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Zahlreiche rbb-Koproduktionen auf der 69. Berlinale 2019

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) berichtet täglich live von den 69. Internationalen Filmfestspielen Berlin und bereichert das Festivalprogramm der Berlinale mit sieben Kinokoproduktionen.

Max Linz stellt "WEITERMACHEN SANSSOUCI" im Forum vor, Annekatrin Hendel präsentiert ihren Film "SCHÖNHEIT & VERGÄNGLICHKEIT" im Panorama. In der Sektion Perspektive Deutsches Kino feiern gleich drei Filme ihre Weltpremiere: "BERLIN BOUNCER" von David Dietl, "DIE EINZELTEILE DER LIEBE" von Miriam Bliese und "DIE GRUBE" von Hristiana

Raykova. Alice Agneskirchners Film "LAMPENFIEBER" ist im Berlinale Special zu sehen und "KINDER" von Nina Wesemann läuft in der Sektion Generation Kplus.

In der Reihe »LOLA at Berlinale«, und damit in der Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis 2019, sind folgende rbb-Koproduktionen: "VON BIENEN UND BLUMEN" von Lola Randl, "GUNDERMANN" von Andreas Dresen, "NUR EINE FRAU" von Sherry Hormann, der oscarnominierte Dokumentarfilm "OF FATHERS AND SONS" von Talal Derki, "PARTISAN" von Lutz Pehnert, Matthias Ehlert, Adama Ulrich und "TALKING MONEY" von Sebastian Winkels.

Die rbb-Kinokoproduktionen im Festivalprogramm in der Übersicht:

Forum

"WEITERMACHEN SANSSOUCI", Spielfilm von Max Linz

Die junge Klimaforscherin Phoebe kommt mit einem Lehrauftrag neu an das Institut für Kybernetik der Berliner Universität. Dort wird der Klimawandel mit Hilfe von "Virtueller Realität" simuliert. Dem Institut droht die Schließung, weil Forschungserfolge ausbleiben. Alles hängt von einer erfolgreichen Evaluation ab. Doch dann wird die Simulation real.

In der Nachfolge seines LEUCHTSTOFF-Abschlussfilms "ICH WILL MICH NICHT KÜNSTLICH AUFREGEN", der 2014 im Forum der Berlinale Premiere feierte und ironisch die Mechanismen des Kunstbetriebs und der Kulturförderung untersuchte, entwirft dffb-Absolvent Max Linz hier ein Panorama der deutschen Hochschullandschaft im Zeitalter der Exzellenzinitiative. Er zeigt ein zunehmend prekäres Wissenschaftssystem und eine Gesellschaft, die die zentralen Fragen ihres Weiterlebens nicht stellt.

Darsteller: Sarah Ralfs (Phoebe Phaidon), Sophie Rois (Brenda Berger), Philipp Hauß (Julius Kelp), Bernd Moss (Alfons

Abstract-Wege), Maryam Zaree (Wendela Wendela), Bastian Trost (Dakkar Prinz), Leonie Jenning (Pepa, die Gewandte) u. v. a.

"WEITERMACHEN SANSSOUCI" ist eine Koproduktion der Amerikafilm GmbH mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Gefördert durch Kuratorium Junger Deutscher Film, Medienboard Berlin-Brandenburg und BKM. Entstanden im Rahmen der Initiative LEUCHTSTOFF von rbb und Medienboard Berlin-Brandenburg.

Panorama

"SCHÖNHEIT & VERGÄNGLICHKEIT", Dokumentarfilm von Annekatrin Hendel

Dieser Film zeigt die milde Seite eines Mannes, den man als härtesten Türsteher Europas kennt. Sven Marquardt bewacht nicht nur die Tür des Technoclub Berghain, er ist auch ein Künstler von Weltrang. Schon vor dem Mauerfall porträtiert der gelernte Fotograf die subkulturelle Ostberliner Szene: erotisch, lässig, schmutzig und existenziell, in ausdrucksstarkem Schwarz-Weiß. Nacht, Rausch, Exzess und Dunkelheit strahlen seine Werke aus, obwohl sie bei Tageslicht entstehen.

Nach "FASSBINDER" und "FAMILIE BRASCH" trifft Regisseurin Annekatrin Hendel in ihrem neuen Dokumentarfilm den Fotografen und zwei seiner Freunde aus der gemeinsamen Punkzeit: Robert Paris und Dominique Hollenstein (Dome). Dieses Trio leuchtete noch heller als der Rest der vibrierenden Ostberliner Bohème der 80er Jahre. "SCHÖNHEIT & VERGÄNGLICHKEIT" erzählt von drei Freunden mit einem gemeinsamen Start, deren Leben geprägt ist von ihrem künstlerischen Blick auf die Welt, von Radikalität und Offenheit. Aber es ist auch ein Film über die unbedingte Sehnsucht nach Individualismus und Unangepasstheit, Rebellion, Mode, Älterwerden, Liebe und Freundschaft in zwei unterschiedlichen Werte-Systemen. Und es ist ein Berlin-Film. Robert Paris' großartige Stadt-Ansichten von Ostberlin der 80er erzählen von der Attraktivität menschenleerer Straßen, vernagelter Türen und zerschossener Hausfassaden und von der Einzigartigkeit untergegangener Orte. Aber Sven Marquardt, Dome und Robert Paris sind noch da. Und jetzt gibt es diesen Film. Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls.

