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Soundwatch - 1. Berlin Music Film Festival & die Gewinner des Metropolis Filmpreises

Filmokratie präsentiert Soundwatch im Lichtblick Kino und silent green Kulturquartier.

Vom 8. bis 30. November 2017 findet in Berlin erstmalig Soundwatch – Berlin Music Film Festival statt. Spielorte sind das Lichtblick Kino Berlin und das silent green Kulturquartier.

Das Programm umfasst etwa 12 Dokumentarfilme, vorgeführt in Anwesenheit der Filmemacher*innen, Musiker*innen und Experten zu den in den Filmen gezeigten Themen. Soundwatch – Berlin Music Film Festival lädt zum Kennenlernen neuer Acts, Neubewertung von bereits bekannten und Erkundung von Musikgenres und sozialen Kontexten von Musikproduktion ein, mit einem Programm aus Premieren, kürzlich wiederentdeckten Filme und thematisch relevanten älteren Werke.

Das Festival wird am 8. November 2017 im silent green mit der Berlin-Premiere von "Liberation Day" (Regie: Morten Traavik und Ugis Olte, SI/LV/NO 2016) eröffnet. Hier der Trailer:

Synopsis:

Der Film begleitet die slowenischen Industrialband auf Tournee in Nordkorea, wo vor Laibach nie eine westliche Rockband aufgetreten war. Traavik, gleichzeitig auch Initiator der Konzertreihe, Bandmitglieder und Team kämpfen mit unzuverlässiger Technik, kurzfristige Zensur und kulturellen Unterschieden; es bleibt bis zum Ende spannend, ob und wie das Spektakel über die Bühne gehen wird. Liberation Day ist ein dokumentarisches Musical und gleichzeitig eine popkulturelle Intervention.

Weitere bestätigte Filme:

Die in Deutschland selten gezeigte Doku "The Rise and Fall of the Clash" (GB 2012) von Danny Garcia:

Synopsis:

Nach einer kompakten Rekapitulation des Aufstiegs von „the only band that matters“, die hoffen ließ, dass politisches Engagement und Breitenwirkung doch vereinbar sein könnten, erzählt Garcia über die persönlichen Konflikte, die zum Fall führten, noch über das in der „offiziellen“ Geschichtsschreibung gesetzte Ende 1983 nach dem Rauswurf von Gitarrist und Songschreiber Mick Jones hinaus. Jones kommt ausführlich in für den Film exklusiven Interviews zu Wort sowie auch Mitglieder der Clash 2.0 Besetzung, die wenig erfolgreiche Inkarnation mit Gründungsmitgliedern Joe Strummer, Paul Simonon und Manager Bernie Rhodes sowie jungen gecasteten Musikern. Nach der von Publikumsdesinteresse und -enttäuschung empfangenen LP Cut the Crap implodierte The Clash endgültig Ende1985.

"Sex and Broadcasting – A Film About WFMU" (USA 2014, Regie: Tim Smith)

Synopsis:

Das freie Radio WFMU in New Jersey ist eine einzigartige Plattform für abwegige, unangepasste und visionäre Musik aus aller Welt und allen Epochen. Weltweit auch im Internet empfangbar, ist WFMU ein Portal zu neuen Klängen. Der Film zeigt den Kampf der Betreiber*innen, das Radio in einer sich verändernden Medienlandschaft zu erhalten und lässt Zeitgenossen wie Simpsons-Erfinder Matt Groening und Adam Horowitz von den Beastie Boys zu Wort kommen.

Anschließend Gespräch über freie Radiosender mit Vertreter*innen von Berlin Community Radio, reboot fm, Easterndaze u.a.

