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30. FILMFEST DRESDEN 2018

Das Programm des FILMFEST DRESDEN bringt an sechs Festivaltagen die besten Kurzfilme aus aller Welt nach Dresden.

Das 30. Filmfest Dresden verleiht Mitte April wieder die begehrten „Goldenen Reiter“ an die besten nationalen und internationalen Kurzfilme: Eine 10-köpfige Auswahlkommission hat nun 69 Animations- und Kurzspielfilme für den diesjährigen Wettbewerb von insgesamt 2.200 eingereichten Werken nominiert. Die Filme treten während der Jubiläumswoche vom 17. bis 22. April 2018 in den Wettstreit um zehn „Goldene Reiter“ und vier Sonderpreise. Mit Preisgeldern im Gesamtwert von 67.000 Euro zählt das Filmfest Dresden zu den höchst dotierten Kurzfilmfestivals Europas.

Berliner Regisseurin gestaltete Trailer zum Jubiläum

Der Goldene Reiter spielt auch eine Hauptrolle im diesjährigen Festivaltrailer der Regisseurin Antje Heyn, Lehrbeauftragte der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und Gründerin des Animationsstudios Protoplanet Studio Berlin, die 2010 Gewinnerin mit dem besten deutschen Animationsfilm war und 2016 erneut im Nationalen Wettbewerb beim Filmfest Dresden antrat. Im Jubiläumstrailer entpuppen sich ihre minimalistisch gezeichneten Charaktere als sympathische Verwandlungskünstler. Besonderes Highlight ist hier die Adaption des Goldener Reiter-Symbols vom Filmfest Dresden. Der Film wird in verschiedenen sächsischen Kinos und während der Festivalwoche gezeigt. Hier der Clip:

In diesem Jahr setzt sich das Kurzfilmfestival inhaltlich mit dem Programmschwerpunkt „Europa“ auseinander, das derzeit von starken politischen und sozialen Umbrüchen sowie einem gesellschaftlichen Wandel geprägt ist. Impulsgeber für diesen Fokus ist das Jubiläum des Dresdner Filmfest, das noch vor der Wende gegründet wurde. 30 Jahre Festivalgeschichte ziehen Parallelen zur formal-ästhetischen Entwicklung des Kurzfilms. Der Schwerpunkt stellt die Frage: Welchen Einfluss haben Digitalisierung und EU-Erweiterung auf das Filmemachen?

27 Kurzfilme im Nationalen Wettbewerb sowie 42 Kurzfilme im Internationalen Wettbewerb werden beim 30. Filmfest Dresden gezeigt. Aus 12 Animationen und 13 Fiktionen setzt sich der Nationale Wettbewerb zusammen, der in insgesamt fünf Programmen im April präsentiert wird.

Erneut beim Filmfest Dresden vertreten ist der Filmemacher Oliver Adam Kusio, der mit seinem Kurzspielfilm „Liebe“ in den diesjährigen Wettbewerb startet. Kusio gewann bereits beim 29. Filmfest Dresden mit „Ela“ den Goldenen Reiter Kurzspielfilm im Nationalen Wettbewerb. Bereits mehrfach beim Kurzfilmfestival dabei war auch die Filmemacherin Betina Kuntzsch, die es mit der Animation „Halmaspiel“ in den diesjährigen Nationalen Wettbewerb geschafft hat und 2017 mit „Wegzaubern“ eine lobende Erwähnung der Nationalen Jury erhielt. Nominiert ist unter anderem auch der Dresdner Künstler und Filmemacher Michał Banisch mit seinem Film „NY - the official language of space“.

„Dieses Jahr haben wir wieder einen starken Jahrgang mit beeindruckenden Handschriften und persönlichen Geschichten. Auffällig im Nationalen Wettbewerb ist, dass sich ein großer Teil der Filmemacher mit sozialkritischen Inhalten auseinandersetzt. Das Thema ‚Flucht und Vertreibung’ wird zunehmend subtiler beleuchtet“, so Mandy Müller, Mitglied der Sichtungskommission Nationaler Wettbewerb beim Filmfest Dresden.

42 Kurzfilme aus 28 Ländern im Internationalen Wettbewerb

In den Internationalen Wettbewerb starten insgesamt 23 Animationen und 19 fiktional inszenierte Filme, die während der Festivalwoche in sieben Programmen gezeigt werden. Darunter sind Kurzfilme aus 28 Ländern mit den Spitzenreitern Frankreich und Kanada sowie sieben Ko-Produktionen.

In den Internationalen Wettbewerb geschafft hat es unter anderem der fiktionale Kurzfilm „Copa Loca“ des griechischen Filmregisseurs Christos Massalas, der im letzten Jahr in Cannes erfolgreich seine Premiere feierte. Ebenfalls im Wettbewerb vertreten ist der französische Animationsfilm „Negative Space“ von der Japanerin Ru Kuwahata und dem US-Amerikaner Max Porter, der in der Kategorie Bester Animationskurzfilm für die Oscars 2018 nominiert wurde. Auch der Animationsfilm „Min börda“ der schwedischen Regisseurin und gelernten Bühnenbildnerin Niki Lindroth von Bahr, der in diesem Jahr bereits einen Preis für den besten Animationsfilm in Clermont-Ferrand erhielt, wurde für den Internationalen Wettbewerb ausgewählt und hat somit die Chance auf einen Goldenen Reiter.

