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Heute beginnt die Berlinale (Vorbericht TEIL IV)

Beginn der Internationalen Filmfestspiele Berlin.



Jedes Festival versucht bereits im Vorfeld durch Marketingmaßnahmen und Hinweise auf außergewöhnliche Werke, die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zu ziehen. Im Mittelpunkt des Interesses steht offensichtlich diesmal das Thema Kunstraub. Neben dem Eröffnungsfilm "Grand Budapest Hotel" sowie George Clooneys "Monuments Men", der am 08.02.2014 im Berlinale Palast gezeigt wird, beschäftigt sich auch die Komödie "American Hustle" mit diesem Thema. Allerdings läuft der Film im Gegensatz zu den beiden anderen Werken nicht im Wettbewerbsprogramm, denn er ist bereits mit insgesamt 10 Oscar-Nominierungen für die Academy Awards reserviert, die kurz nach der Berlinale in L.A. vergeben werden.

Auf den Film verzichten wollte Berlinale Chef Dieter Kosslick dennoch nicht. So ist ein Sonderscreening gleich zu Beginn des Festivals für das Berlinale Special am 07.02.2014 im Friedrichstadt Palast sowie einen Tag darauf, am Samstag, den 08.02.2014 als Special Gala Premiere im Haus der Festspiele vorgesehen. Hier der Trailer:



In der schrägen Gaunerkomödie betrügt jeder jeden, um zu überleben. Inspiriert von einem wahren Fall erzählt der neue Film von "Silver Linings" -Regisseur David O. Russell die Geschichte von Irving und Sydney, einem Liebes- und Gaunerpärchen im schillernden New York der 70er-Jahre, denen Aberwitziges passiert. Das perfekte Paar, privat aber auch beruflich, verhökert gefälschte Kunstwerke und haut andere mit Kreditbetrügereien übers Ohr.

Richard Linklater mit Langzeit-Filmprojekt im Wettbewerb.
Seine internationale Premiere im offiziellen Wettbewerb der Berlinale 2014 hat dagegen Richard Linklaters Langzeit-Filmprojekt "BOYHOOD". Im Gegensatz zu anderen Werken, wie Lars von Trias Film "Nymphomaniac", der am 09.02.2014 »Außer Konkurrenz« gezeigt wird, nimmt "BOYHOOD" am Wettbewerb um den Goldenen Bären teil. Das BOYHOOD-Projekt folgt dem Leben eines Jungen im Alter von sechs bis 18 Jahren. Seit dem Beginn des Projekts im Jahr 2002 drehte Linklater in jedem Jahr, um die Geschichte von Mason, dargestellt von Ellar Coltrane, und seiner Familie zu erzählen. Masons Eltern werden gespielt von Patricia Arquette und Ethan Hawke. Die Tochter von Richard Linklater Lorelei übernimmt die Rolle der älteren Schwester Samantha.

Die Wettbewerbsjury der Berlinale.
Unter dem Vorsitz von Produzent und Drehbuchautor James Schamus ("Good Machine", "Brokeback Mountain", "Dem Himmel so fern", "Lost in Translation", "Dallas Buyers Club", "The Kids Are All Right") entscheidet die Internationale Jury über die Vergabe des Goldenen und der Silbernen Bären im Wettbewerb der Berlinale 2014.

Die weiteren Jury-Mitglieder sind Produzentin Barbara Broccoli, die dänische Schauspielerin Trine Dyrholm, die iranische Filmemacherin und Künstlerin Mitra Faharani, die US-Schauspielerin Greta Gerwig, der französische Filmemacher Michel Gondry, der chinesische Schauspieler Tony Leung und der österreichische Schauspieler Christoph Waltz.

Die Internationale Jury vergibt folgende Preise: Goldener Bär für den Besten Film sowie die Silbernen Bären Großer Preis der Jury, Alfred-Bauer-Preis, Beste Regie, Beste Darstellerin, Bester Darsteller, Bestes Drehbuch, Herausragende Künstlerische Leistung aus den Kategorien Kamera, Schnitt, Musik, Kostüm oder Set-Design.

Berlinale Kamera für Karl Baumgartner.
Die jährliche Verleihung der Berlinale Kamera ist eine weitere traditionsreiche Veranstaltung, die seit 1986 stattfindet und Filmpersönlichkeiten oder Institutionen auszeichnet. Bei den 64. Internationalen Filmfestspielen Berlin wird der Produzent und Verleiher Karl „Baumi“ Baumgartner mit der Berlinale Kamera geehrt. Karl Baumgartner ist einer der bedeutendsten Produzenten und unabhängigen Filmverleiher Deutschlands. Als Produzent hat er das Weltkino dem deutschen Publikum nahegebracht. Im Jahr 1982 gründeten Karl Baumgartner und Reinhard Brundig den Pandora Filmverleih, der sich zu einem der wichtigsten im Bereich Arthouse-Kino entwickelte. Pandora Film ist unter anderem verantwortlich für die Entdeckung von Filmemachern wie Andrej Tarkovsky, Jim Jarmusch, Sally Potter, Kim Ki Duk und Aki Kaurismäki.

Die Verleihung der Berlinale Kamera an Karl Baumgartner findet am 08.02.2014 um 16:00 Uhr im CinemaxX 9 statt. Im Anschluss wird der Spielfilm "Das Leben der Bohème" (1992) von Aki Kaurismäki gezeigt, der zusammen mit Berlinale-Direktor Dieter Kosslick auch die Laudatio hält.

