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DOK Leipzig sucht Utopien und fordert das Unmögliche!

DOK Leipzig 2018 legt Quote für Regisseurinnen fest und findet unter dem Motto statt: »Fordert das Unmögliche!«

Das Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm DOK Leipzig steht in diesem Jahr unter dem Motto:

"Fordert das Unmögliche!"

Dieses Motto soll sich nach Angaben der Veranstalter in den gezeigten Filmen spiegeln. Das DOK Leipzig findet 2018 zum 61. Mal statt und dauert von 29. Oktober bis 4. November 2018. Mehr als 300 Filme aus der ganzen Welt sollen gezeigt werden.

Vorschläge können noch bis Anfang Juli eingereicht werden.

Im Zentrum der Sonderprogramme sollen Dokumentationen stehen, die Veränderungen anstoßen oder Transformationsprozesse abbilden wollen. Das Motto ist eine Referenz auf die diesjährige Retrospektive, die den Jahren um 1968 gewidmet ist.

Das Sonderprogramm spürt 50 Jahre danach dem damals virulenten Drang nach ästhetischer und politischer Erneuerung nach und vereint Filme aus einem halben Jahrzehnt um 1968.

Die Hommage des Festivals würdigt in diesem Jahr die Filmemacherin Ruth Beckermann („Die Geträumten“), die als eine Mitbegründerin der unabhängigen Filmszene Österreichs gilt und im Februar auf der Berlinale für ihren Beitrag „Waldheims Walzer“ mit dem Dokumentarfilmpreis geehrt wurde. Formal vielseitig, zählen zu ihrem bisherigen Werk Roadmovies und biographische Filme genauso wie ausgreifende Filmessays.

Zum 100. Jubiläum der baltischen Republiken richtet DOK Leipzig in diesem Jahr in seinem Länderfokus den Blick auf Litauen und betrachtet ein Filmland, das früh dem sowjetischen Dogma trotzte. Mit oftmals subtilen filmischen Mitteln oder spielerischen Herangehensweisen definierte es den Begriff des politischen Kinos neu, legte die poetische und emanzipatorische Kraft der Bilder frei und stellte das politische System in Frage.

Wie in den letzten Jahren auch präsentiert DOK Leipzig außerdem ein Animationsfilm-Sonderprogramm, das an das Festivalmotto anknüpft und vor Augen führt, wie Animation es vermag, nie zuvor Gesehenes sichtbar zu machen und neue Realitäten zu erschaffen.

Die Auswahl der Beiträge für die Offizielle Auswahl findet, wie in den Jahren zuvor, unabhängig vom Festivalmotto statt.

Die Filmeinreichung für die Offizielle Auswahl ist noch bis zum 7. Juli 2018 möglich.

Wie DOK Leipzig in einer Pressemitteilung bekannt gab, werden im Deutschen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm 40 Prozent der Filme von Regisseurinnen, 60 Prozent von Regisseuren stammen. Diese Quote, die auch für die 2019er-Ausgabe des Festivals gelten wird, wurde jetzt von Festivalleiterin Leena Pasanen und Programmer Ralph Eue festgelegt. Sie orientiert sich zufolge an dem Einreichverhältnis von Regisseurinnen und Regisseuren und war von Pasanen bereits bei der Eröffnung von DOK Leipzig im vergangenen Jahr angekündigt worden. Mit der Quote reagiert DOK Leipzig auf das Missverhältnis zwischen von Regisseurinnen und Regisseuren stammenden Filmen bei der 2017er-Ausgabe, als nur eine Ko-Regisseurin, aber zehn Regisseure im Langfilm-Wettbewerb des Festivals vertreten waren.

Die jetzt eingeführte Quote sieht Pasanen als einen Anfang: "Grundsätzlich brauchen wir natürlich in all unseren Sektionen konstant weibliche Stimmen. Das bedeutet für uns, dass wir auch bei unseren anderen Sektionen ein genaues Auge auf ein ausgeglichenes Verhältnis der Geschlechter haben, unsere Arbeit fortlaufend evaluieren und das Thema Diversity insgesamt größer denken. Für uns stellt sich das Problem auch als eines dar, das gehäuft bei den Langfilmen auftritt. In unseren Kurzfilmwettbewerben ist das Verhältnis der Geschlechter weitaus ausgeglichener".

Ralph Eue, der auch die in diesem Jahr aus vier Frauen und drei Männern bestehende Auswahlkommission leitet, ergänzte:

"Wir sehen die Quote als Werkzeug, mit dem wir uns am gegebenen Ort unseres Festivals einem offensichtlichen Problem stellen", so Eue. "Wir wollen mit Sorgfalt und Umsicht ein Zeichen setzen. Es ist keine gute Strategie, die Verantwortung für Veränderung in Fragen der Geschlechtergleichheit im Zusammenhang des Films auf andere Personen oder Institutionen abzuwälzen und selbstzufrieden zu warten, dass sich dort etwas bewegt. Bewegung taugt nur, wenn man sich selber bewegt".

Bereits jetzt hat DOK Leipzig Maßnahmen zur Unterstützung von Filmemacherinnen bei der Entwicklung von Dokumentarfilmen ergriffen. So wird in Zusammenarbeit mit dem European Women's Audiovisual Network im Rahmen des DOK Co-Pro Market der EWA Development Prize vergeben. Außerdem wird mit Unterstützung des ZONTA Club Leipzig Elster ein Reisekostenstipendium bereitgestellt, das einer Produzentin oder Regisseurin ermöglicht, am DOK Co-Pro Market teilzunehmen.

Link: www.dok-leipzig.de

Quellen: 3sat | filmecho | Blickpunkt:Film

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