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POP-UP CINEMA des Humboldt Forums und Berlinale NATIVe mitten in den Berliner Kiezen

Nächste Film-Vorführungen des Humboldt-Forums in Zehlendorf, Mitte und Wedding. (UPDATE)

Der italienische Architekt Franco Stella legte 2008 seinen Siegerentwurf für die Errichtung des Humboldt Forums im Berliner Schloss vor. Im Gegensatz zum neuen Flughafen BER in Schönefeld gehen die Arbeiten mit der Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses zügig voran und der geplante Tag für die Fertigstellung des Humboldt-Forums im Jahre 2019 rückt näher.

Am letzten Wochenende, den 24.+25. Juni 2017, konnten sich zum »Tag der offenen Baustelle« mehr als 40.000 Besucher von den zügig voranschreitenden Arbeiten überzeugen. Ein Teil der Fassade war bereits als Besichtigungsmuster komplett fertig verputzt und mit nachgebildeten, aber teils auch mit original erhaltenen Sandsteinornamenten des historischen Bauschmucks versehen worden.

Schlosskuppel im Rohbauzustand 2016 © BAF

Dank großzügiger Einzelspenden kann die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss die historische Schlosskuppel samt Laterne und Kreuz nun vollständig rekonstruieren.

Leider waren die oberen Stockwerke, die im letzten Jahr noch zusammen mit der Dachterrasse besichtigt werden konnten, diesmal abgesperrt. Dafür wurden im imposanten Innenhof auf einer großen Leinwand zahlreiche anstehenden Fragen zur Rekonstruktion und zur geplanten Erweiterung der Museumsinsel anschaulich von Fachleuten erklärt.

Wie bereits aus der Presse bekannt wurde, soll ein Großteil der indigenen Ausstellungen aus den Dahlemer Museen zukünftig ihre Heimat im Humboldt-Forum haben, da der deutsche Naturforscher und Namensgeber des Forums, Alexander von Humboldt (*1769 - †1859), auf seinen zahlreichen Übersee-Reisen zu fernen Ländern in mehr als sieben Jahrzehnten viele Exponate und wissenschaftliche Erkenntnisse gesammelt hat und damit als erster deutscher Forscher ein Gesamtwerk zum Wissen von der Welt schuf.

Über Alexander von Humboldt:

Alexander von Humboldt gilt als der berühmteste Wissenschaftler seiner Zeit – ein wahrer Kosmopolit von internationalem Rang. Sein bahnbrechendes Denken, seine Vorstellungen von der Natur und unserem Platz darin haben die Wissenschaften für immer verändert. Niemand ist von Johann Wolfgang von Goethe mehr geschätzt worden als er, mit Thomas Jefferson verband ihn eine lebenslange Freundschaft, und Charles Darwin schrieb, ohne Humboldt wäre er nicht an Bord der Beagle gegangen. Unzählige Gletscher, Flüsse und Berge in Mittel- und Südamerika tragen Humboldts Namen.

Der rastlose Naturforscher lebte in Berlin und Paris, abenteuerliche Reisen führten ihn aber auch nach Lateinamerika, Russland und Zentralasien. Er wollte alles wissen und verstehen. Seine Art zu denken und zu forschen war seiner Zeit voraus. Wie kein anderer Wissenschaftler hat er unser Verständnis von Natur als einem lebendigen Ganzen geprägt, als Kosmos, in dem vom Winzigsten bis zum Größten alles miteinander verbunden ist und dessen untrennbarer Teil wir sind. Durch seine zahlreichen Freundschaften und seine außerordentliche Korrespondenz hat Alexander von Humboldt viele neue Denkweisen angestoßen. Und genau auf seinen Universalismus beziehen sich renommierter Forscher, Wissenschaftler und Künstler und führen die Ideen von Alexander von Humboldt fort – bis heute.

Neues Filmprogramm von Humboldt Forum und Berlinale NATIVe

Während vor allem die großen Exponate für den Umzug bereits vorbereitet werden müssen und deshalb schon langsam in Berlin-Dahlem abgebaut und eingepackt wurden, präsentieren in der Zwischenzeit das Humboldt Forum und Berlinale NATIVe von Ende Juni bis September 2017 die Serie Pop-Up Cinema, in der sie Filme mit Bezug zu indigenen Themen an verschiedene Orte in die Berliner Kieze bringen.

