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51. Hofer Filmtage mit neuem künstlerischen Leiter

Auf Heinz Badewitz folgt Thorsten Schaumann als künstlerischer Leiter der 51. Hofer Filmtage.

Nach dem überraschenden Tod von Heinz Badewitz, dem Gründer und langjährigen Leiter der Internationalen Hofer Filmtage, im März 2016, kuratierte Thorsten Schaumann bereits im vergangenen Jahr zusammen mit Linda Söffker und Alfred Holighaus das Jubiläums-Programm der 50. Hofer Filmtage.

Zum 1. September 2017 übernahm Thorsten Schaumann nun offiziell die künstlerische Leitung der 51. Internationalen Hofer Filmtage, die heute, den 24. Oktober 2017, mit Jan Zabeils "Drei Zinnen" eröffnet werden.

Synopsis:

Das vom Medienboard Berlin-Brandenburg geförderte Psychodrama um den Architekten Aaron (Alexander Fehling), der mit seiner neuen Freundin Lea (Bérénice Bejo) und ihrem 8 Jahre alten Sohn Tristan (Arian Montgomery) ein gemeinsames Familienleben hoch oben in den Dolomiten aufzubauen versucht, scheitert kläglich an dem kleinen Tristan, der ein gefährliches Spiel wagt und plötzlich im markanten Gebirgsstock unter den Drei Zinnen (italienisch Tre Cime di Lavaredo) im Nebel verschwindet.

Der Film war erst im August auf dem 70. Filmfestival in Locarno mit dem »Piazza Grande Award« ausgezeichnet worden. Ein Trailer steht noch nicht bereit, obwohl der deutsche Kinostart vom 1. Februar 2018 mittlerweile wohl auf den 14. Dezember 2017 vorgezogen wurde.

"Mit 'Drei Zinnen' stellt Jan Zabeil erneut sein großartiges Talent als Filmemacher unter Beweis. Mit feinen und leisen Tönen baut er eine Spannung auf, der man sich als Zuschauer nicht entziehen kann. Die Darsteller als auch die Kamera vermitteln eine trügerische Leichtigkeit in diesem dramatischen Bergtrip einer jungen Patchworkfamilie. Das ist einfach toll im Kino anzuschauen. Ich freue mich sehr, dass Jan Zabeils 'Drei Zinnen' unser Home of Films in der 51. Festivaledition eröffnet", erklärt der neue künstlerische Leiter der Internationalen Hofer Filmtage, Thorsten Schaumann.

Der 1968 geborene Thorsten Schaumann bringt langjährige Erfahrung in der Branche mit. Durch seine Tätigkeit bei Bavaria Film International verfügt er über nationale und internationale Kontakte zu Weltvertrieben, Verleihern und Produzenten. Dort war er zuständig u. a. für Verkauf und Betreuung deutscher und internationaler Filme wie Helmut Dietls „Rossini“, Tom Tykwers, „Lola Rennt“, Wolfgang Beckers „Good Bye, Lenin!“, Caroline Links „Nirgendwo in Afrika“, Sönke Wortmanns „Das Wunder von Bern“, Fatih Akins „Gegen die Wand“ oder Doris Dörries „Kirschblüten - Hanami“. Eigentlich gute Voraussetzungen um das schwierige Erbe von »Home of Films«, wie das Festival liebevoll genannt wird, fortzuführen.

In dieser Zeit knüpfte Schaumann auch enge Kontakte zu den Filmemachern und entwickelte ein Gespür für den filmischen Nachwuchs und den Autorenfilm. Dies konnte er während seiner Kuratorentätigkeit im letzten Jahr unter Beweis stellen. Er war Vorstandsmitglied des Verbandes Deutscher Filmexporteure sowie Gründungsmitglied der European Film Export Association mit Sitz in Paris. Zudem bringt er als diplomierter Wirtschaftswissenschaftler kaufmännisches Verständnis mit.

Zuletzt arbeitete Thorsten Schaumann noch als Director of Acquisitions Digital Rights & Rights Coordination bei Sky Deutschland. Während seiner langjährigen Tätigkeit für die Firma hat er Erfahrungen in den Bereichen Filmrechte, Lizenzen, Einkauf sowie der Vermarktung, vor allem auf dem Feld Neue Medien, gewonnen. Eine Ausrichtung, auf die die Hofer Filmtage in der Zukunft einen Schwerpunkt setzen werden.

