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Kroation gewinnt beim SEEFF Filmfestival - und erneute Kinokündigung in Berlin

Der Gewinner des South East European Film Festival à Berlin heißt: "THE CONSTITUTION".

Am Sonntag Abend, den 27. Mai 2018, ging nach vier langen Vorführtagen, mit insgesamt 15 Wettbewerbsfilmen aus den Produktionsjahren 2016-2018, das #3. South East European Film Festival à Berlin im Kino Babylon mit der Preisverleihung zu Ende.

Verliehen wurden Preise an die besten Darsteller*innen, die beste Regie sowie den besten Film. Die undotierten Preise an die Schauspieler*innen sowie an die Regie wurden von jeweils zwei verschiedenen Jurys vergeben, während für den besten Film eine Grand Jury aus jeweils beiden Vertretern einen Sachpreis in Form eines Goldrings, verziert mit Sternen Europas, im Wert von ca. 1000 € vergab.

Der “SEEFF-Ring” aus Gold – gestiftet von der Erfolgsautorin Elisabeth Herrmann – wurde extra angefertigt. Ein Hauptpreis, der „nicht nur einen ideellen, sondern auch einen nicht unbedeutenden materiellen Wert hat, denn in Zeiten wie diesen muss er zumindest das Flugticket nach Berlin wert sein“, so Festivaldirektor Harald Siebler.

Die Jurys setzten sich zusammen aus jeweils drei Vertretern des Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) im Alter von unter 25 Jahren sowie aus einer Internationalen Jury, die ebenfalls drei Vertreter stellte.

Die diesjährige gemeinsame Internationale Grand Jury aus Vertretern der Internationalen Jury und Jurymitgliedern des Deutsch-Französischen Jugendwerks mit: - Brigitta Manthey, Nadine Mičić, Jakob Gašperin sowie Mascha Wolf, Nadin Celovic und Stelios Ziannis - entschied sich einstimmig für den Spielfilm "The Constitution" von Rajko Grlić aus Kroatien als „Besten Film“ und zeichneten das 2016 produzierte Werk mit dem SEEFF-Ring aus. Den Preis nahm stellvertretende für den Regisseur der Schauspieler Dejan Aćimović entgegen.

Synopsis:

In Rajko Grlić's Film "The Constitution" wird ein hochangesehener Professor nachts auf der Straße von einem homophoben, jugendlichen Mop zusammengeschlagen, weil er Frauenkleider trug. Der für die Ermittlungen beauftragte Polizist ist serbischer Abstammung, während der Professor aus Kroatien kommt. In einem Gespräch prallen die unterschiedlichen Mentalitäten aufeinander und die Erinnerungen an die letzten, grausamen Kriegstage treten dabei offen zutage.

Die unterschiedlichen Menschen wohnen im selben Gebäude, meiden sich jedoch gegenseitig, weil sie unterschiedlich leben, an unterschiedliche Dinge glauben und von unterschiedlichen Orten herkommen. Normalerweise würden sie wahrscheinlich nie ein Wort austauschen, aber ein Unglück lässt sie am Ende aufeinander zugehen. Ihre Leben verbinden sich auf eine Art und Weise, die tief verwurzelte Überzeugungen und Vorurteile in Bezug auf materiellen Status, sexuelle Orientierung, Nationalität und Religion fundamental in Frage stellt. Langsam und sogar schmerzhaft beginnen sie sich zu öffnen und erkennen die essenzielle Menschlichkeit, die jeder von ihnen besitzt.

Hier nochmals der Trailer:

Die Begründung der Jury:

"Der Film ist eine brillante Analyse der Gesellschaft, die in einem Apartmentkomplex in Zagreb vollzogen wurde. Ein Film der zeigt, wie man Vorurteile gegenüber Andersartigkeit in Bezug auf Gender, Nationalität und kulturelle Traditionen überwinden kann. Dieses Werk ist eine Ode an die Menschlichkeit."

Weitere Preise des Festivals.

Die ‚International Jury‘ bestehend aus Brigitta Manthey, Nadine Mičić und Stelios Ziannis zeichnet Vassilis Mazomenos, "Lines" aus Griechenland mit dem Preis für die beste Regie aus.

"Wir verleihen den Preis der besten Regie an Vassilis Mazomenos für seinen hochgradig ästhetischen und artistischen Film mit einer faszinierenden Struktur und einer kritischen Perspektive auf die sozio-politischen Dimensionen im heutigen Griechenland", so die Jury.

Bester Schauspieler - Internationale Jury: Nebojša Glogovac, "The Constitution", Kroatien

"Die Jury zeichnet Nebojša Glogovac posthum mit dem Preis des "SEEFF Schauspielers 2018" für seine Rolle des Professor Vjeko Kralj in 'The Constitution' von Rajko Grlić aus. Hierbei zeichnete er sich durch eine ernste, aber lebhafte, authentisch und überzeugende Darstellung seines Charakters aus. Die Film- und Theaterbranche sowie das Publikum werden diesen unglaublichen Schauspieler vermissen."

