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2. Festival of Romani Film im Berliner Moviemento Kino

2. Ausgabe des Roma-Filmfestivals mit 25 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen.

Insgesamt 25 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme sind bei der 2. Ausgabe des Roma-Filmfestivals vom 6. bis 10. Dezember 2018 im Kino Moviemento unter dem Motto #Euroma4ever zu sehen. Das Filmfestival mit dem Romanes-Titel AKE DIKHEA? – Berlinerisch etwa NA KIEKSTE? – findet unter der Schirmherrschaft des Senators für Kultur und Europa Klaus Lederer statt. Es ist ein Plädoyer für ein offenes Europa, in dem Roma seit Jahrhunderten zu Hause sind – und in dem sie nach Jahrhunderten der Unterdrückung endlich einen gleichwertigen, selbstbestimmten Platz in der Gesellschaft beanspruchen.

Eröffnungsabend mit Welt- und Deutschlandpremieren

Das Festival wird am 6. Dezember 2018 um 18:30 Uhr mit zwei Filmen eröffnet, die sich aus verschiedenen Perspektiven dem auf dem ersten Blick klischeehaften Narrativ eines Roma-Boxers nähern: Der Kurzfilm "WRESTLING WITH MY ROOTS" vom britischen Regisseur Charles Newland, der bei AKE DIKHEA? seine Weltpremiere feiert, porträtiert den Kampf eines Boxers um die eigene Identität. Die Deutschlandpremiere des Dokumentarfilms "GHETTO BALBOA" vom ungarischen Regisseur Árpád Bogdán stellt die Frage, ob der Boxsport auch ein Vehikel für den Aufstieg und das Entkommen aus einem prekären Leben sein kann. Beide Regisseure, die sich aktiv zu ihren Roma-Wurzeln bekennen, werden ihre Filme persönlich vorstellen. Hier der Trailer:

Starke Romnja und Sintizze

Der Sonntag, 9. Dezember 2018, wird dem Fokus auf starke Romnja und Sintizze im Film gewidmet. Der Tag startet mit der Projektion des spanischen Films "LA CHANA" von Lucija Stojevic (13:30 Uhr), der die gleichnamige legendäre Flamenco-Tänzerin porträtiert. Hier der Trailer:

Um 15:00 Uhr findet ebenfalls am Sonntag eine Podiumsdiskussion zum gleichen Thema mit Tayo Awosusi-Onutor, Berliner Sängerin und Filmemacherin, Dr. Anna Mirga-Kruszelnicka, stellvertretende Direktorin des European Roma Institute for Arts and Culture, Ursula Schmidt, Filmemacherin und Medienpädagogin, und Angelica Ström, Lehrerin aus Schweden und Tochter von Katarina Taikon, statt. Die Moderation übernimmt die Film-Kuratorin Gaby Babić, die die Remake Frankfurter Frauen Filmtage leitet.

Anschließend wird der Film "PHRAL MENDE - WIR ÜBER UNS" von Tayo Awosusi-Onutor gezeigt, eine Dokumentation, die Perspektiven von Sinti* und Roma* in Deutschland aufzeigt. Ab 17:45 Uhr folgen zwei Kurzfilme von zwei internationalen Roma-Regisseurinnen, "PAGES OF MY BOOK" von Galya Stoyanova und "TAKE US AS WE ARE" von Liza Mortimer, die eine kompromisslose Innenperspektive bieten.

Mit Maximilian Feldmanns Film "VALENTINA" wird außerdem ein rührendes Portrait eines Roma-Mädchens aus dem mazedonischen Roma-Viertel Shuto Orizari gezeigt. Der Film feierte auf der 66. Berlinale 2016 in der Reihe »Perspektive Deutsches Kino« seine Premiere. Hier der Trailer:

Den Höhepunkt des Sonntages stellt der Dokumentarfilm "TAIKON" (20:15 Uhr) dar. Die Regisseure Lawen Mohtadi & Gellert Tamas erzählen darin die Geschichte von Katarina Taikon, einer der wichtigsten Menschenrechtsaktivist*innen im Europa des 20. Jahrhunderts. Im Anschluss findet ein Gespräch mit Taikons Tochter Angelica Ström statt. Hier der Trailer:

Internationale Vielfalt und Selbstrepräsentanz

Das Festival stellt eine Reihe von Filmen vor, die die Heterogenität verschiedener Roma-Communities von Orient bis Okzident zeigen: Die Roma-Gemeinschaft aus dem türkischen Edirne, die sich seit Generationen der professionellen Froschjagd widmet ("FROG HUNTERS" von Batuhan Kurt, 8. Dezember, 13:30 Uhr), ein traditionelles osmanisches Fest der Roma aus einem der ältesten Roma-Viertel im Kosovo ("BAJRAKO" von Benjamin Menekshe, 10. Dezember, 18:00 Uhr), die slowakische Roma-Band, die trotz mangelnder Ressourcen ihren Weg zum Erfolg nicht aufgibt ("THE BAND" von Ladislav Kaboš, 8. Dezember, 18:30 Uhr) oder britische Roma und Travellers, die auf die letzten fünfzig Jahre ihres Kampfes für Menschenrechte zurückblicken ("SEARCHING FOR THE TRAVELLING PEOPLE" von Rich Matthews, 10. Dezember, 18:00 Uhr).

Hamze Bytyçi, künstlerischer Leiter des Filmfestivals stellt über die zweite Edition von AKE DIKHEA? fest: „Das Festival ist wie eine kostbare Pralinenschachtel voller vielfältiger und einzigartig verpackter Geschichten, Träume und Visionen“.

Ein besonderes Augenmerk legt das Festival auf Selbstrepräsentanz. Bei dem Filmfestival werden knapp ein Duzend Roma-Regisseur*innen anwesend sein, um ihre Filme dem Publikum vorzustellen. Begegnung und Austausch sind dabei ebenso wichtig, wie inspirative Einblicke, die zur Selbstreflexion einladen, und ästhetische Eindrücke.

Klaus Lederer, Schirmherr des Filmfestivals, fasst zusammen: „So wie letztes Jahr fordert uns die Filmauswahl heraus. Sie öffnet uns die Augen für neue Perspektiven und zwingt uns, unser scheinbares Wissen kritisch zu reflektieren und auf antiziganistische Vorurteile zu prüfen. ‚So habe ich das noch nie gesehen‘, wäre meine ehrliche Antwort auf den Titel des Festivals AKE DIKHEA? NA KIEKSTE?“

Das komplette Programm sowie alle weiteren Informationen finden sich auf der Website unter roma-filmfestival.com

AKE DIKHEA? Festival of Romani Film

06. - 10. Dezember 2018

Kino Moviemento

Kottbusser Damm 22

10967 Berlin

Veranstaltet wird das Festival von der Berliner Roma-Selbstorganisation RomaTrial in Zusammenarbeit mit dem ältesten Kino Deutschlands, dem Moviemento. Für die Förderung danken wir der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und der Stiftung :do.

Quelle: NoiseFilm PR

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