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41. Grenzland-Filmtage Selb & 11. Lichter Filmfest in Frankfurt/Main

Das von OMA geförderte Berliner Beziehungsdrama "Rückenwind von vorn" feiert in SELB seine bayerische Premiere.

Die fränkische Porzellanstadt Selb ist eine große Kreisstadt im Fichtelgebirge liegt direkt an der tschechischen Grenze. Daher auch der Name: 41. Grenzland-Filmtage, obwohl Festivalkenner wahrscheinlich eher an die Hofer Filmtage denken, die 1968 in Bayern an der Grenze zur DDR gegründet wurden, und nunmehr zum 52. Mal, jeweils im Oktober, gar nicht weit entfernt von Selb stattfinden.

Wir hatten zuletzt hier im Jahre 2011 ausführlicher von dem Festival in Selb berichtet, weil damals der Berliner Mauer-Film „DANACH“ seine deutsche Premiere auf den Grenzland Filmtagen feierte.

Mittlerweile sind die Grenzland Filmtage, die vom 5. - 8. April 2018 stattfinden, weit über die fränkischen Grenzen hinaus bekannt. Dies liegt besonders an dem familiären Flair, das die Grenzland-Filmtage versprühen und sowohl Besucher als auch Filmschaffenden jedes Jahr auf ein Neues begeistern.

Zudem hat das kleine Filmfestival eine große Tradition bei den regionalen Nachwuchsfilmen und der Nachwuchsförderung. Da begegnen Besuchern zwischen den Filmblöcken und den Kinosälen immer wieder den Filmschaffenden persönlich und haben die einmalige Möglichkeit, das eben gesehene zu erörtern und völlig zwangslos Fragen anzubringen. In der Filmtagekneipe wird dann ähnlich wie in Hof später fröhlich weiter diskutiert. Das macht den Reiz der Hofer- und der Grenzland-Filmtage aus und kommt bei Filmleuten wie Besuchern gleichermaßen gut an.

Darüber hinaus haben die Grenzland-Filmtage schon von Anfang an einen Fokus auf Filme aus dem osteuropäischen Raum gelegt, was sich bis heute nicht geändert hat. Mit einem zweitägigen Programm in der tschechischen Nachbarstadt Asch überwinden die Grenzland-Filmtage selbst eine geografische Grenze.

Auch die mondänen Kurorte wie Franzensbad, Marienbad und Karlsbad liegen nicht weit entfernt. Vor allem Karlsbad dürfte Film- und Festivalkennern besser als Karlovy Vary und somit als eines der großen Internationalen A-Filmfestivals bekannt sein, das auch in diesem Jahr wieder zum 53. Mal Anfang Juli im böhmischen Kurort stattfindet.

Doch im Gegensatz zu dem KVIFF in Karlovy Vary, wo eine internationale Jury über die besten und neuesten Filme entscheidet, stimmt in Selb das Publikum ab, welche Filme in den Genres Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilm am besten gefallen. Diese Produktionen werden mit dem Publikumspreis ausgezeichnet, einer wertvollen Designervase, gesponsert durch das Traditionsunternehmen Rosenthal. Die Sparkasse Hochfranken stiftet einen Nachwuchs-Förderpreis. Außerdem wird der Filmpreis der Stadt Selb für den besten osteuropäischen Film vergeben und die Kinder des Vereins "Zukunft Kinder" küren den besten Kinderfilm.

Einer der Filme, die in der Reihe »Perspektive Deutscher Film« der Berlinale 2018 begeisterten, und nun auch im Wettbewerb der Grenzland Filmtage steht, ist das von DARLING BERLIN vertriebene Beziehungsdrama "Rückenwind von vorn" von Philipp Eichholtz.

DARLING BERLIN steht für frische und ungewöhnliche Independent-Filme aus der Hauptstadt. Effektiv und mit Herzblut dreht eine neue Generation von Regisseuren und Schauspielern komisches und dramatisches Kino von unten. Berührend, authentisch, ohne Konventionen, ohne Kompromisse. Auch "Rückenwind von vorn" hatte - außer von Oma gefördert - keine weitere finanzielle Unterstützung von Filmförderungsinstanzen bekommen. Hier der Trailer:

Synopsis:

Die Berlinerin Charlie findet es verdammt schwer, die Erwartungen ihres Umfelds und ihre eigenen auseinander zu halten. Ihr Freund Marco möchte ein Kind, und ihr Kollege Gerry mutmaßt ganz ungefragt: „Fünf Jahre zusammen? Na, da seid ihr doch bestimmt bald zu dritt…?“ Doch Charlie ist sich darüber überhaupt nicht sicher...

Link: www.grenzlandfilmtage-selb.de

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Philipp Eichholtzs Film "Rückenwind von vorn" läuft am 5. April 2018 auch auf dem »Lichter Filmfest« in Frankfurt am Main.

Das 11. internationale Filmfestival, das vom 03. ‐ 08.04.2018 stattfindet, hatte gestern mit "HOME" von Fien Troch eröffnet. Hier der Trailer:

Synopsis:

Regisseurin Fien Troch erzählt darin von entnervten Lehrern, überforderten Eltern und vor allem – hormongesteuerten Jugendlichen. Was zunächst nach lustigem Klamauk à la Hollywoodkino klingen mag, entpuppt sich als intensiv düsteres Autorenkino über die Schattenseiten des Erwachsenwerdens. Keine leichte Kost, die sich aber umso mehr lohnt.

Für die Produktion arbeitete Fien Troch mit jugendlichen Darstellern ohne Kameraerfahrung. Viele von ihnen hat sie auf der Straße gecastet. Die unverstellte, teils improvisierte Spielweise der Teenager trägt ebenso zum authentischen, dokumentarischen Charakter des Films bei wie das gewählte Bildformat. Mit dem längst aus dem Kinosaal verbannten 4:3-Normalbild, wackeliger Kameraführung und hochformatigen Handyeinspielern greift Troch die Sehgewohnheiten ihrer an die Bildschirme mobiler Endgeräte gewöhnten Protagonisten auf. Hier trifft Kids auf Xavier Dolans "Mommy".

Home feierte Premiere bei den 73. Internationalen Filmfestspielen von Venedig und wurde in der Sektion „Orizzonti" mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet. Die belgische Kritiker-Vereinigung UCC verlieh dem Film 2017 den André Cavens Award für den besten Film. Zudem bekam Home die Auszeichnung für den besten flämischen Film bei den achten Magritte Awards verliehen.

In Frankfurt, dem Sitz des Deutschen Filminstituts, werden beim Lichter Filmfest aber nicht nur Internationale Filme gezeigt. Ein Programmhighlight ist der Kongress "Zukunft Deutscher Film", der am 5. und 6. April 2018 im Rahmen der gleichnamigen Sektion stattfindet. Das Festival »LICHTER« beleuchtet im Zoo- Gesellschaftshaus gemeinsam mit zahlreichen Filmschaffenden die Themen Finanzierung, Ausbildungsbedingungen und das Zukunftspotenzial von Kinokultur und Filmdistribution.

Begleitend werden dazu gleich mehrere Berlinale-Highlights zu sehen sein: "In den Gängen" von Thomas Stuber, der den Preis der Ökumenischen Jury und den Gilde Filmpreis gewann, sowie Christian Petzolds Wettbewerbsbeitrag "Transit".

Auch filmische Visionen des deutschen Regie-Nachwuchs wie die Dokumentation "Aggregat" und das bereits oben erwähnte Drama "Rückenwind von vorn", sind in dem Rahmen zu sehen.

Link: lichter-filmfest.de

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