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28. FilmFestival Cottbus 2018

Schwerpunkt Oberschlesien zwischen Tradition und Moderne sowie Ein- und Ausblicke in die Region Lausitz.

Diesen Herbst blickt die Filmwelt wieder nach Cottbus, denn vom 6. bis 11. November 2018 präsentiert das 28. FilmFestival Cottbus großes Kino, spannende Dokumentationen und cineastische Entdeckungen nicht nur aus Mittel- und Osteuropa, sondern auch aus der Lausitzer Region sowie aus Oberschlesien, das heute größtenteils in Polen liegt.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) begleitet das renommierte Festival des osteuropäischen Films mit Live-Berichten und Film-Highlights im Radio und im rbb Fernsehen und trägt mit eigenen Produktionen zum Festivalprogramm bei.

Das umfangreichste Programm aller Zeiten.

Mit 220 Filmen präsentiert das 28. FilmFestival Cottbus nicht nur das umfangreichste Programm aller Zeiten, sondern auch eine besonders große Vielfalt mit vier Wettbewerben und elf weiteren Sektionen. Die osteuropäische Geschichte ist sehr komplex, sodass deren Filme umso spannender sind, denn die Filmemacher gehen mit der aktuellen Politik meist sehr kritisch um. Dabei werden sogar dokumentarische Stoffe manchmal fiktional verarbeitet, um versteckte Botschaften besser zu vermitteln, wobei die Zensur oft mitschwingt.

Der Trailer der diesjährigen 28. Ausgabe widmet sich diesmal der Lausitzer Region um Cottbus, die in der Sektion HEIMAT vertreten ist. Axel Ranisch, Filmemacher aus Brandenburg, richtet darin seinen Blick auf den sorbischen Teil des Landes und widmet sich unter dem Titel "fremder Vogel" der gläsernen Preisskulptur LUBINA (sorbisch: die Liebreizende), die er in der Gestalt der Astra Nielson nachgezeichnet hat.

Weltpremiere des ARD-Märchens "Die Galoschen des Glücks".

Die rbb/ARD-Märchenverfilmung "Die Galoschen des Glücks" mit Jonas Lauenstein, Luise von Finckh, Josefine Voss, Inka Friedrich und Annette Frier in den Hauptrollen feiert beim 28. FilmFestival Cottbus seine Weltpremiere. Regisseurin Friederike Jehn und die Darsteller Jonas Lauenstein, Luise von Finckh und Inka Friedrich präsentieren den Film im Rahmen des internationalen Kinderfilmprogramms "Kids im Kino" am letzten Tag, den 11. November 2018 um 10:00 Uhr in der Stadthalle Cottbus. Das Märchen nach Motiven von Hans Christian Andersen läuft im Weihnachtsprogramm 2018 im Ersten. Es entstand im Rahmen der ARD-Reihe "Sechs auf einen Streich" unter Federführung des rbb.

rbb-Spezialpreis für die beste Regie.

Auch in diesem Jahr stiftet der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) im Wettbewerb Spielfilm den mit 7.500 Euro dotierten Spezialpreis für die beste Regie. Martina Zöllner, Leiterin des rbb-Programmbereichs Dokumentation und Fiktion, wird die Auszeichnung am Samstag, 10. November 2018, in der Stadthalle Cottbus überreichen.

Radioeins Filmtalks mit Knut Elstermann.

In zahlreichen Sondersendungen des rbb-Rundfunksenders "Radioeins" lädt Filmkritiker Knut Elstermann zu Filmtalks mit Regisseurinnen und Darstellern in die Festival-Lounge im Café des Filmtheaters Weltspiegel in Cottbus ein. Im Programm von Antenne Brandenburg erfahren Hörerinnen und Hörer, welche Prominenten sich während des FilmFestival Cottbus in der Stadt aufhalten.

Darüber hinaus begleitet das rbb Kulturmagazin im rbb Fernsehen Regisseure und Schauspieler während der Festivaltage.

rbb-Produktionen im Festivalprogramm.

Dieses Jahr sind zwei rbb-Produktionen des sorbischen Magazins Kuzyca zum Festival eingeladen. In der Festivalsektion CLOSE UP UA, die sich dem gegenwärtigen ukrainischen Kino widmet, läuft "Unterwegs nach Transkarpatien", der Einblicke in die Arbeit des ukrainischen Senders "TYSA 1" erkundet, der seine Fernseh- und Hörfunkprogramme in sieben verschiedenen Sprachen ausstrahlt.

In der Sektion HEIMAT | DOMOWNJA | DOMIZNA läuft u.a. mit "Eine Geste, ein Hauch, ein Kosmos" ein Portrait über den bedeutenden sorbischen Komponisten Juro Metsk.

Sektion REGIO: SILESIA widmet sich Oberschlesien.

