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68. Internationale Filmfestspiele Berlin - Die Berlinale 2018

Berlinale eröffnet mit Animationsfilm von Wes Anderson

Seit zwei Tagen läuft der Ticket-Verkauf fürs Publikum. Darin ist die Berlinale - im Gegensatz zu den Internationalen Filmfestspielen von Cannes - besonders groß, während in Cannes nur wenige Tickets öffentlich zu haben sind. Für akkreditierte Gäste und Pressevertreter heißt es dagegen ab dem morgigen Donnerstag früh aufzustehen, um an die schnell vergriffenen Karten der 68. Internationalen Filmfestspiele zu kommen, die vom 15.-25. Februar 2018 stattfinden.

Auftakt mit Animationsfilm.

Wie von uns bereits schon berichtet, wird zum Auftakt der 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin mit Wes Andersons "Isle of Dogs – Ataris Reise" erstmals ein Animationsfilm seine Weltpremiere im Berlinale-Palast feiern. Damit will die Berlinale allerdings nicht den Filmfestspielen in Cannes nacheifern, die zu ihrer 62. Ausgabe im Jahre 2009 Disney/Pixar’s "Up" präsentierten, denn jener Film war unpolitischer als die Wes Anderson Werke. Nach seinem oscargekrönten Erfolg mit der skurrile Tragikomödie "The Grand Budapest Hotel", der 2014 auf der 64. Berlinale lief, hat sich Anderson wieder dem Stop-Motion-Animationsfilm zugewandt. Hier der Trailer:

Synopsis:

"Isle of Dogs" erzählt die Geschichte von Atari Kobayashi, dem 12-jährigen Pflegesohn des korrupten Bürgermeisters Kobayashi. Als durch einen Regierungserlass alle Hunde der Stadt Megasaki City auf eine riesige Mülldeponie verbannt werden, macht sich Atari allein in einem Miniatur-Junior-Turboprop auf den Weg und fliegt nach Trash Island auf der Suche nach seinem Bodyguard-Hund Spots. Dort freundet er sich mit einem Rudel Mischlingshunde an und bricht mit ihrer Hilfe zu einer epischen Reise auf, die das Schicksal und die Zukunft der ganzen Präfektur entscheiden wird.

Vier deutsche Filme im Wettbewerb.

Insgesamt 19 Filme bewerben sich um die begehrten Bären, darunter vier deutsche. Dazu zählen Philip Grönings "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot" mit Josef Mattes und Julia Zange sowie "In den Gängen" von Thomas Stuber mit Shootingstar Franz Rogowski und Sandra Hüller. Als weitere deutsche Koproduktion steht "Figlia mia (Daughter of Mine)" von Laura Bispuri (Italien, Deutschland, Schweiz) im Berlinale-Wettbewerb. Als Special Gala feiert auch Lars Kraumes "Das schweigende Klassenzimmer" Weltpremiere in Berlin.

Zu den prominenten Gästen mit Star-Potenzial gehören Tilda Swinton, Isabelle Huppert, Robert Pattinson und Joaquin Phoenix.

"Der diesjährige Berlinale-Wettbewerb spiegelt die Welt so, wie sie ist", sagte Festivaldirektor Dieter Kosslick. "Und die Welt ist komplex, vielschichtig, aber auch spannend."

Als letzten Beitrag gab Kosslick das norwegische Attentatsdrama "Utøya 22. Juli (U - July 22)" von Erik Poppe (Norwegen) bekannt. Ein Rechtsextremist hatte 2011 dort 77 Menschen getötet. Das Drama über die Anschläge von Anders Behring Breivik, bei denen im Juli 2011 Teilnehmer eines Sommerlagers auf der Insel Utøya ermordet wurden, feiert in Berlin seine Weltpremiere. Damit umfasst der Berlinale-Wettbewerb in diesem Jahr 24 Filme, von denen 19 um den Goldenen und die Silbernen Bären konkurrieren.

