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Zahlreiche Filmpreise in Hamburg vergeben

Preise des IKFF, Gewinner von Mo&Friese und der Studio Hamburg Nachwuchspreis.

In Hamburg sind am Wochenende die Preise des Internationalen Kurzfilmfestivals vergeben worden. Doch zuvor fand am 7. Juni 2018 im Hamburger Thalia Theater vor rund 1.000 Gästen zum 21. Mal die Verleihung des Studio Hamburg Nachwuchspreises statt.

Den Preis für den besten Film nahmen Regisseurin Henrika Kull und Produzentin Sophie Lakow von der Filmuniversität Potsdam-Babelsberg für "Jibril" entgegen. Die Jury lobte die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen einer alleinerziehenden Mutter und einem Strafgefangenen besonders für die "Schauspielerführung und die fast dokumentarischen, sensibel eingefangenen Familienszenen".

Als bester Nachwuchsdarsteller wurden Johanna Ingelfinger für ihre Rolle in "Das Verschwinden" und Nino Böhlau für seine Rolle in "Der Sohn" ausgezeichnet. Ingelfinger wurde von der Jury als die schauspielerische "Entdeckung des Jahres" bezeichnet, die "konzentriert, kraftvoll, mit Mut zur Hässlichkeit und einer atemberaubenden Hingabe" mühelos in einem hochkarätigen Cast bestehe. Böhlau überzeugte die Jury durch seine "außerordentlich große künstlerische Bandbreite", wobei er nicht nur ein "intuitives Verständnis für die seelischen Geheimnisse seiner Rolle, sondern auch eine schlafwandlerische Sicherheit für Timing" beweise.

Als bester Kurzfilm wurde Laura Klippels "Rå" ausgezeichnet, der die Jury durch starke Bilder überzeugte, "die präzise menschliche Seelenlandschaften spiegeln und einen starken Sog entwickeln". Der 30 Minuten lange Film, der ebenfalls an der Filmuniversität Potsdam-Babelsberg entstand, lief zuerst auf der diesjährigen 68. Berlinale in der Sektion »Perspektive deutsches Kino«.

Mit dem vom NDR gestifteten Eberhard-Fechner-Preis für die beste Dokumentation wurde Leonhard Hollmann für "Stiller Kamerad" über die therapeutische Behandlung traumatisierter Bundeswehrsoldaten mithilfe von Pferden ausgezeichnet. Hier der Trailer:

Ein nach Ansicht der Jury "herausragender Dokumentarfilm, der die Zuschauer mit vielen neuen Erkenntnissen und unvergesslichen, berührenden Bildern konfrontiert". Ebenfalls eine Produktion aus unserer Region von der Filmuniversität Potsdam-Babelsberg Konrad Wolf, die somit drei Preise mit nach Hause nahm.

Der Studio Hamburg Nachwuchspreis für das beste Entertainment ging an Stefan Titze für seine beiden Beiträge "Rathaus of Cards" und "Spießer", die nach Jurymeinung einerseits eine "bestechend werkgetreue und präzise formulierte Persiflage", andererseit ein klassischer Sketch, überraschend in der sicher gesetzten Pointe" sind.

Der Hamburger Krimipreis der Freien und Hansestadt Hamburg zu Ehren Jürgen Rolands ging an Eoin Moores "Polizeiruf 110: Muttertag", den die Jury als "in der Regie souverän geführt und in den Rollen schauspielerisch sehenswert getragen" lobt.

Erstmals wurde im Rahmen des Studio Hamburg Nachwuchspreises auch der Impuls Preis von ARD Degeto vergeben. Er ging an Helena Hofmann für ihr Exposé "Worauf es ankommt". Die Liebesgeschichte um die Hauptfigur, ihren one-night-stand, den Postboten, und ihre Messie-Mutter ist nach Ansicht der Jury "geschickt im Stadt-Land-Spannungsfeld angesiedelt" und bietet "eine originelle Variante zu den ewigen Familienthemen 'Loslassen' und 'zurück zu seinen Wurzeln' ".

Link: www.studio-hamburg.de/nachwuchspreis

Quellen: Blickpunkt:Film | IMDb | Berlinale | Studio Hamburg | Filmuniversität

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Vom 5. bis 11. Juni 2018 fand das 34. Internationale KurzFilmFestival Hamburg (IKFF) statt und zeigte mehr als 300 Kurzfilme aus über 40 Ländern. Dazu kamen über 80 Kurzfilme aus 34 Ländern, die darüber hinaus beim 20. Mo&Friese KinderKurzFilmFestival Hamburg gezeigt wurden.

Am Wochenende haben die Jurys haben entschieden und das Festival ist inzwischen gelaufen.