Beste Schauspielerin – Internationale Jury: Gorica Popović in ihrer Rolle der Großmutter Stojanka in "Out of the Woods", Serbien

Der Preis “Beste Schauspielerin” geht an Gorica Popović in dem Serbischen Festivalbeitrag „Goats Ears” - “Out of the Woods” für ihre starke, glaubwürdige, authentische und optimistische Darstellung der Großmutter, die sich um ihre Enkel im postsozialistischen Serbien kümmert.

Die ‚International Young Jury‘ - Mascha Wolf, Nadin Celovic und Jakob Gašperin, verlieh den Preis für die beste Regie an Edon Rizvanolli aus dem Kosovo für seinen Film "Unwanted".

"Edon Rizvanolli schaffte mit seinem Werk eine schöne Verbindung zum Publikum. Er zeigte eine nuancierte, authentische und visuell ansehnliche Geschichte über einen Jungen, der die Liebe entdeckt, jedoch mit den Hindernissen und Grausamkeiten seiner sowie der Vergangenheit seiner Mutter konfrontiert ist."

Bester Schauspieler - Young Jury: Dragos Bucur in der Rolle des Andrei Florescu in "Hawaii", Rumänien.

Für seine tief bewegende und hoffnungsvolle Darstellung und für seine einzigartige Fähigkeit, das Publikum auf eine emotionale Reise mitzunehmen, vergeben wir den SEEFF Preis für den Besten Schauspieler an Dragos Bucur vom rumänischen Film „Hawaii“, so die junge deutsch französische Jury.

Beste Schauspielerin - Junge Jury: Adriana Mathoshi, "Unwanted", Kosovo

Der Preis “SEEFF-Schauspielerin 2018“ der jungen Jury geht an Adriana Mathoshi für den Film „Unwanted“ aus Kosovo für ihre rohe, ausdrucksstarke und eindringlich hypnotisierende Darstellung.

Zum Festival.

SEEFF à Berlin #3: "Focus Romania" präsentierte vom 24. – 27. Mai 2017 Filmproduktionen aus 15 südosteuropäischen Ländern, über die wir am 23. Mai 2018 ausführlich berichteten. Die jeweiligen Filme wurden dem Publikum in Originalsprache mit englischen Untertiteln gezeigt. Das Festivalkino war das Kino Babylon am Rosa Luxemburg Platz.

SEEFF à Berlin #4 findet von Donnerstag, den 23. Mai – Sonntag, den 26. Mai 2019 statt.

Link: www.seeff.de

Quelle: Zoom Medienfabrik

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Gespräch mit Harald Siebler zu einer Kinokündigung.

Wir konnten Festivaldirektor Harald Siebler auf dem Festival ein paar Fragen stellen. Ursprünglich sollte nämlich das Festival gar nicht im Kino Babylon stattfinden, sondern in einem neuen, kleinen Kino - unweit entfernt - in der Straßburger Straße.

Seit drei Jahren ist Harald Siebler mit dem Ausbau beschäftigt. Als Geschäftsführer des geplanten Kinos hat er viel Herzblut und viele Arbeitsstunden in den Ausbau und die Fertigstellung investiert. Geplant war kein weiteres Programmkino, sondern ein Ort für besondere Veranstaltungen, Festivals und Sichtungen von Filmen in Kooperation mit Interfilm Berlin.

Einer der drei Gesellschafter ist der Hauseigentümer, der wenige Tage vor Beginn des Festivals die Kündigung wegen fehlender Mietzahlungen aussprach. Wer in diesem Fall an Parallelen wegen der Insolvenz des Eiszeit Kinos denkt, über das wir am 17. Mai 2018 berichteten, liegt nicht ganz falsch.

In beiden Fällen hatten Hauseigentümer großes Interesse an Kultur und Kinokunst in ihren Häusern gezeigt und anfänglich Unterstützung bekundet. In beiden Fällen wollten die Hauseigentümer einen Teil der Baukosten tragen, waren aber letztendlich nicht bereit für Fehlplanungen und Kostensteigerungen durch die von ihnen beauftragten Architekten, gerade zu stehen.

Als nach drei Jahren Bauzeit immer noch keine Eröffnung erfolgte, waren im Fall von Harald Siebler wohl die anderen Gesellschafter nicht mehr bereit, Mietkosten für ein nicht geöffnetes Kino voraus zu strecken. Mit der Kündigung durch den Hauseigentümer, der sich offensichtlich wie ein Kuckuck in ein gemachtes Nest setzen will, folgt leider wieder ein Rechtsstreit, ohne Aussicht auf sicheren Erfolg, der sich lange hinziehen kann.

W.F.

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