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Goldener Bär & Berlinale Publikumstag (TEIL XI)

Vergabe des Goldenen Bären am Vorabend nach China.



Die wichtigsten Preise wurden vor wenigen Stunden vergeben, doch für ein Fazit ist es für uns noch zu früh. Wir müssen erst einmal nach den anstrengenden Festivaltagen ein wenig verschnaufen und werden später unsere Liste der schönsten Filme veröffentlichen. Dazu gehört allerdings nicht der Goldene Bär, der gestern Abend an den chinesischen Detektivfilm "Bai Ri Yan Huo" (Schwarze Kohle, dünnes Eis) ging. Auch wenn der Krimi im Stil des Film noir streckenweise recht spannend war, so blieb uns die asiatische Mentalität immer etwas fremd, um richtig von dem Werk überzeugt gewesen zu sein. Das drückten ebenso zahlreiche Kritikerlisten aus, die ganz andere Filme favorisiert hatten.
Der chinesische Regisseur Yinan Diao erzählt in seinem Gewinnerfilm die Geschichte eines einsamen Ex-Polizisten, der nach einem Leichenfund auf einem Kohleförderband auf eigene Faust recherchiert und dabei in ein düsteres Puzzle aus Liebe, Rache und sexueller Gier in einer Gesellschaft ohne Moral gerät. Der Hauptdarsteller des Films wurde auch als bester Schauspieler geehrt.

Den Silbernen Bären und den Großen Preis der Jury bekam "Grand Budapest Hotel" von Wes Anderson. Die internationale Produktion war vornehmlich in den Babelsberger Studios und in Görlitz gedreht worden.

Die Deutschen Geschwister Anna und Dietrich Brüggemann holten ebenfalls einen Silbernen Bären in der Kategorie bestes Drehbuch. Sie nahmen die Auszeichnung für das Drama "Kreuzweg" entgegen, das außerdem den Preis der Ökumenischen Jury erhielt. Ihr Film erzählt von einem 14-jährigen Mädchen, das der strengen katholischen Lehre der Pius-Bruderschaft folgt und ist noch einmal am Sonntagmorgen zum Publikumstag der Berlinale im Haus der Festspiele um 9:30 Uhr zu sehen. Restkarten gibt es evtl. vor Ort an der Tageskasse.

Weitere interessante Wiederholungen mit Vorführungen von Preisträgerfilmen, von kurz bis lang und von jung bis erfahren, gibt es heute, den 16. Februar 2014 zu Sonderpreisen in allen beteiligten Filmtheatern zu sehen. Darunter sind auch die Leserpreise und Publikumspreise aus den anderen Sektionen, die erst am Sonntagabend bekannt gegeben werden. Nur für die Gewinner der Goldenen Bären sind leider keine extra Vorführungen vorgesehen. Bleibt zu hoffen, dass sich baldigst ein Verleih des Filmes annimmt.

Verraten können wir allerdings, dass uns der Caligari Preis des Forums, der bereits am Freitagabend an die Wiener Doku "The Great Museum" ging, außerordentlich gefreut hat. Es war der erste Film des Festivals, den wir am Eröffnungstag der Berlinale in einer Pressevorführung um neun Uhr morgens vorab sehen konnten und der uns so gefesselt hat, dass er uns die ganzen 10 Festivaltage über in zahlreichen Gesprächen mit Festivalteilnehmern immer wieder begegnete.

Wer diese Zeilen noch in der Nacht liest, kann sich vielleicht freuen, den unserer Meinung nach schönsten Film des Festivals und ein zugleich äußerst berührendes Werk aus Schweden noch einmal am Sonntagmorgen um 9:30 Uhr im Berlinale Palast sehen zu können. Endlose Bravorufe bei der Vorführung im Zoo Palast unterstreichen unsere Meinung. Die dänisch, schwedisch, englische Koproduktion hat einen in unseren Ohren unaussprechlichen Namen: "En Du Elsker", was übersetzt einfach "Someone You Love" heißt. Es geht um Musik, Drogen, Liebe und Tod sowie immer wieder um Kinder, die in viele Filmen des Festivals eine Hauptrolle spielten. Restkarten gibt es ausnahmsweise nicht an den Schaltern in der Einkaufspassage am Potsdamer Platz, sondern draußen an der Theaterkasse der Blue Man Group.

Die Liste der weiteren Gewinner werden wir auf jeden Fall morgen nachreichen, denn in den letzten Tagen fanden wir kaum Zeit, um all die Aktualitäten aufzuarbeiten. Zehn Tage lang war Berlin wieder Filmhauptstadt der Welt und auch das Medienboard Berlin-Brandenburg, unsere lokale Filmförderung, war in diesem Jahr vielfach vertreten - mit 26 geförderten Filmen "Made in Berlin-Brandenburg" im offiziellen Wettbewerbs- und Festivalprogramm und 13 Lolas@Berlinale sowie als Veranstalter, Mitveranstalter und Förderer zahlreicher weiterer Events. Einzelheiten mit einer Bildberichterstattung gibt es unter folgendem Shortlink: bit.ly/1ijQEak.

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