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NAB TradeShow 2018 im Las Vegas Convention Center mit HDR10+ Demo

Technische Neuheiten der Film- und Medienbranche werden vom 7.-12. April 2018 für Broadcaster in Las Vegas gezeigt.

Während Anfang Januar, gleich zu Beginn des neuen Jahres, die Consumer Electronics Show (CES) Neuheiten in Las Vegas aus der Welt der Unterhaltungselektronik für Endverbraucher zeigt, folgt im April an gleicher Stelle die NAB Show der Broadcaster mit Produkten der TV und Filmbranche.

Dabei geht es der National Association of Broadcasters vor allem um Content, also um Inhalte, denn neue Produktlinien lassen sich nur verkaufen, wenn auch entsprechende Software, also z.B. Filme, vorhanden sind.

Somit dreht ich bei der Ausstellung in Las Vegas vom 7.-12. April 2018 vornehmlich alles um:

● Film

● Mobile

● Advertising

● Television

● Radio

● Live Events

● Digital

● Audio

● AR/MR/VR

● Video

Nach HD kommt 4K – und dann irgendwann 8K. Die Consumer-Bereich ist dabei meist einen Schritt voraus und schafft schon jetzt die passenden Grundlagen für 4K-Ultra-HD mit den passenden Displays und TV-Geräten.

Die Olympiade 2020 in Tokio soll sogar ein großer Showcase für 8K werden - da es aber dann wahrscheinlich noch keine passenden 8K Empfangsgeräte und Fernseher geben wird, will die öffentlich-rechtliche japanische Rundfunkgesellschaft (NHK) in ganz Japan spezielle Betrachtungsorte einrichten und dort mittels besonderer Veranstaltungen das 8K-Erlebnis der Öffentlichkeit vorführen, um so die Begeisterung für die neue Technologie zu wecken und die Menschen zum baldigen Kauf von 8K Fernsehern zu animieren.

Schon jetzt zeigte die NHK in Las Vegas auf der NAB eine 8K-Kamera, die in der Lage ist 8K (7.680 x 4.320 Pixel) mit 240 fps zu filmen und per IP zu übertragen. In Europa hat sich dagegen noch nicht einmal 4K-UHD-TV durchgesetzt.

Allerdings gibt es seit der IFA 2017 schon zahlreiche »4K Ultra HD Blu-ray Discs«, die aber mit rund 30,- € rund 10 Euro teurer sind als normale Blu-ray Discs. Letztere können durch Upscaling aber auf 4K-TV-Geräten schon ein deutlich besseres Bild erzeugen, als herkömmliches HD-TV Fernsehen.

Darüber hinaus setzt die Branche in Las Vegas auf den Hoffnungsträger HDR (High Dynamic Range) mit noch mehr Kontrasten, noch mehr Farben und tieferen Schwärzen. Allerdings soll erst im Laufe der zweiten Jahreshälfte der auf der NAB vorgestellte, verbesserte Standard HDR10+ (Plus) als Firmware-Update nachgeliefert werden. Ob dazu sowohl die Abspielgeräte als auch 4K Displays bereits mit dem neuesten HDMI 2.1 Anschluss ausgerüstet sein müssen, oder ob auch etwas ältere Geräte, die noch mit dem HDMI 2.0a Anschluss ausgeliefert worden sind, nachgerüstet werden können, ist derzeit noch etwas unklar. Entgegen erster Gerüchte funktioniert HDR10+ (Plus) wohl auch unter den technischen Voraussetzungen der HDMI 2.0a Schnittstelle. Auf noch älteren HDMI-Schnittstellen wie HDMI 2.0 ohne "a" lässt sich die Technik dagegen angeblich nicht per Software-Update nachrüsten.

Treibende Kraft für den neuen HDR10+ (Plus) Standard, der auch schon in manchen Kinos und bei einigen, wenigen Filmen vorgestellt wurde, ist Samsung, während die Firmen LG und Sony und Netflix wohl auf den Konkurrenz-Standard Dolby Vison 12 setzen.

