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XPOSED Queer Film Festival & Ausstellung von homosexuellen Filmemacher*innen in der ADK Berlin

13th XPOSED International Queer Film Festival Berlin.

"Perversion & Dekadenz" ist der Titel des fünften Shorts-Programms, das neben zahlreichen langen Spiel- und Dokumentarfilmen bei der diesjährige 13. Ausgabe des Berliner XPOSED International Queer Film Festival mit intimen Bildern den Sinnen freien Lauf gibt und von subtilen und nicht so subtilen Freuden spricht - eine Feier von Leidenschaften, Geduld und Porno-Stars, ein Manifest zu "Ficken wie wir wollen".

In diesem Jahr haben 43 Queer Shorts Filme aus der ganzen Welt genau dies getan und fanden ihren Weg in ein Programm zu dem auch das nachfolgende Filmstill aus "JOHNNY R DEMENTED" von Fred Morin gehört.

Filmstill: "JOHNNY R DEMENTED" by Fred Morin

In den langen Filmen erforschen Filmemacher romantische Beziehungen und Kindheitstraumata, zeichnen Fotos und Aufnahmen der Vergangenheit auf und verweben Sie in Gegenwarts-Betrachtungen. Als Beispiel haben wir einen Trailer aus der brasilianischen Musik-Dokumentation "BIXA TRAVESTIE" eingefügt, der schon auf der letzten Berlinale in der Sektion Panorama für große Aufmerksamkeit sorgte und nun noch einmal bei XPOSED zu sehen ist.

Das 13. XPOSED International Queer Film Festival findet vom 24.-27. Mai 2018 im Kino Moviemento in Berlin-Kreuzberg statt.

Hier der Trailer des Festivals:

Link: www.xposedfilmfestival.com

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Ganz unabhängig vom oben genannten Filmfestival und dennoch thematisch dazu gut passend, ist eine Ausstellung in der Akademie der Künste am Brandenburger Tor eröffnet worden. Unsere Filmkritikerin Ulrike Schirm war eingeladen und berichtet nachfolgend von der Eröffnung am 17. Mai 2018.

ABFALLPRODUKTE DER LIEBE (18. Mai – 12. August 2018 in der ADK)

Filmstill: "DER ROSENKÖNIG" (1986) von Werner Schroeter Foto: © Elfi Mikesch

Eine Ausstellung mit Werken von Elfi Mikesch, Rosa von Praunheim und Werner Schroeter in der AKADEMIE DER KÜNSTE am Pariser Platz.

Ulrikes Bericht:

Die interessante Ausstellung, die ursprünglich den Titel "GEBOREN, UM BERÜHMT ZU WERDEN" tragen sollte, wurde bewusst am 17.5.2018 eröffnet, um an den Schandparagraphen §175 zu erinnern.

Da „Geboren, um berühmt zu werden“ doch etwas sehr arrogant klingt, hat man sich für „Abfallprodukte der Liebe“, dem deutschen Titel eines Essayfilms „Poussières d`amour“ von Werner Schroeter geeinigt, erklärte Rosa von Praunheim in der Pressekonferenz.

Die Akademie der Künste würdigt die Künstlerfreundschaft zwischen Schroeter, Mikesch und Praunheim. Die drei verbindet nicht nur ihre Homosexualität, sondern auch eine ganz besondere Intuition, die die vom Wesen unterschiedlichen Filmemacher untereinander spüren.

Kennengelernt haben sie sich Mitte der 1960er Jahre und seit dieser Zeit unterstützten sie sich gegenseitig bei ihren künstlerischen Projekten. In der Ausstellung begegnet sich die Gegensätzlichkeit der drei Künstler in Ausschnitten ihrer Werke, Fotos Talks und Performances. Bevor man die Ausstellungsräume betritt, empfängt einen im Entrée ein grosser roter Kasten , mit hunderten von roten Rosenblättern, wunderschön anzusehen, die einen sofort an Hildes „Für mich soll's rote Rosen regnen…“ erinnert.

Jedem der drei Kunstschaffenden ist ein eigener Raum gewidmet, in dem wir einen Ort geschaffen haben, wo wir unsere Meinung und unsere Haltung ausstellen können.

In Elfis Raum steht die Frage im Mittelpunkt, was machen wir mit uns, was machen wir mit unserer Welt? Aber nicht nur das, in ihrem Ausstellungsraum haben wir Einblick in verschiedene aktuelle Arbeiten der preisgekrönten Kamerafrau, Fotografin und Regisseurin.

Werner Schroeter, der 2010 an einer Krebserkrankung verstorben ist, imponiert in zwei Räumen mit Klanginstallationen von Eberhard Kloke, beeindruckenden Fotos seiner „Göttinnen Magdalena Montezuma und Maria Callas, verschiedener Filmausschnitte und Tonaufnahmen. Schroeter, ein Liebhaber der großen Oper, dessen Werk aus 30 Filmen, zahlreichen Theater- und Opernproduktionen besteht, war in Frankreich und Italien sehr gemocht und erhielt Auszeichnungen wie den Goldenen Bären und Löwen, was Praunheim mit Neid erfüllte, dessen Filme mehr die Schmuddelecke krönten, als die große Kunst. Kurz vor seinem Tod erhielt Schroeter den Teddy für sein Lebenswerk, von Praunheim mit liebevollen Worten, überreicht. Seine Dankesrede, die er mit brüchiger Stimme hält, kann man über Kopfhörer noch einmal verfolgen.

Der verrückteste Raum ist der von Rosa. Ein grosses Schild warnt vor Penissen. Die gibt es dann auch reichlich, in verschiedenen Ausführungen zu sehen. Ein Lotterbett lädt zum verweilen ein, während man über Kopfhörer gemütlich Gedichte hören kann. Viel persönlicher Krimskrams ist zu besichtigen, Familienfotos, ein Mausoleum verstorbener Stars und vieles mehr.

Mir gefällt sein Traum 2018: „Ich träume von einer Armee der Alten, um gegen die Diktaturen dieser Welt in einen mutigen Krieg zu ziehen. Gemeinsam wollen wir für Freiheit und Demokratie kämpfen. Wir haben Nichts zu verlieren, als unseren nahen Tod. Aber die Jugend hat viel zu gewinnen“.

"Mit Fotografien, Filmen, Zeichnungen, Klanginstallationen und Dokumenten zeigt die Ausstellung erstmals die vielfältigen ästhetischen und biografischen Wechselbeziehungen untereinander.

Die künstlerische Freundschaft - in all ihren Widersprüchen - wird zu einem biografischen Motiv verdichtet, dass alle fünf Ausstellungsräume miteinander verbindet. Mit aktuellen Arbeiten von Elfi Mikesch und Rosa von Praunheim schlägt „Abfallprodukte der Liebe“ eine Brücke über fünf Jahrzehnte bis in die Gegenwart“. (Pressetext)

Rosa: „Das Publikum muss unsere Ausstellung ja großartig finden, denn sie ist ja auch großartig!“

Recht hat er.

Ulrike Schirm

Begleitet wird die Ausstellung von Filmvorführungen, Talks, Konzerten, Film und Gespräch in der Akademie der Künste Pariser Platz 4 und Akademie der Künste Hanseatenweg 10.

Hier noch der Trailer aus Werner Schröters "DER ROSENKÖNIG".

Übrigens jeden Mittwoch im Mai, jeweils um 18:00 Uhr, liest die Schauspielerin Christiane Ziehl im Ausstellungsraum aus Rosa von Praunheims Werken.

Link: www.adk.de

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