Weitere Filme im Wettbewerb:

"23 Tage in Quiberon" von Emily Atef (Deutschland / Österreich / Frankreich)

"27 Days in Entebbe (7 Tage in Entebbe)" von José Padilha (USA / Großbritannien) – Außer Konkurrenz

"Ága" von Milko Lazarov (Bulgarien / Deutschland / Frankreich) – Außer Konkurrenz

"Ang Panahon ng Halimaw (In Zeiten des Teufels)" von Lav Diaz (Philippinen)

"Black 47" von Lance Daly (Irland / Luxemburg) – Außer Konkurrenz

"Damsel" von David Zellner und Nathan Zellner (USA)

"Don’t Worry, He Won’t Get Far on Foot" von Gus Van Sant (USA)

"Dovlatov" von Alexey German Jr. (Russische Föderation / Polen / Serbien)

"Eldorado" von Markus Imhoof (Schweiz / Deutschland) – Dokumentarfilm, außer Konkurrenz

"Eva von Benoit" Jacquot (Frankreich / Belgien)

"Las herederas (The Heiresses)" von Marcelo Martinessi (Paraguay / Uruguay / Deutschland / Brasilien / Norwegen / Frankreich) – Debütfilm

"Khook (Schwein)" von Mani Haghighi (Iran)

"Museo (Museum)" von Alonso Ruizpalacios (Mexiko)

"La prière (The Prayer)" von Cédric Kahn (Frankreich)

"Toppen av ingenting (The Real Estate)" von Måns Månsson und Axel Petersén (Schweden / Großbritannien)

"Touch Me Not" von Adina Pintilie (Rumänien / Deutschland / Tschechische Republik / Bulgarien /Frankreich) – Debütfilm

"Transit" von Christian Petzold (Deutschland / Frankreich)

"Twarz (Mug)" von Małgorzata Szumowska (Polen)

"Unsane (Unsane - Ausgeliefert)" von Steven Soderbergh (USA) – Außer Konkurrenz

Jury-Präsident Tom Tykwer vermisst "sperrige" Filme.

Tom Tykwer, Jury-Präsident der 68. Berlinale, vermisst "wilde und sperrige Filme" in Deutschland. Als Grund dafür sieht er eine Verschiebung zum Spektakel und ein Primat der Wirtschaftsförderung sowie eine "Tendenz mancher Filmschulen zur Hochglanzkultur, Technikversessenheit und Veredelungsästhetik, die mit Filmemachen eigentlich nichts zu tun hat. Letztlich sind es wir Filmemacher, die den Laden aufzumischen haben", sagte der 52-Jährige.

"Tom Tykwer ist einer der profiliertesten deutschen Regisseure und hat sich auch auf internationalem Parkett als großer Filmkünstler etabliert. Er hat in einer Vielzahl filmischer Genres sein herausragendes Talent und seine innovative Handschrift gezeigt. Mit Tom Tykwer haben wir einen großartigen Jury-Präsidenten für die Berlinale 2018 gewonnen", sagt Festivalleiter Dieter Kosslick über den deutschen Regisseur, Drehbuchautor und Produzenten, der seit 1992, als sein Kurzfilm "Epilog" in der Sektion Panorama gezeigt worden war, mit sechs Filmen auf der Berlinale vertreten war.

Tykwer ("Lola rennt") ist nicht nur Regisseur und Drehbuchautor, sondern auch Filmkomponist und Produzent. Schon sechs Filme stellte der Filmemacher bei den Berliner Filmfestspielen vor, darunter waren 2002 und 2009 mit "Heaven" und "The International" jeweils ein Eröffnungsfilm der Berlinale. 2004 präsentierte er in Berlin seinen Kurzfilm "True", 2009 und 2013 folgten die Filmprojekte "Deutschland 09 - 13 kurze Filme zur Lage der Nation" und "Rosakinder", die Tykwer zusammen mit anderen Regisseurinnen und Regisseuren realisiert hatte.

"Die Berlinale ist seit jeher mein Lieblings- und mein Heimatfestival und hat mich bereits zu Beginn meiner Arbeit als Filmemacher unterstützt. Wir haben eine tolle und vielseitige gemeinsame Geschichte. Jetzt freue ich mich auf zwei konzentrierte und lustvolle Kinowochen mit der Jury", kommentierte Tykwer, dessen jüngstes Projekt "Babylon Berlin" bei Sky seit seinem Start im Oktober für Rekorde sorgt, seine Ernennung zum Präsidenten der Berlinale-Jury.

Zur Internationalen Jury gehören außerdem die französische Schauspielerin Cécile de France, der Fotograf und ehemalige Direktor der Filmoteca Espanola, Chema Prado, die US-Produzentin Adele Romanski, der japanische Komponist Ryuichi Sakamoto und die US-Filmkritikerin Stephanie Zacharek an.

