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Produzentenallianz begrüßt Kontinuität im Kultur- und Medienbereich

Wiederernennung von Monika Grütters zur Staatsministerin für Kultur und Medien durch die Bundeskanzlerin.

Die weiter unten nachfolgende Meldung der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen ist zwar schon ein paar Tage älter, doch anlässlich des Aufstiegs von Björn Böhning, dem bisherigen, ehrgeizigen Chef der Berliner Senatskanzlei und nahezu autark agierenden Staatssekretär für Medien, zum Staatssekretär im Bundesarbeitsministeriums, ist ein aktueller Hinweis unsererseits durchaus angebracht.

Erst vergangene Woche ist nämlich der Wechsel Björn Böhnings von Berlin zum Bund vollzogen worden. Damit verliert Berlin bei den gerade erst angelaufenen Planungen eines eigenen Filmhauses seinen einzigen in Film und Medien erfahrenen Staatssekretär. Böhning hatte sich zwar nicht besonders beliebt gemacht bei den Berliner Studierenden der Deutschen Film und Fernsehakademie Berlin (dffb), als er ihnen beim Auswahlverfahren für die im Jahre 2015 vakante Direktorenstelle ein Mitspracherecht absprach und sich lange Zeit gegen den "studentischen Kampf für ein transparentes und demokratisches Auswahlverfahren" stemmte.

Als Vorsitzender des Kuratoriums wollte Björn Böhning den Studenten einen neuen Direkter seiner Wahl vor die Nase setzten, was zu Protesten geführt hatte. Darüber hinaus war Björn Böhning im Aufsichtsrat des Medienboard Berlin-Brandenburg vertreten.

Bei der zersplitterten deutschen Film- und Serienförderlandschaft träumte Björn Böhning allerdings von einer großen Bundeslösung, die die 18 regionalen- und Bundestöpfe, deren Verwalter sich nicht mal auf einheitliche Antragsformulare einigen können, ablösen sollte.

Auch beim geplanten neuen Filmhaus in Berlin hatte Björn Böhning ganz eigene Vorstellungen, denn er wollte in dem Medienhaus auch für die aufstrebende Spielebranche eine eigene Games-Sammlung unterbringen, was Kinematheksdirektor Rainer Rother jedoch eher verwunderte als erfreute. Wie der demnächst scheidende langjährige Berlinale Chef Dieter Kosslick mitteilte, laufen die Mitverträge für die Berlinale am Potsdamer Platz bald aus, sodass schnellstmöglich für einen eigenen Neubau eine Machbarkeitsstudie erstellt werden muss.

Mit dem Weggang von Björn Böhning zum Arbeitsministerium beim Bund, verliert Berlin einen starken Verfechter für einen Neubau eines Filmhauses auf dem Parkplatz vor dem Martin-Gropius-Bau, der alljährlich während der Berlinale schon den European Filmmarkt beherbergt. Das Filmhaus soll alle Institutionen der Berlinale, des Arsenals und möglicherweise auch die dffb unter einem Dach zusammen fassen.

Glücklicherweise ist die neue Bundesregierung nun endlich arbeitsfähig und Monika Grütters wurde wieder zur Staatsministerin für Kultur und Medien durch die Bundeskanzlerin und CDU Vorsitzende Angela Merkel ernannt. Auf Grütters lasten nun alle Hoffnungen, dass sowohl die Findungskommission für die Nachfolge um Berlinale Chef Dieter Kosslick erfolgreich ist, als auch die Machbarkeitsstudie für eine neues Filmhaus schnellstmöglich und lösungsorientiert zu Ergebnissen kommt, denn die Zeit drängt.

Alexander Thies, Vorsitzender der Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen e.V. (Produzentenallianz) begrüßt die erneute Ernennung von Monika Grütters zur Staatsministerin für Kultur und Medien und betonte:

Wir freuen uns über die Bestätigung von Monika Grütters, die erfolgreich für den deutschen Film gearbeitet hat. Auf die weitere Zusammenarbeit mit ihr freuen wir uns.“

Thies weiter: "Die Kontinuität dieses für unsere Branche so wichtigen Schlüsselamtes ist für eine nachhaltige Förderung der deutschen Filmproduktionswirtschaft von großer Bedeutung. Wir hoffen, dass sich Frau Grütters als Kulturstaatsministerin weiter an der Stärkung des deutschen Filmproduktionsstandorts - gerade in einer Zeit des zunehmenden internationalen Wettbewerbs - beteiligt und an der Verbesserung der Fördermaßnahmen des Bundes mitwirkt."

Zudem sieht die Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e.V. (Produzentenallianz) nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen die im Koalitionsvertrag festgehaltenen Pläne zur Förderung der deutschen TV- und Filmindustrie als wichtiges Signal auf dem Weg zu einer nachhaltigen Stärkung des Filmstandortes Deutschland.

So soll die kulturelle und wirtschaftliche Filmförderung „mindestens auf dem aktuellen Niveau“ fortgesetzt werden.

Weiterhin sollen der Deutsche Filmförderfonds I und II und der German Motion Picture Fund (GMPF) besser aufeinander abgestimmt und diese mit der Außenkultur- und Wirtschaftsförderung besser verzahnt werden. Zur Stärkung des Produktionsstandortes Deutschland und um eine Abwanderung deutscher Produktionen ins Ausland zu verhindern, wird die Einführung einer umfassenden Förderung audiovisueller Inhalte, darunter Kino, Serien, High End TV, visuelle Effekte (VFX), Animation und Virtual Reality angekündigt.

Laut Koalitionsvertrag soll zudem die Flächenwirkung des kulturell anspruchsvollen Kinofilms durch ein kofinanziertes ‚Zukunftsprogramm Kino’ verstärkt werden. Dessen Finanzierung muss aus Sicht der Produzentenallianz unabhängig von den Mitteln der Produktionsförderung erfolgen.

Auch die Stärkung des Urheberrechts haben sich die Verhandlungspartner auf die Fahnen geschrieben. Man brauche ein starkes Urheberrecht, das einerseits „bestehende Rechtspositionen im digitalen Umfeld besser schützt“, gleichzeitig aber die Rahmenbedingungen für kreatives Schaffen, Verwerten und Nutzen verbessere.

Alexander Thies, Vorsitzender der Produzentenallianz: „Wir freuen uns sehr, dass einige unserer Kernforderungen Eingang in den soeben verabschiedeten Koalitionsvertrag gefunden haben. Das Bekenntnis, die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Film- und Medienstandortes Deutschland in seiner thematischen und regionalen Vielfalt nachhaltig sicherstellen zu wollen, halten wir für ein zentrales Signal. Nun kommt es auf dessen positive Fortführung bei der konkreten Ausgestaltung der beschriebenen Maßnahmen an. So hoffen wir etwa, dass bei der wirtschaftlichen Filmförderung eine Annäherung an die international üblichen 35% der im Land getätigten Ausgaben möglich werden wird.“

Link: www.produzentenallianz.de

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