Eine Produktion von IT WORKS! Medien GmbH in Koproduktion mit Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) gefördert von Medienboard Berlin-Brandenburg, Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, Kulturelle Filmförderung MecklenburgVorpommern, Filmförderung Hamburg Schleswig Holstein - Filmwerkstatt Kiel.

Perspektive Deutsches Kino

"BERLIN BOUNCER", Dokumentarfilm von David Dietl (LEUCHTSTOFF)

Berlins Nachtleben im Wandel: von der geteilten Stadt über die Clubszene der Neunziger bis zur heutigen Partymetropole. "BERLIN BOUNCER" erzählt die Geschichten der drei legendärsten Türsteher Berlins, die seit über 25 Jahren maßgeblich die Clubkultur der Stadt begleitet haben. Frank Künster kam aus Westdeutschland in eine Stadt, in der Smiley Baldwin als amerikanischer G.I. noch die Grenze nach Ostberlin bewachte und Sven Marquardt als junger ostdeutscher Punk und Fotograf plötzlich von der Wende überrascht wurde. Bald verfingen sie sich im wilden Berliner Nachtleben der neunziger Jahre und wurden im neuen Jahrtausend zu den berühmt berüchtigten Selektoren der angesagtesten Clubs der Stadt. Dieser Film zeichnet Berliner Kulturgeschichte vom Mauerfall bis in die pulsierende Gegenwart nach. Regisseur David Dietl ("RATE YOUR DATE", "KÖNIG VON DEUTSCHLAND") hat einen besonderen Draht zu den drei exzentrischen Männern aufgebaut. Sie öffnen ihm die Türen zu ihrem Leben und gewähren dabei einen Einblick über die Nächte hinaus in ihren Alltag.

Entstanden ist ein Film über die Berliner Party-Szene, die nicht nur Wirtschaftsfaktor, sondern Touristen-Magnet und Teil des Berliner Selbstverständnisses ist, aber auch über das Leben und seine Unwägbarkeiten. Für den pulsierenden Soundtrack sind u.a. Basti Schwarz (Tiefschwarz) und Isolation Berlin verantwortlich. Der Film ist einer von drei sehr unterschiedlichen Filmen über den Türsteher und Fotografen Sven Marquart auf der diesjährigen Berlinale.

Eine Produktion von Flare Film in Koproduktion mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg in Zusammenarbeit mit ARTE, gefördert durch Medienboard Berlin-Brandenburg und Deutscher Filmförderfonds, entstanden im Rahmen der Kinoinitiative LEUCHTSTOFF von rbb und Medienboard Berlin-Brandenburg.

Perspektive Deutsches Kino

"DIE EINZELTEILE DER LIEBE", Spielfilm von Miriam Bliese (LEUCHTSTOFF)

Georg und Sophie lernen sich kennen und lieben, als bei der hochschwangeren Sophie gerade die Wehen einsetzen. Georg wird für den neugeborenen Jakob wie selbstverständlich zum Vater. Die zusammengesetzte Familie hat mit den üblichen Problemen moderner Elternschaft zu kämpfen: Wer darf arbeiten, wer kümmert sich um's Kind? Wie viel Freiheit darf noch sein, wie viel Selbstaufgabe muss sein? Und wo bleibt bei alledem die Leidenschaft? Ein paar Jahre später sind sie getrennt. Jakob ist sechs Jahre alt und Georg und Sophie kämpfen verbissen um das Sorgerecht für ihren Sohn. Doch dann fängt ausgerechnet Sophies neuer Freund Fred an, zwischen den Fronten zu vermitteln. In einzelnen Szenen, die alle vor derselben Berliner Haustür spielen, lässt der Film auf elliptische Weise das Porträt einer Familie entstehen, für die Patchwork Alltag ist. Das Zuhause ist kein sicherer Hafen, sondern ein Durchgangsort, an dem es zieht. Ein lakonischer Blick auf die ganz alltäglichen Unzumutbarkeiten der Liebe.

Darsteller: Birte Schnöink (Sophie), Ole Lagerpusch (Georg), Andreas Döhler (Fred), Justus Fischer (Sohn Jakob), Brigitte Zeh (Freundin Iris) u.v.a.