Zudem sitzt der monatelang in der Türkei inhaftierte Berliner Menschenrechts-Aktivist Peter Steudtner bei der 68. Berlinale in einer Jury zur Vergabe des Friedensfilmpreises. Die siebenköpfige Jury werde aus allen Berlinale-Beiträgen den Preisträger 2018 auswählen, teilten die Träger des Friedensfilmpreises in Berlin mit. Dazu würden bis zu 50 Filme aller Kategorien gesichtet.

Der Friedensfilmpreis ist mit 5000 Euro dotiert und wird am 25. Februar verliehen. Träger sind die Heinrich Böll Stiftung, der Weltfriedensdienst und die Friedensinitiative Zehlendorf.

Musik-Doku in den Berlinale Specials.

Als letzter Film in die Reihe der »Berlinale Specials« eingeladen wurde Murray Cummings' Dokumentation "Songwriter" über den britischen Singer-Songwriter Ed Sheeran. Hier als Beispiel der Official Warner Music Video Clip "Perfect".

Darüber hinaus laufen als Berlinale Special Gala im Friedrichstadt-Palast „Monster Hunt 2“ von Raman Hui (Volksrepublik China/Hongkong, China). Im Haus der Berliner Festspiele sind das Debüt „Gurrumul“ von Paul Williams (Australien) und die Doku „Viaje a los Pueblos Fumigados“ von Fernando Solanas (Argentinien) als Berlinale Special zu sehen.

Auch die Spanierin Isabel Coixet ("Mein Leben ohne mich") wurde mit ihrem neuen Werk "The Bookshop" (Spanien / Großbritannien / Deutschland) in die Special-Reihe eingeladen. Für den Film standen unter anderem Emily Mortimer, Bill Nighy und Patricia Clarkson vor der Kamera.

Weiter Filme in der Reihe Berlinale Specials sind:

"AMERICA Land of the FreeKS" von Ulli Lommel (Deutschland / USA) – Dokumentarische Form

"The Happy Prince" von Rupert Everett (Deutschland / Belgien / Italien)

"The Interpreter (Dolmetscher)" von Martin Šulík (Slowakische Republik / Tschechische Republik / Österreich)

"RYŪICHI SAKAMOTO: async AT THE PARK AVENUE ARMORY" von Stephen Nomura Schible (USA / Japan) – Dokumentarfilm

"Das schweigende Klassenzimmer" von Lars Kraume (Deutschland)

"Unga Astrid (Becoming Astrid)" von Pernille Fischer Christensen (Schweden / Deutschland / Dänemark)

"Usedom – Der freie Blick aufs Meer" von Heinz Brinkmann (Deutschland) – Dokumentarfilm

Berlinale-Panorama-Special eröffnet mit Flüchtlingsdrama.

Wolfgang Fischers Flüchtlingsdrama "Styx" eröffnet am 16. Februar 2018 im Berliner Zoo Palast das Panorama Special. Insgesamt werden 47 Spielfilme aus 40 Ländern in diesem Jahr im Rahmen der Berlinale-Sektion Panorama gezeigt; 37 davon als Weltpremieren. Dafür wurden diesmal nur drei Filme vom Sundance Filmfestival 2018 für die Panorama-Sektion ausgewählt, darunter das Jamaica Drama "Yardie", die erste Regiearbeit des englischen Schauspielers Idris Elba, eine Adaption von Victor Headleys gleichnamigen Roman, der in der Sundance World Cinema Dramatic Competition lief. Allerdings galt das diesjährige US-Independent Festival, im Gegensatz zum Vorjahr, als nicht besonders stark.

Neben dem Zoo Palast bleiben sowohl für die Feature-Filme sowie für die Dokus die Spielstätten im Cinemaxx und im CineStar erhalten.

Berlinale-Serienformate ziehen in den Zoo Palast.

Dagegen wird die seit drei Jahren etablierte Reihe „Berlinale Special Series“ 2018 unter dem Titel „Berlinale Series“ eine neue Spielstätte bekommen und ebenfalls in den Zoo Palast ziehen. Die Filmfestspiele hatten 2015 als erstes A-Festival weltweit eine eigene Reihe für Serien im offiziellen Programm eingeführt.