Anlässlich der Tage der offenen Baustelle wurde mit dem indischen Film "Road, Movie" im Foyer des Berliner Schlosses am 25. Juni 2017 gestartet. Drei weitere Screenings des Pop-Up Cinema folgen am 30. Juni 2017 um 21:00 Uhr an einem geheimen Ort am S-Bahnhof Mexikoplatz (Treffpunkt) in Zehlendorf, am 1. Juli 2017 um 21:30 Uhr im Rosengarten am Weinbergsweg in Mitte sowie am 2. Juli 2017 um 19:00 Uhr im Kulturquartier silent green in Wedding.

Die Vorführung in Zehlendorf findet in Zusammenarbeit mit HIT and RUN KINO statt. Hier der Trailer:

Zum Inhalt:

Mit epischer Bildsprache erzählt Regisseur Dev Benegal in dem indischen Film "Road, Movie" aus dem Jahr 2009 die Geschichte des aus seinem Elternhaus entwischen Vishnu, der auf der Überführungsfahrt eines Lastwagens nach und nach einen jungen Ausreißer, einen redseligen Entertainer und eine Nomadin aufgabelt und mit diesen das Glück in der Ferne sucht. Die Reise wird zur Metapher für die Suche nach Freiheit und Identität der Protagonisten. Der Film wird auf Hindi mit deutschen Untertiteln gezeigt. Vor jedem Film führt Maryanne Redpath, Kuratorin von Berlinale NATIVe, in die Thematik ein.

Mit dem Pop-Up Cinema, eine Sonderreihe der Internationalen Filmfestspiele Berlin, lasst das Humboldt-Forum die Tradition des Wanderkinos wiederaufleben. Mit Geschichten und bewegten Bildern aus aller Welt im Gepäck verlassen Filmemacherinnen und Filmemacher, Expertinnen und Experten angestammte Vorführräume und schlagen ihre Leinwand mitten in der Stadt auf. Auf der Suche nach neuem Publikum möchten sie unterhalten, informieren, aufrütteln und zu neuen Diskussionen anregen. Ein unmittelbarer, leichter Zugang zu Filmen aus anderen Teilen der Erde.

Bis Ende September bringt das Pop-Up Cinema drei weitere Filme an zwölf unterschiedliche Orte in Berlin. Das laufend aktualisierte Programm finden Sie unter: humboldtforum.com

Der Eintritt ist jeweils kostenfrei.

Bis zur Fertigstellung des Berliner Schlosses weitet das Humboldt Forum seinen Wirkungskreis mit einem vielfältigen Programm aus. Als Forum für die Bürger öffnet sich das Humboldt Forum nicht nur räumlich nach allen Seiten, es lädt auch alle zum Austausch über Inhalte wie Natur, Kultur, Migration, Religion und Globalisierung ein. Akteure sind die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin, die Kulturprojekte Berlin mit dem Stadtmuseum Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin und die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.

Am Sonntag, den 16. Juli 2017, lädt das Humboldt Forum um 17:00 Uhrzur Gesprächsreihe »Die Erfindung der Natur« mit Dr. Andrea Wulf und Neil MacGregor ins Deutsche Theater Berlin ein. Die Kunsthistorikerin und der Gründungsintendant des Humboldt Forums sprechen über die Aktualität des Humboldt'schen Verständnisses von Natur als lebendigem Ganzen. Das Gespräch fand erstmals im vergangenen Dezember in Berlin statt und wird aufgrund der großen Nachfrage wiederholt.

Nachtrag:

Am Donnerstag, den 13. Juli 2017, lädt das Humboldt Forum um 19:00 Uhr zu einem Gespräch mit Künstlern, Lehrern und Filmemachern aus Venezuela über die Erzähltradition der indigenen Gruppe Ye’kwana ein. Kuyujani López, Dulfredo Emjayumi Torres und Yoel Mejecuni Pérez sowie Dr. Andrea Scholz sprechen über die Herausforderung interkulturellen Lernens. Die Veranstaltung in deutscher und spanischer Sprache mit deutscher Übersetzung findet im Musterraum auf der Schlossbaustelle am Eingang Süd, Schlossplatz, Ecke Breite Straße, statt.

Link: www.humboldtforum.com

Quelle: Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss

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Kino trifft Kulinarik.

Am Samstag, den 1. Juli 2017, veranstaltet die Stiftung Schloss Neuhardenberg ein kulinarisches Sommerfest im Neuhardenberger Sommergarten das von Berlinale Chef Dieter Kosslick kuratiert wird. The Michael Nyman Band spielt zu Peter Greenaways "Der Kontrakt des Zeichners - The Draughtsman's Contract" ab 22:00 Uhr. Hier der Trailer:

Außerdem führen Michael Nyman und Dieter Kosslick ab 17:30 Uhr ein Gespräch mit dem Publikum im Picknick-Garten.

Link: schlossneuhardenberg.de

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