Skip to content

Ein Oscar-Anwärter und 21 deutsche Ko-Produktionen in Toronto

Margarethe von Trottas "Auf der Suche nach Ingmar Bergman" feiert beim tiff in Toronto seine Nordamerikapremiere.

Es ist jedes Jahr das gleiche Problem: Das Toronto International Film Festival (tiff), das vom 6. bis 16. September 2018 in Kanada stattfindet, schert sich nicht um Europa und beginnt noch während der laufenden Mostra in Venedig, dem ältesten und diesmal vielleicht auch bedeutendstem Filmfestival der Welt.

Dass Trumps Amerika nicht gut auf Europa zu sprechen ist, hat die deutsche Industrie bereits schmerzlich erfahren. Sogar der DAX-Index erholt sich derzeit kaum. Dass aber auch das tiff in Kanada auf gleicher Welle wie die USA reiten, ist für die bisher guten Beziehungen zu Nordamerika äußerst bedenklich.

Allerdings hat das tiff keinen Wettbewerb wie Venedig, sondern ist eine Messepräsentation neuester Werke in Amerika, wodurch das Festival keinen zentralen Mittelpunkt hat und angesichts von mehr als 300 Neuerscheinungen eher unübersichtlich erscheint.

27 Dokumentarfilme hat das Toronto International Film Festival aus insgesamt 19 Ländern für seine Dokumentarfilmsektion benannt. Darunter sind auch zwei deutsche (Ko)Produktionen. Nämlich Margarethe von Trottas "Auf der Suche nach Ingmar Bergman" (Nordamerikapremiere) und "Meeting Gorbachev" von Werner Herzog und André Singer, der noch vor seiner Deutschlandpremiere im Oktober auf dem DOK Filmfestival in Leipzig, seine Kanadapremiere feiern wird.

Eröffnet werden die TIFF Docs nach Michael Moores "Fahrenheit 9/11" aus dem Jahre 2014 nunmehr mit seinem neuen Werk "Fahrenheit 11/9". Hier der Trailer:

Alle Filme der TIFF Docs hier im Überblick:

"American Dharma" | Errol Morris, USA/United Kingdom

North American Premiere

"Angels Are Made Of Light" | James Longley, USA/Denmark/Norway

Canadian Premiere

"The Biggest Little Farm" | John Chester, USA

International Premiere

"Divide and Conquer: The Story of Roger Ailes" | Alexis Bloom, USA

World Premiere

"The Elephant Queen" | Victoria Stone & Mark Deeble, United Kingdom/Kenya

World Premiere

TIFF Docs Opening Film

"Fahrenheit 11/9" | Michael Moore, USA

World Premiere

"Free Solo" | E. Chai Vasarhelyi & Jimmy Chin, USA

International Premiere

"Freedom Fields" | Naziha Arebi, Libya/United Kingdom/Netherlands/USA/Qatar/Lebanon/Canada

World Premiere

"Ghost Fleet" | Shannon Service & Jeffrey Waldron, USA

International Premiere

"Graves Without a Name" (Les tombeaux sans noms) | Rithy Panh, France/Cambodia

Canadian Premiere

"Heartbound (Hjertelandet)" | Janus Metz & Sine Plambech, Denmark/Netherlands/Sweden

World Premiere

"Maiden" | Alex Holmes, United Kingdom

World Premiere

"Maria by Callas" | Tom Volf, France

North American Premiere

"Meeting Gorbachev" | Werner Herzog & André Singer, United Kingdom/USA/Germany

Canadian Premiere

"This Changes Everything" | Tom Donahue, USA

World Premiere

"Monrovia, Indiana" | Frederick Wiseman, USA

North American Premiere

"Putin's Witnesses (Svideteli Putina)" | Vitaly Mansky, Latvia/Switzerland/Czech Republic

International Premiere

"Quincy" | Rashida Jones & Alan Hicks, USA

World Premiere

"Screwball" | Billy Corben, USA

World Premiere

TIFF Docs Closing Film

"Searching for Ingmar Bergman" | Margarethe von Trotta, Germany/France

North American Premiere

"The Truth About Killer Robots" | Maxim Pozdorovkin, USA

World Premiere

"Walking on Water" | Andrey Paounov, Italy/USA

North American Premiere

"When Arabs Danced (Au temps où les Arabes dansaient)" | Jawad Rhalib, Belgium

North American Premiere

"Women Make Film: A New Road Movie Through Cinema" | Mark Cousins, United Kingdom

North American Premiere

Der Streamingdienst NETFLIX trumpft mit Biopic in Kanada auf.

Unter den Weltpremieren befindet sich die NETFLIX Produktion "Quincy", ein Biopic über den US-amerikanischen Musikproduzenten, Komponisten, Jazztrompeter, Arrangeur und Bandleader Quincy Jones, der als erste Afroamerikaner in die Führungsspitze eines Major-Labels berufen wurde.

Zudem wurden die kanadischen Features bekannt gegeben. Darunter Ron Mann’s "Carmine Street Guitars", Barry Avrich’s "Prosecuting Evil: The Extraordinary World of Ben Ferencz" und Astra Taylor’s "What is Democracy?"

Einen Überblick über alle Filme des Festivals im kanadischen Toronto gibt es hier.

Zehn außergewöhnliche Filme in der Reihe Midnight Madness.

