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Eine neue Filmkritik sowie DVD- und Blu-ray Empfehlungen im Juni 2018

In den USA gab es mit dem neuen Disney Film "DIE UNGLAUBLICHEN 2" am vergangenen Wochenende mit über 180 Millionen US-Dollar Einspiel den besten Filmstart eines Animationsfilmes aller Zeiten in den amerikanischen Kinos. Hier der Trailer:

Bei uns müssen die Kinos - aufgrund der Fußball-WM - dagegen mit Umsatzeinbußen leben. Aber immerhin konnte das 3D-Kino-Franchise "JURASSIC WORLD: Das gefallene Königreich" von Juan Antonio Bayona respektable 325.000 Zuschauer und 3,6 Mio. Euro Umsatz von Donnerstag bis Sonntag vorweisen und Disneys "SOLO: A Star Wars Story" vom Tron stoßen. In Frankreich, wo das Kino stärker vom Staat gefördert wird, waren die Zuschauerzahlen aber doppelt so hoch. Hier der Trailer:

Nur auf Platz vier, aber immerhin mit 45.000 Besuchern und 360.000 Euro startete der neue Film von Wim Wenders: "PAPST FRANZISKUS - Ein Mann seines Wortes", den wir letzte Woche, den 16. Juni 2018 samt Trailer besprochen hatten. Er war in 570 Kinos der beste Neuling - nicht nur in den Arthouse Kinos.

Zur Fußball WM machten die Media-Märkte wieder ordentlich Kasse und konnten etliche übergroße Flachbildschirme und HD-taugliche Beamer verkaufen. Damit die Geräte auch nach der WM ein sinnvolle Anwendung bekommen, geben wir heute erstmals ein paar Blu-ray Empfehlungen von Filmen, die wir zuvor im Kino gesehen hatten, und für die es sich lohnt, sie noch einmal in HD-Auflösung zu Hause zu sehen.

Fast alle nachfolgend genannten Werke sind frisch auf dem Markt und bis auf "Wonder Weel" nicht nur als DVD, sondern in deutlich besserer Qualität auch als Blu-ray zu haben:

Maze Runner; Wind River; Three Billboards outside Ebbing, Missouri; (Churchill) Die dunkelste Stunde; Wunder; Brimstone; Loving Vincent und Der Seidene Faden.

Als 4K Ultra HD Disc sind vor allem beliebte ältere Titel neu aufgelegt worden. Dazu gehören "Matrix" und das Kriegs Epos "Der Soldat James Ryan". Zum Abspielen dieser ultrascharfen Discs werden allerdings neue 4K taugliche Geräte benötigt.

Neue Techniken versucht auch das Fernsehen im Internet zu etablieren. Anfang Juli kommt vom Farbfilm Verleih die ZDF-Dokumentarfilmproduktion "IUVENTA" über das gleichnamige Seenotrettungsschiff der Organisation Jugend Rettet e.V. in ausgewählte Kinos auf die Leinwand und wird später von 3Sat im Fernsehen ausgestrahlt. Schon jetzt ist eine knapp 15 minütige 360°-Reportage über die Flüchtlingsretter hier auf YouTube im Netz zu sehen.

Mit dem Mauszeiger kann man am PC einen Rundumblick zu dramatischen Szenen auf hoher See erleben. Auch die ARD hatte in der Sendung Monitor über die ungerechtfertigte Beschlagnahme des Schiffes durch italienische Behörden berichtet.

Ohne Seenotrettung kommen tatsächlich weniger Flüchtlinge in Europa an. Von den Medien verschwiegen wird aber, dass dafür um so mehr Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken. Dabei handelt es sich oft auch um junge unerfahrene Menschen mit christlichem Background. Doch die derzeitige rechtsgerichtete italienische Politik, kennt wohl keine christliche Nächstenliebe, sondern scheut sich vor Rettungsmaßnahmen, um weniger Flüchtlinge aufnehmen zu müssen.

Der Film selbst müsste eigentlich jetzt sofort gezeigt werden, um die Meinungen der jungen deutschen Retter im Alter von 18-25 Jahren zu zeigen, die wahrlich nicht die Linie des Innenministers Horst Seehofer teilen, sondern zumeist den Standpunkt der Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Flüchtlingskrise befürworten. Bevor es möglicherweise am 1. Juli 2018 zum Bruch der Koalition kommt, möchten wir hier schon mal auf den Trailer aufmerksam machen, um sich eine eigene positive Meinung bilden zu können.

JUGEND RETTET ist ein Netzwerk junger Menschen, die sich in einer NGO (nicht Regierungsorganisation) organisiert haben, um gegen das Sterben im Mittelmeer anzukämpfen. Sie haben das Schiff IUVENTA 2015 gekauft und innerhalb von einem Jahr mehr als 14.000 Menschen aus Seenot gerettet.

Die Organisation wirkt damit der humanitären Katastrophe auf dem Mittelmeer und dem kollektiven politischen Versagen an europäischen Außengrenzen entgegen, was den italienischen Politikern aber offensichtlich mißhagte.

