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Die Gewinner der Oberhausener Kurzfilmtage und des DOK.fest München

DOK.fest München vergab Hauptpreis nach Skandinavien.

Festivalleiter Daniel Sponsel vergab persönlich am Samstag, den 13. Mai 2017 den Hauptpreis des 32. Internationalen Dokumentarfilmfestivals DOK.fest München an Zaradasht Ahmeds für dessen norwegisch-schwedische Flüchtlingsdoku "Nowhere to hide", in dem ein Krankenpfleger im Irak zum Flüchtling wird. Der mit 10.000 Euro dotierten Viktor wurde vom BR Fernsehen und Global Screen gestiftet.

Eine lobende Erwähnung hat die Jury an Andrés Lübberts "El Color del Camaléon" vergeben. Der Viktor im nationalen Wettbewerb, gestiftet und mit 5.000 Euro dotiert von Spiegel Geschichte, ging an Elí Roland Sachs' Radikalisierungs-Studie "Bruder Jakob" . Weitere Auszeichnungen wurden bei der Preisverleiung in der HFF München u.a. an Ramona S. Díaz' "Motherland" über eine Armen-Geburtsstation auf den Philippinen (Viktor DOK.horizonte), Carmen Tés "Salicelle Rap" (FFF Förderpreis Dokumentarfilm) sowie Kirsten Johnsons "Cameraperson" (Arri Amira Award) vergeben.

Der DOK.fest Preis 2017 der SOS Kinderdörfer ging an den polnischen Dokumentarfilm "Komunia" von Anna Zamecka, wie wir bereits am 14. Mai 2017 zur Verleihung von filmPOLSKA schrieben, wo dieser außergewöhnliche Film über ein 14-jähriges Mädchen, die ihren ein Jahr jüngeren, autistischen Bruder anstelle der meist abwesenden oder betrunkenen Eltern zu erziehen versucht, ebenfalls gewonnen hatte. Der Film wurde auch in München noch einmal zum Abschluss des Festival am Sonntag, den 14. Mai 2017 gezeigt.

Den »Kino-Kino-Publikumspreis« gewann der niederländische Integrationsfilm "Miss Kiet's Children" von Petra Lataster-Czisch und Peter Lataster. Hier der Trailer:

Das diesjährige 32. DOK.fest München konnte sich über einen neuen Besucherrekord freuen. Knapp 43.000 Zuschauer sahen 157 Filme aus 45 Ländern, darunter 31 Weltpremieren und 68 Deutschlandpremieren. Zum Vergleich: Die Besuchermarke bei "DOK Leipzig", dem älteren Branchen-Pendant, hat sich seit zwei Jahren auf 48.000 eingependelt, liegt also nicht mehr in unerreichbarer Ferne. Nach Veranstalterangaben hat sich die Zahl der Festivalbesucher in den vergangenen sechs Jahren fast vervierfacht. Mehr als die Hälfte der Filme stellten die Regisseur*Innen persönlich vor – und führten im Anschluss intensive Filmgespräche mit dem Publikum. 

"Wir haben viel Lob für unser Filmprogramm bekommen, sowohl von den Zuschauern als auch von den Filmemachern und Branchengästen. Besonders freue ich mich über die Interdisziplinarität des Festivals: Wir waren in der Bayerischen Staatsoper zu Gast, in den Kammerspielen und dem Volkstheater, im NS-Dokumentationszentrum und im Literaturhaus. Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir die Wahrnehmung des Dokumentarfilms in der Kunst- und Kulturszene auf ein ganz neues Level gehoben. Der Dokumentarfilm ist in der Hochkultur angekommen - das hat das DOK.fest München bewiesen", erklärte Festivalleiter Daniel Sponsel zum Abschluss des DOK.fest München und fuhr fort: "Mit dem Ehrengast Georg Stefan Troller, dem die Retrospektive gewidmet war, haben wir zudem einen respektablen Höhepunkt gesetzt. Und das 'Virtual Reality Pop-up-Kino' im Loftcube vor der Pinakothek der Moderne erwies sich als spannende, erfolgreiche Erweiterung des Angebotsspektrums. Hier konnten Besucher mit speziellen VR-Brillen diesmal 360-Grad-Dokumentarfilme sehen".

Alle Preisträger und Jurybegründungen unter:

Link: www.dokfest-muenchen.de

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Schon 1954 wurden in Oberhausen die Kurzfilmtage ins Leben gerufen. Sie sind bis heute ein zentrales Event nicht nur für Oberhausen, sondern für den internationalen Film- und Festivalzirkus. Gestern Abend wurden die Gewinner der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen gekürt. Das Festival in Deutschlands größter Stadt ohne Fachhochschule oder Universität, fand zum 63. Mal vom 11.-16. Mai 2017 statt.

Gewinner des 19. MuVi-Preises 2017

Drei Tage zuvor wurden die Gewinner des 19. MuVi-Preises im Oberhausener Lichtburg Filmpalast bekannt gegeben.

