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Übertagung des Bayerischen Filmpreises & deutsche Filme im Programm der Berlinale

Heute Abend erfolgt die Verleihung des Bayerischen Oscars.

Am 19. Januar 2018 wird zum 39. Mal der »Pierrot« an die Gewinner des Bayerischen Filmpreises im Prinzregententheater in München verliehen. Bis auf den Publikumspreis werden die Nominierungen vorher nicht bekannt gegeben.

Der Bayerische Filmpreis wird seit 1979 von der Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien für herausragende Leistungen des jeweils letzten Jahres immer im Januar im deutschen Fernsehen verliehen. Er ist mit Preisgeldern von insgesamt bis zu 310.000 Euro dotiert. Den größten Anteil hat dabei der Produzenten­preis mit 200.000 Euro. Damit gehört der Bayerische Filmpreis zu den höchstdotierten und begehrtesten Aus­zeich­nungen seiner Art in Deutschland. Preissymbol ist die Porzellanfigur Pierrot aus der comedia dell'arte von Franz-Anton Bustelli.

Der Bayerische Rundfunk produziert und überträgt diesen Höhepunkt des Bayerischen Oscars im BR Fernsehen von 20:15 - 22:30 Uhr.

Ehrenpreis für Werner Herzog.

Star-Regisseur Werner Herzog wird aus den Händen der stellvertretenden Ministerpräsidentin Ilse Aigner den Ehrenpreis erhalten. Er zählt zu den bedeutendsten deutschen Regisseuren und Produzenten der Gegenwart. Herzog hat bisher mehr als 60 Spiel- und Dokumentarfilme inszeniert, produziert und geschrieben. Zu seinem Œuvre zählen Werke wie „Aguirre, der Zorn Gottes“, „Nosferatu: Phantom der Nacht“ und „Fitzcarraldo“.

Publikumspreis für "Fack Ju Göhte 3".

Dem Ensemble von "Fack Ju Göhte 3" wird der Publikumspreis verliehen, da knapp sechs Millionen Zuschauer die Kinokasse ordentlich haben klingeln lassen. Hier zeigt sich aber wieder einmal, dass Film als Wirtschaftsgut offensichtlich mehr Gewicht hat, denn als Filmkunst. Bei Theater- und Opernhäusern ist es andersherum. Hier dennoch der Trailer:

VGF-Nachwuchsproduzentenpreis für Helena Hufnagel.

Im Rahmen der Verleihung des Bayerischen Filmpreises wird der VGF-Nachwuchsproduzentenpreis verliehen. Die Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken (VGF) verleiht mit dem VGF-Nachwuchsproduzentenpreis, den mit 60.000 Euro höchstdotierten deutsche Nachwuchsproduzentenpreis.

Wie von uns schon am Dienstag erwähnt, geht er in diesem Jahr an Helena Hufnagel (Cocofilms) für ihren Film "Einmal bitte alles", den sie auch inszeniert hat. Hier der Trailer:

Synopsis:

Luise Heyer spielt in der Tragikomödie, die im Sommer knapp 20.000 Besucher in die deutschen Kinos gelockt hatte, die 27-jährige Isi, die sich in einer Lebensabschnittskrise befindet. Auf dem Weg, eine erfolgreiche Illustratorin zu werden, zeichnet sie eine Graphic Novel zu F. Scott Fitzgeralds "Die Schönen und Verdammten". "Verdammt" ist aber auch ein Attribut, das auf Isi selbst zutrifft. Denn als ihre beste Freundin Lotte (Jytte-Merle Böhrnsen) sich auf dem Weg zum gemeinsamen Erwachsenwerden einen ganz anderen Weg einschlägt und schwanger wird, sieht sich Isi mit ihren inneren Zukunftsängsten konfrontiert.

Laut des Auswahlgremiums überzeugte Hufnagel bei ihrem Debutfilm durch Thema, Inszenierung, Look und hervorragende Darsteller. "Mit großem Können hat sie die Disziplinen Produktion und Regie vereint", heißt es seitens der VGF.