"Rumble – How Indians Rocked the World" (Kanada 2017 Regie: Catherine Bainbridge, Alfonso

Maiorana) Berlin-Premiere

Synopsis:

“It is the sound of that guitar – the aggression”, schwärmt Martin Scorsese. Der verzerrte Gitarrensound von Link Wrays Rockklassiker „Rumble“ (1958) ist weltbekannt und bis heute stilbildend. Weniger bekannt ist: Wie auch die Musiklegenden Robbie Robertson, Jimi Hendrix oder Randy Castillo stammte Wray von nordamerikanischen Ureinwohnern ab. Zum ersten Mal zeigt ein Dokumentarfilm, wie Künstler mit indigenen Wurzeln Rock, Blues, Folk, Jazz und Pop entscheidend geprägt haben. Packend verknüpft RUMBLE Konzertmitschnitte, Archivaufnahmen und Interviews. Dabei versammeln die Regisseure das Who is Who der Szene von Iggy Pop über Marky Ramone und Robert Trujillo bis zu Tony Bennett. Ein unverzichtbarer Musikfilm, nicht nur für Rockfans!

"Queercore – Liberation Is My Lover" (Deutschland 2017, Regie: Yony Leyser) Berlin-Preview. Hier der Trailer:

Synopsis:

Inspiriert von den Recherchen für seinen 2016er dokufiktionalen „Desire Will Set You Free“ über Mythos und Gegenwart von queeren Subkulturen in Berlin, porträtiert der in den USA lebende Regisseur Yony Leyser (William S. Burroughs – A Man Within) die dortige Queercore Bewegung der 80er Jahre, die eine andere Facette von LGBT-Identität in der Musik zeigte, jenseits des damals im Mainstream als Exotismus geduldeten Crossdressing. Künstler*innen und Filmschaffende wie Bruce LaBruce und G.B. Jones prägten den Begriff Queercore und reagierten damit auf ihre zunehmende Unzufriedenheit mit der gesellschaftlichen Akzeptanz von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender, aber auch mit der Punk- und Schwulenszene an sich. Leyser konnte für seinen Dokumentarfilm hunderte Stunden von bislang ungesehenem und unveröffentlichtem Archivmaterial sichten und führte Interviews mit Künstlern wie Beth Ditto, John Waters, Kim Gordon und Peaches. Den Off-Kommentar spricht Iggy Pop.

Wir fanden den Film anlässlich einer Pressevorführung allerdings zu einseitig auf die USA konzentriert. Die schwul-lesbische Bewegung in Europa und Berlin, die mindestens ebenso bedeutend war, wird leider überhaupt nicht erwähnt.

Underground wiederentdeckt: "Plastic People of the Universe":

Synopsis:

Anfang Januar jährte sich zum 40. Mal die Unterzeichnung des Menschenrechtsappells Charta 77 in der Tschechoslowakei, Initialakt einer illegalen Bürgerrechtsbewegung um Aktivisten wie Václav Havel, Pavel Kohout, Jan Patocka und vielen anderen. Auslöser für die Charta 77 war die unrechtmäßige Verhaftung von Mitgliedern der Underground Rockbands Plastic People of the Universe und DG307 sowie von befreundeten Musikern. Zum Abschluss des Jubiläumsjahres zeigt »SOUNDWATCH« ein Programm mit bisher wenig außerhalb des Ursprungslandes aufgeführten Filmdokumenten, darunter kürzlich wiederentdeckten und restaurierten Super 8 Filmen des Fotografen Jan Ságl, in denen Konzertaufnahmen und Aktionen mit der Land Art Künstlerin Zorka Ságlová zu sehen sind. In Kooperation mit dem Center for Audiovisual Studies der FAMU in Prag.

Soundwatch – Berlin Music Film Festival ist eine Veranstaltung von Stattkino Berlin e.V. und

filmokratie. Gefördert vom Bezirksamt Berlin Pankow und dem deutsch-tschechischen

Zukunftsfonds.

filmokratie

Karl-Liebknecht-Str. 34

10178 Berlin

Stattkino Berlin e.V.

Schliemannstr. 5

10437 Berlin

Lichtblick Kino

Kastanienallee 77

10435 Berlin

Link: www.lichtblick-kino.org

Weitere Infos unter:

Web: www.soundwatch.de | www.facebook.com/SoundWatchBerlin

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Vergabe des 7. Metropolis Filmpreises in München durch den Regieverband.

