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29. Internationales Filmfest Emden-Norderney

Vier Filme in Emden im Rennen um den DGB-Filmpreis 2018.

Vom 6.-13. Juni 2018 werden die Seehafenstadt Emden an der Ems und die Nordseeinsel Norderney zum 29. Mal zum Treffpunkt von Filmschaffenden und Filmenthusiasten aus Deutschland und dem europäische Ausland.

Das Internationale Filmfest Emden-Norderney - 1990 gegründet - hat sich inzwischen zu einem bundesweit vielbeachteten Publikumsfest mit jährlich gut 25.000 Besuchern entwickelt. Neben deutschen Filmen stehen alljährlich insbesondere Produktionen aus Nordwesteuropa im Mittelpunk des Festivalprogramms. Viele davon werden in Emden und auf Norderney als Uraufführung oder deutsche Erstaufführung präsentiert.

Mit insgesamt 50 Lang- und 38 Kurzfilmen (davon sechs Uraufführungen und 36 Deutschlandpremieren) unterstreicht das Publikumsfestival im Nordwesten einmal mehr seinen Anspruch, brandneue und zeitgeschichtlich hochaktuelle internationale Filmproduktionen zu präsentieren.

Dank der Förderung durch die Nordmedia GmbH und der Stadt Emden sowie der Unterstützung vieler Sponsoren kann das Festival in jedem Jahr in neun Wettbewerben 60.500 Euro Preisgeld ausloben. Darüber hinaus vergibt das Festival alljährlich einen der sicherlich schönsten und einzigartigsten Filmpreise in Deutschland: Das Inselstipendiat „Ein Schreibtisch am Meer“ – eine Woche auf der Insel mit allem Komfort zum Drehbuchschreiben und Stoffentwickeln. So mancher Kino- und Fernsehfilm der letzten Jahre hat auf der Insel seinen ersten Anfang genommen.

Vier nominierte Filme für den DGB-Filmpreis.

Beim diesjährigen Internationalen Filmfest Emden-Norderney gehen vier Filme aus Deutschland, Frankreich und Norwegen ins Rennen, um den begehrten DGB-Filmpreis 2018, die sich in besonderer Art und Weise gesellschaftspolitischen und zeitgeschichtlichen Themen widmen.

Im Rahmen dieses vielbeachteten Wettbewerbs wird der Dokumentarfilm „Der letzte Jolly Boy“ von Hans Erich Viet seine Welturaufführung erleben - ein Porträt des Holocaustüberlebenden Leon Schwarzbaum, der zu den Zeugen bei einem der letzten Ausschwitzprozesse in Deutschland gehörte. Angesichts wachsender ökonomischer Ungleichheiten, zunehmender Fremdenfeindlichkeit und schleichendem Antisemitismus zeigt das Internationale Filmfest Emden-Norderney nicht nur mit dieser Doku eine „klare Kante“. Allein sieben Lang- und Kurzfilme im Programm zeigen heutiges jüdisches Leben in Europa und Israel.

Der in Ostfriesland und Berlin lebende Regisseur hat für seine Doku „Der letzte Jolly Boy“ vier Jahre lang den Ausschwitzüberlebenden Leon Schwarzbaum mit der Kamera begleitet. Ob auf der Suche nach Spuren seiner Kindheit in Polen, ob bei seinem Besuch in den Vernichtungslagern oder aber als Zeuge beim jüngsten Prozess gegen ehemalige SS-Männer in Detmold – Hans Erich Viet war ganz nah an Leon Schwarzbaum dran. Herausgekommen ist ein bewegendes filmisches Porträt eines Zeitzeugen, der mit seinen 97 Jahren immer noch versucht, zu verstehen, was nicht zu begreifen ist.

