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Erste Filmpreise des Jahres 2017 in den USA verliehen

"Call Me By Your Name", "The Post" und "Lady Bird" sind erste Awards-Gewinner 2018.

Steven Spielbergs "The Post - Die Verlegerin" räumte vor wenigen Tagen beim ersten großen Filmpreis des Jahres 2017 ab, der vom renommierten US-Filmverband, dem National Board Of Review (NBR) allerdings erst am 9. Januar 2018 bei einer Gala in New York ausgehändigt wird, während bei den Gotham Awards, die nur Independent-Filme berücksichtigen, schon jetzt Luca Guadagninos "Call Me By Your Name" zum besten Film des Jahres 2017 gekürt wurde.

Traditionell wird das Oscar-Jahr 2017 Ende November durch das NBR, eine New Yorker Organisation von Filmemachern und Filmwissenschaftlern, eingeläutet. Das Journalismus-Drama von Steven Spielberg wurde als bester Film ausgezeichnet, für die Hauptdarsteller Tom Hanks und Meryl Streep gab es zudem die Darstellerpreise. Der Film dreht sich um die brisante Veröffentlichung der geheimen »Pentagon-Papiere« unter anderem durch die Zeitung "Washington Post". Weitere Preise gab es unter anderem für Greta Gerwig als Beste Regisseurin für „Lady Bird“, „Get Out“ (Bestes Regie-Debüt und Bestes Schauspielerensemble) und Disney/Pixars „Coco“ (Bester Animationsfilm).

Die New Yorker Auszeichnungen gelten allerdings als ein wenig umstritten, weil sie selten mit den Gewinnern der Oscars konform gehen. Nur in der ebenfalls veröffentlichten Liste der 10 besten Filme des Jahres gab es in den letzten Jahren gewisse Übereinstimmungen.

Zu den zehn besten Filmen des Jahres des New Yorker Filmverbands (NBR) gehört in diesem Kalenderjahr auch Edgar Wrights furioser Action-Krimi „Baby Driver“, der Indie-Lieblings-Film „Call Me By Your Name“ mit Armie Hammer, James Francos „The Disaster Artist“, der nicht ganz überzeugende Schrumpf-Film „Downsizing“ mit Matt Damon, Christopher Nolans 70mm-Weltkriegsdrama Dunkirk“, das auf immer mehr Filmpreiskandidatenlisten auftauchende Indie-Drama „The Florida Project“ mit Willem Dafoe, die Horror-Satire „Get Out“, sowie „Lady Bird“, Wolverines Abschied in „Logan“ und Paul T. Andersons „Der seidene Faden“, der letzte Film mit Daniel Day-Lewis.

Prominente Kandidaten, die es beim NBR nicht geschafft haben, sind Guillermo del Toros Shape Of Water“, sowie das Meisterwerk „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ und das Churchill-Biopic „Die dunkelste Stunde“.

Das an erster Stelle stehende Drama "The Post - Die Verlegerin", das die Auseinandersetzung von Journalisten mit der US-Regierung während des Vietnam-Krieges in den 1970er Jahren schildert, aber dennoch ganz brandaktuell auch als Angriff auf Präsident Trump gedeutet werden kann, kommt erst nach Beginn der 68. Berlinale am 22. Februar 2018 in unsere Kinos. Hier der Trailer:

Der NBR Verband hat außerdem die seiner Meinung nach besten fremdsprachigen Filme, Dokus und Indies aufgelistet:

NBR Top-5 fremdsprachige Filme:

Eine fantastische Frau

Frantz

Loveless

Sommer 1993

The Square

Top-5 Dokumentationen:

Abacus: Small Enough To Jail

Brimstone & Glory

Eric Clapton: Life In 12 Bars

Faces Places

Hell On Earth: The Fall Of Syria And The Rise Of ISIS

Top-5 Indie-Filme

Call Me by Your Name

The Florida Project

Get Out

Good Time

I, Tonya

Link: www.nationalboardofreview.org

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Kritikerpreis für "Lady Bird"

