erst 12, als sie mit den falschen Leuten in Kontakt kommt und mit Drogen in Berührung gerät. An der Haltestelle Bahnhof Zoo trifft sich die West-Berliner Drogenszene in den 70er Jahren – ein Sehnsuchts- und Zufluchtsort für Menschen, die sonst im Leben wenig Halt und Zuversicht haben. Sie beginnt, sich in den Berliner Clubs rumzutreiben, findet neue Freunde, experimentiert mit Drogen und geht immer seltener nach Hause. Stattdessen treibt sie sich mit ihrem Freund Detlef am Bahnhof Zoo herum, wo sich die beiden prostituieren, um ihre Sucht zu finanzieren.

Doch zurück zur Retrospektive von Uwe Frießner, der im Oktober 2017 sein 75. Lebensjahr feierte und anlässlich seines Geburtstages seinen ersten Spielfilm "Das Ende des Regenbogens" damals im Kino Brotfabrik nach langer Zeit noch einmal dem heutigen Publikum vorstellte.

Sein zweiter Kino-Spielfilm war "Baby" aus dem Jahre 1984, der am 6. April 2019 um 21:00 Uhr im Zeughaus Kino in Anwesenheit des Regisseurs läuft. Hier das Intro des Films auf YouTube bei dem der Vorname des Regisseurs fälschlicherweise verwechselt wurde.

Hier die Termine in der Übersicht:

02. April 2019, 20:00 Uhr "Der Drücker", TV-Film 1986 (Grimme Preis)

03. April 2019, 20:00 Uhr "Das Ende des Regenbogens", Spielfilm 1979 (Deutscher Filmpreis)

05. April 2019, 21:00 Uhr "Das Ende des Regenbogens", Spielfilm 1979 (Deutscher Filmpreis)

06. April 2019, 21:00 Uhr "Baby", Spielfilm 1984

07. April 2019, 18:00 Uhr "Baby", Spielfilm 1984

07. April 2019, 20:30 Uhr "Der Drücker", TV-Film 1986 (Grimme Preis)

24. Mai 2019, 21:00 Uhr "Hass im Kopf", TV-Film 1994

28. Mai 2019, 20:00 Uhr "Hass im Kopf", TV-Film 1994

23. Juni 2019 20:00 Uhr "Abgefahren", TV-Film 1995 (Grimme Preis)

26. Juni 2019 20:00 Uhr "Abgefahren", TV-Film 1995 (Grimme Preis)

Link: www.dhm.de/en/zeughauskino

Uwe Frießner studierte in den Jahren 1972 bis 1975 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). In den letzten Jahren widmete er sich zusammen mit seinem Freund und Lebenspartner Mario Lotzin der Fotografie und veranstaltete bereits einige Ausstellungen, die wir z.T. bei uns unter der Rubrik BAF-Termine angekündigt hatten.

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