Auch der norwegische Beitrag „Utøya 22. Juli“ von Erik Poppe, der seine Uraufführung auf der Berlinale erlebt hat, steht im Programm auf der Nominierungsliste für den DGB-Filmpreis. Der in dokumentarscher Art gedrehte Spielfilm ist eine gleichermaßen packende wie ergreifende Rekonstruktion des Überfalls eines rechtsradikalen Attentäters auf ein Jugendlager der norwegischen Sozialdemokraten im Sommer 2011, bei dem 77 Kinder und Jugendliche ums Leben kamen.

Besonders ergreifend fanden wir "Styx", der leider nicht im Wettbewerb der Berlinale lief, sondern seine Uraufführung nur in der Panorama Sektion hatte. Glücklicherweise stand das auf hoher See im Sturm spielende Flüchtlingsdrama kürzlich auch auf dem 26. Filmkunstfest MV in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Programm. Nun kommt der Film von der Ostsee zur Nordsee bewirbt sich um den DGB-Filmpreis 2018. Wolfgang Fischer erzählt darin auf dramatische Art und Weise über eine Reise unter Segeln, die unversehens zu einer aussichtslosen Rettungsmission auf hoher See wird. Zur Abwechslung hier diesmal ein anderer Clip über eine allein segelnde Ärztin auf hoher See:

Die vierte Nominierung kommt aus Frankreich. In dem Film „Comme des Garcons – Lasst die Mädchen spielen“ erzählt Regisseur Jullien Harlard auf charmante Art und Weise die wahre Geschichte des ersten Frauenfußballspiel in Frankreich 1969(!).

Der DGB- Filmpreis ist ein Publikumspreis und wird seit 1998 alljährlich auf dem Filmfest vergeben. Preisstifter sind der DGB-Bezirk Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt und die darin zusammengeschlossenen Mitgliedsgewerkschaften. Dessen Vorsitzender Dr. Mehrdad Payandeh wird in diesem Jahr die Auszeichnung verleihen. Der Preis ist mit 7.000 Euro dotiert und würdigt die Arbeit von Filmschaffenden, die sich in besonderer Art und Weise gesellschafts-politisch relevanten Themen widmen.

Eröffnungsfilm aus Frankreich.

Mit der französischen Komödie „LE BRIO – Die brillante Mademoiselle Neïla“ von Regisseur Yvan Attal wird das Festival am Mittwoch, den 6. Juni 2018 eröffnet. Die Geschichte um den unfreiwilligen Zusammenprall zweier starker Charakterköpfe an einer Pariser Eliteschule feierte schon in Frankreich große Erfolge und wird als deutsche Erstaufführung erstmals zeitgleich in Emden und auf Norderney gezeigt. Hier der Trailer:

Freuen darf sich das Publikum darüber hinaus auf viele weitere großartige Filme wie über die Uraufführung der schwarzen britischen Komödie „Dead in a Week: Or Your Money Back“ oder über den München-Tatort „KI“, zu dessen Uraufführung die beiden Kommissare Batic und Leitmayr alias Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl erwartet werden.

SCORE Bernhard Wicki Preis.

Für den mit 15.000 € dotierten SCORE Bernhard Wicki Preis sowie für den mit 10.000 € Preisgeld dotierten Regiepreis, der durch das Publikum bestimmt wird stehen folgende nominierte Filme im Wettbewerb zur Wahl:

"303"

D 2018 | Hans Weingartner

"Away"

UK 2017 | David Blair | DE

"Die brillante Mademoiselle Neïla | Le Brio"

F/B 2017 | Yvan Attal | DE

"Comme des Garçons | Let The Girls Play"

F 2017 | Julien Hallard | DE

"Dead In A Week: Or Your Money Back"

UK 2018 | Tom Edmunds | UA

"The Drummer & The Keeper"

IRE 2017 | Nick Kelly | DE

"Edie"

UK 2017 | Simon Hunter

"Ein Lied in Gottes Ohr | Coexister"

F 2018 | Fabrice Éboué | DE

"Los Versos del Olvido – Im Labyrinth der Erinnerung"