Preis der deutschen Filmkritik.
In Anwesenheit von Nominierten und Preisträgern wird im Rahmen der Berlinale auch der Preis der deutschen Filmkritik 2013 verliehen. Ausgezeichnet werden die besten filmischen Leistungen des vergangenen Jahres in zwölf Kategorien: Spielfilm, Spielfilmdebüt, Kinderfilm, Dokumentarfilm, Darstellerin, Darsteller, Schnitt, Drehbuch, Kamera und Musik – erstmals zusammen mit den Kategorien Experimentalfilm und Kurzfilm. Alle Nominierungen finden Sie auf: www.vdfk.de. Der Termin der Preisverleihung ist: 10.02.2014 um 20 Uhr in der Tube Station. Die Preisverleihung wird moderiert von Burghart Klaußner. Eine Akkreditierung ist für die Teilnahme notwendig.

Regina Ziegler in der Amnesty-Jury auf der Berlinale.
Die Schauspielerin Melika Foroutan ("KDD - Kriminaldauerdienst", "Und dennoch lieben wir") und Produzentin Regina Ziegler ("Weissensee", "Die Wölfe") werden gemeinsam mit Ines Wildhage von Amnesty International in Deutschland über den Amnesty International Filmpreis auf der Berlinale 2014 entscheiden. Nominiert sind Filme aus den Sektionen Wettbewerb, Panorama, Forum und Generation. Amnesty International vergibt auf der Berlinale zum zehnten Mal einen Filmpreis.

"Ein Film über Menschenrechte muss zeigen, was ein Menschenrecht ist und worin es konkret besteht, und nicht zuletzt: was es bedeutet, dieses Recht zu verweigern oder zu verletzen", so Regina Ziegler. "Doch vor allem muss dann das, was er zeigt oder sagen will, die Gefühle der Menschen erreichen."

Der Amnesty International Filmpreis wird am 15.02.2014 bei der Preisverleihung der unabhängigen Jurys der Berlinale vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert.

"Yves Saint Laurent" eröffnet Panorama Special der Berlinale.
Das Biopic „Yves Saint Laurent“, Jalil Lesperts Verfilmung des Lebens des legendären Modeschöpfers, wird als Eröffnungsfilm der Sektion Panorama Special auf der Berlinale 2014 am Freitag, den 07.02.2014 zu sehen sein. SquareOne Entertainment und Universum Film bringen „Yves Saint Laurent“ am 17. April 2014 in die deutschen Kinos.

In der Berlinale-Reihe Panorama sind u.a. "Stereo" von Maximilian Erlenwein mit Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu und "Superegos" von Benjamin Heisenberg zu sehen. In der Doku-Schiene zeigt Michael Gondras seine Film "Is the Man Who Is Tall Happy" über den US-amerikanischen Sprachwissenschaftler Noam Chomsky, einer der bekanntesten (Linguisten) der Gegenwart und zugleich seit den 1960er Jahren einer der prominentesten Kritiker verschiedener Aspekte der US-amerikanischen Politik. Das Werk dürfte spannend werden, setzt aber auch perfekte Englischkenntnisse voraus, denn alle Filme der Berlinale werden in der Originalfassung gezeigt und haben in den seltensten Fällen deutsche Untertitel. Außerdem wurden Filme von Kutlug Ataman, Robert Lepage und Tsai Ming-liang eingeladen. Zum Auftakt der Berlinale, am Donnerstag, den 06.02.2014 zeigt das Panorama wie immer einen Thriller. Diesmal ist es mit "Nước" ein Endzeit-, Science-Fiction-, Kriminal- und Liebesfilm aus Südvietnam.

Forum mit Werken junger Filmemacher aus Osteuropa.
Das Forum war in diesem Jahr sehr früh dran. Während in vergangenen Jahren das Programm manchmal erst zum Start der Festspiele gedruckt war, ist in diesem Jahr schon drei Wochen vorher alles klar: Werke meist junger Filmemacher aus Osteuropa bilden einen geografischen Schwerpunkt des diesjährigen Programms.

Veiko Õunpuu, der aus Estland kommt, porträtiert in dem komisch-melancholischen Spielfilm "Free Range – Ballaad maailma heakskiitmisest" einen jungen Mann, der zwischen dem Traum, für die Kunst zu leben, und den Anforderungen des Alltags nach einem Zustand der Schwerelosigkeit strebt.

Eine ungewöhnliche Form hat der bekannte rumänische Regisseur Corneliu Porumboiu für seinen Film "Al doilea joc" ("The Second Game") gefunden: Gemeinsam mit seinem Vater, der zur Zeit des Ceaușescu-Regimes Fußball-Schiedsrichter war, kommentiert er die verrauschte VHS-Kassette einer Partie zwischen den Top-Mannschaften Dinamo und Steaua.

Im Mittelpunkt des polnischen Dokumentarspielfilms "Huba" ("Parasite") von Anka und Wilhelm Sasnal steht ein alter Mann, gezeichnet von der lebenslangen Arbeit in der Fabrik. Seine Tochter, allein mit ihrem Säugling, zieht bei ihm ein. Der Film erzählt von Enge, Fremdheit, Nähe und von Körpern.

Ein Spielfilmdebüt ist "Chilla" ("40 Days of Silence") von Saodat Ismailova. Die junge usbekische Regisseurin erzählt von Bibicha, die sich ins Haus ihrer Großmutter zurückzieht, um dem traditionellen Schweigegelübde zu folgen. Zwischen der kargen Landschaft und farbenfrohen Innenräumen schildert der Film ihren Weg in die Selbstbestimmung.

Weitere Einzelheiten zum Programm und zu den Filmen finden Sie im offiziellen Journal der Berlinale.

64. Internationale Filmfestspiele Berlin (6. – 16. Februar 2014)
Quellen: dpa | Topnews | Blickpunkt:Film | Berliner Zeitung | Spiegel | festivalblog

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