Die zehn Filme der Reihe »Midnight Madness« wird mit der Weltpremiere von Shane Blacks "The Predator" eröffnet. Hier der Trailer:

Hier der Überblick:

"Assassination Nation" | Sam Levinson, USA

International Premiere

"Climax" | Gaspar Noé, France

North American Premiere

Midnight Madness Closing Film

"Diamantino" | Gabriel Abrantes & Daniel Schmidt, Portugal/France/Brazil

North American Premiere

"Halloween" | David Gordon Green, USA

World Premiere

"In Fabric" | Peter Strickland, UK

World Premiere

"The Man Who Feels No Pain" | Vasan Bala, India

World Premiere

"Nekrotronic" | Kiah Roache-Turner, Australia

World Premiere

Midnight Madness Opening Film

"The Predator" | Shane Black, USA

World Premiere

"The Standoff at Sparrow Creek" | Henry Dunham, USA

World Premiere

"The Wind" | Emma Tammi, USA

World Premiere

Sven Taddickens "Das schönste Paar" feiert Weltpremiere in Toronto.

Auch unter den Spielfilmen gibt es deutsche Filme und deutsche (Ko-)Produktionen, die beim tiff laufen. Insgesamt sind uns derzeit 21 deutsche (Ko-)Produktionen in allen Sektionen bekannt, die das Festival für sein diesjähriges Programm benannt hat.

Darunter befindet sich Sven Taddickens "The Most Beautiful Couple - Das schönste Paar" mit Luise Heyer und Maximilian Brückner in den Hauptrollen, der in der Reihe Contemporary World Cinema des Toronto International Filmfestival sogar seine Weltpremiere feiert. Hier der Trailer:

Synopsis:

Es ist die Geschichte um ein Paar, Malte und Liv, das plötzlich gezwungen wird, sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen, als Malte einen Mann trifft, der Liv vor zwei Jahren vergewaltigt hatte.

In der selben Reihe laufen weitere sechs deutsche (Ko-)Produktionen: Es sind dies Sergei Loznitsas "Donbass", Radu Judes "I Do Not Care If We Go Down In History As Barbarians", Baldwin Zs "Let Me Fall", Jahmil X.T. Quebekas "Sew The Winter To My Skin", "Sibel" von Cagla Zencirci und Guillaume Giovanetti sowie Wolfgang Fischers "Styx".

Zombie-Film aus den neuen Bundesländern Deutschlands.

In der Sektion »Discovery« feiert Carolina Hellsgards "Endzeit" auf dem Toronto International Film Festival seine Weltpremiere. Hier der Trailer:

Synopsis:

Hellsgards zweiter Langfilm nach "Wanja", der 2015 auf der Berlinale seine Weltpremiere gefeiert hatte, erzählt die Geschichte von zwei jungen Frauen, Vivi und Eva, die zwei Jahre, nachdem Zombies die Erde überrannt haben, in einer Schutzzone rund um Weimar und Jena leben. Nur dort scheint zivilisiertes Leben noch möglich. Die beiden sehr unterschiedlichen Frauen finden sich auf einem freien Feld zwischen den beiden Städten wieder und nehmen gemeinsam den Kampf gegen die Untoten auf.

Auch in dieser Sektion sind weitere sechs deutsche (Ko-)Produktionen nach Toronto eingeladen worden. Es sind dies Hajooj Kukas "aKasha", Arturo Infantes "The Extraordinary Journey of Celeste Garcia", Äläm-Wärqe Davidians "Fig Tree", Joel Karekezis "The Mercy of the Jungle", Wanuri Kahius "Rafiki", Ali Vatansevers "Saf" und Adina Pintilies "Touch Me Not". Letzterer hatte den Goldenen Bären auf der letzten 68. Berlinale gewonnen.

Alle Filme der Sektion Discovery gibt es hier.

Alle deutschen (Ko-)Produktionen des Toronto-Programms hier bei German Films im Überblick.

Zukünftig Doppelspitze für Toronto International Film Festival.

In Cannes und Venedig ist es bereits seit längerer Zeit üblich, in Berlin ist es für das Jahr 2020, der 70. Jubiläumsausgabe der Berlinale erst kürzlich bekanntgegeben worden. Die Internationalen Filmfestspiele von Berlin bekommen nach dem Weggang von Dieter Kosslick eine Doppelspitze. Der bisherige Leiter von Locarno, Carlo Chatrian, wird künstlerischer Festivaldirektor der Berlinale und Mariette Rissenbeek wird als geschäftsführende Leiterin berufen.

Auch in Toronto wird es zukünftig eine Doppelspitze geben, denn nach dem Weggang von Piers Handling ab dem kommenden Jahr leitet Joana Vicente künftig zusammen mit Cameron Bailey, dem künstlerischen Direktor, das Toronto International Film Festival. Beide werden noch in diesem Jahr ihre Arbeit aufnehmen.

Joana Vincente arbeitete seit neun Jahren für das Independent Filmmaker Project (IFP), der ältesten und größten Non-Profit-Vereinigung unabhängiger Filmemacher in den USA. Sie spricht fünf Sprachen und hat darüber hinaus bereits mehr als 40 Filme produziert. Diese breit gefächerte Vita war es, die das Auswahlkomitee letztlich von Vicente überzeugte. Ihr umfassendes Wissen über die sich verändernde weltweite Filmlandschaft haben diese Entscheidung gefestigt.

Link: www.tiff.net

Quellen: tiff | slashfilm | German Films | Blickpunkt:Film

  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Print this article!
  • E-mail this story to a friend!

Anzeige