Preisträger 2018

Hamburger Kurzfilmpreis (Jurypreis des Internationalen Wettbewerbs. Dotiert mit 3.000,- Euro)

"Flores" von Jorge Jácome, (Portugal 2017, 26:00 min.) Hier der Trailer:

Begründung:

Was wäre, wenn wir uns die Kolonisation neu vorstellen, indem wir das Szenario vom Einfluss von Mensch und Natur auf den Kopf stellen? Der Preis geht an einen Film, der uns mit einer mutigen und doch sanften Sprache das doppelte Gesicht der Schönheit als gleichermaßen auratisch und grimmig zeigt. Die nichtlineare Struktur zeigt Reflexionen von Verdrängung, Trennung und den vielen Ebenen der Freundschaft als etwas, an dem man sich festhalten kann. Während also die Blumen allenthalben wachsen, freuen wir uns darüber, ›Flores‹ den Hamburger Kurzfilmpreis zu verleihen.

Der Film bekam auch den Publikumspreis, dotiert mit 1.500,- Euro

Zwei Lobende Erwähnungen:

"Una Luna de Hierro" von Francisco Rodríguez Teare, Chile, Frankreich 2017, 28:35 min

"Dit Learn" von Laure Prouvost, (Großbritannien 2017, 15:00 min.)

Deframed-Jurypreis, dotiert mit 2.000,- Euro

"Monelle" von Diego Marcon, (Italien 2017, 16:02 min.)

Begründung:

In einem sehr herausfordernden Deframed-Programm lenkte sich unsere Aufmerksamkeit sofort auf einen Film, der sich durch die Abwesenheit von Bild und Ton auszeichnet. Im sozio-kinematischen Raum zwischen Horrorgenre und Terroranschlägen entsteht mit den Mitteln des Kinos aus dem Diffusen heraus ein konkreter politischer Kommentar. Der Film beruht auf beeindruckende Art und Weise auf der doppelten Vorstellung der filmischen Einstellung und der Gewalttat, wobei wir zwischen den Einzelbildern im angsteinflößenden Unbekannten einer obskuren Schwärze gebadet werden.

Deframed Publikumspreis, dotiert mit 1.500,- Euro

"We Love Me" von Naween Noppakun, (Thailand 2017, 13:13 min.)

Deutscher Wettbewerb, Jurypreis dotiert mit 2.000,- Euro

"Die Wirkung des Geschützes auf Gewitterwolken" von Juliane Jaschnow, Stefanie Schroeder, Deutschland 2017, 30:30 min. Hier der Trailer:

Begründung:

In ihrer Untersuchung eines Ökosystems mediatisierter Bilder und Töne und der ihm innewohnenden Kreisläufe der Angst schaffen die Filmemacherinnen einen Essay als angewandte Erforschung des Zeitgenössischen. Die Gegenwart, die allzu nah scheint, wird durch Ausflüge in die Geschichte perspektivisch beleuchtet. Eine Geschichte von Bemühungen, die Ordnung der Natur zu beherrschen. Von Episode zu Episode beginnen wir zu ahnen, wie das Soziale als unausweichliche Katastrophe imaginiert wird, indem man es mit Metaphern aus der Natur beschreibt. Öffentliche Entrüstung wird zu Gewittern, gefühlte Bedrohungen verdichten sich zu Wolken. Die Wolken zu vertreiben heißt zu demystifizieren. Der Film erinnert uns an unsere gemeinsame Verantwortung bei der Herstellung sozialer Klimabedingungen.

Lobende Erwähnung:

"Confluence" von Benjamin Ramírez Pérez, Stefan Ramírez Pérez, (Deutschland, Niederlande, Serbien 2017, 20:45 min)

Hamburger Wettbewerb, Jurypreis dotiert mit 1.500,- Euro

"Spineless Kingdom" von Max Sänger, (Deutschland 2017, 29:00 min.)

»Der Flotte Dreier«, Publikumspreis (Thema 2018: Skandal) dotiert mit 1.000,- Euro

"Null Komma Sieben" von Moritz Boll, (Deutschland 2018, 3:00 min.)

arte-Kurzfilmpreis

Jury: Barbara Häbe, Catherine Colas

ARTE-Kurzfilmpreis

ARTE-Kurzfilmpreis, dotiert bis zu 6.000,- Euro

"After School Knife Fight" von Caroline Poggi, Jonathan Vinel, (Frankreich 2017, 21:00 min.)

Begründung:

Der ARTE-Kurzfilmpreis geht an einen Film, dessen stilistische Reife und starke Handschrift die Jury überzeugt hat. Der Film ist im Jetzt verankert. Wie erzählt man Liebe im 21. Jahrhundert? Wie die Zerbrechlichkeit, das Vergängliche? Darauf gibt der Film ›After School Knife Fight‹ eine cinematografische Antwort.

Die Jubiläumsausgabe des 20. Kinder & Jugend KurzFilmFestivals Mo&Friese konnte mit 36 toll besuchten Veranstaltungen bei hochsommerlichem Wetter mehr als 4000 kleine und große Zuschauer*innen in die Kinos locken. Damit wurde im dritten Jahr in Folge die 4000er-Marke geknackt.

