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90. Oscarverleihung diesmal im März

Die Oscarverleihung wurde wegen der Olympiade von Februar auf März verlegt.

Die prestigeprächtige Oscarverleihung findet diesmal zum 90. Mal statt. Sie wird allerdings nicht wie üblich Ende Februar, sondern erst am 4. März 2018 wieder im Dolby Theatre, dem früheren Kodak Theater, am Hollywood Boulevard in Los Angeles, Kalifornien ausgetragen.

Neuer Präsident der Oscar-Academy ist der Kameramann John Bailey (76), der unter anderem beim Klassiker "Und täglich grüßt das Murmeltier" für die Kameraführung zuständig war.

Bailey ist der 31. Präsident der Academy, die jedes Jahr die Oscars vergibt und die Verleihungsgala organisiert. Er ist Nachfolger der bisherigen Präsidentin Cheryl Boone Isaacs, deren vierjährige Amtszeit abgelaufen war.

Wieder mit dabei ist der Moderator Jimmy Kimmel, der trotz Panne noch einmal durch Sendung der die Veranstaltung führen darf, obwohl es im letzten Jahr eine grandiose Panne gegeben hatte, die eigentlich nicht vorkommen darf. Tatsächlich wurden beim Verlesen des Gewinners die Umschläge verwechselt, sodass irrtümlich Faye Dunaway verkündete, dass "La La Land", der Film mit den meisten Nominierungen auch gewonnen habe. Sieger, und somit Gewinner der Auszeichnung »Bester Film« war aber das Drama "Moonlight" um einen jungen Schwarzen, was zur großen Verwirrung auf der Bühne führte.

Die Nominierungen für die Academy Awards – wie sie richtigerweise heißen – wurden typischerweise erst zu Jahresbeginn im Januar bekannt gegeben.

Zwölf Anekdoten aus der Geschichte der Oscars:

• Der älteste Gewinner in der Geschichte der Academy Awards ist Komponist Ennio Morricone. 2016 erhielt er im Alter von 87 Jahren für seine Filmmusik in Quentin Tarantinos "The Hateful Eight" den Oscar.

• Die jüngste Gewinnerin ist bisher Tatum O'Neal, die 1973 im Alter von zehn Jahren als beste Nebendarstellerin für "Paper Moon" ausgezeichnet wurde.

"Ben Hur" (1960), "Titanic" (1998) sowie "Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs" (2003) sind mit jeweils elf Oscars die erfolgreichsten Oscar-Filme aller Zeiten.

• Trotz elf Nominierungen erhielt das Südstaatendrama "Die Farbe Lila" im Jahre 1985 nicht eine Auszeichnung.

• Bob Hope führte mit insgesamt 17 Moderationen am häufigsten durch den Oscar-Abend, gefolgt von Billy Crystal, der insgesamt neun Mal Host der Academy Awards-Verleihung war.

• Die meisten Oscarnominierungen unter den Schauspielerinnen hat Meryl Streep erhalten (20 Nominierungen), bei den Männern ist es Jack Nicholson (12 Nominierungen).

• Einen absoluten Rekord stellte Walt Disney auf. Mit 26 Oscars – darunter vier Ehrenoscars – wurden die meisten Academy Awards an den der kreative Kopf der Firma überhaupt wurden verliehen. Hinzu kommen 37 Nominierungen.

• Erst zwei Schauspielern wurde posthum ein Oscar verliehen: Heath Ledger ("The Dark Knight") und Peter Finch ("Network").

• James Dean ist der einzige Schauspieler, der posthum zweimal nominiert war, aber keinen der Oscars gewinnen konnte.

• Sidney Poitier gewann für den Film "Lilien auf dem Felde" im Jahr 1964 als erster Afro-Amerikaner einen Oscar in der "Hauptdarsteller"-Kategorie.

• Kathryn Bigelow war 2010 die erste - und bisher einzige - Frau, die in der Kategorie "Beste Regie" einen Oscar gewinnen konnte für ihren Film "Tödliches Kommando - The Hurt Locker".

"Vom Winde verweht" war der erste Farbfilm, der einen Oscar als "Bester Film" gewinnen konnte. Mit rund 238 Minuten (Ouvertüre mitgezählt) ist er bis heute der längste Film, der in der Hauptkategorie triumphierte.

Deutscher Auslandsbeitrag wurde nicht nominiert.

German Films hat Fatih Akins „Aus dem Nichts“ als deutschen Beitrag bei der Academy of Motion Picture Arts and Sciences eingereicht, der aber trotz »Golden Globe« Auszeichnung, nicht bei den Oscars nominiert wurde. Mit „Mustang“ von Deniz Gamze Ergüven und „Toni Erdmann“ von Maren Ade waren sowohl 2016 als auch 2017 ein filmstiftungsgefördertes Werk für den Auslands-Oscar nominiert worden. Letzterer bekam aber keinen Preis.

