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17. Go East - Festival des mittel- und osteuropäischen Films 2017

Neue Festivalsektion goEast Gurus! 

In der neuen Festivalsektion goEast Gurus werden Werke von FilmemacherInnen gezeigt, die schon oft und mit ganz besonderen Filmen beim Festival des Mittel- und Osteuropäischen Films in Wiesbaden vertreten waren und damit bleibende Eindrücke hinterließen.

Mit dem neuen Film "Der die Zeichen liest - Uchenik" von Kirill Serebrennikov, einer wilden und furiosen Groteske, die man in Cannes euphorisch gefeiert hat, wurde darauf schon am 11.04.2017 in der Caligari Filmbühne für das kommende Festival, das vom 26.04-02.05.2017 stattfindet, eingestimmt. Hier der Trailer:

 

Synopsis:

Die böse Satire voll pechschwarzen Humors hält uns die Fallen aktueller Denkmuster gnadenlos vor Augen - hier ist gerade nicht die radikale Religion der Feind liberaler Erziehung, sondern ihr gar zu enger Verwandter: Benjamin ist Schüler an einer aufgeklärten, staatlichen Schule. Doch als er zum Christentum konvertiert, verwendet er die Bibel als schier unendliche Ressource der Aggression. Während sich seine Mitschüler weiterhin in Reih und Glied liberaler Unterrichtsführung dirigieren lassen, ist Benjamin auf Rebellionskurs, ein Missionar und Kreuzzügler, der gegen Homosexualität, geschiedene Frauen und Evolutionstheorie die eine oder andere Bibelstelle ins Feld zu führen weiß. So heftig und eloquent ist Benjamins Protest gegen den wissenschaftlichen Tenor der Schule, dass die Lehrerschaft bald ins Wanken gerät ...


Der diesjährige Wettbewerb steht ganz im Zeichen unbeirrbarer Frauen und Kämpfernaturen.

Eröffnet wird die 17. Ausgabe von goEast - Festival des mittel- und osteuropäischen Films am Mittwoch, 26. April 2017 mit

"MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE - CHEMI BEDNIERI OJAKHI" 

(Deutschland, Frankreich, Georgien 2017).

Der Film des georgisch-deutschen Regie-Duos Nana & Simon (Nana Ekvtimishvili und Simon Gross) beleuchtet Familienstrukturen und Rollenmuster aus der Perspektive der 52-jährigen Manana. 2013 gewannen Nana & Simon bei goEast mit "BLÜTEZEIT" den Preis für den Besten Film.

"MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE" ist Teil des Festivalwettbewerbs, der aus 16 Filmen besteht - zehn Spielfilme und sechs Dokumentationen; 13 von ihnen feiern beim diesjährigen Festival ihre Deutschlandpremiere. Sie konkurrieren um vier Preise: die Goldene Lilie für den Besten Film (10.000 Euro), den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie (7.500 Euro) und den Preis des Auswärtigen Amtes für kulturelle Vielfalt (4.000 Euro). Über die Preisvergabe entscheidet eine fünfköpfige internationale Jury, bestehend aus der lettischen Regisseurin Laila Pakalnina (Vorsitz), Produzent Maxim Tuula (Estland/Russland), Produzentin Sam Taylor (Großbritannien), Schauspieler Jakob Diehl (Deutschland) und Regisseur Igor Drljaca (Bosnien und Herzegowina/Kanada).

Hier der offizielle Trailer von goEast - Festival des mittel- und osteuropäischen Films 2017:

Die Wettbewerbsfilme

Der Kaukasus wird nicht nur im Eröffnungsfilm zu sehen sein - auch der Dokumentarfilm "SONNENSTADT - MZIS QALAQI" von Rati Oneli (Georgien, USA, Katar, Niederlande 2017) porträtiert die wenigen letzten EinwohnerInnen der zur Geisterstadt gewordenen Bergarbeitersiedlung Chiatura, in Westgeorgien.

In "VATERS VERMÄCHTNIS - ATANYN KEREEZI" von Bakyt Mukul & Dastan Zhapar uulu (Kirgisistan 2016) entdeckt Azat sein zentralasiatische Heimatland wieder, als er nach 15 Jahren nach Kirgisien zurückkehrt, um den letzten Wunsch seines verstorbenen Vaters zu erfüllen.

In "IM EXIL - PELNU SANATORIJA" von Davis Simanis einer lettisch-litauischen Koproduktion aus dem letzten Jahr, spielt Ulrich Matthes einen deutschen Chirurgen, der im letzten Jahr des Ersten Weltkriegs in Lettland in einem Krankenhaus auf den abgeschotteten Kosmos kriegstraumatisierter Patienten trifft. Matthes wird bei der Deutschlandpremiere des Films am Sonntag, 30. April, um 20:30 Uhr in der Caligari FilmBühne in Wiesbaden, anwesend sein.

