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75. Jubiläumsausgabe der Filmfestspiele in Venedig mit großem Aufgebot

Guillermo del Toro, Gewinner des letztjährigen Festivals, wurde in diesem Jahr zum Jurypräsidenten erkoren.

Die 75. Internationalen Filmfestsiele in Venedig werden am 29. August 2018 mit einem ganz besonderem Biopic eröffnet: Zum Auftakt zeigt Festival-Leiter Alberto Barbera das Weltraumabenteuer „First Man” von Damien Chazelle, in dem es um das Apollo-Programm der NASA geht, das 1969 mit der Landung auf dem Mond gipfelte.

Im vergangenen Jahr war Guillermo del Toro für "Shape of Water" in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet worden (wir berichteten hier), bei der 75. Ausgabe der Mostra, die von 29. August bis 8. September 2018 stattfindet, fungiert er als Jurypräsident.

"Guillermo del Toro personifiziert Großzügigkeit, die Liebe für frühere und aktuelle Filme und die Leidenschaft für eine Art des Kinos, das Emotionen auslöst, Menschen berührt und sie gleichzeitig zum Nachdenken anregt. Dank seiner lebhaften Vorstellungskraft, seiner ungewöhnlichen Sensibilität und seinem Glauben in die Kraft der Bilder hat er ein fantastisches Universum erschaffen, in dem Liebe und Angst nebeneinander existieren können und in dem die Verschiedenheit ein grundlegender Wert ist", betont Festivaldirektor Alberto Barbera.

Guillermo del Toro, der erstmals mit "Mimic" im Jahr 1997 auf der Mostra vertreten war und 2006 der Jury für den Luigi de Laurentiis Preis für den besten Erstlingsfilm angehört hatte, erklärt nach seiner Ernennung zum Jurypräsidenten: "Jurypräsident in Venedig zu sein, ist eine große Ehre und Verantwortung, die ich mit dem nötigen Respekt und Dankbarkeit annehme. Venedig ist ein Fenster zur Welt des Kinos und die Gelegenheit, seine Kraft und seine kulturelle Relevanz zu feiern."

Namhafte Unterstützung erhält der Jurypräsident des ältesten Filmfestivals der Welt zur Jubiläumsausgabe von dem österreichischen Schauspieler Christoph Waltz und der Schauspielerin Naomi Watts. Daneben zählen auch der neuseeländische Filmregisseur Taika Waititi, die taiwanesische Regisseurin Sylvia Chang, die französische Schauspielerin und Regisseurin Nicole Garcia sowie der italienische Filmemacher Paolo Genovese zur diesjährigen Jury des Hauptwettbewerbs.

Darüber hinaus haben die dänische Schauspielerin Trine Dyrholm, die letztes Jahr mit "Nico, 1988" am Lido zu Gast war sowie die polnische Regisseurin Malgorzata Szumowska, die 2015 für das Filmdrama "Ciało (Body)" zum Thema Magersucht und Esoterik auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären für die beste Regie und dieses Jahr nochmals auf der Berlinale für "Twarz (Face)" ausgezeichnet worden war, ebenfalls Jury-Aufgaben übernommen.

● Die Jury für die Orrizonti-Nebenreihe wird von der griechischen Produzentin und Regisseurin Athina Tsangari geleitet.

● Präsident des Luigi De Laurentiis-Löwen für den besten Nachwuchsfilm ist der amerikanische Regisseur Ramin Bahrani.

● Die dänische Filmemacherin Susanne Bier leitet die Sektion für VR-Arbeiten.

20 Filme im Venedig-Wettbewerb.

20 Filme konkurrieren bei der 75. Ausgabe der Filmfestspiele in Venedig um den Goldenen Löwen, von denen wir nachfolgend einige detaillierter aufführen können. Direktor Alberto Barbera hat nämlich mehrere frühere Preisträger und Oscar-Gewinner aufgeboten, um diese Jubiläumsausgabe zu etwas ganz Besonderem zu machen.

Aus Deutschland kommt Florian Henckel von Donnersmarck mit seinem Film „Werk ohne Autor“ bei dem Tom Schilling, Paula Beer und Sebastian Koch mitspielen. Hier ein Teaser:

Dazu ein Statement des Regisseurs:

"Meine Schauspieler, Produzenten, Department Heads, Redakteure, Förderer, Partner und ich sind von Herzen froh und dankbar, dass Alberto Barbera und sein Team "WERK OHNE AUTOR" für den Wettbewerb in Venedig ausgewählt haben. Mit Venedig und dem Festival verbinde ich sehr viel Positives: In dieser Stadt habe ich als Jugendlicher die Malerei lieben gelernt, und als Erwachsener sehr spannende Dreharbeiten verbracht. Auf dem Festival haben viele meiner Lieblingsfilme Premiere gefeiert, und meine brillante Hauptdarstellerin Paula Beer wurde dort vor zwei Jahren sogar mit dem Marcello Mastroianni Preis geehrt. In "WERK OHNE AUTOR" geht es um leidenschaftliche Liebe, um Kunst und um Geschichte - all das passt nach Venedig wie der Löwe auf den Markusplatz. Ich freue mich darauf, der Welt dort die hohe Schauspielkunst von Tom Schilling, Sebastian Koch, Paula Beer, Saskia Rosendahl, Oliver Masucci und den anderen großen Darstellern präsentieren zu können. Viva Venezia!", so Florian Henckel von Donnersmarck.

