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27. FilmFestival Cottbus eröffnet mit Spreewaldkrimi

Acht Weltpremieren erwartet die Besucher der 27. Ausgabe des FilmFestivals Cottbus.

Offiziell findet die diesjährige 27. Ausgabe des Internationalen FilmFestival Cottbus vom 07. bis 12. November 2017 statt und wird am Dienstag Abend mit dem Spreewaldkrimi "Mystery X - Zwischen Tod und Leben" im großen Haus des Staatstheater Cottbus eröffnet.

Doch wie immer gibt es bereits einen Abend zuvor, nämlich am 6. November 2017 um 19:00 Uhr die 15. Cottbuser Filmschau mit neuen Werken von Lokalmatadoren im historischen Kino Weltspiegel zu sehen.

Spreewaldkrimi geht in Runde 11.

Der zehnte Film aus der ZDF-Reihe, "Zwischen Tod und Leben", eröffnet noch vor der TV-Premiere im Cottbusser Staatstheater das 27. Festival des osteuropäischen Films Cottbus. Die von Kai Wessel - Regisseur des allerersten "Spreewaldkrimis" - inszenierte Folge mit Christian Redl, Anna Loos, Anja Kling, Sebastian Blomberg, Kai Scheve und Jasna Fritzi Bauer wird dann am 13. November 2017 im ZDF ausgestrahlt.

Synopsis:

Knut Hellstein steht vor der Tür von Krügers Wohnwagen und bittet um Hilfe. Er ist ins Räderwerk der Energie-Branche geraten und fürchtet um sein Leben. Krüger, der sich immer noch mitverantwortlich am Selbstmord von Knuts Vater fühlt, will helfen. Doch bevor er einen wichtigen Informanten treffen kann, geht sein Wohnwagen in Flammen auf. Schwer verletzt wird er ins künstliche Koma versetzt. Können Fichte und Marlene die Spuren richtig deuten?

Der Drehbuchautor Thomas Kirchner hat sich für "SPREEWALDKRIMI X" ein weiteres raffiniertes Spiel mit Zeit- und Wahrnehmungsebenen ausgedacht, das längst als typisches Merkmal dieser Filmreihe gilt.

Die Krimireihe, hinter der Autor Thomas Kirchner, Produzent Wolfgang Esser und Redakteur Pit Rampelt als kreative Köpfe stehen, wird in der Zwischenzeit mit neuen Dreharbeiten in Berlin und Brandenburg und einem Comeback bereits wieder fortgesetzt. Die schon vom Potsdamer Hans Otto Theater her bekannte Schauspielerin Nadja Uhl kehrt in der Rolle der Tanja Bartko zurück. Sie war die hochschwangere Frau, in die sich der von Christian Redl gespielte Kommissar Krüger im zweiten "Spreewaldkrimi" 2009 verliebte.

Synopsis:

In dem im Dreh befindlichen neuen Teil kommt Tanja Bartko mit neuem Lebensgefährten in den Spreewald zurück, um nach dem Tod ihres Vaters auf dem geerbten Ufer-Grundstück eine Hotel-Anlage zu errichten. Um die Baugenehmigung gibt es großen Ärger und als ihr Anwalt tot aufgefunden wird, gerät Bartko unter Mordverdacht.

Neben der weiteren Stammbesetzung um Thorsten Merten und Claudia Geisler-Bading wirken Matthias Lier, André Jung, Steffi Kühnert, Inka Friedrich, Oliver Stokowski, Grzegorz Stosz und Elias Martini mit.

Unter der künstlerischen Leitung von Bernd Buder scheut sich das FilmFestival Cottbus offensichtlich nicht - wie andere Festivals leider auch - schon bei der Eröffnung das Gewicht auf Fernsehserien zu legen. Dabei hat der osteuropäische Film, der bei uns kaum im Kino Einzug hält, viel mehr zu bieten.

A-Film Festivals wie das Karlovy Vary (KVIFF) im tschechischen Karlsbad machen vor, was Filmkunst aus Osteuropa bedeuten kann. Leider sind dem hiesigen Veranstalter die Hände von den Verleihfirmen gebunden, sodass es auch in diesem Jahr wieder keine Nachspieltermine der Festivalgewinner in Berlin geben wird. Man kann nur hoffen, dass darunter Filme sein werden, die auf anderen Wegen z.B. über »Film Polska« oder über »Die Russische Filmwoche in Berlin« irgendwann doch noch ihren Weg in die Hauptstadt finden.