Da beide konkurrierenden Standards wohl erst im Laufe des Jahres 2018 fertig werden, muss Sony als treibende Kraft und Erfinder der »4K Ultra HD Blu-ray Disc« zukünftig wohl beide Formate auf die Discs pressen, was zu Kapazitätsproblemen auf den Discs führen kann. Aus diesem Grund gibt es auch kaum noch 3D-TV auf Blu-ray, weil auch dafür mehr Platz auf der Disc beansprucht wird, während im Kino das Interesse an 3D-Filmen nach wir vor groß ist.

Unterstützung erfährt Samsung für den dynamischen HDR-Standard auf Seite der Elektronik-Hersteller von Panasonic und Philips. Zu den Content-Lieferanten zählen bisher Amazon Prime Video, 20th Century Fox und Warner Bros.

Das Konkurrenzformat Dolby Vision funktioniert auf einer „Bild-für-Bild“ Basis. Diese Technik ermöglicht eine weitaus dynamischere Bilddarstellung und kommt dem menschlichen Sehen immer näher. Zudem erlaubt es den Studios dem Zuschauer die Vision des Filmemachers näher zu bringen.

In Deutschland streamt nur Netflix erste Videos in Dolby Vision. Eine stabile Internetgeschwindigkeit von mindestens 25 Megabit pro Sekunde muss dafür aber notwendigerweise vorhanden sein. Auf lange Sicht dürften die beliebten Online-Dienste, die ihre UHD-Streams auf 20 Megabit pro Sekunde komprimieren, allerdings das nachsehen haben und kein optimales Verkaufsargument für Dolby Vision sein, denn die Ultra HD Blu-ray mit einer maximalen Datenrate von 100 Mbit/s ist dafür viel besser geeignet. Deshalb verhandelt das Unternehmen bereits mit allen großen Hollywood-Studios, um Filme in Dolby Vision auf Blu-ray-Disc zu bringen. Warner, Universal, Sony/MGM und Disney/Pixar haben schon Interesse bekundet.

Die technische Umsetzung soll wenig Probleme bereiten, weil Dolby Vision auf demselben SMTP-Standard aufsetzt wie HDR-10 (ST2084). Der Dolby-Code wäre damit nur eine Erweiterung des bereits bestehenden HDR-10-Signals auf der Blu-ray-Disc. HDR-10 arbeitet mit einer maximalen Helligkeit von 1.000 Nits und hat eine Farbauflösung von 10 Bit – daher auch der Name. Eine Milliarde Farbtöne lassen sich auf diese Weise darstellen. Zum Vergleich: Im klassischen HDTV waren es noch 16 Millionen.

Bisherige Demos mit HDR-10 enttäuschten meist. Jedenfalls war das Ergebnis noch nicht so, wie es sein könnte, wenn man die Dolby-Vision-Demos auf den Referenzmonitoren kennt. Diese Spezial-Modelle kommen allerdings nicht für den Endverbraucher infrage. Deshalb wird bei Samsung eifrig an HDR10+ (PLUS) gewerkelt, um sich gegen Dolby positionieren zu können.

Um die noch höhere 12-Bit-Auflösung zu verarbeiten, brauchen die Player allerdings besondere Decoder-Chips, die erst in kommenden Geräten enthalten sein werden.

Während die Consumer-Industrie die Grundlagen für die Entwicklung in Richtung 4K mit den passenden Displays und TV-Geräten schuf, vollzieht sich derzeit auf der Produktionsseite in Bezug auf 4K das gleiche Spiel, das sich für die Hersteller bei HD schon bewährt hat: Sukzessive rutschen HD-Geräte nach hinten raus, echte Neuentwicklungen gibt es nur noch in UHD/4K.

Auf der Distributionsseite vieler TV-Sender sieht es ganz ähnlich aus: 4K erfordert höhere Datenraten in der Übertragung und ist deshalb für die Sender teurer. Bei den Endkunden, den Zuschauern, ist 4K ebenfalls noch längst nicht flächendeckend vertreten.