Der Filmemacher Roland Klick wurde am Sonntag, den 5. November 2017 bei der METROPOLIS-Gala in der Hochschule für Fernsehen und Film München mit dem 20.000 Euro dotierte Regiepreises »Metropolis« für sein Lebenswerk geehrt.

Der Bundesverband Regie, der den Preis vergibt, bezeichnet Klick als einen der "kompromisslosesten Filmemacher des deutschen Films der letzten 50 Jahre". Bei der Veranstaltung in der HFF München wurde Klick zu einem Fachgespräch erwartet. Zudem sollte ein Großteil seiner Werke in neuen Kopien oder DCP gezeigt werden.

Über Klicks Werk:

Klicks nur 8 abendfüllende Spielfilme, ein paar Kurz- und Dokumentarfilme bilden auf den ersten Blick ein schmales Werk. Begonnen hat er 1966 mit den Kurzfilmen „Weihnacht“, „Ludwig“ und „Zwei“. Bereits hier fiel seine visuelle Klarheit in der scheinbar beiläufigen Zeichnung sozialer Wahrheit auf. „Bübchen“, 1969, zeigt schonungslos die soziale Fassade kleinbürgerlichen Lebens anhand eines monströsen Kriminalfalls (der Bruder tötet grausam die kleine Schwester und verwischt die Spuren). Noch bevor Michael Haneke (METROPOLIS-Preisträger 2015) eine ähnlich lapidar aufgeladene Bildsprache entwickelt, arbeitet Klick mit ähnlicher filmästhetischer Wucht.

Die künstlerische Seele kennt keine Kompromisse, lautet ein Klick’sches Credo. Verwirklichen konnte er das vor allem mit „Deadlock“, (1970). Der Film im hybriden Genre eines Spät-Western mit modernster Waffen- und Räumtechnik ist eine endlose Kette von Eskalationen. Sobald ein Moment der Ruhe auftritt, zerreißt sie Klick mit bewusst überbordender Action. Dass am Ende einer Geschichte um einen Koffer voll Geld in der Wüste die Lebensfeindlichkeit konsequenten Ausdruck bekommt, ist mehr als ein Symbol. „Supermarkt“ (1973), ein Rohdiamant der jüngeren deutschen Filmgeschichte, kreist in nüchtern Bildern um die Vision eines Strichers auf St. Pauli, der in ein menschenwürdiges Leben aufbricht und daran zerbricht. Die Bewegung dahin verläuft hektisch, die Kamera von Jost Vacano spart auch nicht an verwackelten Aufnahmen. Es gibt eigentlich keine Chance, trotzdem versucht der Held sie zu nutzen, um am Ende im hyperrealistisch gezeigten Elbtunnel in den Verrat zu laufen. Klicks Adaption von Simmels „Lieb Vaterland magst ruhig sein“ (1979) ist filmisch ähnlich direkt und reibt sich merklich mit der melodramatischen Story. 

Die wilde Collage unterschiedlichster Interviewmaterialien in seinem Dokumentarfilm „Derby Fever USA“ (1979) interessiert sich kaum für das bekannte Pferderennen in Kentucky. „White Star“ (1981-83) ist eine Farce auf das Showgeschäft. Klick hoffte, mit Dennis Hopper in der Hauptrolle den Sprung nach Hollywood zu schaffen. Die Drogensucht des amerikanischen Hauptdarstellers wie chaotische Drehbedingungen ließen einen Film entstehen, der als Fragment ursprünglicher Planung stark polarisierte. Nur noch ein Film, „Schluckauf“ (1989) sollte folgen.

Klick arbeitet danach unter Pseudonym oder ungenannt an verschiedenen TV-Filmen mit. Einen eigenen großen Film hat der mehrfach mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnete Regisseur nicht mehr inszeniert. Seit den 1990ern wurde es still um Roland Klick. Sein klares Bekenntnis zu starken Bildern und zu Kino-Konventionen, sein Ringen um soziale Wahrheit in der Überhöhung des Kinobildes, haben ihn von den bekannten Vertretern des Neuen deutschen Films abgesetzt. Der Bundesverband Regie zeichnet diese ästhetische Unbeugsamkeit eines Regisseurs 2017 mit dem Deutschen Regiepreis METROPOLIS für ein Lebenswerk aus.