Aus Südosteuropa in diesem Jahr: Hana Jušics virtuoses Spielfilmdebüt "GLOTZ NICHT AUF MEINEN TELLER - NE GLEDAJ MI U PIJAT"  (Kroatien 2016), eine Coming-of-Age-Geschichte, die auch als Patriarchatskritik zu lesen ist.

Der poetisch-essayistische Dokumentarfilm "KINOINSELN - KINO OTOK" von Ivan Ramljak (Kroatien 2016) über die fast vergessene Geschichte der Kinos auf den dalmatischen Inseln.

Der viel schwarzen Humor und Sozialkritik verbindende Spielfilm "REQUIEM FÜR FRAU J. - REKVIJEM ZA GOSPOÐU J." von Bojan Vuletic (Serbien, Bulgarien, Mazedonien 2017), dessen Debütfilm "REISEFÜHRER DURCH BELGRAD MIT SINGEN UND WEINEN" bei goEast 2013 als internationale Premiere zu sehen war. Die Hauptdarstellerin des Films Mirjana Karanovic wird auch beim Festival anwesend sein und in der Festivalsektion goEast Gurus ihre eigene Regiearbeit vorstellen.

Auch Regisseur Adrian Sitaru, der mit "FIXER - FIXEUR" (Rumänien, Frankreich 2016), seinem jüngsten Spielfilm vertreten ist, ist ebenfalls kein Neuling mehr beim Festival. Sein Protagonist Radu, der in Bukarest für eine Nachrichtenagentur ausländische Journalisten bei der Arbeit vor Ort unterstützt, wird auf schmerzhafte Weise mit den ethischen Grundsatzfragen seiner Arbeit konfrontiert.

"DER BÜRGER - AZ ÁLLAMPOLGÁR"  von Roland Vranik (Ungarn 2016) ist zugleich ein humorvoll-differenziertes Sittenbild der ungarischen Gesellschaft und eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen dem afrikanischen Migranten Wilson und seiner verheirateten Nachhilfelehrerin Maria.

Aus den Nachbarländern Deutschlands sind beim Festival zu sehen:

"DIE SONNE, DIE SONNE BLENDETE MICH - SLONCE, TO SLONCE MNIE"  von Anka Sasnal & Wilhelm Sasnal (Polen, Schweiz 2016), eine hochaktuelle, politische Adaption von Camus' Der Fremde. 

Der Dokumentarfilm "DU WEISST NICHT, WIE SEHR ICH DICH LIEBE - NAWET NIE WIESZ JAK BARDZO CIE KOCHAM" (Polen 2016), in der der gefeierte Filmemacher Pawel Lozinski die intimen Therapiesitzungen zwischen Hania und ihrer Mutter Ewa begleitet. 

Das Drama und Spielfilmdebüt "SCHMUTZIG - ŠPINA"  von Tereza Nvotová (Tschechische Republik/Slowakische Republik 2017), das eine erschütternde Kritik an dem Umgang mit psychisch kranken Menschen in der Slowakei formuliert;

"DIE LEHRERIN - UCITELKA"  von Jan Hrebejk (Slowakische Republik, Tschechische Republik 2016), eine Dramedy, die in Bratislava während der letzten Jahre des Kommunismus spielt, und in der Machtmissbrauch an einer weiterführenden Schule untersucht wird.

"KRIEGSKUNDE - VÝCHOVA VÁLCE"  von Adéla Komrzý (Tschechische Republik 2016), der dokumentiert, wie die Tschechische Republik sich auf einen potenziellen Krieg vorbereitet, indem sie Militärtrainings wieder in den Lehrplan einführt.

"KRIEGSKUNDE" wird als Teil eines Double Features gezeigt, zusammen mit dem russischen Dokumentarfilm:

"ALLE WEGE FÜHREN NACH AFRIN - VSE DOROGI VEDUT V AFRIN" (Russland, 2016) in dem die junge Moskauer Filmemacherin Arina Adju ihren Vater in Afrin, Syrien, besucht, der dort eine neue Familie gegründet hat, um die er sich nun angesichts der drohenden Gefahr durch den IS sorgt.

Der zweite russische Dokumentarfilm im Wettbewerb ist "RUSSLAND ALS TRAUM  - ROSSIYA KAK SON" von Andrey Silvestrov & Daniil Zinchenko (Russland 2016). Dieser zeichnet ein Provinzporträt ganz Russlands mit all seiner Lakonie, Surrealität und Brutalität.

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Über goEast:

goEast - Festival des mittel- und osteuropäischen Films wird jährlich vom Deutschen Filminstitut Frankfurt/Main durchgeführt.

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