An anderer Stelle ist 4K hingegen sehr wohl erfolgreich, nämlich bei den Streaming-Anbietern. Einige von ihnen, darunter etwa Netflix, fordern von ihren Content-Produzenten sogar explizit, dass der Content mit 4K-Kameras gedreht werden muss. Allein Netflix etwa investiert aktuell rund acht Milliarden US-Dollar in Eigenproduktionen — kein Wunder also, wenn die Anforderungen dieses Anbieters sich auch auf der Produktionsseite und bei den Herstellern niederschlagen.

Darüber hinaus schafft HDR in Zusammenspiel mit 4K-Geräten mehr Dynamikumfang und größere Farbräume, was bei den Konsumenten oft kraftvollere Eindrücke hinterlässt und als ansprechender sowie visuell interessanter empfunden wird.

Genau das dürfte der entscheidende Punkt für den Erfolg von HDR sein. Mit dieser Technologie lassen sich sogar ohne höhere Datenraten, also innerhalb vorhandener Infrastrukturen, neue Bilderlebnisse schaffen. Zu allem Überfluss auch noch nahezu unabhängig von der Display-Größe, also auch auf dem Smartphone und dem Tablet, schreibt der Online Newsletter von »Film TV Video« in seinem aktuellen Kommentar über die NAB Show.

Ein bisschen mehr auch beim Aufnahmeformat.

Mehr Bilddiagonale, größere Sensoren, neue Full-Frame-Kameras wie die Venice von Sony, die Alexa LF von Arri und die C700FF von Canon, das sind die weiteren Gesprächsthemen der diesjährigen NAB Trade Show. Auch bei den Photosites oder Pixels geht der Trend immer noch zu ein bisschen mehr, auch was letztendlich die Empfindlichkeit der Sensoren anbetrifft.

Manchmal braucht man eben doch etwas mehr Lichtempfindlichkeit, als permanent nur mit offener Blende und geringer Schärfentiefe zu arbeiten. Auch hier haben Sensorentwicklung und Signalverarbeitung in den letzten Jahren in allen Produktlinien große Fortschritte gemacht. So kann man heutzutage mit ISO-Zahlen operieren, bei denen früher außer einem Rauschteppich kaum noch etwas vom Bild übrig geblieben wäre.

Aber auch der Sensor darf auf Grund von 4K/UHD inzwischen gern ein bisschen größer sein als früher. Sony ist auf der Messe mit dem PXW-Z90 vertreten und Panasonic ist mit dem UX180 schon länger präsent. Dagegen hat Canon brandneu die Baureihe XF400 am Start, die auf reges Interesse stieß.

Und wenn alles größer wird, darf der Workflow natürlich nicht darunter leiden. Deshalb führt Apple beim Update von Final Cut Pro 10.4.1 ein neues Format von ein: ProRes Raw soll die Workflow-Vorteile von Raw-Video mit der Leistung von ProRes kombinieren.

Die Industrie nutzte die NAB TradeShow außerdem medienwirksam für die Verkündung einer lange geplanten Fusion. Eingefädelt wurde ein weitreichender Deal von der Grass-Valley-Mutter Belden, einem börsennotierten Unternehmen in St. Louis (Missouri) für Lösungen zur Datenübertragung, das zuerst den Video-Interface-Spezialisten Miranda schluckte, dann Grass Valley und nun SAM (Snell Advanced Media), um alle drei Firmen zu verschmelzen.

In gut 10 Tagen geht es mit dem Treffen der Filmbranche in Las Vegas weiter. Vom 23. - 26. April 2018 findet dort die jährliche Kinomesse des amerikanischen Kinoverbandes NATO (National Association of Theatre Owners) und der UNIC-Cinemas statt.

Wie gewohnt wird eine Mischung aus Podiumsdiskussionen und Preview-Clips präsentiert, woran sich das deutschen Pendant, der Filmtheaterkongress Kino 2018 orientiert, den der HDF Kino diesmal vom 15. bis 17. Mai 2018 wieder in Baden Baden veranstaltet.

Link: www.nabshow.com

Quellen: NAB | 4K-Filme.de | Digitalzimmer.de | Netflix | Golem | SlashCAM | FTV

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