Link: vgf.de

Weitere Preise (UPDATE):

Regiepreis: Fatih Akin für "Aus dem Nichts"

Darstellerin: Diane Kruger in "Aus dem Nichts"

Darsteller: David Kross & Frederick Lau in "Simpel"

Schnittpreis: Stephan Krumbiegel für "Beuys" & "Peter Handke - Bin im Wald. Kann sein dass ich mich verspäte"

Kamera/Bildgestaltung: Matthias Fleischer für "Die kleine Hexe"

Dokumentarfilm: Yasemin & Nesrin Şamdereli für "Die Nacht der Nächte"

Nachwuchsregie: Adrian Goiginger für "Die beste aller Welten"

Nachwuchsdarstellerin: Verena Altenberger für "Die beste aller Welten"

Nachwuchsdarsteller: Jonas Dassler für "Das schweigende Klassenzimmer" & "LOMO - The Language of Many Others"

Drehbuch: Sonja-Maria Kröner für "Sommerhäuser"

Produzentenpreis: Kerstin Schmidbauer (Constantin Film) für "Grießnockerlaffäre" sowie Philipp Kreuzer & Jörg Schulze (maze pictures) für "The Happy Prince"

Produzentenpreis Kinder- und Jugendfilm: Kristine Knudsen & Tom Streuber (Medienmanufaktur) sowie Emely Christians (Ulysses Filmproduktion) für "Überflieger - Kleine Vögel, großes Geklapper"

Statement der Jury:

Der Siegerfilm Film von Fatih Akin mache politischen Terror zu einer persönlichen Angelegenheit, erklärte die Jury zu dem NSU-Drama des 44-Jährigen Regisseurs türkischer Einwanderer: "Sein Film fasst uns an, wie uns Nachrichten niemals berühren können, denn zurück bleibt eine Frau, der man alles Glück, alle Hoffnung genommen hat."

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Filmfestival in Saarbrücken mit jungem deutschen Film.

Was an interessanten deutschsprachigen Produktionen im Jahre 2018 erwartet werden kann, ist u.a. vom 22. bis 28. Januar 2018 beim Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken, einem der wichtigsten Filmfestivals für den jungen deutschsprachigen Film, zu sehen. Gezeigt werden dort auch österreichische und schweizerische Produktionen aus der deutschsprachigen Schweiz. Drei Produktionen, die in Saarbrücken gezeigt werden, sind anschließend auch auf der Berlinale zu sehen. Darunter der Gewinner des Festivals in Saarbrücken, der traditionsgemäß am letzten Sonntagabend, dem Publikumstag der Berlinale, am vorgeführt wird.

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Nachwuchsfilme auf der Berlinale.

Dem deutschen Nachwuchsfilm widmet sich auf der Berlinale auch die Reihe »Perspektive Deutsches Kino«, die im Gegensatz zum Max-Ophüls-Preis normalerweise keine Produktionen aus Österreich und der Schweiz zeigt, sondern sich vornehmlich den deutschen Hochschulfilmen widmet, die gerade erst von den Studierenden meist als Abschlussarbeit fertig gestellt worden sind und ihre Weltpremiere auf den 68. Internationalen Filmfestspielen Berlin erleben können.

Insgesamt 14 Filme, darunter sechs abendfüllende Spiel- und vier Dokumentarfilme, konkurrieren in diesem Jahr in der Berlinale-Sektion Perspektive Deutsches Kino um den mit 5.000 Euro dotierten Kompass-Perspektive-Preis. Formalen Beschränkungen gibt es so gut wie keine. Gezeigt werden Spiel- und Dokumentarfilme ab einer Laufzeit von 20 Minuten.

Für auf der Berlinale akkreditierte Pressevertreter werden einige Filme bereits ab nächster Woche vorab gezeigt. Genaue Termine nennen wir aber an dieser Stelle nicht, denn die Vorführungen sind nicht öffentlich.

Im Rahmen der Sektion Perspektive Deutsches Kino werden auf der Berlinale (15. bis 25. Februar 2018) folgende zu sehen sein:

ERÖFFNUNGSFILM: "Rückenwind von vorn" (Regie: Philipp Eichholtz, Weltpremiere)

"The Best Thing You Can Do With Your Life" (Regie: Zita Erffa, Weltpremiere)

"Die defekte Katze" (Regie: Susan Gordanshekan, Weltpremiere)

"Impreza - Das Fest" (Regie: Alexandra Wesolowski, Deutschlandpremiere)

"Kein sicherer Ort" (Regie: Antje Beine, Weltpremiere)

"Luz" (Regie: Tilman Singer, Weltpremiere)

"Verlorene" (Regie: Felix Hassenfratz, Weltpremiere)

"Whatever Happens Next" (Regie: Julian Pörksen, Weltpremiere)

"Überall wo wir sind" (Regie: Veronika Kaserer, Weltpremiere)

"draußen" (Regie: Johanna Sunder-Plassmann, Tama Tobias-Macht, Weltpremiere)

"Feierabendbier" (Regie: Ben Brummer, Weltpremiere)

"Kineski zid" (Regie: Aleksandra Odi?, Deutschlandpremiere)

"Rå" (Regie: Sophia Bösch, Weltpremiere)

"Storkow Kalifornia" (Regie: Kolja Malik, Weltpremiere)

Außerhalb des Wettbewerbs werden im Rahmen von Perspektive Deutsches Kino der auf dem Filmfestival Max-Ophüls-Preis ausgezeichnete Siegerfilm in der Kategorie Spielfilm gezeigt sowie Nora Fingscheidts "Ohne diese Welt" und die Dok-Serie "Film Wanderungen".