Von dem New Yorker Filmkritiker-Verband hat dieser Tage die Drama-Komödie "Lady Bird" in den USA weitere Auszeichnungen erhalten und damit ihre Chancen im laufenden Trophäen-Wettbewerb ausgebaut. Der New New York Film Critics Circle wählte das Solo-Regiedebüt der US-Schauspielerin Greta Gerwig (34, "Jahrhundertfrauen" ) zum besten Film des Jahres und übertrumpfte damit die Entscheidung des oben genannten »National Board Of Review«, die den Film zwar würdigten, nicht aber auf den ersten Platz hieften. Greta Gerwigs Regiedebüt feierte bereits große Festivalerfolge in Telluride und Toronto und wurde unlängst bei den Independent Spirit Awards nominiert.

Zudem wurde Saoirse Ronan (23) für ihre Rolle als rebellische Schülerin in "Lady Bird" zur besten Schauspielerin gekürt. Der von Kritikern hoch gelobte Streifen hat somit schon mehrere Preise und Nominierungen eingesteckt. Hier der Trailer:

Zum besten Regisseur ernannte der Verband Sean Baker für "The Florida Project" und Willem Dafoe machte für eben diesen Film das Rennen als bester Nebendarsteller. Der Hauptdarstellerpreis ging an Timothee Chalamet für "Call Me By Your Name", in der Nebenkategorie der Damen gab es mit Tiffany Haddish aus "Girls Trip" eine kleine Überraschung.

Als bester Debütfilm holte sich "Get Out" die Trophäe. Und Paul Thomas Anderson bedachten die New Yorker Filmkritiker für "Der seidene Faden" mit dem Preis für das beste Drehbuch. Bester nicht-englischsprachiger Film ist "120 BPM" von Robin Campillo und "Coco", dessen Film wir morgen auf unserer Seite der Filmkritiken besprechen werden, gewann in der Animationsfilmkategorie.

Link: www.nyfcc.com

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Ganz anders sieht es bei den Nominierungen der 33. Independent Spirit Awards 2018 aus, die diesmal erst im März und immer zwei Tage von den Oscars vergeben werden. Dort führt das Drama "CALL ME BY YOUR NAME" von Luca Guadagnino mit 6 Nominierungen die Favoriten an. Auch "THE FLORIDA PROJECT" und "THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING MISSOURI" sind schon jetzt mehrfach nominiert.

Link: https://www.filmindependent.org/spirit-awards

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Bei den oben schon erwähnten und soeben bekannt gegebenen Gotham Awards führt die Liste der Independent-Gewinner der besagte „CALL ME BY YOUR NAME“ ebenfalls an. Der Film, der seine Premiere im Januar 2017 auf dem US-Sundance Film Festival in Park City gefeiert hatte, war bei uns auf der 67. Berlinale 2017 im Panorama vorgestellt worden. Seinen offiziellen deutschen Kinostart wird die homoerotische Coming-of-Age-Love-Story von Luca Guadagnino aber erst nach der nächsten Berlinale am 1. März 2018 haben. Wir waren zusammen mit vielen anderen Berlinale-Besuchern von dem Film sehr angetan. Hier der Trailer:

An zweiter Stelle nach der Auszeichnung zum besten Independent-Film folgt bei den Gotham Awards der Regie-Preis. Hier konnte sich der Grusel-Thriller "Get Out" durchsetzen und wurde darüber hinaus mit zwei weiteren Preisen ausgezeichnet. Die Horrorkomödie des Komikers, Autors und Regisseurs Jordan Peele bekam auch den Drehbuchpreis und wurde zudem zum Publikumsfavoriten gekürt.

Zu den Top-Dokumentationen gehören "Strong Island" und "Jane" über die britische Schimpansen-Verhaltensforscherin Jane Goodall.

Link: gotham.ifp.org

Quellen: MSN | Spiegel | 3sat | Gotham Awards | Blickpunkt:Film

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