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6. International Uranium Film Festival Berlin 2017

Rio de Janeiros Uranium Film Festival zum sechsten Mal in Berlin - Das Festival erinnert an Brasiliens Tschernobyl.

Das Internationale Uranium Film Festival steht in diesem Jahr im Zeichen des radioaktiven Unfalls von Goiânia, der genau vor dreißig Jahren im September 1987 geschah. Vom 11. bis 15. Oktober 2017 wird das Festival dazu in Berlin zwei brasilianische Filme sowie eine Fotoausstellung über den Goiânia-Unfall im Kino in der Kulturbrauerei Prenzlauer Berg zeigen.

Geplant ist u. a. die deutsche Erstaufführung des Kurzspielfilms "Algo do que Fica" vom Nachwuchsregisseur aus Goiânia, Benedito Ferreira. Der Spielfilm, der sensibel über die radioaktive Katastrophe und ihre Folgen in Goiânia reflektiert, war vergangenen Juni einer der Hauptgewinner des renommierten Umweltfilmfestivals FICA in Goiás, an dem auch das ursprünglich in Rio de Janeiro gegründete Internationale Uranium Film Festival beteiligt war.

Für das Filmfest in Berlin hat die Festivalleitung nicht nur Regisseur Ferreira eingeladen, sondern auch als Ehrengast Odesson Alves Ferreira, Sprecher und bis vor kurzem langjähriger Präsident der Vereinigung der Cäsium-Opfer von Goiânia (AVCésio). Odesson selbst wurde durch das hochradioaktive Cäsium-137 stark verstrahlt und muss mit den Folgen leben.

Über den Unfall in Goiânia:

Vor genau 30 Jahren wurde in der lateinamerikanischen Stadt Goiânia ein Krebskrankenhaus verlagert. Das alte Gebäude wurde zwar abgerissen, doch der Raum mit dem Strahlenbehandlungsgerät lies man unangetastet stehen. Dort hausten über zwei Jahre Obdachlose direkt neben dem Gerät. 1987 versuchten zwei Arbeitslose das Gerät zu entfernen, um das Metall bei einem Schrotthändler mitten in der Millionenstadt zu verkaufen. Dazu wurde das Gerät aufgebrochen und Hunderte von Menschen wurden verstrahlt.

Das Internationale Uranium Filmfest wird in Berlin rund 20 Filme aus sieben Ländern im CineStar Kino in der Kulturbrauerei sowie am 15. Oktober 2017 von 15:00 - 17:30 Uhr die Dokumentation »Balkan Cancer« (Mazedonien, 2014) und den Kurz-Spielfilm »Devil‘s Work« (Brasilien/USA, 2015) im Kino des Zeiss Großplanetariums zeigen und dabei vor allem an Brasiliens Tschernobyl erinnern. Parallel zu den Filmen wird sowohl im Großplanetarium eine Fotoausstellung von IPPNW "Hibakusha Weltweit" sowie eine weitere Fotoausstellung im Kino in der Kulturbrauerei über Brasiliens Cäsium-137-Unfall gezeigt.

Über Hibakusha:

Hibakusha (sprich: Hibackscha) werden Menschen in Japan genannt, die als Überlebende des Atombombenabwurfs von Hiroshima am 6. August 1945 an Symptomen leiden, die man seinerzeit nicht deuten konnte. Die Haare fielen aus und es blutete nicht nur das Zahnfleisch, sondern auch unter den Fingernägeln wie auch am ganzen Körper.

Einer der Höhepunkte des Uranium Festivals ist die Doku "Als die Sonne vom Himmel fiel" der Schweizer Filmemacherin Aya Domenig. Über 60 Jahre nach dem Atombombenabwurf in Hiroshima beschloss sie einen Dokumentarfilm über ihren Großvater zu drehen, der damals zusammen mit weiteren 66.000 Menschen ums Leben kam. Dazu sprach sie auch mit zwei Hibakusha, die das Inferno überlebt hatten. Der Film steht stellvertretend für viele weitere Werke, die sich kritisch mit der allzu sorglosen Nutzung der Atomkraft auseinander setzen. Hier der Trailer:

Das in der Welt einmalige Festival des atomaren Films dankt seinen Schirmherren MdB Klaus Mindrup, Jörg Sommer (Vorsitzender der Deutschen Umweltstiftung), Uwe Bünker (Bünker Casting) sowie seinen Festivalpartnern und Unterstützern: die Elektrizitätswerke Schönau (EWS), die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Sayonara Nukes Berlin, die Koalition zur Ächtung von Uranwaffen (ICBUW), COOP Anti-War Kunstbar Café, die Juristenvereinigung gegen Kernwaffen (IALANA), die Friedensglockengesellschaft Berlin, CineStar Berlin sowie das Zeiss-Großplanetarium.

Das 2011 in Rio de Janeiro erstmals gestartete Internationale Uranium Film Festival ist das weltweit einzige Festival, das sich ausschließlich dem schwierigen Thema Atomkraft widmet. Bereits 2013 zeigte das Internationale Uranium Film Festival von Rio de Janeiro über 60 Dokumentar-, Spiel- und Animationsfilme. Fünf Filme wurden mit dem Yellow Oscar, dem Filmpreis des Festivals geehrt.

Im letzten Jahr präsentierte das Fest des Atomaren Films in Berlin zu seiner fünften Berliner Ausgabe insgesamt 22 Filme aus 10 Ländern, von denen etwa ein Dutzend Filmemacher persönlich nach Berlin kamen.

Vom Uranabbau bis zum atomaren Abfall; von atomaren Unfällen bis hin zum Einsatz von modernen Uran-Waffen; von Hiroshima bis Fukushima. Das Festival will nicht abschrecken, sondern aufklären und des weiteren neue unabhängige Filmproduktionen zu diesem, für Gegenwart und Zukunft der Menschheit wichtigen Thema anregen. Ob Dokumentarfilm. Spielfilm, Komödie oder Animation. Das Festival ist offen für alle Film Genres.

Norbert G. Suchanek, Direktor

International Uranium Film Festival

Link: www.uraniumfilmfestival.org

Quellen: Uranium Filmfestival | Tagesspiegel

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