Ricardo Brunn, Filmjournalist und neues Sichtungsmitglied für den Internationalen Wettbewerb beim Filmfest Dresden, fasst die Filmauswahl zusammen: „So kunterbunt der Internationale Wettbewerb vom animierten Tier-Musical bis hin zum sozialrealistischen Film auf den ersten Blick auch erscheinen mag, lässt sich doch ganz natürlich ein Interesse vieler Filmemacher an Bedingungen einer Selbstverortung in einer individualistisch geprägten Welt erkennen. Verlustängste, brüchige Bindungen, die Suche nach der richtigen Sprache und die Frage, wie Gemeinschaft entstehen kann, diese Themen bestimmen die Auswahl. Die ästhetischen Positionen drehen sich dabei immer wieder um einen nüchternen Blick auf das Geschehen, Einengungen im häufig beinahe quadratischen Bild oder diametral dazu als hektischer Wirbel im Animationsfilm.“

Ausblick auf die Sonderprogramme des 30. Filmfest Dresden.

Europa

Die großen europäischen Träume, die nach dem Ende des Kalten Krieges Gestalt annahmen, verwehen derzeit im kalten Wind der Krise. Europa ringt um seine Identität. In verschiedenen Programmen, die sowohl „historische“ und aktuelle Perspektiven einschließen, die utopische, aber auch dystopische Horizonte ausloten wollen, blickt das Festival zurück auf 30 Jahre Europa.

Griechenland

Oft ist im Zusammenhang mit dem aktuellen griechischen Filmschaffen die Rede von einer „Griechischen Neuen Welle“. Unser Sonderprogramm bietet einen Überblick darüber, wie eine junge Generation von Filmemacherinnen und Filmemachern mit neuen ästhetischen Ansätzen und aufrüttelnden Geschichten der wirtschaftlichen Misere ein immenses künstlerisches Kapital entgegensetzt.

Experimente

Nicht-Orte – das sind für den französischen Philosophen Marc Augé jene geschichts- und gesichtslosen Funktionsorte, die unser modernes Leben bestimmen. Auch Verkehrsmittel wie Flugzeuge oder die Bahn fallen darunter. Die Filme dieses Programms visualisieren, wie sich solche Übergangsorte, die gleichzeitig An- und Abwesenheit suggerieren, zwischen Identität, Relation und Geschichte, Raum- und Zeitlosigkeit schwanken, auf das Individuum auswirken.

Meisterklasse mit Ibolya Fekete

Die ungarische Regisseurin Ibolya Fekete hält am Festivalsamstag, den 21. April 2018 eine Meisterklasse zu ihrem filmischen Schaffen, welches die Grenzen zwischen Fiktionalem und Dokumentarischem verschwimmen lässt und oft historische Ereignisse in Europa einbezieht. Im Anschluss zeigen wir exemplarisch ihren Film „Bolshe Vita“ (HU 1996).

Über das FILMFEST DRESDEN – International Short Film Festival

Das 1989 gegründete FILMFEST DRESDEN zählt zu den renommiertesten und höchstdotierten Kurzfilmfestivals in Europa. Jedes Jahr Mitte April bringt es an sechs Festivaltagen aktuelle Kurzfilmproduktionen aus Deutschland, Europa und der Welt in die sächsische Landeshauptstadt und verzeichnet rund 25.000 Besucher, darunter etwa 550 akkreditierte Fachbesucher. Insgesamt werden Preisgelder im Gesamtwert von 67.000 Euro in den Sparten nationaler und internationaler Animations- und Kurzspielfilm sowie vier Sonderpreise verliehen. Darunter der DEFA-Förderpreis für Animation, der ARTE-Kurzfilmpreis, der „Goldene Reiter“ Filmton sowie der Filmförderpreis der Sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, dotiert mit 20.000 Euro.

Für das Programm zum Internationalen und Nationalen Wettbewerb werden jährlich mehr als 2.000 Kurzfilme aus rund 100 Ländern eingereicht.

Neben den Wettbewerben bietet die Festivalwoche ein umfangreiches Angebot an Sonderprogrammen mit Themen- und Länderschwerpunkten, Retrospektiven, Jugend- und Kinderfilmen. Seit 2012 ergänzt die Sektion „etc. - events. trainings. connections“ das filmische Angebot mit Podiumsdiskussionen, Vorträgen, Workshops, Ausstellungen und Empfängen für die Fachbesucher des Festivals.

Das FILMFEST DRESDEN wird von der Filmförderungsanstalt (FFA) als offizielles Referenzfestival gelistet. Es ist Mitglied der AG Kurzfilm - Bundesverband Deutscher Kurzfilm, der Europäischen Filmakademie (EFA), des Filmverbands Sachsen e.V. und engagiert sich für das Netzwerk Kultur Dresden, die WOD – Initiative weltoffenes Dresden sowie die Kulturloge Dresden.

Link: www.filmfest-dresden.de

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