Eine Koproduktion der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Miriam Bliese und Clemens Köstlin. Gefördert durch Medienboard Berlin-Brandenburg und FFA. Entstanden im Rahmen der Initiative LEUCHTSTOFF von rbb und Medienboard Berlin-Brandenburg.

Perspektive Deutsches Kino

"DIE GRUBE", Dokumentarfim von Hristiana Raykova

Was auf den ersten Blick wie ein wunderschönes Spa am Meer aussieht, nennen die Menschen aus Varna nur DIE GRUBE. Ein filmisches Porträt bulgarischer Gegenwart und die Untersuchung eines Mikrokosmos, der für eine ganze Gesellschaft steht.

Es ist Winter, 5 Grad und das Wasser dampft. Die Menschen sitzen im heißen Wasser, angelehnt am Beckenrand. Hinter ihnen das Meer, eine unendliche Weite. Die Stammbesucher des Beckens sind die Protagonisten: Der Taxifahrer Dimtscho, der mit 61 Jahren an der Grube die Liebe findet. Der pensionierte Musiker Alexander, der seine Zimmer an Touristen vermieten will und von seiner Zeit als Frauenheld erzählt. Genadi, der sich wie ein liebevoller Hausmeister um die Grube kümmert und der seinen Traum von einem Streichelzoo lebt. Und Bobi, der obdachlos ist und nachts an der Grube auf den Strich geht. Einzelne Biographien, berührende persönliche Geschichten, zwischenmenschliche Konflikte und aufregende Diskussionen fügen sich

zu einem vielfältigen Bild zusammen. In der Grube treffen Weltbilder und politische Überzeugungen aufeinander und erzählen von gesellschaftlichem Wandel und Stillstand am Rande Europas.

Eine Koproduktion der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) gefördert durch das Medienboard Berlin-Brandenburg.

Berlinale Special

"LAMPENFIEBER", Dokumentarfilm von Alice Agneskirchner

"LAMPENFIEBER" erzählt unterhaltsam und tiefgründig vom Abenteuer des Erwachsenwerdens, von Kindern, die Unsicherheit überwinden und Selbstbewusstsein gewinnen und auf eine emotionale Reise zu sich selbst gehen. Ein Coming-of-Age-Film für die ganze Familie.

Der Film begleitet fünf Kinder vom jungen Ensemble des Friedrichstadt-Palastes vom Casting über den Probenprozess bis hin

zur großen Premiere vor 2.000 Zuschauern auf der größten Theaterbühne der Welt. Für den elfjährigen Nick geht mit dem bestandenen Casting ein Traum in Erfüllung. Die unangepasste Luna (10) mag Ballett und Fußball. Alex (16) bricht über ihre Hauptrolle ins Leben auf, während die schüchterne Maja (9) erst Vertrauen in sich fassen muss, um sich ihren Platz zu erkämpfen. Ganz anders als YouTuber Oscar "Ossi Glossy" (mit 500.000 Abonnenten ist der Teenager ein Star), der sich zwischen YouTube, Schule und den Proben zu zerreiben droht.

"LAMPENFIEBER" erzählt von Freud' und Leid des Erwachsenwerdens und wie am einzigen professionellen Kindertheaterensemble Deutschlands - von den ersten Tanz- und Leseproben, über Gesangseinstudierungen, Kostümanproben und den Choreographischen Proben - eine Kinderrevue der Superlative entsteht.

In Koproduktion mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), in Zusammenarbeit mit dem Friedrichstadt-Palast. Gefördert durch das Bundesministerium für Kultur und Medien, Medienboard Berlin-Brandenburg, Kuratorium junger deutscher Film und MEDIA

Creative Europe.

Generation Kplus

"KINDER", Dokumentarfilm von Nina Wesemann

Die S-Bahn rauscht durch Berlin und durch das Leben von Emine, Marie, Christian und Arthur. Ihre Wege werden sich wahrscheinlich niemals kreuzen, doch es gibt eine Gemeinsamkeit: Sie sind Großstadtkinder. Ein Jahr lang hat Nina Wesemann den Alltag ihrer jungen Protagonistinnen und Protagonisten dokumentiert. Der intime Einblick offenbart die sensible Seelenwelt von Heranwachsenden und fängt die unterschiedlichen Stimmungen der Jugendlichen und ihrer urbanen Umgebung ein.

Vier Kinder in Berlin, die sich nicht kennen. Der Film bringt sie zusammen und lässt die Zuschauer hautnah miterleben, wie es sich anfühlt, Kind zu sein.

Eine Produktion von Leykauf Film in Kooperation mit der Hochschule für Fernsehen und Film München und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) in Zusammenarbeit mit ARTE.

Link: www.rbb-online.de/fernsehen

Quelle: OTS Presseportal by dpa

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