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Das Ende des analogen TV-Angebots naht auch im Berliner Kabelfernsehen

Die deutschen Kabelnetzbetreiber stellen die Anschlüsse ihrer Kunden regionsweise von analog auf digital um.

Vodafone hatte mit der Übernahme von Kabel Deutschland Großes vor. Das nächste Ziel ist von Vodafone ist es, Unitymedia einzuverleiben, das bereits die analoge Abschaltung in all seinen Bereichen vollzogen hat. Allerdings soll es Probleme bei Übernahme geben, denn Bundeskartellamt und das Bundeswirtschaftsministerium wollen die Prüfung des Kaufs nach Deutschland ziehen und die Genehmigung möglicherweise durch hohe Auflagen sanktionieren.

Nach der Umstellung des analogen Überallfernsehens DVB-T auf das teurere, wenn auch bessere, digitale Empfangssignal DVB-T2, steht jetzt auch die Abschaltung des analogen Fernsehens bei Vodafone oder der Telekom im Kabelfernsehen an. Aber nicht nur dieser Umstand wird manchen Besitzer älterer Geräte Kopfzerbrechen bereiten. Einhergehend mit der kompletten Abschaltung des analogen TV-Signals, wird auch die Verbreitung des UKW-Rundfunkprogramms im Kabelnetz eingestellt.

Uns liegt ein Schreiben von Vodafone an eine Hausverwaltung vor, in der bereits ein Termin der Abschaltung in Berlin genannt wird. Darin heißt es jedoch weiter, dass "diese Information nicht zur Kommunikation an die Hausbewohner (Mieter) weiter gegeben werden darf!"

Die ist eine ziemliche Unverfrorenheit von Vodafone, denn der Gerätehersteller Panasonic teilt die Abschaltung, die in einigen Bezirken Berlins zum November 2018 erfolgen soll, am selben Tag offen per Mail in einer Presseerklärung seiner Kundschaft mit, dass bald ein DVB-C Tuner für den digitalen Kabelempfang benötigt wird.

Firmen auf der IFA beraten beim digitalen DVB-C Empfang.

Immerhin steht in diesem Monat der Beginn der IFA an, auf der auch Panasonic mit neuen Geräten vertreten ist, die er gerne verkaufen möchte und den Berlinern deshalb auf der Funkausstellung bei der Abschaltung der analogen Programme beratend zur Verfügung stehen möchte.

Vodafone will dagegen erst weitere detaillierte Abschaltungstermine nach der IFA bekannt geben. Doch dann bleiben vielleicht nur noch sechs Wochen, bist das alte Fernsehgerät für immer dunkel bleibt.

Nicht nur manch kleines, altes Röhrengerät, das als Zweitgerät im Schlaf- oder Kinderzimmer immer noch gute Dienste leistet, auch zahlreiche Flachbildschirme - darunter sogar ehemals hochpreisige Plasma-TV's - haben meist ausschließlich einen analogen Tuner eingebaut, den man nur mit einem externen Decoder fürs Digitalfernsehen tauglich machen kann.

Ein internes Nachrüsten, also Austausch des Tuners, ist nicht möglich. Mit einer externen Settop-Box geht aber der Komfort verloren, denn man muss in diesem Fall immer mit zwei Fernbedienungen gleichzeitig hantieren. Mit der bisherigen Fernbedienung wird das TV-Gerät eingeschaltet und die Lautstärke reguliert, während die Programmwahl mit der zweiten Fernbedienung über die Settop-Box erfolgen muss.

HD-Empfang der privaten Sender ist kostenpflichtig.

Viele Fernsehzuschauer wissen gar nicht, auf welchem Wege sie ihre Programme empfangen. In Berlin werden immerhin derzeit noch mehr als 30 analoge Programme verbreitet. Im digitalen Bereich gibt es zwar fast die doppelte Anzahl an HD-Programmen, die aber von den meisten Zuschauern gar nicht alle gesehen werden. Zudem müssen nach der Umstellung für die privaten Programmanbieter wie Prosiebensat1, RTL, Vox und andere Programme, kostenpflichtige Smartcards benutzt werden, um deren HD-Programme empfangen zu können.

Bald darauf soll nämlich auch die Verbreitung der bisher kostenfreien SD-Programme gestrichen werden, um weiteren Platz im Kabel für UHD-Programme in 4K-Auflösung zu schaffen.

Auch UKW-Rundfunk wird im Kabel abgeschaltet.

Richtig ärgerlich ist aber die Abschaltung des UKW-Rundfunks im Kabelnetz. Eine generelle Abschaltung von UKW ist nämlich öffentlich noch gar nicht beschlossen. Das gute alte Radio ist tatsächlich in vielen Haushalten noch weit verbreitet. Nur beim Autoradio sind die PKW-Hersteller verpflichtet worden, zukünftig auch die digitale DAB-Empfänger als Kombi-Empfänger mit UKW und DAB einzubauen.

Wir haben zu Hause die Probe aufs Exemple gemacht und anstelle des UKW-Kabelempfangs probehalber eine Wurfantenne benutzt. Doch das ging gründlich daneben. Der Empfang war schlecht und es rauschte stark. Mit einer speziellen Zimmerantenne, die mit einem Verstärker ausgerüstet war, wurde der Empfang nicht besser, sondern es traten weitere Störungen in Form von Zwitschern und Pfeifen und Übersteuerungen bei UKW auf.

Auch einen modernen Kombi-Empfänger für DAB und UKW, den z.B. die Firma Pioneer als AV-Receiver sowie als HiFi-Receiver anbietet, haben wir zu Hause ausprobiert. Leider haben diese Geräte von Pioneer nur einen Antenneneingang für beide Signalwege. Die Firma Yamaha handhabt dies anders. Dort sind getrennte Antenneneingänge für UKW und DAB vorhanden, sodass man ggf. eine Zimmerantenne mit Verstärker für DAB einsetzten kann, wenn die Empfangsbedingungen ungünstig sind, während bisher die Kabelsteckdose oder eine gute Wurfantenne in der Nähe eines Fensters für guten Empfang bei UKW sorgen kann.

Digitaler Rundfunkempfang im Kabelnetz nur mit TV-Gerät empfangbar.

Vodafone und andere Kabelanbieter prahlen dagegen damit, dass zahlreiche Radioprogramme im Kabel digital verbreitet werden. Deren Empfang ist mit jedem Fernseher möglich, der einen Digitaltuner für das Digitalfernsehen eingebaut hat.

Doch wer möchte einen HiFi-Rundfunk-Empfang auf schlechten Fernsehlautsprechern anhören, wenn eine gute Hi-Fi-Anlage vorhanden ist? Zudem kann das Standbild oder Logo des Senders, das beim Rundfunkempfang auf dem TV-Gerät angezeigt wird, leicht zu dauerhaften Einbrennen auf dem Bildschirm sorgen. Vor allem bei den neuen hochpreisigen OLED 4K Fernsehgeräten ist besondere Vorsicht zu walten.

Rundfunkempfänger oder Tuner mit entsprechenden Empfängern, die den im Kabelnetz verbreiteten speziellen digitalen Rundfunk entschlüsseln können, gibt es nicht. Hier hat sich die Industrie auf DAB festgelegt, denn dieser freie Empfangsweg hat bereits eine erfolgreiche Verbreitung in gehobenen Autoradios erfahren.

Links: kabel.vodafone.de |

zuhauseplus.vodafone.de/digital-fernsehen

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