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Visionär Film Festival is back in Town

Zweite Ausgabe des Visionär Film Festivals mit neun Independent Wettbewerbstiteln und zwei Sonderprogrammen.

Zu den ca. 50 bis 80 Filmfestivals, die jährlich in Berlin um die Gunst des Publikums buhlen, steht an vorderster Stelle natürlich die Berlinale. In der Rangfolge der bedeutendsten deutschen Filmfestivals folgt allerdings danach das Filmfest München und womöglich auch noch das Filmfest Hamburg.

Diese beiden Festivals heben sich sowohl durch Premieren, als auch durch das Nachspielen von Produktionen hervor, die kurz zuvor auf internationalen A-Festivals wie Cannes oder Venedig gezeigt worden waren.

Berliner Zuschauer hatten oft das Nachsehen diese internationalen Produktionen zu Gesicht zu bekommen, denn die vielen kleinen Berliner Filmfestivals konnten mit dem hochkarätigen Angebot meist nicht mithalten. Oftmals gab es auch keinen deutschen Verleih für einige Independent Produktionen, die auf internationalen Festivals aber dennoch mit Preisen überschüttet worden waren.

Nur Bernhard Karl, Programmer beim Filmfest München, fasste den Mut, und präsentiert seit einigen Jahren bei seinem eigenen Festival »around the world in 14 films« einige Highlights aus München jeweils im November auch in Berlin.

Nun aber gibt es endlich ernstzunehmende Konkurrenz jeweils im Frühjahr in Berlin mit dem »Visionär Film Festival«, gefolgt von dem Festival für südosteuropäisches Kino »SEEFF à Berlin«. Beide Festivals präsentieren Filmperlen internationaler großer Film Festivals wie Locarno, Rotterdam oder Karlsbad, die noch keinen Verleih haben oder zumindest noch keine Berlin Premiere oder sogar Deutschlandpremiere vorweisen können.

Den Anfang macht vom 2.-7. Mai 2018 das Visionär Film Festival im City Kino Wedding im IL Kino Neukölln und im ACUDkino in Berlin-Mitte. Gezeigt werden insgesamt neun lange Independent Wettbewerbstitel, eine Hommage und ein herausragender deutscher Spielfilm, der allerdings außer Konkurrenz gezeigt wird, da seine Berlin Premiere bereits beim Festival »achtung berlin - new berlin film award« stattgefunden hatte. Darüber hinaus gibt es ein stattliche Anzahl an herausragenden Kurzfilmen.

Das interessante Programm hat Festivalleiterin Francesca Vantaggiato mit ihrem Team wieder liebevoll ausgewählt.

Zur Eröffnung im City Kino Wedding wird allerdings kein aktueller Spielfilm, sondern mit dem Biopic "CLEO FROM 5 TO 7" eine Hommage an die große Regisseurin Agnès Varda aus dem Jahre 1962 gezeigt, die erst kürzlich den Ehren Oscar bekommen hatte. Der Film ist das Portrait einer Sängerin (Corinne Marchand) im schillernden Paris der 60er Jahre. In den Nebenrollen sind Jean-Luc Godard und Anna Karina zu sehen. Hier der Trailer:

Auf der Webseite des Festivals werden alle Filmtitel ausführlich mit Screenshots vorgestellt. Leider ist die deutsche Beschreibung zum Inhalt aus technischen Gründen nicht auf der Webseite zu sehen, sondern nur auf dem gedruckten Faltblatt zu finden, das in jedem der beteiligten Kino ausliegt. Da alle Filme aber sowieso nur mit englischen Untertiteln präsentiert werden, dürfte jedem klar sein, dass ohne englische Sprachkenntnisse, die Filme nur schwer verständlich sind.

Die Wettbewerbsfilme sind ausnahmslos neueren Datums (2019 - 2018) und in der Mehrzahl von Frauen inszeniert, eine Besonderheit dieses Festivals.

Feature Films:

"Azougue Nazaré" by Tiago Melo, Brasil 2018

"The Flower Shop" by Ruben Desiere, Belgium | Slovakia 2018

"Medea" by Alexandra Latishev Salazar, Costa Rica | Chile | Argentina 2017

"Noble Earth" by Ursula Grisham, USA 2017

"The Family" by Rok Bicek, Slovenia | Austria 2017

"Júlia Ist" by Elena Martín, Spain 2017

"Juze" by Miransha Naik, India | United Kingdom | France | Netherlands 2017

"Park" by Sofia Exarchou, Greece | Poland 2016

"The Park | Le Parc" by Damien Manivel, France 2016

"Sarah Plays A Werewolf" by Kathrina Wyss, Switzerland | Germany

Nach dem Festival werden einige der gezeigten Werke noch einmal im IL Kino im monatlichen Wechsel jeweils für einen Tag wiederholt. Auch das oben genannte SEEFF Filmfestival unter der Leitung von Harald Siebler ist mit dem IL Kino in der Neuköllner Nansenstr. 22 in 12047 Berlin eine Kooperation für monatliche Vorführungen eingegangen.

Das »SEEFF à Berlin«, das sein Vorbild in Paris hat, findet vom 24. – 27. Mai 2018 unter dem "Focus Romania" statt und wird 15 Produktionen aus südosteuropäischen Ländern im Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz präsentieren sowie die Eröffnung mit "THE REST IS SILENCE" von Regisseur Nae Caranfil in der Rumänischen Botschaft zeigen.

Links: www.visionaerfilmfestival.com | seeff.de

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