Skip to content

Neue Technologie bei Streaming-Plattformen ermöglicht Geo-Blockierungen

USA sind Vorreiter mit neuer Technik - Weitere Ausweitung von VoD-Services in Deutschland nach der IFA geplant.

Die violette Farbe des neuen Streaming Dienstes ROW8 in den USA ist nicht zufällig gewählt. Bereits 2011 verkaufte Warner Home Video in den USA die erste Blu-ray mit Ultraviolet-Code. Wird dieser Code auf einer speziellen Website registriert, kann der gekaufte Film auch als Download oder Stream auf anderen Geräten angeschaut werden.

Doch das Geschäft mit DVD's und Blu-rays ist rückläufig, während Video-on-Demand Services (VoD) dagegen weltweit boomen. Die Filmfirmen wollen zwar mit UHD Blu-rays neue Marktlücken erschließen, weil die Fernsehgerätehersteller klagen, dass es zu wenig Content für ihre 4K-tauglichen Flachbildschirme gibt. Doch UHD-Streams über das Kabelfernsehen oder das Internet zu verbreiten, dürfte zumindest in Deutschland in nächster Zeit - wegen des rückständigen Netzausbaus - kaum zu verwirklichen sein.

In einigen Regionen wurde zwar die Verbreitung analoger Übertragung im Kabelfernsehen schon eingestellt - wie wir demnächst ausführlich berichteten werden - um Platz zu schaffen für mehr digitale Verbreitung, doch für höhere UHD-Qualität reicht dies selten aus. Vor allem in ländlichen Gebieten kommt der Ausbau nicht hinterher. Alternativ lassen sich dort erste UHD-Testsendungen nur über den Satellitensender Sky empfangen. Doch nicht jeder kann oder darf sich eine eigene Satellitenschüssel am Fenster anbauen und auch ein teures UHD-Abo für Dinge, die man vielleicht gar nicht sehen möchte, ist nicht jedermanns Geschmack.

Kinobesitzer sträuben ich gegen VoD-Ausweitung.

Den Kinobesitzern sind die digitalen Streaming-Plattformen von Amazon und Netflix ein Dorn im Auge, während die Video-on-Demand Services (VoD) bei Serienfans sehr beliebt sind. Um beides unter einen Hut zu bekommen, und zudem die Auswertung von Filmen für die Studios zu erweitern, ohne das Kinogeschäft zu beeinträchtigen, startete am 1. August 2018 in den USA mit ROW8 ein Premium-VoD-Dienst, mit einer neuen Technik-Lösung.

Laut US-Branchendienst Deadline, ermöglicht die Technologie von ROW8 Geo-Blockierungen, die den Zugriff auf bestimmte Internet-Inhalte einschränken kann. Eine Forderung, die von deutschen Produzenten gegenüber den angeblich viel zu freizügigen Bestimmungen in der EU, schon mehrfach erhoben wurde.

Ein Filmverleiher könne so die Verfügbarkeit für einen Film an bestimmten Orten sperren. ROW8 verwendet die Adresse oder Internetadresse des Kunden zusammen mit einer Karte der Kinostandorte, um festzustellen, ob ein Film in ein bestimmtes Heim gestreamt werden kann oder nicht. Es verfolgt auch, wo welche Filme im Filmtheater laufen.

"Innerhalb eines Radius von fünf oder auch zehn Meilen rund um ein Filmtheater, dass einen bestimmten Titel noch im Programm hat, wird dieser Titel in der betreffenden Woche für die Row8-Kunden nicht verfügbar sein", erklärt Row8-CEO John Calkins, der früherer bei den AMC Theaters in den USA tätig war und auch Erfahrungen in der digitalen Distribution bei Sony Pictures Home Entertainment vorweisen kann.

Der Service startet in den USA in Partnerschaft mit der deutschen Constantin Film, die 39 der 100 erfolgreichsten deutschen Filme in den vergangenen 15 Jahren produziert und auch in den USA herausgebracht hat. ROW8 soll insbesondere in den USA einen früheren Heimkinozugang zu europäischen Filmen gewähren. Der Streamingdienst bietet dabei Verleihern die Möglichkeit eines neuen und flexiblen Systems, um ihre Filme freizugeben. Nutzer können laut MediaPlayNews über ROW8 für 7,99 US-Dollar Filme leihen, die auf Fernsehern mit Internetanschluss oder Roku USB-Sticks und Roku-Apps sowie Android- und Apple-Geräten zu sehen sind. Weitere Plattformen sollen folgen.

"Wir freuen uns, zu den Ersten zu gehören, die Filme für den Row8-Service anbieten, und glauben, dass die Zeit für den Verbraucher auf dem Markt reif ist für einen beschleunigten Zugang zu großartigen Kinofilmen, ohne die Vorteile für die Filmemacher zu beeinträchtigen oder das Risiko, in einem Abo-Video-on-Demand-Paket verloren zu gehen", erklärt Martin Moszkowicz, CEO von Constantin.

Zur IFA - oder Berliner Funkausstellung wie die weltweit führende Messe für Consumer Electronics und Home Appliances meist noch genannt wird - dürfte Streaming bei vielen Herstellern ein wichtiges Highlight sein. Kein TV-Hersteller kommt ohne Internetanschluss und TV-Apps mehr aus. Aber nicht alle Hersteller haben die selben Apps im Angebot. Panasonic setzt beispielsweise auf Maxdome, während bei den Samsung Smart-TVs der Pantaflix Streaming-Anbieter vorinstalliert ist.

Auch darauf werden wir in einem weiteren Artikel demnächst eingehen. Darüber hinaus planen ProSiebenSat.1 und Discovery in 2019 eine gemeinsame neue Streaming-Plattform.

Quellen: VideoMarkt | Filmecho | Kino:Zeit | Deadline

  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Print this article!
  • E-mail this story to a friend!

Anzeige