Neben Damien Chazelles „Aufbruch zum Mond", den wir bereits weiter oben erwähnt haben, und Ethan und Joel Coen mit dem Western „The Ballad of Buster Scruggs”, ist Alfonso Cuaróns „Roma“ mit dabei, einem zum großen Teil autobiografischen Film über eine mexikanische Familie in den 70er Jahren.

Paul Greengrass ist mit „22 July“ (früherer Titel „Norway“) vertreten, ein Film über die terroristischen Attacken in Norwegen vor sieben Jahren. Yorgos Lanthimos' zeigt „The Favourite“ mit Emma Stone, Olivia Colman, Rachel Weisz – einem Beziehungsdrama über drei Frauen, das Anfang des 18. Jahrhunderts in England spielt. Mike Leigh präsentiert seinen neuen Film „Peterloo“. Julian Schnabel kann mit seinem Film „At Eternity´s Gate“ wahrscheinlich mit der stärksten Besetzung aller Filme aufwarten, denn es spielen mit Willem Dafoe, Rupert Friend, Oscar Isaac, Mads Mikkelsen und Mathieu Amalric.

Als Abschlussfilm der 75. Mostra hat Alberto Barbera Nick Hamms "Driven" ausgewählt. Der Film spielt Anfang der Achtzigerjahre in Kalifornien und erzählt die Geschichte von John DeLorean und dessen ikonischer DeLorean Motor Company. In der Hauptrolle ist Lee Pace zu sehen, ferner Jason Sudeikis, Judy Greer und Corey Stoll. Die Weltpremiere des Films läuft außer Wettbewerb am 8. September 2018 in der Sala Grande des Palazzo del Cinema.

Nick Hamm freut sich über die Premiere auf dem Lido mit den Worten: "Venedig ist ein inspirierendes Festival mit einem unglaublichen Publikum. Ich bin geehrt und erfreut über meine Rückkehr nach Venedig, um diese verrückte, bislang noch nicht erzählte Geschichte hier zu zeigen."

Hamms "The Journey" lief 2016 im Wettbewerb von Venedig.

Die Mostra ehrt Zhang Yimou.

Auch der chinesische Regisseur Zhang Yimou ist mit einem neuen Werk auf der Mostra vertreten. Sein aktueller Film "Yingzi" wird auf der Mostra seine Weltpremiere feiern.

Darüber hinaus wird der chinesische Filmemacher am 6. September 2018 im Rahmen der Mostra mit dem Jaeger-LeCoultre Glory to the Filmmaker Award ausgezeichnet. Diese Auszeichnung vergibt das Festival an einen Filmmitwirkenden, der "seinen eigenen Abdruck im zeitgenössischen Kino hinterlassen hat".

Zhang Yimou war bis dato mit vier Filmen im Wettbewerb der Mostra vertreten gewesen - und das mit Erfolg: "Die Geschichte der Qiu Ju" wurde 1992 und "Keiner weniger" wurde 1999 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Im Jahre 1991 erhielt er den Silbernen Löwen für "Rote Laterne". 1992 wurde Gong Li für ihre Rolle in seinem Werk "Die Geschichte der Qiu Ju" mit dem Coppa Volpi als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Zhang Yimou ist damit der einzige Regisseur, der die wichtigsten Preis der Mostra innerhalb von zehn Jahren gewonnen hat.

Für Mostra-Direktor Alberto Barbera ist Zhang Yimou nicht nur einer der wichtigsten Regisseure des zeitgenössischen Kinos, "er repräsentiere mit seinen vielseitigen Produktionen auch die Fortentwicklung der weltweiten Sprache des Kinos ebenso wie das außergewöhnliche Wachstum des Kinos in China. Er habe die Fähigkeit, Autoren, Geschichten und den Reichtum der chinesischen Kultur im Allgemeinen in einem einzigartigen, unfehlbaren visuellen Stil umzusetzen", so Barbera weiter.

Der Ehrenpreis für das Lebenswerk geht in diesem Jahr an die Engländerin Vanessa Redgrave auf dem Lido di Venezia.

4 Medienboard-geförderte Filme und 1 VR-Experience in Venedig.

Das Medienboard freut sich über 4 geförderte Filme, die im offiziellen Programm des 75. Filmfestivals Venedig laufen, darunter 3 Weltpremieren. Das Medienboard-geförderte Künstlerdrama "Werk ohne Autor" (Wiedemann & Berg) von Oscar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck, das am Lido seine Uraufführung erlebt, haben wir schon erwähnt.