Mit dem neuen Spielort bekommen die „Berlinale Series“ die Möglichkeit, dem Publikum die internationale Serienwelt noch näher zu bringen. Solmaz Azizi ist als Programm-Managerin dabei Ansprechpartnerin und in ihrer Funktion dem European Film Market (EFM) zugeordnet. Die Branchenbesucher der „Drama Series Days“ können sich nun neben den Marktaktivitäten, die im Zoo Palast stattfinden, auch Zeit nehmen für Serien und deren Premieren auf dem Roten Teppich live miterleben.

Goldener Ehrenbär für Willem Dafoe.

Mit dem Golden Ehrenbären zeichnet die Berlinale in diesem Jahr Willem Dafoe aus.

"Willem Dafoe ist ein enger Freund des Festivals und war in der Vergangenheit oft mit Filmen sowie 2007 als Mitglied der Internationalen Jury zu Gast bei der Berlinale. Ich freue mich nun sehr darauf, ihn 2018 als Ehrengast begrüßen zu dürfen und sein Lebenswerk mit dem Golden Ehrenbären auszuzeichnen", erklärte Festivalleiter Dieter Kosslick bei der Bekanntgabe des Ehrenpreisträgers, dem auch eine zehn Filme umfassende Hommage gewidmet sein wird.

Die Filmreihe zur Hommage wurde von der Deutschen Kinemathek konzipiert. Sie umfasst Lars von Triers "Antichrist", Paul Schraders "Auto Focus", Daniel Nettheims "The Hunter", Martin Scorseses "Die letzte Versuchung Christi", Wes Andersons "Die Tiefseetaucher", Alan Parkers "Mississippi Burning", Abdel Ferraras "Pasolini", Oliver Stones "Platoon", E. Elias Merhiges "Shadow of the Vampire" und William Friedkins "Leben und Sterben in L.A.".

Dafoe, der jüngst für einen Oscar als bester Nebendarsteller in "The Florida Project" nominiert wurde, wirkte in rund 100 Produktionen mit. Er war mehrfach im Berlinale-Wettbewerb vertreten, 2007 war er Mitglied der Jury. Seine immense schauspielerische Bandbreite reicht von der Darstellung des abgründigen Bösen bis zur Rolle des Jesus von Nazareth.

Anlässlich der Verleihung des Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk am 20. Februar 2018 im Berlinale Palast wird im Rahmen der Hommage der Film „The Hunter“ (Australien 2011) von Daniel Nettheim gezeigt.

Berlinale Kamera für Probst, Schory und Menzel.

Die Berlinale ehrt in diesem Jahr weitere drei Persönlichkeiten mit der Berlinale Kamera. Die Auszeichnung geht an Beki Probst aus der Schweiz (Präsidentin des European Film Market), Katriel Schory (Produzent und Geschäftsführer des Israel Film Fund) sowie an den Regisseur und Schauspieler Jiří Menzel (Tschechische Republik).

Mit der Berlinale Kamera zeichnet das Festival seit 1986 Filmpersönlichkeiten oder Institutionen aus, denen sie sich besonders verbunden fühlt und denen sie mit dieser Ehrung ihren Dank ausdrücken möchte.

Books at Berlinale

Filmproduzenten können am 19. Februar 2018 bei „Books at Berlinale“ wieder zwölf neue, außergewöhnliche Stoffe entdecken, die sich als Vorlagen für Literaturverfilmungen anbieten. Die ausgewählten Romane werden bei der Präsentation im Rahmen des Berlinale Co-Production Market vorgestellt, die seit 2006 jährlich in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse organisiert wird.

Direkt im Anschluss an die Pitches der Stoffe können die Filmproduzenten bei einem Get-Together mit den Filmrechte-Inhabern in Kontakt treten - renommierte, international aktive Verleger und Literaturagenten.

Aus annähernd 150 Einreichungen aus 30 Ländern schafften es diesmal Romane aus Deutschland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Großbritannien, Italien, Norwegen, Spanien und der Türkei in die „Books at Berlinale“-Auswahl. Aus Deutschland ist u.a. der neue und noch nicht veröffentlichte Roman „#egoland“ von Michael Nast dabei. Nasts Sachbuch „Generation Beziehungsunfähig“ war 2015 ein Riesenerfolg.

Link: www.berlinale.de

Quellen: Ad Hoc News | Blickpunkt:Film | filmecho | Berlinale

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