Die aus Felix Fuchssteiner, Almut Getto, Utta Seidenspinner und Zoltan Spirandelli bestehende Nominierungs-Jury hat außerdem die Nominierungen für den Regiepreis »Metropolis« bekannt gegeben. Darunter haben wir die Gewinner farbig markiert. Insgesamt drei Auszeichnungen gab es für das Drama "Die beste aller Welten":

Beste Regie Kinofilm:

"Die Hände meiner Mutter" von Florian Eichinger

"Eine unerhörte Frau" von Hans Steinbichler

"Einsamkeit und Sex und Mitleid" von Lars Montag

"Nebel im August" von Kai Wessel *Winner

Hier der Trailer:

Beste Regie Kinderfilm:

"Conni & Co. 2 - Das Geheimnis des T-Rex " von Til Schweiger

"Ostwind - Aufbruch nach Ora " von Katja von Garnier

"Pettersson und Findus - Das schönste Weihnachten überhaupt" von Ali Samadi Ahadi *Winner

Beste Regie Debüt / Nachwuchs:

"Blind & hässlich " von Tom Lass

"Die Reise mit Vater " von Anca Miruna Lazarescu

"Einmal bitte alles" von Helena Hufnagel

"Die beste aller Welten" von Adrian Goiginger *Winner

Hier der Trailer:

Beste Regie TV-Film:

"Das weiße Kaninchen" von Florian Schwarz

"Der Andere - eine Familiengeschichte" von Feo Aladag

"Die Stille danach" von Nikolaus Leytner

"Ein Teil von uns" von Nicole Weegmann *Winner

Beste Regie TV-Serie / Mehrteiler:

"Der gleiche Himmel" von Oliver Hirschbiegel

"Mörderisches Tal - Pregau" von Nils Willbrandt

"Phoenixsee" von Bettina Woernle

"4 Blocks" von Marvin Kren *Winner

Beste Regie Dokumentarfilm:

"Andermatt - Global Village" von Leonidas Bieri

"Comrade, where are you today?" von Kirsi Marie Liimatainen *Winner

"Frank Zappa - Eat That Question" von Thorsten Schütte

"Von Sängern und Mördern" von Stefan Eberlein

Weitere *sieben Gewinner, die mit Preisen bedacht wurden:

Beste schöpferische Mitwirkung (Szenenbild): Andreas C. Schmid für "Einsamkeit und Sex und Mitleid"

Beste Leistung einer Schauspielerin: Verena Altenberger für "Die beste aller Welten"

Beste Leistung eines Schauspielers: Tom Schilling für "Der gleiche Himmel"

Beste produzentische Leistung: Nils Dünker für "Die beste aller Welten"

Beste redaktionelle Leistung: Claudia Simionescu (BR) für "Ein Teil von uns"

Der Jannet Fechner-Preis für Regieassistenz wurde erstmalig vergeben und ging an Helga Asenbaum.

Ehrenpreis der VG Bild-Kunst: Roland Klick

BUNDESVERBAND REGIE e.V.

Augsburger Str. 33

10789 Berlin

Der BUNDESVERBAND REGIE e.V. (BVR) ist mit über 800 Mitgliedern eine der mitgliederstärksten Berufsvereinigungen der Film- und Fernsehbranche. Seit 1975 vertritt er die künstlerischen, rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Interessen der wichtigsten Filmemacher des deutschsprachigen Raums. Um die Qualität der Werke seiner Mitglieder zu würdigen und öffentlich herauszustellen und um die Position von Regisseuren/innen durch Nominierung und Auszeichnung zu stärken, verleiht der BVR den Deutschen Regiepreis METROPOLIS – 2017 bereits zum siebten Mal.

 

Der Deutsche Regiepreis METROPOLIS ist die Spitzenauszeichnung von Regisseuren/innen für Regisseure/innen sowie für einige der wichtigsten Mitstreiter der Regie. Er ist mit insgesamt 60.000 EUR dotiert.

Link: www.deutscher-regiepreis.de | www.regieverband.de

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