Den wahren Filmenthusiasten beliebt also nichts anders übrig als selbst nach Cottbus zu fahren, um sich vom großartigen Programm selbst zu überzeugen wie sehenswert das mittel- und osteuropäische Kino ist. Hier der Trailer 2017.

Der Festivaltrailer wird seit vielen Jahren von einem studentischen Team der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF produziert: In diesem Jahr entstand unter der Regie von Anne Thieme ROTE REVUE, ein Spektakel in Schwarzweiß – und Rot. Inhaltlich schafft der Trailer eine Verbindung zur SPECIALS-Reihe "Bruderkuss: Vision und Alltag – Sozialistische Realitäten im osteuropäischen Kino".

Cottbus zeigt mehr als 200 Filme, darunter 8 Weltpremieren.

Laut Festivalleitung werden ca. 200 Filme aus 42 Ländern gezeigt, darunter 8 Weltpremieren und 25 Internationale Premieren. Im offiziellen Spielfilmwettbewerb mit 12 Filmen aus insgesamt 16 Koproduktionsländern sind die Weltpremieren aber selten zu finden. Bei diesen Erstaufführungen handelt es sich in Cottbus meist um Kurzfilme oder Kurzspielfile oder Werke im U18 WETTBEWERB JUGENDFILM, der meist sehr empfehlenswert ist.

Im Vordergrund des Haupt-Wettbewerbs Spielfilm stehen Protagonisten, die sich – ganz lebensnah – in Widersprüche verstricken: der Ex-Präsident, der vor seinem Volk fliehen muss, obwohl er doch nur das Beste wollte, der Sensationsjournalist, der vor der Verantwortung für den Tod seines Mitarbeiters wegrennt – gebrochene Helden, deren Schicksale exemplarisch aus dem Hinterland der Tagesnachrichten erzählen. Der Fotograf in der Midlife-Crisis, der nicht älter werden möchte, die junge Mutter in der Provinz, die mit ihrem Ehemann genauso fremdelt wie mit den eigenen Kindern – Menschen unter Entscheidungsdruck: wo will ich jetzt eigentlich hin?

Osteuropa ist schwieriger geworden, politisch wie kulturell. Genau darauf will das Festival sein Augenmerk legen und zeigen wie Osteuropa heute tickt.

Der slowenisch-serbische Film "Die Familie - Družinica" von Jan Cvitkovič drückt dies durch die eindrucksvolle Kameraarbeit vielleicht am Besten aus. Hier der Trailer:

Synopsis:

Mittelschicht ade – der Abstieg kommt plötzlich und ist unaufhaltsam: Er verliert seinen Beruf als Lehrer und ihre Stelle im Forschungslabor wird gestrichen. Sie können die Kredite für die Wohnung und das Auto nicht mehr bezahlen, und die Kinder müssen hungern. In seinem fünften Spielfilm beschreibt der slowenische Regisseur Jan Cvitkovič den Absturz einer europäischen Mittelschichtfamilie.

Künstlerisch interessanter erscheint uns der ukrainische Film "Black Level - Riven Chornogo" von Valentyn Vasyanovich. Hier der Trailer:

Synopsis:

Bildstarkes, geräuschstarkes Kino in Moll: Unser Held ist ein verschwiegener, rätselhafter Fotograf, dem man seine 50 Jahre zwar noch nicht ansieht, aber irgendwie doch anmerkt. Ein Film, der genussvoll und inszenierungssicher die Midlife-Crisis eines Durchschnittsmenschen begleitet und dabei die visuellen Schichten der Leere ebenso wie des Skurrilen radikal durchwandert.

Politisch zur Sache geht es dagegen in "Breaking News" von Iulia Rugină aus Rumänien. Hier der Trailer:

Synopsis:

Ein ohrenbetäubender Lärm, eine Explosion, die nur einer von zwei Männern überlebt: der Fernsehreporter Alex. Er fühlt sich mitschuldig am Tod des Kameramanns Andrei, den er kaum kannte. Der 34-jährigen Iulia Rugină, eine der wenigen Regisseurinnen in der männerdominierten rumänischen Filmszene, gelingt in ihrem dritten abendfüllenden Spielfilm ein spannendes Drama über einen Fernsehsender, der im Kampf um die Einschaltquoten 'über Leichen geht'.

Die sind nur drei Beispiele aus der Fülle spannender osteuropäischer Werke, die man derzeit nur in Cottbus auf der großen Leinwand zu Gesicht bekommt.

Weitere Trailer und Filmbeschreibungen gibt es auf der Festivalseite.

Link: www.filmfestivalcottbus.de

Quellen: Filmfestival Cottbus | Blickpunkt:Film

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