Ana Radica, Vorstand Cine Center e.V. Hof, dazu: "Wir freuen uns sehr, Thorsten Schaumann für die künstlerische Leitung der Hofer Filmtage gewonnen zu haben. Er bringt nicht nur die richtigen Voraussetzungen und Kompetenzen mit, vielmehr ist er auch ein langjähriger Freund der Filmtage und wird das Filmtageteam bestens in dieser leitenden Funktion ergänzen. Wir sind sicher, mit ihm zusammen das Erbe von Heinz Badewitz weiterführen zu können."

Thorsten Schaumann zur Seite steht das Team, das schon lange im Hintergrund an den Filmsichtungen beteiligt war und sich auch im vergangenen Jahr bewährt hat: Rudy Tjio, Inge Hagedorn und Martin Scheuring.

Mit HoF PLUS legen die 51. Internationalen Hofer Filmtage, die vom 24. - 29. Oktober 2017 stattfinden, in diesem Jahr einen besonderen Fokus auf brandaktuelle Themen der Branche und stellen neben den bereits etablierten Club-Gesprächen mit Kreativen viel Spannendes, Interessantes und zu Entdeckendes bei diesem neuen Rahmenprogramm vor.

Bei den Hofer Filmtagen sind 127 Filme zu sehen.

Die Ausrichtung des Festivals zielt weiterhin auf Neues vom Deutschen Film und Internationales Kino. Gezeigt werden während der 6 Tage insgesamt 127 Filme einschließlich zahlreicher Kurzfilme.

Darunter befindet sich auch der in Berlin gedrehte Spielfilm "Beyond Words" von Urszula Antoniak, eine niederländisch-polnische Koproduktion von Opusfilm / Warschau. Seine Weltpremiere hatte der Film beim tiff Festival in Toronto. Anschließend war er in der offiziellen Selektion des Internationalen Filmfestivals San Sebastián zu sehen. Hier der Trailer:

Synopsis:

Es geht um einen jungen Mann, der nach dem Tod seiner Mutter von Polen emigrierte und sich mit seinem besten Freund in Berlins hipper Restaurant-Szene umtreibt. Nur mit seinem polnischen Akzent hadert er, bis plötzlich ein zerlumpter Mann auftaucht, der sich als sein Vater ausgibt.

Neben dem Eröffnungsfilm "Drei Zinnen" werden folgende ebenfalls vom Medienboard geförderte Filme in Hof präsentiert: Die SPIELFILME "Freiheit" von Jan Speckenbach, "Ava" von Sabine Nawrath, "Somewhere in Tonga" von Florian Schewe, der DOKUMENTARFILM "Berlin Excelsior" von Erik Lemke sowie die KURZFILME "Kleptomami" von Pola Beck und "Manivelle - Last Days of the Man of Tomorrow" von Fadi Baki.

DIE LEGENDE VOM HÄSSLICHEN KÖNIG

Unter den besonders erwähnenswerten Dokumentarfilmen sticht die Dokumentation "DIE LEGENDE VOM HÄSSLICHEN KÖNIG" des deutsch-kurdischen Regisseurs Hüseyin Tabak heraus, die nach ihrer Weltpremiere im Rahmen des Toronto International Film Festival (TIFF DOCS) jetzt ihre Deutschlandpremiere im Rahmen der Internationalen Hofer Filmtage feiert. Hier der Trailer:

Kein anderer Regisseur hat sich derart ins kollektive Gedächtnis der Kurden eingeprägt wie Yilmaz Güney. Sein 1982 in Cannes ausgezeichneter Film "YOL" hat seinen festen Platz im jedem kurdischen Haushalt. Mit dem Insert „Kürdistan“, das zum ersten Mal in der Geschichte der Kurden „Kurdistan“ als Nationalstaat erwähnte, legte der im kurdischen Alevi geborene Regisseur den Grundstein für eine kurdische Identität weltweit. Die Auswirkungen sind bis heute zu spüren, gerade wurde ein Unabhängigkeitsreferendum der in Syrien und Nordirak lebenden Kurden mit überwältigender Mehrheit angenommen.