F/D/NL/CHL 2017 | Alireza Khatami | DE

"Messi and Maud | La Holandesa"

NL/D 2017 | Marleen Jonkman | DE

"Monsieur Je-Sais-Tout | Mr. Know It All"

F 2018 | François Prévôt-Leygonie, Stephan Archinard | DE

"Supa Modo"

KEN/D 2018 | Likarion Wainaina

"Utøya 22. Juli"

N 2018 | Erik Poppe

"Verlorene"

D 2018 | Felix Hassenfratz

"Virgins | Vierges"

F/ISR/B 2018 | Keren Ben Rafael | DE

"Die Wunderübung"

A 2018 | Michael Kreihsl | DE

Preisgelder von 3.000 bzw. 2.000 Euro erhält der zweit- bzw. drittplatzierte Film.

Skurriles Kurzfilmprogramm aus England zum Brexit.

In der Kurzfilmsektion freut sich das Festival in diesem Jahr ein aktuelles Sonderprogramm als deutsche Erstaufführung in Emden präsentieren zu können. „Brexit shorts – Dramas from a divided nation“. Als einen Beitrag zum ersten Jahrestag des EU-Referendums in Großbritannien produzierte die britische Tageszeitung „The Guardian“ gemeinsam mit der Gruppe „Headlong Theatre“ dieses besondere Kurzfilmprogramm. In Zusammenarbeit mit renommierten britischen Drehbuchautoren, Regisseuren und Schauspielern entstanden insgesamt neun in allen Teilen des Landes inszenierte Kurzfilme, die eine Ahnung von der tiefen Verstörung geben, die das Vereinigte Königreich seit dem Abstimmung über den EU-Austritt im Juni 2016 durchlebt.

Emder Schauspielpreis an Julia Jentsch.

Der Emder Schauspielpreis geht in diesem Jahr an eine Frau, die zu den renommiertesten und besten deutschen Schauspielerinnen zählt: Julia Jentsch. Sie erhält am 10. Juni im Rahmen der Preisverleihungsgala die von der Emder Dirks Group gestiftete Auszeichnung.

„Das Internationale Filmfest Emden-Norderney freut sich, mit Julia Jentsch eine Künstlerin auszeichnen zu dürfen, die über einen langen Zeitraum kontinuierlich mit außergewöhnlichen schauspielerischen Leistungen in hervorragenden Film- und Fernsehproduktionen überzeugt und ihr Publikum begeistert“, sagt Rolf Eckard, Leiter des Internationalen Filmfestes Emden-Norderney.

Aus Anlass dieser besonderen Ehrung zeigt das Festival eine Werkschau, die in enger Zusammenarbeit mit Julia Jentsch erstellt wurde. Sie belegt eindrucksvoll die Bandbreite ihres großen Könnens und ihre enorme Wandlungsfähigkeit. Die Preisträgerin hat folgende Filme ausgewählt: "Die fetten Jahre sind vorbei" (Deutschland/Österreich 2004), "Sophie Scholl – Die letzten Tage" (Deutschland 2005), "Ich habe den englischen König bedient" (Tschechien, Slowakei 2006), "Die Habenichtse" (Deutschland / Irland / Frankreich 2016) und "24 Wochen" (Deutschland 2016).

Drei Drehbücher für den Emder Drehbuchpreis.

Aus 74 Einreichungen wählte die vom Grimme-Institut in Marl berufene Jury drei Bücher aus, die am 8. Juni 2018 ins Finale um den mit insgesamt 12.000 Euro dotierten Preis gehen.

„Blackbird“, eine Familiengeschichte von Max Hegewald (Berlin)

• das Historiendrama „Libertas“ von Katharina Schöde (Berlin)

• und das Außenseiterdrama „Schattenmenschen“ von Carola Diekmann (Zürich)

Link: www.filmfest-emden.de

Quelle: rische & co pr

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