Mit der Sektion REGIO: SILESIA widmet sich das 28. FilmFestival Cottbus in diesem Jahr der Industrie- und Regionalgeschichte Oberschlesiens, die zugleich symptomatisch für die Entwicklung Mitteleuropas seit dem 19. Jahrhundert ist. Die Filmreihe stellt zentrale Fragen an das Zusammenleben in Europa sowie an die weitere Entwicklung ökonomisch monokulturell geprägter Regionen. In der Filmreihe werden 14 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme gezeigt, die dabei helfen die genannten Fragen am Beispiel Schlesiens zu diskutieren.

„Am Beispiel der Regionalgeschichte Oberschlesiens lässt sich der Strukturwandel vom 20. ins 21. Jahrhundert nachvollziehen. Katowice, das einst als die am meisten verschmutzte Stadt Europas galt, mausert sich gerade zu einer zentralen europäischen Kultur- und Kongressstadt. Im Dezember 2018 wird hier die UN-Klimakonferenz stattfinden. Der Strukturwandel von der Abhängigkeit vom Steinkohlebergbau hin zu einer auf Dienstleistungen, Kongresse und IT-Technologie ausgerichtete Ökonomie in Oberschlesien ist Beispiel gebend auch für andere Regionen Europas – nicht zuletzt auch für die Region Cottbus“, sagt Bernd Buder, Programmdirektor des FilmFestival Cottbus.

So kann der Dokumentarfilm "DIE KOHLEGRUBE | GRUBA" (Regie: Maria Zmarz-Koczanowicz) als Abgesang auf den Kohleabbau verstanden werden, der zugleich symbolisch für das Ende einer Ära steht – ein direktes Portrait dreier Minenarbeiterinnen aus Ridułtowy, deren Mine in Kürze geschlossen wird.

Sektion: SPECTRUM widmet sich jungen serbischen Filmemachern.

Regisseur Kosta Ristić – Absolvent der Belgrader Filmschule – ist Teil einer jungen serbischen Filmemacher-Generation, die Geschichten weniger über den Plot als viel mehr über die mit spielerischer Dramaturgie und neugieriger Kameraperspektive ausgestaltete Atmosphäre erzählen.

In seinem Film "BANDITS IN SEARCH OF MOM" widmet er sich einer Clique von Roma-Kindern, die sich ein paar Tage lang durch Straßen, Parks, kleinen Gärten, Hinterhöfe und andere Nischen der Stadt schlägt. Hier der Trailer:

Synopsis:

Nach einem Streit mit einem Obdachlosen werden die herumstreunenden Freunde ins Heim eingewiesen – außer Kristijan. Nur die Eltern können die Kinder aus dem Heim holen, aber der Vater würde sie schlagen. Also begibt sich Kristijan auf die Suche nach der Mutter, aber das ist schwieriger, als er angenommen hat.

Sektion: WETTBEWERB SPIELFILM.

Auch der Wettbewerb wird von Themen beherrscht in denen es um Verstoßene in einer Randgesellschaft geht.

Dazu zwei Beispiele. Im postsowjetischen Kasachstan sind Kreditschulden, Korruption und patriarchales Denken an der Tagesordnung. Zhanna Issabayevas feministisches Kino ist rau und brutal. Ihre Ballade "ABGELEHNT" wird von unerträglicher Härte und Kälte bestimmt, die ihren Figuren widerfährt. Hier der Trailer:

Geldgierig, korrupt und über die Schmerzgrenze hinausgehend ist auch Ivan I. Tverdovskiys "JUMPMAN", eine Koproduktion der Länder Russland, Irland, Frankreich, Litauen über einen jungen Stuntman, der in die Babyklappe und dann ins Waisenheim geworfen wurde und sich nun - mehr oder weniger freiwillig - vor teure Autos wirft, um finanziell zu überleben. Hier der Trailer:

Immer wieder gelingt es osteuropäischen Filmen, nach ganz oben in die Box-Office-Listen ihrer Produktionsländer durchzustoßen. Damit liegen sie oft vor internationalen Blockbustern. Vor allem auf den großen Märkten wie Russland und Polen setzen sich einheimische Filme beim Publikum durch – und zwar beileibe nicht nur Romantische Komödien und Krimis, sondern auch Autorenfilme wie "COLD WAR – DER BREITENGRAD DER LIEBE" von Oscar-Preisträger Paweł Pawlikowski – der es seit seinem Kinostart in Polen auf einen Umsatz von über 4 Millionen US-Dollar brachte und demnächst in Berlin das Festival »Around the World in 14 Films« am 22. November 2018 in der Kulturbrauerei eröffnen wird. Hier der Trailer:

Die meisten Filme, die in Cottbus laufen, wird man leider in Deutschland nicht mehr zu sehen bekommen. Ein Besuch des Festivals ist deshalb lohnenswert. Am letzten Tag, dem Sonntag, empfehlen wir die Vorführungen eines Publikumslieblings und eines Preisträgerfilms, nicht zu versäumen.

Link: www.filmfestivalcottbus.de

Quellen: ots by dpa | FilmFestival Cottbus

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