Am 1. August 2016 beorderte die italienische Seenotrettungsleitstelle die IUVENTA nach Lampedusa. Anschließend wurde sie von Italienischen Behörden präventiv wegen angeblicher Fluchthilfe beschlagnahmt. Am Tag zuvor weigerte sich die Crew jedoch, den so genannten Code of Conduct (Verhaltenskodex) der italienischen Regierung zu unterschreiben, der sie zum Bruch von internationalem Seerecht gezwungen hätte. Das Schiff liegt heute - nach zwei Jahren - immer noch im Hafen vor Anker und wird nicht freigegeben, obwohl - mangels an Beweisen - keine gerichtlichen Maßnahmen gegen die Crew eingeleitet werden konnten.

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Von unserer Filmkritikerin Ulrike Schirm kommt heute zunächst nur eine Rezension, denn man kann nicht alles gesehen haben, was ansonsten auch noch gestartet ist. Morgen wollen wir uns nach Berlin-Neukölln zum 48 Stunden Kulturfestival begeben.

"AM STRAND" romantisches Drama von Dominic Cooke (USA). Mit Saoirse Ronan, Billy Howle, Anne-Marie Duff u.a. ab 21. Juni 2018 im Kino. Hier der Trailer:

Ulrikes Filmkritik:

1962. Auf einer politischen Versammlung in Oxford lernen sich zwei junge Menschen kennen, die unterschiedlicher nicht sein können. Florence Pontig (Saoirse Ronan) ist die Tochter einer wohlhabenden Familie, die in den besten Kreisen verkehrt. Ihr Vater (Samuel West), ein erfolgreicher Geschäftsmann, ihre Mutter (Emily Watson) eine kühle, total pragmatische Frau, für die nichts anderes in Frage kommt, als das ihre Tochter ein genauso konservatives Leben führt, wie die Eltern es gewohnt sind.

Der junge Edward Mayhew (Billy Howle) hingegen, lebt in einer chaotischen aber warmherzigen Familie. Seine Mutter Anne-Marie Duff) hat bei einem Unfall einen Hirnschaden erlitten, ist auf sympathische Weise etwas „verrückt“ und malt phantasievolle Bilder. Edwards Vater (Adrian Scarborough) tut alles, um die Familie zusammenzuhalten.

Florence, eine virtuose Geigerin, hat große Pläne. Als berühmte Geigerin, will sie mit ihrem Streichquartett eines Tages in ausverkauften Konzertsälen spielen.

Edward hat gerade sein Geschichtsstudium beendet und möchte liebend gerne Schriftsteller werden. Er ist ein Rock 'n Roll Fan, von klassischer Musik hat er keine Ahnung. Dennoch entwickelt sich zwischen den beiden eine zärtliche Liebesgeschichte.

Florence Mutter ist entsetzt. Sie hält Edward für einen Bauerntölpel, der der nicht mal ein Baguette von einem Croissant unterscheiden kann. Die beiden lassen sich nicht beirren und heiraten. Es ist wahrscheinlich die Andersartigkeit des jeweiligen Partners, die eine starke Anziehungskraft auf beide ausübt. Immer wieder sagen sie sich gegenseitig, wie sehr sie sich lieben. Ihre Flitterwochen verbringen sie in einem einfachen Hotel am Strand von Chesil Beach in Dorset.

Man spürt ihre Angst vor der ersten sexuellen Begegnung. Es ist eine Zeit, in der Gespräche über Sexualität total tabu sind. Über so etwas spricht man nicht. Besonders Florence lenkt immer wieder ab, indem sie Edward bittet aus seinem Leben zu erzählen. Doch der Moment rückt immer näher. Edward beginnt Florence langsam zu entkleiden. „Ich bin ein Idiot, ich kriege nicht mal einen Reißverschluss auf,“ stammelt er in freudiger Erwartung. Florence wirkt irgendwie abwesend. In seiner Unerfahrenheit und Aufregung, ejakuliert er auf ihren Bauch. Florence ist wie umgewandelt. Sie springt auf, zieht sich an und läuft völlig aufgelöst zum Strand. Edward ist verzweifelt und wütend zugleich. Er weiß nicht, was er falsch gemacht hat. Am Strand kommt es zu einem heftigen Streit.

In Rückblenden erfährt man einiges Mehr über das ungleiche Paar. Florence bittet ihn, doch ins Hotel zurückzukehren. Doch Edward fühlt sich hintergangen und ist zutiefst verletzt. Ein Gespräch findet nicht mehr statt. Wenn man genau hinschaut, dann weiß man, dass Florence ein unaussprechliches Geheimnis mit sich herumschleppt und man versteht ihre überstürzte Reaktion. Nach Jahren sehen sich die beiden wieder. Florence gibt ein grosses Konzert. Edward sitzt im Publikum, Florence erkennt ihn und beide weinen bittere Tränen. Es hätte alles anders sein können, wenn nicht… ja, wenn nicht… aber und überhaupt.

Es ist eine der traurigsten Liebesgeschichten, die sehr berührt. "AM STRAND" ist die Verfilmung des 2007 erschienenen, gleichnamigen Romans von Bestseller – Autor IanMcEwan (Der Zementgarten, Saturday, Abbitte). Der Roman, sowohl als auch der Film, zeigen die Beziehung eines jungen Paares, das zum Opfer einer prüden Zeit und ihrer damit verbundenen Erziehung wurden. Eine Geschichte über Liebe, Begierde und Angst und die Unerbittlichkeit des Schweigens und deren Folgen.

Ulrike Schirm

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