Seine Weltpremiere »Out of Competition« erlebt der Dokumentarfilm "Aquarela" (ma.ja.de) von Victor Kossakovsky. Der in Berlin lebende Regisseur begibt sich auf eine epische Reise in das Herz des Wassers in all seiner Schönheit.

In der Reihe Venice Classics Documentary Films feiert Claire Pijmans Dokumentarfilm "Living the Light - Robby Müller" Weltpremiere. Die Regisseurin porträtiert den niederländischen Kameramann Robby Müller (1940-2018), der u.a. mit Wim Wenders, Jim Jarmusch und Michael Winterbottom zusammenarbeitete.

Bei den Venice Days: LUX PRIZE läuft "Styx" von Wolfgang Fischer. Das mehrfach preisgekrönte Drama ist einer der drei Finalisten des diesjährigen LUX-Filmpreises.

Bei den Venice Classics wird der expressionistische Stummfilmklassiker "Der Golem und wie er in die Welt kam" von Paul Wegener gezeigt - 1920 auf dem Ufa-Gelände in Berlin-Tempelhof gedreht.

Creative Europe MEDIA zum 75. Jubiläum in Venedig

Mit sieben geförderten Filmen ist MEDIA auf dem Festival vertreten. Den deutschen Beitrag im Wettbewerb "Werk ohne Autor" von Florian Henckel von Donnersmarck, der MEDIA Verleihförderung erhält, haben wir weiter oben bereits zweimal erwähnt. Außerdem laufen "Capri Revolution" (IT, FR) von Mario Martone, "Sunset" (HU, FR) von László Nemes, "Les Estivants" (IT, FR) von Valeria Bruni Tedeschi, "Un peuple et son roi" (FR, BE) von Pierre Schoeller, "L'amica geniale" (IT, BE) von Saverio Costanzo und "The day I lost my shadow" (SY, LB, FR, QA) von Soudade Kaadan.

Expertengespräch beim European Film Forum.

"Creating the buzz around movies: Promotion, Festivals and MEDIA after 2020", dazu diskutieren im Rahmen des European Film Forum Experten die Zukunft der Festivalförderung und die Forderung nach stärkerer Kooperation der Festivals untereinander. Festivals spielen heute eine vitale Rolle bei der Zuschauergewinnung, und sie sind essentiell für die Vermarktung von Filmen.

Zu diesem Thema sprechen unter anderen Roberto Viola, Leiter der DG Connect der Europäischen Kommission; Laurence Herszberg, Leiterin von Séries Mania und Ulrich Wegenast vom Internationalen Trickfilm-Festival Stuttgart.

MEDIA Aperitivo - Meet the European industry!

Die Creative Europe Desks Italien und Deutschland laden gemeinsam mit den Büros aus Dänemark, Finnland und Schweden zum Koproduktionsempfang ein. Produzenten, Verleiher und Förderer aus allen MEDIA Ländern treffen sich auf der Terrasse des Hotel Excelsior.

MEDIA unterstützt darüber hinaus sowohl den "Venice Gap-Financing Market" bei dem in one-to-one Meetings Finanzierungspartner für zu 70% finanzierte Projekte gefunden werden als auch das "Biennale College Cinema Virtual Reality". Bei dem Workshop arbeiten Produzent*innen und Regisseur*innen an ihren VR Projekten.

MEDIA fördert Sales Agents - neuer Aufruf für Weltvertriebe.

Europäische Weltvertriebe können mit Hilfe der Creative Europe MEDIA Sales Agent Förderung mehr Geld in neue, nicht-nationale europäische Filme investieren. "Under the Tree" von Hafsteinn Gunnar Sigursson, der 2017 Weltpremiere in Venedig feierte oder auch Dauerbrenner "The Square" von Ruben Östlund sind nur zwei von vielen Filmen, in denen Sales Agents Reinvestitionsgeld steckt.

Dieser Aufruf bringt wesentliche Änderungen mit sich: Die Förderung umfasst nach wie vor zwei Phasen, die aber jetzt in einem Schritt beantragt werden:

1. Die Generierung von Referenzgeldern, die auf Basis europäischer Verkäufe im Zeitraum 2013-2017 kalkuliert wird. Frühestes Herstellungsdatum der angerechneten Filme darf 2013 sein.

2. Reinvestition dieser Referenzgelder in Minimumgarantien und/oder in die Herausbringung nicht-nationaler europäischer Filme.

Reinvestiert wird in maximal fünf Filme, und schon bei Antragstellung wird eine Kalkulation für die Reinvestitionsphase vorgelegt, ebenso wie eine Vertriebsstrategie.

Einreichschluss ist der 6. November 2018, für den Aufruf stehen 2,6 Millionen bereit.

Die Formulare und weitere Informationen gibt's hier.

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Biennale Cinema 2018

75th Venice International Film Festival

Link: www.labiennale.org/en/cinema/2018

Quellen: Frandly PR | Blickpunkt:Film | Filmecho | ARD | Tagesspiegel | MEDIA Desk

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