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Schauspielerinnen fordern einen schwarzen Trauer-Teppich zur Berlinale

Neue Anschuldigungen gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein.

Nach neuen Anschuldigungen gegen Harvey Weinstein klagt der US-Bundestaat New York gegen den jüdischen Filmproduzenten. Die Klage sei Ergebnis von vier Monate andauernden Ermittlungen, in denen "neues und ungeheuerliches" sexuelles Fehlverhalten enthüllt worden sei, hieß es.

Die Klage wurde beim Obersten Gericht des Bezirks New York wegen Verletzung der Bürgerrechte, Menschenrechte und des Arbeitsrechts gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein und dessen früherer Firma Weinstein Company eingereicht.

Die Führungskräfte der Weinstein Company und auch Weinsteins Bruder Robert hätten es wiederholt nicht vermocht, die Angestellten vor "unablässiger sexueller Belästigung, Einschüchterung und Diskriminierung" durch Weinstein zu schützen. Angesichts laufender Verkaufsverhandlungen für das Unternehmen müsse sichergestellt werden, dass die Opfer entschädigt und Angestellte geschützt werden, hieß es.

Aus Solidarität gegen die sexuellen Belästigungen trugen die Schauspielerinnen in Hollywood schwarz. In Berlin wollen Schauspielerinnen der #MeToo-Bewegung auf Change.org und auf Twitter unter: #blackcarpetberlinale einen schwarzen Teppich, anstelle des roten Teppichs vor dem Berlinale-Palast.

Die Forderung an Dieter Kosslick, Direktor der Berlinale lautet, eindeutig Position zu beziehen:

Black is the New Red!

Färben Sie den roten Berlinale-Teppich schwarz und setzen Sie ein Zeichen gegen sexistische Übergriffe, Diskriminierung und Missbrauch in der Filmbranche.

Immerhin hatte die Berlinale bereits zahlreiche Filme wegen der #MeeToo abgelehnt, schrieb der Tagesspiegel. Laut Berlinale-Chef Dieter Kosslick hat die Missbrauchsdebatte auch das Festivalprogramm beeinflusst und verändert. Filme, deren Personal durch die Debatte um sexuelle Gewalt im Filmgeschäft belastet sei, wurden für das Festival nicht ausgewählt.

"Wir haben in diesem Jahr Arbeiten von Leuten nicht im Programm, weil sie für ein Fehlverhalten zwar nicht verurteilt worden sind, es aber zumindest zugegeben haben", so Kosslick. "Alles, was durch Gewalt aufgezwungen wird ist ein Vergehen."

Allerdings müssen wir eindringlich davor warnen, dass die Gesellschaft nicht wieder in eine Welle der Radikalisierung, des Rechtsrucks und des Hasses gegen Andere und andere Glaubensrichtungen sowie andere Gender-Vorstellungen verfällt. Zuviel wird im Netz schon geschimpft und verunglimpft. Sogar Politiker sind nicht davor mehr gefeit, Geschichtsklitterung vorzunehmen, wie z.B. beim polnischen Holocaust-Gesetz, das ein falsches Geschichtsbild vermitteln will und Zuwiderhandlungen mit Strafandrohung ahndet.

Nicht alles muss per Gesetz verboten werden, denn darunter leidet die Freiheit, die mit Vernunft und Augenmaß selbstregulierend gestaltet werden kann ohne vorzuverurteilen. Aus Angst jedoch, stillschweigend alles durchgehen zu lassen, dürfte aber nach der #MeToo-Bewegung hoffentlich ein Ende haben.

Zum Wes Anderson Animationsfilm "Isle of Dogs – Ataris Reise", dem gestern zumeist bejubelten Eröffnungsfilm der Berlinale, schoss eine Filmkritik aber etwas über das Ziel hinaus. Darin hieß es, dass die Hundegang nur aus Rüden bestand und die Weibchen wieder einmal in der Minderheit waren.

Die #MeToo-Debatte wird übrigens durch zahlreiche Diskussionsveranstaltungen auf der Berlinale ergänzt. Diese finden u.a. von der ProQuotoFilm e.V. auf dem European Film Market im Martin-Gropius-Bau vom 17.-18. Februar 2018 im Erdgeschoss direkt neben „German Films“ statt und in der Landesvertretung NRW sowie unter dem Titel: „Some like it equal!“ am 20.02.2018 um 11:00 Uhr in der Akademie der Künste (ADK) am Pariser Platz.

In Kooperation mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und dem Bundesverband Schauspiel BFFS ist zudem am 19.02.2018 um 14:30 Uhr im Tipi-Zelt am Kanzleramt neben dem HKW eine Veranstaltung unter folgendem Titel geplant:

Kultur will Wandel – eine Gesprächsrunde zu sexualisierter Belästigung und Gewalt in der Film- und Fernsehbranche“.

Anmeldungen bitte unter info@proquote-film.de

Mehr dazu auch auf der Berlinale Website.

Link: www.berlinale.de

Quellen: MSN | ARD | Change.org | Twitter

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