„Yilmaz Güney hat das kurdische Kino revolutioniert und die Grundlagen gesetzt für die Entwicklung einer filmischen Identität, die bis zur heutigen Zeit die kurdische Filmproduktion prägt“, sagt Produzent Mehmet Aktas.

Wer war Yilmaz Güney? War er ein hochtalentierter Regisseur? Revolutionär? Mörder? Genie oder Wahnsinniger? Diese Fragen scheinen für den jungen Regisseur Hüseyin Tabak anfangs nicht antwortbar. Er hat den Plan einen Dokumentarfilm über das Leben seines Idols, den kurdischen Filmemacher Yilmaz Güney zu drehen, der während seiner Lebenszeit über siebzehn Jahre im Gefängnis verbrachte.

THE TIDE EXPERIMENT mit Festival-to-Date Strategie in Hof

Seit 2012 realisiert The Tide Experiment mit Unterstützung der Creative Europe – MEDIA Programme der Europäischen Union innovative gebietsübergreifende Day-and-Date Releases. Das heißt Filme werden am selben Tag nicht nur im Kino gestartet, sondern auch im Bezahlfernsehen ausgestrahlt sowie gleichzeitig auf DVD herausgebracht. Die Studios können sich dadurch neuerliche Marketingausgaben beim DVD-Start sparen und das langsamer werdende Wachstum bei den DVD-Verkäufen kompensieren.

Für die Verleiher ist dabei aber die Versuchung groß, die Vertriebsfenster zu verkürzen oder ganz abzuschaffen. Kein Wunder also, dass der Vorsitzende der US-Kinovereinigung NATO Kendrick Macdowell gleich das Ende der Kinos heraufbeschwört. Aber auch in Deutschland sträubt sich dagegen die Kinobranche in Hinblick auf Netflix und das aufstrebende Video on Demand (VoD), auch wenn der Genuss, Filme auf der großen Leinwand im Kino sehen zu können, nicht zu vergleichen ist mit dem Betrachten der Werke auf kleinen Bildschirmen.

Außerdem ist der Kinoerfolg ein gewichtiges Argument bei den Verhandlungen um die Free-TV Rechte. Darüber hinaus funktioniert die Fensterverwertung immer noch gut genug, um daran etwas zu rütteln. Bei den unabhängigen Produzenten sieht die Rechnung dagegen anders aus, denn es gibt eine Überproduktion an Filmen und nicht alle finden im Kino noch Platz oder werden zum Ärger der Zuschauer nicht mehr in kleineren Städten gezeigt.

Mit einer neuen Vermarktungsform, der Festival-to-Date Releases, ist »The Tide Experiment« diesmal in Hof vertreten. Seit letztem Jahr sollen nämlich zwei Filme pro Jahr zugleich bei wichtigen europäischen Festivals und auf VOD-Plattformen veröffentlicht werden.

Dazu gehört die Dokumentation "IT’S NOT YET DARK" von Colin Farrell über den irischen Filmemacher und Autor Simon Fitzmaurice, der im Alter von 34 Jahren an ALS erkrankt ist, aber dennoch seine schöpferische Arbeit nicht aufgeben wollte. Mittlerweile der Vater von fünf Kindern physisch vollkommen gelähmt. Der Film wird dem deutschen Publikum auf den Internationalen Hofer Filmtagen präsentiert und wenig später als VoD veröffentlicht.

Wie die Zukunft des Filmfestivals in Hof aussieht ist schwer zu sagen, denn Hof ist nicht gerade zentral gelegen und andere deutsche Filmfestivals versuchen den Rang streitig zu machen. Die Ausrichtung auf den deutschen Film ist eher einer internationalen Ausrichtung mit deutscher Koproduktionsbeteiligung gewichen. Ob das abgelegene Hof ohne Heinz Badewitz weiterhin als 'Familientreffen' deutscher Filmemacher fungieren kann, bleibt abzuwarten. Die jungen Filmemacher von heute leben in den Großstädten Berlin, Köln, Hamburg und München und haben kaum noch einen Bezug zu Hof, das direkt an der bayerischen Grenze zur DDR lag und deshalb für die Autofahrer, die die Transitstrecke von und nach Berlin durchqueren mussten, seinerzeit zur Verschnaufpause diente.

Link: hofer-filmtage.com

Quellen: rische & co pr | ZOOM Medienfabrik | Medienboard | Blickpunkt:Film | filmecho

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