Friese-Preis (Kinder-Jurypreis 1.250 Euro, 4 bis 8 Jahre)

"The Theory of Sunset" von Roman Sokolov, (Russland 2017, 8:48 min.) Animation - Hier der Trailer:

Begründung:

Der Friese-Preis geht an ›Die Theorie vom Sonnenuntergang‹ von Roman Solokov. Dieser Film hat uns überzeugt, weil er wunderschön erzählt ist. Die Geschichte dauert einen Tag, und das ganze Leben ist darin enthalten, man kann Geburt und Tod sehen. Der Tod ist gar nicht gruselig, sondern sehr nett, das hat uns gut gefallen. Der Film kommt ohne Worte aus, war aber trotzdem gut zu verstehen. Der Filmemacher hatte eine sehr kreative Idee, wie Tag und Nacht funktionieren. Und wie der Film gezeichnet ist, hat toll zur Geschichte gepasst. Nach dem Schluss haben wir uns Gedanken darüber gemacht, was vor und nach der gezeigten Handlung so geschehen könnte, und das passiert nicht bei jedem Film.

Mo-Preis (Kinder-Jurypreis 1.250,- Euro, 9 bis 13 Jahre)

"Cry Rosa" von Imogen Murphy, Irland, (Großbritannien 2017, 20 min.) Kurzspielfilm. Hier der Clip in voller Länge:

Begründung:

Wir vergeben den Mo-Preis an den Film ›Cry Rosa‹, weil der Inhalt des Films für unser Alter sehr verständlich war und uns zum Nachdenken gebracht hat. Das Thema Rassismus wird behandelt, dabei gefällt uns die Rolle der Rosa sehr. Sie lässt sich nicht unterkriegen und zeigt Stärke. Sie kann ein Vorbild für andere Menschen sein. Der Film ist spannend und sehr traurig, uns ist während des Films nie langweilig geworden. Beim Gucken fühlt man sich in die Vergangenheit zurückversetzt, alles sah sehr echt aus. Besonders finden wir das Happy End gut, weil es zeigt, dass man sich nicht einschüchtern lassen sollte.

Lobende Erwähnung der Mo-Jury:

"Eine Reise mit Pinsel und Tinte" von Annlin Chao, (Taiwan 2017, 3:13 min.) Animation (lief im Programm ab 9 Jahren)

6. Jugendprogramm FreiStil ab 14 Jahren

›Freischwimmer‹ (Jugendjurypreis 1.000,- Euro, ab 14 Jahre)

"Sirene" von Zara Dwinger, (Niederlande 2017, 26:14 min.) Kurzspielfilm

Begründung:

Wir fanden diesen Film von Anfang an sehr stark, trotzdem war es eine sehr knappe Entscheidung, da wir eine Menge gute Filme hatten, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Und die deshalb auch echt schwer zu vergleichen waren. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an alle, die Filme eingereicht haben. Wir wissen, dass das eine Menge Arbeit war, diese Filme zu produzieren, einen großen Applaus, bitte. Am Ende ist unsere Wahl auf ›Sirene‹ gefallen. Der Film ist uns sofort durch seine Makellosigkeit aufgefallen. Super Kamera, super Belichtung, super Ton, super Schauspieler. Er hat uns berührt mit seiner Idee und Story. Ein riesiges Kompliment an alle, die an diesem Film mitgewirkt haben. Einen großen Applaus für ›Sirene‹!

Zwei Lobende Erwähnungen der FreiStil-Jury:

"Kiem Holijanda" von Sarah Veltmeyer, (Niederlande 2017, 14:07 min.) Kurzspielfilm

"Carlotta’s Face" von Frédéric Schuld, Valentin Riedel, (Deutschland 2018, 5:00 min.) animierter Dokumentarfilm

GIB MIR FÜNF!-Wettbewerb

Kurzfilmwettbewerb für Kinder bis einschließlich 13 Jahren. Filme mit maximal 5 Minuten Lauflänge zu einem jährlich vorgegebenem Thema. Thema 2018: »Fantasia«. Die Preise werden gemeinsam von der Friese- und Mo-Jury vergeben.

1. Preis (300 Euro):

"Monkey in a Car" von Felix Tomte Korth, (Deutschland 2018, 2:56 min.) Animation

Begründung:

Der Film von Felix Tomte Korth ist lustig – und lustige Filme kommen immer gut an, auch bei uns. Deshalb geht der erste Platz an ›Monkey in a Car‹. Es gab so viele lustige Stellen, die wir jetzt nicht alle aufzählen können, ihr müsst euch den Film selbst anschauen. Die Animationen sind sehr flüssig und machen einen professionellen Eindruck, das ist toll für einen Film von jemandem, der noch nicht 14 Jahre alt ist. Die Musik hat gut zu dem Film gepasst und die Handlung begleitet. Dass man nicht so genau weiß, ob der Affe jetzt gut oder böse ist, hat uns auch sehr gut gefallen.

2. Preis (200 Euro):

"Blackbird" von Doveton College, (Australien 2018, 2:04 min.) Animation

3. Preis (100 Euro):

"Colorscapes" von Lilith Jörg, Maya Fiedler, (Deutschland 2017/18, 3:22 min.) Experimentalfilm

Links: festival.shortfilm.com | moundfriese.shortfilm.com

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