Link: www.berlinale.de/perspektive_deutsches_kino/

Vier deutsche Ko-Produktionen im Berlinale Wettbewerb.

Im offiziellen Berlinale Wettbewerb treten vier deutsche Ko-Produktionen an. So viele deutsche Filme im Wettbewerb gab es schon länger nicht mehr. Offensichtlich hat die Schelte der Filmemacher (wir berichteten sowohl am 5.12.2017 als auch am 22.12.2017) beim Berlinale Chef Dieter Kosslick etwas bewirkt.

Neben Christian Petzold („Barbara“), der mit seiner Anna-Seghers-Adaption „Transit“ mit Paula Beer und Franz Rogowski im Rennen um die Bären dabei ist, ist auch Emily Atefs deutsch-österreichisch-französischer Koproduktion „3 Tage in Quiberon“ prominent besetzt mit Marie Bäumer, Birgit Minichmayr, Charlie Hübner und Michael Gwisdek.

Weitere deutsche Wettbewerbsbeiträge kommen von Philip Gröning, der mit dem Familiendrama "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot" antritt sowie von Thomas Stuber dessen sehr menschliche Produktion "In den Gängen" mit Sandra Hüller, Peter Kurth und nochmals mit Franz Rogowski, ebenfalls im Wettbewerb läuft.

Keine US-Uraufführungen im Berlinale Wettbewerb.

US-Weltpremieren auf der Berlinale sind dagegen wieder Mangelware. Nicht nur wegen des nahen Oscar-Termins am 4. März 2018, sondern auch wegen der Erstaufführungen auf dem derzeit in den USA laufenden Sundance Filmfestivals (18. - 28. Januar 2018, siehe unseren Bericht von vorgestern) muss die Berlinale im Wettbewerb auf US-Uraufführungen verzichten und zeigt sowohl Gus van Sants Biopic "Don't Worry, He Won't Get Far on Foot" über den Zeichner John Callahan, als auch Robert Pattinsons Wild-West-Romantik "Damsel" aus der Sundance Sektion »Premieres« nur als Internationale Premiere bei den 68. Internationalen Filmfestspielen von Berlin, die vom 15. - 25. Februar 2018 stattfinden.

Link: www.berlinale.de/wettbewerb

Sieben deutsche Ko-Produktionen auch im Forum.

Vier deutsche Produktionen bzw. Ko-Produktionen sind auch in der Sektion »Forum« der 68. Internationalen Filmfestspiele zu sehen, wie erst gestern verkündet wurde. Außerdem werden zwei österreichische Filme gezeigt. Alle Werke sind Weltpremieren.

"Aggregat" von Marie Wilke, Deutschland – WP

"La cama (The Bed)" von Mónica Lairana, Argentinien / Deutschland / Niederlande / Brasilien – WP

"Casanovagen" von Luise Donschen, Deutschland – WP

"Den' Pobedy (Victory Day)" von Sergei Loznitsa, Deutschland – WP

"SPK Komplex" von Gerd Kroske, Deutschland – WP

"Unas preguntas (One or Two Questions)" von Kristina Konrad, Deutschland / Uruguay – WP

"Wild Relatives" von Jumana Manna, Deutschland / Libanon / Norwegen – WP

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"Aufbruch" von Ludwig Wüst, Österreich – WP

"Waldheims Walzer" von Ruth Beckermann, Österreich – WP

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Der Tagesspiegel sucht übrigens wieder eine Leserjury für die 68. Berlinale 2018., die den besten Film im Internationalen Forum auszeichnen soll. Der Gewinnerfilm wird am 24. Februar 2018 bei der Preisverleihung der unabhängigen Jurys bekannt gegeben und einen Tag später in Anwesenheit aller Jurymitglieder nochmals dem Publikum gezeigt.

Täglich müssen ausschließlich aus dem Programm des Forums drei bis fünf Filme gemeinsam mit anderen Jurymitgliedern gesichtet und anschließend besprochen werden, sodass keine Zeit mehr für weitere Filmbesuche in anderen Sektionen übrig bleibt.

Bewerbungen müssen unter dem Stichwort "Leserjury" bis zum 2. Februar 2018 bei der Tagesspiegel Kulturredaktion, Askanischer Platz 3 in 10963 Berlin eingehen. Es können auch besonders fantasievolle Bewerbungen per Mail gesendet werden an: berlinale@tagesspiegel.de

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