Der 1. Preis der MuVi-Awards 2017, dotiert mit 2.000 Euro ging an Christoph Girardet für "Second Chance Man" (Deutschland/Frankreich 2016, 4 Min. 20 Sek.). Zur Musik von Tindersticks verwendet der unnostalgische Found Footage-Film keine abgenutzten Bilder und wirkt dennoch ikonisch. Das Video ist subtil, schön, mit viel Sympathie für den Song, den es begleitet, so die Jury.

Der 2. Preis, dotiert mit 1.000 Euro, ging an DJ Hell für "I Want U" (Deutschland 2016, 4 Min. 6 Sek.). DJ Hells neue Video-Single ist eine Hommage an die ultra-maskulinen Männerwelten des finnischen Künstlers Tom of Finland. Zusammen mit dem Animator und Filmemacher Xaver Xylophon hat der Gigolo-Boss Zeichnungen aus dem Archiv des 1991 gestorbenen Künstlers zu neuem Leben erweckt. Immer noch provokant genug, sodass zahlreiche Verpixelungen erforderlich wurden. Hier der Clip:

Begründung der Jury:

Eine schöne Zusammenarbeit, die sowohl die Musik von DJ Hell als auch die Bilder von Tom of Finland auf eine gemeinsame und höhere Ebene hebt. Komisch, sexy und intelligent im Umgang mit seinem grafischen Material, baut "I Want U" auf ein Konzept, das souverän durchgehalten wird. Der Film ist einfach, aber nicht repetitiv, und nutzt die Variationen in der Musik als Antrieb für die Bilder. Voller Anspielungen auf die Geschichte des Musikvideos, ist dies ein origineller Blick auf einen vielgeliebten Teil des subversiven Kanons.

Lobende Erwähnung ging an Zeljko Vidovic für "feel nothing / 15 – 15" [Musik: Dean Blunt and Inga Copeland], (Deutschland 2017, 4 Min. 48 Sek.)

Der 3sat Publikumspreis wurde online ermittelt und ging an das Musikvideo "Ich bin hier" von Mariola Brillowska über eine Gruppe geistig behinderter Menschen, die zu mitzusingen versuchen. [Musik: Danny Schulz, Caroline Gempeler aka Debérn & Damian Müller].

Anlässlich der 63. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen zeigt der TV-Sender 3sat heute kurz nach Mitternacht ab 00:07-0:45 Uhr früh sowie am späten Mittwochabend den 17. Mai 2017 ab 23:50 Uhr, sieben Kurzfilme in Erstausstrahlung in seinem Programm. Den Anfang macht der einfallsreiche Animationsfilm "Das Leben ist hart" , der 2016 den Förderpreis des NRW-Wettbewerbs erhalten hatte.

Hauptpreisträger der 63. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen:

Großer Preis der Stadt Oberhausen, dotiert mit 8.000 Euro, geht an:

"Qiu - Late Sommer" von Cui Yi (China 2017, 13 Min., Farbe) über ein Jahrhunderte altes Theater in Peking.

Begründung:

Wir verleihen den Großen Preis an einen sehr einfachen, aber beeindruckend vielfältigen Film - ein filmisches Tableau vivant, das aufzeigt, wie die Zyklen von Schauspiel, Konsum und Zuschauen im Alltag von der Geschichte belastet und begrenzt werden.

Hauptpreis, dotiert mit 4.000 Euro, geht an:

"500,000 Pee - 500,000 Years" von Chai Siris (Thailand 2016, 16 Min., Farbe) über eine archäologische Grabungsstätte in Lampang.

Begründung:

Wir verleihen den Hauptpreis an einen gelungenen meditativen und hochpolitischen Film, der die Frage stellt, wie Erinnerung durch die menschliche Geschichte, Spiritualität, Denkmäler, Kino und Gewalt geformt wird.

e-flux-Preis für eine herausragende Film- oder Videoarbeit geht an:

"Animal Year" von Zhong Su (China 2016, 7 Min., Farbe)

Begründung:

Wir verleihen den e-flux-Preis an einen eindringlichen Film, der durch seine zutiefst verstörenden und meisterhaft gestalteten Bilder unter die Haut geht. Es ist das visionäre animierte Porträt einer dystopischen Zukunft der Menschheit, in der zwei verblüffend unterschiedliche Welten aufeinanderprallen.

Lobende Erwähnungen gehen an:

"Tower XYZ" von Ayo Akingbade (Großbritannien) und

"Borderhole" von Amber Bemak & Nadia Granados (Mexiko)

Kinder- & Jugendpreis des Landes NRW, dotiert mit 5.000 Euro, geht an:

"Oni samo dolaze i odlaze - They Just Come and Go" von Boris Pojak (Kroatien, 20 Min., Farbe)

Preis für den besten Beitrag des Deutschen Wettbewerbs, dotiert mit 5.000 Euro, geht an:

"Die Herberge" von Ulu Braun (Deutschland, 14 Min., Farbe)

Weitere Preise und Begründungen finden sie auf der Festivalseite.

Link: www.kurzfilmtage.de

Quellen: Süddeutsche Zeitung | Blickpunkt:Film | Filmportal | Kurzfilmtage | 3sat

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