Jurybegründung zu „Aus dem Nichts“:

‘Aus dem Nichts‘ ist gleichzeitig Drama, Gerichtsfilm und Thriller. Fatih Akin erzählt von Recht und Gerechtigkeit, Rache und Schmerz – wendungsreich, schonungslos und von mitreißender Erzählkraft. Der Film macht das Politische menschlich und entfaltet eine große Sogwirkung, aus der es für das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute kein Entrinnen gibt.“

Fatih Akins Thriller handelt von der Liebe einer Frau zu ihrer Familie über den Tod hinaus. Aus dem Nichts zerbricht ihr Leben: Ihr Mann und ihr Sohn sterben bei einem Bombenanschlag. Die Polizei fasst zwei Verdächtige, ein junges Neonazi-Paar. Die junge Frau will Gerechtigkeit, für sie gibt es keine Alternative. In den Hauptrollen des Films, der seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Cannes hatte, sind Diane Kruger, Denis Moschitto und Numan Acar zu sehen.

Kruger erhielt in Cannes für ihre Darstellung den Preis als Beste Darstellerin. Der Film von Fatih Akin war zuvor bereits von den New Yorker Online-Filmkritikern zum besten ausländischen Film erklärt worden und gewann bei der Verleihung der Golden-Globes. „Aus dem Nichts“ ist eine Produktion von bombero international in Koproduktion mit Warner Bros. Film Productions Germany, Macassar Productions (F), Pathé (F) und corazón international. Warner Bros. brachte den Film am 23. November 2017 in die deutschen Kinos.

Israel schickte deutsche Koproduktion ins Oscarrennen.

Samuel Maoz' "Foxtrot", an dem die deutsche Pola Pandora Filmproduktion als Koproduzent beteiligt ist, sollte für Israel ins Rennen um eine Oscarnominierung in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film gehen. Leider wurde daraus nichts. Auch dieser Film wurde von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences nicht nominiert.

Die Geschichte einer wohlhabenden Familie aus Tel Aviv, die den Tod ihres Sohnes, der in der israelischen Verteidigungsarmee gekämpft hat, betrauert, war bei der Verleihung des israelischen Oscar-Pendants, den Ophir Awards, insgesamt acht Mal ausgezeichnet worden und hatte im Sommer 2017 in Venedig den Großen Preis der Jury gewonnen.

"Foxtrot" ist der 50. Film, den Israel ins Rennen um eine Oscarnominierung in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film schickt; zehn Mal hat es auch mit einer Nominierung geklappt. Einen israelischen Oscargewinner in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film gab es jedoch noch nie.

Starke Auslandsbeteiligung mit 92 Werken.

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences veröffentlichte in der ersten Oktoberwoche eine Liste mit allen Filmen, die für eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film eingereicht wurden; kurz vor Weihnachten folgte dann eine Shortlist mit den aussichtsreichsten Filmen auf eine Nominierung. Die fünf nominierten Filme wurden am 23. Januar 2018 bekannt gegeben. Die 90. Oscarverleihung findet am morgigen 4. März 2018 statt.

So groß wie nie zuvor war die Konkurrenz bei der diesjährigen Oscar-Verleihung für den besten nicht-englischsprachigen Film. Nach Angaben der Academy of Motion Picture Arts and Sciences hatten 92 Länder ihre Filme eingereicht, darunter zum ersten Mal auch Haiti, Honduras, der Senegal oder Syrien. Zum wiederholten Male wurde von Österreich der Filmemacher Michael Haneke vorgeschickt, der diesmal leider vergeblich sein „Happy End“ einreichte.

Für den begehrten Auslands-Oscar konkurrieren jetzt noch "Eine fantastische Frau" von Sebastian Lelio für Chile, "Körper und Seele" von Ildikó Enyedi für Ungarn, "L' insulte" von Ziad Doueiri für Libanon, "Loveless" von Andrej Swjaginzew für Russland, und Cannes- und Europäischer-Filmpreis-Gewinner "The Square " von Ruben Ostlund für Schweden, während "Félicité" von Alain Gomis für Senegal sowie "Die Wunde" von John Trengove für Südafrika wieder aus der Shortlist rausflogen.

Die komplette Nominierungsliste hatten wir bereits am 24. Januar 2018 veröffentlicht. Das Feld der Filme wird von "Shape of Water" mit 13 Nominierungen angeführt. Nach neuesten Gerüchten auf IndieWire kann das Werk von Regisseur Guillermo del Toro aber nur 4 Oscars abstauben.

Link: oscars.org

Quelle: IndieWire | Blickpunkt:Film | filmecho | dpa | ntv

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